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Glosse: Keine guten Fotos!

Dieses Thema im Forum "Photocafé" wurde erstellt von Ulli, 04.12.09.

  1. Ulli

    Ulli Ontario

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    Diesen Text habe ich gerade geschickt bekommen. Leider kenne ich den Verfasser nicht, aber ich denke ihr werdet euren Spass haben:

    Keine guten Fotos!

    Viele fragen sich, wie schaffe ich es auch weiterhin langfristig keine guten Fotos zustande zu bringen. Im folgenden gibt’s eine kurze Anleitung wie dieses ganz leicht zu bewerkstelligen ist.

    Nun zuerst einmal: scheue keine Ausgaben! Kaufe dir unbedingt eine neue Kamera oder ein neues Objektiv, am besten beides. Die Gefahr, dass du dadurch bessere Fotos machst, ist fast gleich null. Außerdem kannst du dadurch jede Menge Zeit vertun Testberichte zu lesen, Leute in Foren zu befragen oder Datenblätter zu studieren.

    Kombiniere den Kauf am besten mit einem komplette Systemwechsel z.B. von Caniolympanatax zu Penolynicantaxpana oder umgekehrt. Wenn du nur genau hinschaust findest du bestimmt etwas im anderen Lager, das es von deinem Hersteller nicht gibt. Damit hast du schon mal Zeit gewonnen, in der du keine guten Fotos machen musst, da du ja zunächst mal deine alte Kamera und Objektive verkaufen musst.

    Solltest du jedoch genug Geld haben ohne Verkauf deiner alten Sachen den Wechsel zu bewerkstelligen: mach es nicht! Du verschenkst einfach nur Potenzial! Einfach gleich eine Nummer größer einsteigen. Wozu gibt’s den DSLRs mit KB-Sensor und 25 Megapixeln. Und notfalls einfach ins digitale Mittelformat wechseln. Hier gibt’s noch eine Menge Luft nach oben.

    Hast du deine neue Ausrüstung endlich in Händen, heißt es: Vorsicht, jetzt nur keinen Fehler machen, bloß nicht anfangen einfach so zu fotografieren! Die neue Kamera oder das neue Objektiv will erst mal getestet werden. Testberichte können ja schließlich auch lügen. Außerdem gibt’s ja, Gott sei es gedankt, die Serienstreuung.

    Jetzt hat man Qual der Wahl: Schärfe oder Fokus testen. Testcharts zum Ausdrucken findet man zu Hauf im Internet. Hast du keinen Drucker oder der Internet-Anschluss streikt gerade: einfach mal so in den nächsten Wald oder den eigenen Garten hinein knipsen. Hierbei ist es aber unbedingt zu unterlassen, irgendetwas interessantes aufs Bild zu bannen, das vom Fehler ablenken könnte. Am besten jede noch so kleine Gestaltungsrichtlinie missachten!

    Egal, ob ihr nun Schärfe oder Fokus testet, sollte kein Fehler feststellbar sein, nicht gleich aufgeben. Es mehrfach zu versuchen hilft häufig. Irgendwann muss sich der Fehler ja zeigen! Sind alle Versuche vergebens, einfach mal ein Filter aufs Objektiv schrauben. Sollte man so nachlässig gewesen sein keinen billigen Filter mit dem Objektiv bestellt zu haben, eine Fensterscheibe zwischen Objektiv und Motiv tut’s auch. Schließlich muss ein modernes Wunderwerk der Technik auch mit solchen Situationen klar kommen. Hilfreich um Schärfefehlern auf die Spur zu kommen, ist es auch kein Stativ zu benutzen.

    Für den fortgeschrittenen Tester hier noch ein Tipp: einfach vor dem Testen ein paar Schnäpschen kippen oder wenn man es mit dem Alkohol nicht hat ein kleine Unterzuckerung herbeiführen (einfach 50g Traubenzucker in Wasser auflösen, dann auf nüchternen Magen hinunter damit und warten bis der Zuckerschock abgeklungen ist), schließlich weiß man nie in welcher Situation man mal mit der Kamera kommen wird.

    Sollte man selbst keinen Fehler feststellen können, die Testbilder einfach in ein Forum deiner Wahl einstellen. Ein Forumsmitglied wird schon einen Fehler finden.

    Hat man endlich einen Fehler gefunden, das Objektiv ggf. mit Kamera unbedingt zum Hersteller zwecks Justage schicken. Es ist ja schließlich noch Garantie drauf. Sollte es mit der Bemerkung: ‚keine Fehlfunktion gefunden‘ zurück kommen. Nicht verzagen! Die haben schließlich keine Ahnung von deinem ausgefuchsten Testaufbau. Einfach noch einmal einschicken, notfalls auch mehrfach.

    Gibt’s an Schärfe und Fokus nichts mehr auszusetzen, keine Angst! Es gibt ja noch so nette Fehler wie Verzerrung im Weitwinkelbereich, Chromatische Aberration und Flares. Auf die gilt es jedes Objektiv intensiv zu testen bevor man es über wagen kann damit ein Foto zu machen. Ein Tipp zur Diagnose von Verzerrungen: hierzu sind Backsteinwände hervorragend geeignet. Der ernsthafte Tester fährt dafür auch mal gerne in die nächste Stadt um seine perfekte Wand zu finden.

    Wenn du jetzt sagst: die ganze Testerei macht mir so überhaupt keinen Spaß. Auch dafür gibt’s eine Lösung: Genre-Wechsel! Suche dir einfach ein Gebiet der Fotografie heraus, für das deine aktuelle Ausrüstung nicht oder nur schlecht geeignet ist. Klassiker sind hier z.B. die Makro- oder Blitzfotografie. Hier sind die Möglichkeiten so vielfältig: Nahlinsen, Distanzringe, Umkehrringe, Makroobjektive oder doch ein Balgengerät, Softbox, Schirm, Reflektor, Baustrahler, Systemblitz oder doch ein Studioblitz. So könnt ihr euch die nächsten Wochen oder Monate damit beschäftigen, was man für Ausrüstung dafür bräuchte und kommt nicht in die Versuchung ernsthaft Fotos zu machen.

    Eine Möglichkeit gute Fotos zu vermeiden ist es auch, sich ein Spezialgebiet der Fotografie herauszusuchen, welches höheren technischen Aufwand erfordert, z.B. Lichtschranken um nachts Maulwürfe zu fotografieren oder ultrakurze Verschlusszeiten um Pistolenkugeln im Flug zu erwischen.

    Sollte einem das auch nicht zusagen, so gibt’s auch dafür eine Lösung: Rituale! Sucht euch einfach ein möglichst langweiliges Motiv und macht davon jeden Tag zur gleichen Zeit ein Bild. Wenn ihr nicht soviel Zeit investieren wollte geht es natürlich auch wöchentlich. Wichtig dabei ist, dass sich das Motiv von Tag zu Tag nicht sonderlich ändert. Die Monotonie der Serie muss sich unbedingt im Motiv widerspiegeln!

    Hat man den Verdacht, dass man doch hin und wieder ein gutes Foto macht, auch dagegen gibt’s ein Mittel: möglichst viele Fotos machen! Wozu können die modernen Kameras schließlich 8-10 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Wenn ihr so 10000-15000 pro Monat aufnehmt fallen versehentlich gemachte gute Bilder nicht weiter auf. Wichtig ist allerdings jedwede Sortierung oder Bewertung zu vermeiden. Ein Ordner pro Kalenderjahr ist mehr als genug!
    Wenn ihr alle Tipps gewissenhaft befolgt, gelingt es euch bestimmt die Zeitspanne bis zum Erscheinen von neuen Kameras oder Objektiven mit tollen technischen Neuerungen zu überbrücken und schließlich wieder dort anfangen wo auch dieser Artikel beginnt.

    Abschließend noch ein Tipp: man kann gut einen halben Tag damit verbringen, die exotischsten Funktionen in den Tiefen der Kameramenüs zu finden und auf individuell belegbaren Tasten oder Menüs zu legen. Diese Belegung sollte man spätestens monatlich überdenken und ändern. Denn merke: Erfahrung und Routine sind der Feind des schlechten Bildes!

    (Der Verfasser des Artikels ist selbst betroffen und ist Mitglied in einer Selbsthilfegruppe der Anonymen Tester.)
     
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  2. afri

    afri Maren Nissen

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    Womit bewiesen ist, dass Anfänger nicht gute Photographen werden, da sie zu Beginn ihrer Karriere weder Kamera noch Objektiv haben und sich beides gleichzeitig kaufen müssen.
    Nur was bringt's dem Anfänger, wenn er auf eins von beiden verzichtet? Beste Bilder?
    Gruß
    Andreas
     
  3. countrydarkness

    countrydarkness Prinzenapfel

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    hehe... ein wenig wahrheit ist dabei.

    es ist erschreckend, wieviele menschen tausende von eurosinen in kamera, objektive usw. stecken und mit denen unfasslich beschi***n langweilige, seelenlose, häßliche bilder produzieren - allerdings technisch einwandfrei....
     
  4. joey23

    joey23 Mecklenburger Königsapfel

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    Immerhin! Es gibt genug mit einer 2k€-teuren Kamera die nicht mal das schaffen :p
     
  5. Irreversibel

    Irreversibel Akerö

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    Hehe... also wer keine Aspekte seines eigenen "fotografischen Schaffens" wiederentdeckt, werfe bitte den 1. Stein. Erinnert mich irgendwie an die Stories vom "Nachbar Kurt" von den Buxtehuder Fotofreunden.

    Eine ganze Industrie lebt vom DSLR-Boom und der seit den 70ern anhaltenden Bilderflut. Mag man verfluchen oder gut finden, naja, ein William Talbot würde heute mit seinen Bildern von Leitern und Menschen vor Heuschobern oder Heuballen auf jeden Fall keinen mehr hinter dem Ofen herlocken. Professionelle Arroganz ist natürlich was schönes, weil sie das Ego aufpolstert. Aber ohne das interessierte Laientum hätten diese sog. "Profis" weder Publikum noch Lobby. Würde eine ganze Kameraindustrie sich daran hängen, die Spiegelreflexkamera immer weiter zu verbessern wenn sich nur eine Handvoll Kenner dafür interessieren würden? Selbst Zehntausende Sport-, Reportage- usw. Fotografen sind kein Markt der gleich mehrere Riesenfirmen wie Canon, Sony und Nikon dazu bringt, sich ständig gegenseitig mit neuen Kameramodellen übertrumpfen zu wollen.

    Das Foto ist wichtig, keine Frage - für jeden von uns. Man muss nur eine Illustrierte kaufen; selbst die konservativsten Zeitungen kommen nicht völlig ohne aus. Das Bild beherrscht die Medien, aber wäre das Bildermachen nicht so einfach, gäbe es nicht so viele davon. Und wäre es einfach, wenn nicht so viele Leute fotografieren würden und diesen Markt anheizen?

    Ohne die "interessierten Laien" zu denen ich mich jetzt mal selbst zähle weil ich mit was anderem meine Brötchen verdiene und für die ich mal eine Lanze brechen muss wäre die Fotografie gesellschaftlich wahrscheinlich nicht so wichtig und beachtet geworden, mal ganz davon abgesehen dass die meisten Profis als interessierte Laien mit einem ähnlichen wie dem oben benannten Profil angefangen haben. Soviel Reflektion muss dann doch sein ;)
     
  6. countrydarkness

    countrydarkness Prinzenapfel

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    hehe ja.. klar entwickelt man sich weiter.

    irgendwann merkt man, dass man mit einer kompaktkamera nicht weit kommt und dann muss es eine dslr sein. und irgendwann muss es eine mit vollformatsensor sein. und dann muss noch ein f1.0 objektiv hinterher.

    tja, canon/nikon/leica etc. rufen und siehe, der fachmann staunt, der laie wundert sich und einer von beiden zückt die mastercard!

    und dann hat man 6000 euro ausgegeben und fotografiert häuserecken... brandmauern... zäune.. oh und wieder häuserecken.. ??

    da lobe ich mir meine zickige slr bzw. meine russischen "billig"-kameras! HA!
     
  7. JJ1308

    JJ1308 Raisin Rouge

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    Also ich muss ja sagen, ich gehöre nicht zu denjenigen, die jetzt umbedingt mit DSLR fotografieren...ich bin (noch) Bridge-User (Sony HX1), bis mal das Geld reicht für was vernünftiges...

    Aber ehrlich gesagt muss ich sagen, dass ich ganze gut Fotos hinbekomme, und ich einige kenne, die trotz 1000€ DSLR (meine hat ~400 gekostet) keine gleich guten, wenn nicht sogar schlechtere Bilder machen...

    So zB ein Event-Fotograf in meiner Gegend, der Bilder von Parties macht, mit ca. 1 Sekunde Verschlusszeit...das Resultat: Gut die Hälfte seiner Bilder sind verwackelt...aber nicht nur das...er nimmt seine Kamera immer mit, wenn er mit seinen Freunden fortgeht, und knippst diese natürlich hauptsächlich...als Resultat sind dann zB auf einem Ball oder ähnlichem 400 Fotos von ihm geknippst worden, wovon auf ca. 200 seine Freunde bei irgendwelchen Posen zu sehen sind....LANGWEILIG...

    Und da traue ich mir zu sagen, dass ich sowas mit meiner Kamera, auch wenn sie nur 400€ gekostet hat, besser hinkriege...
     
  8. countrydarkness

    countrydarkness Prinzenapfel

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    tja, recht haste!

    fotograf ist immer noch ein ausbildungsberuf, aber scheinbar nehmen noch immer sehr viele aus dieser ausbildung nur sehr wenig bis gar nichts mit. außer natürlich die teure ausrüstung hehe..
     
  9. joey23

    joey23 Mecklenburger Königsapfel

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    Ist es nicht so, dass der Begriff "Fotograf" seit ein paar Jahren nicht mehr geschützt ist? Vorher gab es ja immer die "Foto-Designer"...
     
  10. Irreversibel

    Irreversibel Akerö

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    Der Begriff "Fotograf" bleibt geschützt (Unistudium oder Ausbildung sind erforderlich), Fotodesigner darf sich jeder nennen. Einige umgehen das, indem sie "Fotografie" unter ihren Namen drucken, das geht wieder.
     

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