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Fünf Gründe für die Touch Bar

Jan Gruber

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Ende Oktober stellte Apple unter dem Motto "Hello Again" neue MacBooks vor. Eine der großen Neuerungen war die Touch Bar - eine neue Eingabemethode, der Apple während der Keynote viel Raum für Demonstrationen einräumte.

Technisch handelt es sich um eine OLED-Touchleiste oberhalb der Tastatur. Sie ersetzt die bisherigen physischen Funktionstasten. Das Display löst mit 2170 x 60 Pixeln auf, einzelne App-Icons werden mit 44x44 Pixeln dargestellt. Die Touch Bar ist aber viel mehr als nur ein Zweitdisplay - sie ist eine komplett eigenständige Einheit. Betrieben wird das Modul mit Hilfe eines Apple-eigenen Chips der auf den Namen T1 lautet. Technisch dürfte es sich dabei um eine Abwandlung des Prozessors aus der Apple Watch handeln. In Sachen Betriebssystem kommt eine abgespeckte Version von iOS bzw. watchOS zum Einsatz. Die zur Verfügung stehende Hardware wird auch zum Betrieb des verbauten TouchID Sensors und der Secure Enclave verwendet. In dieser Hinsicht erhöht die eigenständige Einheit die Sicherheit enorm.

Ich habe mir die Touch Bar für euch näher angesehen, getestet und in unserer Reihe "Fünf Gründe" die positiven Aspekte dieser neuen Technologie zusammengefasst.

1. Kontextsensitive Eingabe
Die angezeigten Inhalte / Tasten werden immer vom aktuell im Vordergrund befindlichen Programm bestimmt. Diesem sind rund zwei Drittel des Platzes vorbehalten, das andere Drittel wird von den klassischen "alten" Systemfunktionen wie Lautstärke, Helligkeit oder Siri belegt. Damit ist die Touch Bar vielmehr ein universelles Tool als simpel nur ein zweites Display. Mit jedem App-Wechsel bekommt der Nutzer automatisch die passenden Tasten bzw. Funktionen angeboten. Eine langwierige Konfiguration bzw. das vorhalten diverser Profile, je nach Programm, entfällt komplett.



2. Anpassungsmöglichkeiten unter macOS - Die Touch Bar und Apple
In Sachen Anpassungsmöglichkeiten überraschte mich Apple enorm. Bei vielen Komponenten rund um das Thema Eingabe gibt es wenig bis keine Optionen der freien Konfiguration. Was bei macOS noch kein großes Problem darstellt, stößt spätestens bei iOS auf teils harsche Kritik. Eigene Apps oder Switches im Control Center? Keine Chance!

Anders ist es bei der Touch Bar - Apple bietet an zwei Orten unzählige Optionen, selbst Anpassungen vorzunehmen. An erster Stelle wären hier die Systemeinstellungen anzuführen. Im Bereich Tastatur kann die grundlegende Funktion eingestellt werden. Lieber mehr Systeminhalte und weniger Icons von der aktuell geöffneten App oder umgekehrt? Kein Problem, ebenso wie die Festlegung der Reihenfolge der Systeminhalte oder das Verhalten der Touch Bar bei gedrückter - nach wie vor vorhandener - fn-Taste.





Zusätzlich zu den allgemeinen Einstellungen, kann die Touch Bar im jeweils geöffneten Programm noch weiter angepasst werden. Dort gibt es eine umfangreiche Auswahl an weiteren Funktionen und Tasten - hier am Beispiel des Finders.



3. Anpassungsmöglichkeit in Apps - Die Touch Bar und Drittentwickler
Apple öffnet die Touch Bar - zum Glück - auch für Drittentwickler. Diese, ebenfalls ungewohnt offene, Haltung wurde bereits während der Keynote umfänglich zelebriert, so wurden Adobe und Microsoft wertvolle Minuten auf der Bühne geschenkt. Zugegeben, aktuell ist die Unterstützung bei Apps von Drittanbietern dünn gesät, doch nach und nach kommen die ersten Updates. Wirklich effizient lässt sich die Touch Bar nur mit einer entsprechenden Unterstützung seitens der Entwickler nutzen, ohne dieser werden nur Systemfunktionen angeboten.





4. Komplexe Shortcuts und eine Bedienebene tiefer
Die Touch Bar ist auch ein praktisches Werkzeug zur Anzeige komplexerer Shortcuts. Ein persönliches Beispiel: Ich benötige im Finder sehr häufig den Shortcut Cmd-Alt-N zum Anlegen eines neuen Ordners mit der zuvor getroffenen Auswahl an Dateien. Seit dem neuen MacBook nutze ich diesen Shortcut nicht mehr, da ich mir diese Funktion direkt in die neue Leiste gelegt habe und so deutlich schneller und einfacher erreiche. Nach einigen Tagen Nutzung geht diese neue Bedienmöglichkeit bereits ins "Muscle-Memory" über, die virtuelle Taste treffe ich ohne Mühe blind.



Ähnlich verhält es sich mit Emoticons. Mir ist der Shortcut Ctrl-Cmd-Space zur Einblendung der Emoji-Tastatur bekannt, dennoch funktioniert die Auswahl über die Touch Bar deutlich einfacher und angenehmer.



Manche Programme von Apple bieten zudem ein interessantes, weites, Bedienkonzept. In der Touch Bar werden nicht nur Bedienelemente für "die erste Ebene" eingeblendet, sondern bereits Optionen, die sich erst nach dem Aktivieren gewisser Elemente einblenden. Nehmen wir als Beispiel die Kalender-App: Sobald ein Termin markiert ist, werden in der Touch Bar neue Optionen eingeblendet, wie die Auswahl des Kalenders oder der Teilnehmer. So kann der Kalender direkt - ohne Öffnen des Termins - gewechselt werden. Eine äußerst praktische Erweiterung in der Bedienung.



5. Touch ID
Der letzte Punkt möge etwas außer Konkurrenz sein - nichtsdestotrotz ist dieses Feature (aufgrund obig dargestellter Hardware Abhängigkeiten) mit der Touch Bar verbunden - Touch ID. Der Fingerprint-Sensor ist eine willkommene, sinnvolle Weiterentwicklung und kann im iPhone seit dem 5s deutlich überzeugen. Es war höchste Zeit, dass Touch ID auch auf Notebooks eingesetzt wird. So wird nicht nur das Anmelden oder Wechseln des Benutzers deutlich vereinfacht, auch die Eingabe des Passworts bei der Installation von Programmen oder dem Kaufen von Produkten in den diversen Apple Stores wird wesentlich einfacher. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Apps dieses Feature weitgehend integrieren werden.







Fazit
Die Touch Bar ist eine sinnvolle Weiterentwicklung der Funktionsleiste, die nicht nur in technischer Hinsicht sehr interessant ist. Aktuell schlummert noch viel verstecktes Potential in Apples neuer Eingabemethode - Potential, das Drittanbieter in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich nutzen werden. Es wird interessant bleiben, ob - und wenn ja, wie - Apple die Touch Bar auf andere Geräte bringen wird. Aktuell ist der potentielle Nutzerkreis sehr klein, eine breitere Verfügbarkeit würde definitiv auch die Motivation der Entwickler steigern.

Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussion über Touchscreens unter Windows gegen Touch Bar unter macOS starten, das eigenständige Display mit all seinen Vor- und Nachteilen präsentiert sich aber zumindest als spannende Alternative.

[su_box title="Über unsere Serie Fünf Gründe:" box_color="#ffffff" title_color="#000000" radius="0" class="live"]

In dieser neuen Serie schreiben unsere Redakteure aus ihrer persönlichen Sicht jeweils fünf Gründe auf, die sie zu einem bestimmten Thema bewegen. Der Artikel spiegelt die jeweilige Sicht des Autoren wieder. "Fünf Gründe" erscheint in loser Reihe.

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Verlon

Pohorka
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Ich finde es kann eine sinnvolle Ergänzung des Keyboards sein, vorausgesetzt man hat in dem Moment eh die Augen auf dem Keyboard bzw. der Mauscurser ist anderweitig "besetzt". Aber das je nach Anwendung ja durchaus der Fall.

Auch wenn das nicht revolutionär ist, ist es für mich die logische Weiterentwicklung der F-Tasten.

Von der technischen Umsetzung gefiel mir die Touchbar sehr.
 

m4d-maNu

Golden Noble
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Finde auch das das Konzept sehr gut ist, vor allem hat es viel Potenzial. Jedoch ist es auch weniger für die Reinen Consumer geeignet, bis auf die Smilies und Touch ID würde ich persönlich nicht viel benötigen.
 

Bananenbieger

Golden Noble
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Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob die Touchbar wirklich so viel bringt. Vor allem bei Nutzern, die eh häufig das MacBook mit externer Tastatur und Bildschirm betreiben.

Für die Zukunft denke ich, dass Apple an einer kompletten Touch-Tastatur arbeitet, die idealerweise auch echtes haptisches Feedback gibt und das Touchpad integriert. Hier fehlt allerdings noch die entsprechende Technologie und zudem benötigt man dafür deutlich mehr Akkuleistung.
 
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Joh1

Roter Winterkalvill
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2. Anpassungsmöglichkeiten unter macOS - Die Touch Bar und Apple
Anders ist es bei der Touch Bar - Apple bietet an zwei Orten unzählige Optionen, selbst Anpassungen vorzunehmen.
Das ist ja interessant hier wird die vielfältige Anpassbarkeit gelobt.
Ein paar Tage vorher hat iFun einen Artikel veröffentlicht warum sie ein MacBook Pro zurückschicken da liest es sich ganz anders.
https://www.ifun.de/touch-bar-furchtbar-unser-erstes-macbook-pro-tritt-die-rueckreise-an-101082/
iFun schrieb:
Die Konfiguration
Zudem sorgten Apples eingeschränkte Konfigurationsmöglichkeiten dafür, dass sich die Touch Bar nicht wirklich in meinen Arbeitsalltag einfügen wollte. Als Mac-Anwender, der auch seine F-Tasten regelmäßig benutzt, zwangen mich Apples System-Einstellungen dazu eine Entscheidung zwischen drei vorgegebenen Konfigurationsoptionen zu treffen. Alle drei nicht das gelbe vom Ei.

Entweder, so dass Angebot in den Tastatur-Einstellungen des aktuellen macOS-Betriebssystems, könnte ich mir durchgängig eine erweiterte Kontrollleiste anzeigen lassen und damit den Look-and-Feel der herkömmlichen MacBook-Tastaturen imitieren. Alternativ könnte ich auf die Intelligenz der Touch Bar ausweichen, die mich mit einem dynamischen App-Bereich und einer Kontrollleiste zum Ausklappen versorgen würde. (Die dritte Option „Nur App-Steuerung“ ignorieren wir kurz).

Da ich mir den Übergang zur neuen Maschine etwas einfacher gestalten wollte, entschied ich mich für die feste Kontrollleiste und konfigurierte die immer angezeigten Bedienelemente.

Nun kommt jedoch der Haken ins Spiel. Nutzer, die sich für die feste Kontrollleiste entscheiden, müssen sich aussuchen, welche Aktion der Druck auf die FN-Taste anstoßen soll. Entweder blendet die FN-Taste die App-Steuerung ein oder aber die F-Tasten von F1 bis F12.

Für Anwender mit fester Kontrollleiste, die sowohl ihre F-Tasten als auch den neuen App-Bereich der Touch Bar nutzen möchten, bietet Apple keine Lösung. Shift+FN? Fehlanzeige. Ihr müsst euch entscheiden.
 

Verlon

Pohorka
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Ein paar Tage vorher hat iFun einen Artikel veröffentlicht warum sie ein MacBook Pro zurückschicken da liest es sich ganz anders.
da geht es doch um einen speziellen Punkt (nämlich den Zugriff auf F-Tasten und App-Steuerungsleiste bei Wahl der eigenen Touchbar), nicht um die generelle Anpassungsfähigkeit der touchbar.
 

McApple

Kronprinz Rudolf von Österreich
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Das ist ja interessant hier wird die vielfältige Anpassbarkeit gelobt.
Ein paar Tage vorher hat iFun einen Artikel veröffentlicht warum sie ein MacBook Pro zurückschicken da liest es sich ganz anders.
https://www.ifun.de/touch-bar-furchtbar-unser-erstes-macbook-pro-tritt-die-rueckreise-an-101082/
Abgesehen davon ist ifun.de ja nun mal wirklich kein Maßstab. Bei einer Plattform dieser Größe würde ich ein wenig mehr fundierte Berichterstattung erwarten.
 

Cohni

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AT Moderation
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...Abgesehen davon ist ifun.de ja nun mal wirklich kein Maßstab...
Das sehe ich allerdings hier in diesem speziellen Punkt als falsches Argument, ohne dass ich die Plattform in Schutz nehmen mag.

Ich kenne den Artikel und jener ist wie dieser hier ausdrücklich als niedergeschriebene subjektive und persönliche Erfahrung gekennzeichnet.

Insofern stehen zwei subjektive und gegenteilige Meinungen gegenüber. Mehr hat @Joh1 sicherlich auch nicht gemeint. Es ist halt interessant und ja natürlich auch mittlerweile eine Binsenweisheit, dass es verschiedene Nutzer-Profile gibt. Im hiesigen Fall eben ein Pro-TouchBar-Profil und im Falle von ifun ein Versus-Profil. That's it. ;)
 

p7ner

Antonowka
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Im Prinzip sinnvoll, allerdings noch nicht ausgereizt.

--> Vor allem fehlt es am haptischen Feedback, d.h. es müsste noch eine "Taptic Engine" integriert werden um einen Anschlag zu simulieren.

Ps: Mir ist bewusst dass es bereits ein Lenovo? mit einer ähnlicher Leiste gab. Trotzdem: Wetten das Samsung demnächst eine solche Leiste ebenfalls im Angebot hat (natürlich mit mindestens doppelter Breite und x-Fach mehr Auflösung :p )
 

ulst

Thurgauer Weinapfel
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Wetten das Samsung demnächst eine solche Leiste ebenfalls im Angebot hat (natürlich mit mindestens doppelter Breite und x-Fach mehr Auflösung :p )
Gibt es schon und nicht nur von Samsung, nennt sich Touchscreen :rolleyes:
 

Apollon05

Ingrid Marie
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Aus reinem Interesse: Ist auch ein Artikel über 5 Gründe gegen die Touchbar geplant oder gibt es aus eurer Sicht keine Kritikpunkte?
 

Sauron

deaktivierter Benutzer
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Ich schätze mal, daß es da genügend (negative) Kritikpunkte gibt.
 

Fresh_Prince

Kantil Sinap
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Alles steht mal am Anfang. Entweder man bleibt dahinter und baut es weiter aus oder es wird irgendwann wieder fallen gelassen. Ich hoffe mal auf Ersteres. Egal ob langsamer oder schneller von der Weiterentwicklung her, hauptsache man merkt das es nicht nur ein Gag zwischendurch war. 3D Touch konnte am Anfang auch viel weniger als heute und es wird ja auch immer wieder erweitert. Für mich sind so eine Touchbar und 3D Touch in der heutigen, innovationsarm gewordenen Technikwelt die kleinen Dinge die zählen. Die schönen Details. Gerne weiter machen damit. :)
 
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Crella

Salvatico di Campascio
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--> Vor allem fehlt es am haptischen Feedback, d.h. es müsste noch eine "Taptic Engine" integriert werden um einen Anschlag zu simulieren.
Das ist auch das erste was mir aufgefallen ist, wo ich die Touchbar im Appstore ausprobiert habe. Ansonsten finde ich den Ansatz sehr gut (ausgenommen der Wortvorschläge wie auf iOS).

Generell verstehe ich die ganze negative Kritik zu den neuen Macbooks nicht, aber das ist ja auch immer subjektiv :)
 

10tacle

Oberdiecks Taubenapfel
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2.751
Edit:
Hier stand Quatsch. Hatte das mit den zuvor ausgewählten Dateien nicht gelesen und mich über eure falschen Tastenkombinationen gewundert. Wusste gar nicht, dass es so eine Funktion überhaupt gibt, das klingt ja richtig gut.