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Ich betreibe einen Headless Mac mini (ohne Bildschirm, Tastatur und Maus) und habe in diesem Kontext verschiedene Systeme für den Remotezugriff getestet. Vielleicht ist mein Erfahrungsbericht für einige im Forum interessant.
Hintergrund:
Wenn ich unterwegs bin, ist mein iPad mein Daily Driver. 90% der Aufgaben, die ich unterwegs ausführe, laufen auf dem iPad problemlos. Es gibt aber doch immer wieder mal Momente in denen ich einen richtigen Mac brauche. Deswegen habe ich überlegt einen Headless Mac mini zu betreiben, den ich auch von außen erreichen kann. Da ich über meinen Internetanbieter keine eigene und von außen adressierbare IP bekomme, war ich auch auf der Suche nach einer entsprechenden Software für den Zugriff von außen. Meine Internetverbindung hat einen Upload von etwa 20 Mbit, was vollkommen ausreicht.
Der MacMini:
Ich nutze einen Mac mini M4 in der Standardausführung mit 256 GB SSD und 16 GB RAM. Der Mac mini hängt direkt per LAN-Kabel am Router. Ich habe dem Ruhezustand deaktiviert. Über den „pmset“-Befehl habe ich den Mac so eingestellt, dass er morgens automatisch startet und am späten Abend herunterfährt. Das funktioniert sehr stabil.
Ich habe den Mac mini stärker abgesichert als meinen Hauptrechner. Im Standard ist nur ein Nutzer mit normalen Rechten angemeldet. Ich nutze eine gesonderte Apple-ID, um im Falle eines unerlaubten Zugriffs den Schaden zu minimieren. Wirklich schützenswerte Daten halte ich auf dem Gerät nicht.
Die Software:
Wie eingangs erwähnt, kann ich außerhalb meines Netzwerks nicht auf dieses per IP zugreifen, da ich keine von außen erreichbare IP habe. Ich benötige also eine Anwendung, die über einen Server die Verbindung zwischen Client (iPad) und Host (Mac mini) aufbauen kann. Im eigenen Netzwerk soll aber eine direkte Verbindung zwischen Client und Host möglich sein.
Als erstes habe ich die kostenpflichtige Software Jump Desktop probiert. Die Software ist für den Host ist kostenfrei. Die Clientsoftware für iOS / iPadOS ist über einen einmaligen Kauf für unter 20 Euro erhältlich.
Jump Desktop ist sehr aufgeräumt und die Software weitgehend selbsterklärend. Eigene Rechner können über den User-Account registriert werden. Alternativ kann mittels Rechnerkennung und Passwort auch einem Dritten geplanter Zugang gewährt werden. So wie man es beispielsweise von der Fernwartung von WebEx kennt. Der User-Account kann über 2FA (TOPT) zusätzlich gesichert werden. Jump Desktop funktioniert auf Anhieb sehr gut. Im eigenen Netzwerk ist die Direktverbindung so performant, dass ich sogar eine Runde Starcraft über die Verbindung spielen konnte.
Beim Zugriff über das Internet läuft der Datenaustausch über einen Relay-Server beim Anbieter. Auch hier ist die Performance auf Anhieb gut und erlaubt ein angenehmes Arbeiten. Natürlich hängt die Qualität maßgeblich von der Verbindung des Clients ab. Ist dieser mit einem performanten Netz verbunden, funktioniert es am besten. Aber auch über 5G und LTE ist meist ein gutes Arbeiten möglich.
Fazit Jump Desktop: Für wenig Geld und ohne vor allem ohne monatliche Kosten (sehr positiv) bekommt man eine sehr ausgereifte Lösung, die gut funktioniert. Allerdings bedarf es natürlich Vertrauen gegenüber dem Anbieter, da außerhalb des Netzwerks alle Daten über dessen Server ausgetauscht werden.
Danach habe ich RustDesk ausprobiert. Die Software ist in Teilen Open Source. Es gibt einen öffentlichen Server, der frei von allen privaten Anwendern genutzt werden kann. An RustDesk hat mich aber insbesondere die Möglichkeit gereizt, einen eigenen Server betreiben zu können. Das bietet den Vorteil, dass die ausgetauschten Daten nicht über den Server eines Dritten laufen. Ich habe zu diesem Zweck den kleinsten VServer von IONOS gemietet. Der Server kostet mich aktuell 1 Euro im Monat. Neben der freien Version der Serversoftware gibt es auch eine kostenpflichtige Version mit erweiterten Optionen. Die freie Version reicht aber vollkommen für meine Zwecke aus.
Mittels Docker habe ich die RustDesk-Server-Software installiert. Die Installation ist gut dokumentiert und vergleichsweise einfach. Beim Betrieb eines eigenen Servers, der aus dem Netz erreichbar ist, muss natürlich auch darauf geachtet werden, den Server entsprechend abzusichern. Das Prinzip von RustDesk gleicht in weiten Teilen dem von Jump Desktop: Wenn Client und Host direkt miteinander verbunden werden können, erfolgt die Verbindung direkt, ansonsten läuft der Datentransfer über einen Relay-Server. Es besteht die Möglichkeit Hosts für einen permanenten Zugriff über ein Passwort und ein Schlüsselpaar freizugeben, Dritte können über einen speziellen Link und per Passwort zum Fernzugriff eingeladen zu werden.
Die Ernüchterung kam bei der erste Nutzung. Die Übertragung war er zähflüssig und nicht wirklich performant. Ich wollte schon den Versuch abbrechen, habe mich aber zum Glück näher mit den Client-Einstellungen beschäftigt. RustDesk verfügt über sehr viele Parameter und Optionen. Hiermit konnte ich die Performance stark verbessern. Nun läuft die Software auch sehr gut bei mir. Auch wenn Jumpdesktop hier noch minimal besser zu sein scheint, ist die Nutzungserfahrung ziemlich auf einem ähnlichem Level.
Fazit RustDesk: RustDesk erlaubt den Betrieb eines eigenen Relay-Servers, was ich sehr positiv finde. Die Software bedarf an einigen Stellen eine Optimierung, damit alles rund läuft. Man kann mit RustDesk sehr gute Ergebnisse erzielen. Auch gefällt die große Zahl an Optionen.
Die Bildschirm-Auflösung auf dem Hostsystem:
Wichtig ist, dass man auf dem Host die richtige Auflösung für den Client einstellen kann. Da der Host ohne Monitor betrieben wird, können unter Umständen nicht die richtigen Auflösungen angeboten werden. Abhilfe kann eine HDMI-Dummy-Adapter bieten. Dieser wird in den HDMI-Port gesteckt und vom Rechner als Monitor wahrgenommen. Entsprechend werden dann mehrere Auflösungen angezeigt. Alternativ gibt es Software-Systeme wie Better-Display, welche virtuelle Monitore anbieten, die die gewünschte Auflösung abbilden können.
Die Steuerung:
Beide Systeme erlauben die Steuerung per Touch oder mit Maus & Tastatur. Kurze Arbeiten erledige ich meist im Touch-Modus mit Bildschirmtastatur. Für längere Sitzungen nutze ich eine zusammenklappbare Tastatur mit Touchpad. Beide Modi funktionieren ausgezeichnet.
Warum kein MacBook:
Sicherlich könnte man sich nun fragen, warum ich nicht einfach ein MacBook nutze. Der Hintergrund ist, dass ich einerseits gerne mit dem iPad unterwegs bin, weil das Gerät super handlich ist. Andererseits brauche ich unterwegs nur selten die volle Power von macOS und bevorzuge in vielen Situationen die Touch-Nutzung des iPads. Zudem will ich eine Ressource, die immer und von fast jedem Endgerät erreichbar ist. Auch ungeplant. Und zu guter letzt hat mir dieses Experiment einfach auch viel Spaß gemacht.
Fazit:
Der Headless Mac mini läuft zur vollsten Zufriedenheit. Ich kann mich, egal wo ich mich befinde, auf meinen Rechner aufwählen. Vorausgesetzt ist ein halbwegs ordentlicher Internetzugang. Mit RustDesk und Jump Desktop habe ich zwei Systeme gefunden, die super für meinen Usecase geeignet sind. Das Gesamtsystem läuft sehr stabil. Obwohl ich primär mit dem iPad zugreife, gibt es auch Clients für andere Systeme. Ich habe so praktisch überall meinen Mac „dabei“.
Hintergrund:
Wenn ich unterwegs bin, ist mein iPad mein Daily Driver. 90% der Aufgaben, die ich unterwegs ausführe, laufen auf dem iPad problemlos. Es gibt aber doch immer wieder mal Momente in denen ich einen richtigen Mac brauche. Deswegen habe ich überlegt einen Headless Mac mini zu betreiben, den ich auch von außen erreichen kann. Da ich über meinen Internetanbieter keine eigene und von außen adressierbare IP bekomme, war ich auch auf der Suche nach einer entsprechenden Software für den Zugriff von außen. Meine Internetverbindung hat einen Upload von etwa 20 Mbit, was vollkommen ausreicht.
Der MacMini:
Ich nutze einen Mac mini M4 in der Standardausführung mit 256 GB SSD und 16 GB RAM. Der Mac mini hängt direkt per LAN-Kabel am Router. Ich habe dem Ruhezustand deaktiviert. Über den „pmset“-Befehl habe ich den Mac so eingestellt, dass er morgens automatisch startet und am späten Abend herunterfährt. Das funktioniert sehr stabil.
Ich habe den Mac mini stärker abgesichert als meinen Hauptrechner. Im Standard ist nur ein Nutzer mit normalen Rechten angemeldet. Ich nutze eine gesonderte Apple-ID, um im Falle eines unerlaubten Zugriffs den Schaden zu minimieren. Wirklich schützenswerte Daten halte ich auf dem Gerät nicht.
Die Software:
Wie eingangs erwähnt, kann ich außerhalb meines Netzwerks nicht auf dieses per IP zugreifen, da ich keine von außen erreichbare IP habe. Ich benötige also eine Anwendung, die über einen Server die Verbindung zwischen Client (iPad) und Host (Mac mini) aufbauen kann. Im eigenen Netzwerk soll aber eine direkte Verbindung zwischen Client und Host möglich sein.
Als erstes habe ich die kostenpflichtige Software Jump Desktop probiert. Die Software ist für den Host ist kostenfrei. Die Clientsoftware für iOS / iPadOS ist über einen einmaligen Kauf für unter 20 Euro erhältlich.
Jump Desktop ist sehr aufgeräumt und die Software weitgehend selbsterklärend. Eigene Rechner können über den User-Account registriert werden. Alternativ kann mittels Rechnerkennung und Passwort auch einem Dritten geplanter Zugang gewährt werden. So wie man es beispielsweise von der Fernwartung von WebEx kennt. Der User-Account kann über 2FA (TOPT) zusätzlich gesichert werden. Jump Desktop funktioniert auf Anhieb sehr gut. Im eigenen Netzwerk ist die Direktverbindung so performant, dass ich sogar eine Runde Starcraft über die Verbindung spielen konnte.
Beim Zugriff über das Internet läuft der Datenaustausch über einen Relay-Server beim Anbieter. Auch hier ist die Performance auf Anhieb gut und erlaubt ein angenehmes Arbeiten. Natürlich hängt die Qualität maßgeblich von der Verbindung des Clients ab. Ist dieser mit einem performanten Netz verbunden, funktioniert es am besten. Aber auch über 5G und LTE ist meist ein gutes Arbeiten möglich.
Fazit Jump Desktop: Für wenig Geld und ohne vor allem ohne monatliche Kosten (sehr positiv) bekommt man eine sehr ausgereifte Lösung, die gut funktioniert. Allerdings bedarf es natürlich Vertrauen gegenüber dem Anbieter, da außerhalb des Netzwerks alle Daten über dessen Server ausgetauscht werden.
Danach habe ich RustDesk ausprobiert. Die Software ist in Teilen Open Source. Es gibt einen öffentlichen Server, der frei von allen privaten Anwendern genutzt werden kann. An RustDesk hat mich aber insbesondere die Möglichkeit gereizt, einen eigenen Server betreiben zu können. Das bietet den Vorteil, dass die ausgetauschten Daten nicht über den Server eines Dritten laufen. Ich habe zu diesem Zweck den kleinsten VServer von IONOS gemietet. Der Server kostet mich aktuell 1 Euro im Monat. Neben der freien Version der Serversoftware gibt es auch eine kostenpflichtige Version mit erweiterten Optionen. Die freie Version reicht aber vollkommen für meine Zwecke aus.
Mittels Docker habe ich die RustDesk-Server-Software installiert. Die Installation ist gut dokumentiert und vergleichsweise einfach. Beim Betrieb eines eigenen Servers, der aus dem Netz erreichbar ist, muss natürlich auch darauf geachtet werden, den Server entsprechend abzusichern. Das Prinzip von RustDesk gleicht in weiten Teilen dem von Jump Desktop: Wenn Client und Host direkt miteinander verbunden werden können, erfolgt die Verbindung direkt, ansonsten läuft der Datentransfer über einen Relay-Server. Es besteht die Möglichkeit Hosts für einen permanenten Zugriff über ein Passwort und ein Schlüsselpaar freizugeben, Dritte können über einen speziellen Link und per Passwort zum Fernzugriff eingeladen zu werden.
Die Ernüchterung kam bei der erste Nutzung. Die Übertragung war er zähflüssig und nicht wirklich performant. Ich wollte schon den Versuch abbrechen, habe mich aber zum Glück näher mit den Client-Einstellungen beschäftigt. RustDesk verfügt über sehr viele Parameter und Optionen. Hiermit konnte ich die Performance stark verbessern. Nun läuft die Software auch sehr gut bei mir. Auch wenn Jumpdesktop hier noch minimal besser zu sein scheint, ist die Nutzungserfahrung ziemlich auf einem ähnlichem Level.
Fazit RustDesk: RustDesk erlaubt den Betrieb eines eigenen Relay-Servers, was ich sehr positiv finde. Die Software bedarf an einigen Stellen eine Optimierung, damit alles rund läuft. Man kann mit RustDesk sehr gute Ergebnisse erzielen. Auch gefällt die große Zahl an Optionen.
Die Bildschirm-Auflösung auf dem Hostsystem:
Wichtig ist, dass man auf dem Host die richtige Auflösung für den Client einstellen kann. Da der Host ohne Monitor betrieben wird, können unter Umständen nicht die richtigen Auflösungen angeboten werden. Abhilfe kann eine HDMI-Dummy-Adapter bieten. Dieser wird in den HDMI-Port gesteckt und vom Rechner als Monitor wahrgenommen. Entsprechend werden dann mehrere Auflösungen angezeigt. Alternativ gibt es Software-Systeme wie Better-Display, welche virtuelle Monitore anbieten, die die gewünschte Auflösung abbilden können.
Die Steuerung:
Beide Systeme erlauben die Steuerung per Touch oder mit Maus & Tastatur. Kurze Arbeiten erledige ich meist im Touch-Modus mit Bildschirmtastatur. Für längere Sitzungen nutze ich eine zusammenklappbare Tastatur mit Touchpad. Beide Modi funktionieren ausgezeichnet.
Warum kein MacBook:
Sicherlich könnte man sich nun fragen, warum ich nicht einfach ein MacBook nutze. Der Hintergrund ist, dass ich einerseits gerne mit dem iPad unterwegs bin, weil das Gerät super handlich ist. Andererseits brauche ich unterwegs nur selten die volle Power von macOS und bevorzuge in vielen Situationen die Touch-Nutzung des iPads. Zudem will ich eine Ressource, die immer und von fast jedem Endgerät erreichbar ist. Auch ungeplant. Und zu guter letzt hat mir dieses Experiment einfach auch viel Spaß gemacht.
Fazit:
Der Headless Mac mini läuft zur vollsten Zufriedenheit. Ich kann mich, egal wo ich mich befinde, auf meinen Rechner aufwählen. Vorausgesetzt ist ein halbwegs ordentlicher Internetzugang. Mit RustDesk und Jump Desktop habe ich zwei Systeme gefunden, die super für meinen Usecase geeignet sind. Das Gesamtsystem läuft sehr stabil. Obwohl ich primär mit dem iPad zugreife, gibt es auch Clients für andere Systeme. Ich habe so praktisch überall meinen Mac „dabei“.
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