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Foxconn: Roboter sollen Arbeitskräfte ersetzen

Es gab mal eine Zeit, da haben Chinesen hier stillgelegte Fabriken ab- und in China wieder aufgebaut. Die Zeiten haben sich seitdem geändert.

Sowie die Marke wie zum Beispiel Sachs :P

Früher war Deutschland ein sehr großer Textilhersteller - und was ist nun? Das wird sich früher oder später auch in China so abspielen bzw. sagt ja FuAn das es anfängt das sie immer mehr haben wollen - aber es ist ja denen nicht zu verübeln ;)
 
Mit Robotern ausgestattet muss das Werk dann nicht mehr zwangsläufig in China stehen, z.B. Augsburg bietet sich regelrecht an ;-)

Und zufällig waren vor ein paar Monaten ein paar Leute aus Augsburg bei Foxconn und haben die Produktionslinie für´s iPad mini in Betrieb genommen.

Aber was solls. KUKA hat ja auch Hallen von denen man notfalls springen kann. Heutzutage kann man auch suizidtechnisch global denken ;-)
 
Richtig, denn China ist heute da wo Europa anfang der 80er war, btw Umweltverschmutzung, wie sah es denn in den 80ern mit dem Rhein oder dem deutschen Wald aus? Na... aber immer schoen nach unseren heutigen Standards Schwellenlaender messen ;-)

Auch wenn mich das gleich wieder Pruegel kosten wird, aber die chinesische Regierung ist vor allem in wirtschaftlichen Dingen aeusserst geschickt, die haben das kapiert.
Das Problem, ist die Gesamt-Mentalitaet der Gesellschaft, das Schul und Ausbildungssystem basiert noch immer rein auf auswendig lernen, Sprachen eg. werden nur durch Vokabeln gelernt, anwenden, selbstaendiges erarbeiten, Transferleistungen sind nicht gefragt. Was zur Folge hat, dass man zwar massenweise Ingenieure hat, jedoch jeden einzelnen, mit wenigen Ausnahmen, in muehsamer Kleinarbeit noch komplett ausbilden muss. Chinesen sind unglaublich faul und versuchen immer den Weg des allerkleinsten Wiederstands zu gehen und im zweifel hilft eine Notluege oder das aus dem Weg gehen des Problems.
Ein Problem ist, dass es fuer viele Dinge schon in der chinesischen Sprache kein Wort gibt, so kann der gemeine Chinese nichts mit Begriffen wie Nachhaltigkeit oder Wertigkeit anfangen, entsprechend ist das Verhalten, Wert wird in China rein ueber das Preisschild definiert.

Und jetzt nochmal ein Beispiel zur cleveren Regierung, um dem ganzen etwas entgegen zu wirken, hat im letzten Jahr die chinesische Regierung ein Gesetz erlassen, dass 30% des Management von grossen chin. Firmen in den naechsten Jahren aus westlichen Laendern rekrutiert werden muss, das fuert dazu, dass wir Westler hier in China sehr attraktive Job Angebote bekommen, teilweise locken zinslose Kredite fuer Wohneigentum und und und...

Ich weiss von aussen betrachtet hoert sich das alles immer ganz unglaublich an und vor allem steht auf Spiegel Online immer etwas ganz anderes ueber China.

Die Chinesen stehen vor riesigen Herausforderungen, sie sind extrem schnell gewachsen, es gieng 20 Jahre steil bergauf, jedoch die Wurzeln der Gesellschaft haben sich nur wenig bewegt. Die Ansprueche sind gestiegen auch der kleine Arbeiter bei Foxcon verdient heute mehr als er sich vor 10 Jahren jemals ertraeumt hat. Die Erwartungen sind weiterhin hoch, sie muessen den Sprung von einfacher, billigen Massenproduktion hin zu Entwicklung und hochwertigen, einmalige, spezialisierte Produkte machen und da sehe ich sie noch lange nicht. Es bleibt spannend.

Zum Thema Betonkoepfe... Die aller aller meisten Chinesen sind (noch) zufrieden mit ihrer Regierung, wer von euch ist mit der Politik in Deutschland zufrieden? Bitte kommt mir nicht mit irgendwelchen Spiegel Artikeln ueber unterdrueckten Minderheiten in China, ja es ist nicht alles richtig und Gold was glaenzt hier, es ist aber einfach ein zu Unrecht ins negative verschobene Bild eines uns eigentlich so fremden Land. Das sich im uebrigen entwickelt und manchmal frage ich mich was so mancher Europaer fuer Erwartungen hat, dass in China von Heute auf Morgen alles auf deutschem Standard ist?

Gruss aus China
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber es ist doch ein klarer Schritt. Der Anspruch an die Qualität und die Lieferfähigkeit steigt. Du merkst als Foxconn das die Fertigung per Mensch an seine Grenzen gelangt ist und die einzige Möglichkeit ist der Einsatz von Robotern. Dazu kommt noch das diese Maschinen eben 24/7 durcharbeiten. Ganz ehrlich, würdet ihr an Stelle Foxconn den Roboter-Vertreter wieder Heim schicken?

Es ist einfach ein wirtschaftlich klarer Schritt. Das er absolut nicht im Sinne der Menschen ist die da arbeiten bzw. dadurch nicht mehr arbeiten, darüber brauch man glaube ich nicht diskutieren.
 
Das ist eine ganz normale Entwicklung. Haben Amerikaner und wir in Europa auch durchgemacht. Das ganze ist nur negativ, wenn man nur sehr kurzfristig denkt. Wir haben auch keine 40 Millionen arbeitslose Ex-Industriearbeiter.

Ein Traktor hat auch viele Bauern mit Pferden arbeitslos gemacht, war das was auch was schlechtes? Wenn ich ein Haus bauen will, sollen die Bauarbeiter auch Maschinen benutzen und nicht alles mit bloßen Händen bauen, nur um paar Arbeitsplätze mehr zu schaffen.

Zur Situation in China. Die iPhones werden zur Zeit von menschlichen Robotern zusammengebaut. Ein Mensch ist nicht dafür geeignet 10 Stunden am Fließband zu stehen und monoton irgendwas zu bauen, weil er daran kaputt geht. Für die Produktqualität ist das auch nicht so gut. Genau so wenig kann man diese menschlichen Roboter vernünftig bezahlen, weil die Produktion dann zu teuer wird. Deswegen kann man die Roboter nur begrüßen. Roboter vernichten nur kurzfristig die Jobs. Die Roboter bauen und programmieren sich ja auch nicht von selbst. Dafür braucht man hoch qualifizierte Fachkräfte, die super gut bezahlt werden müssen. Die jungen Leute, die zur Zeit am Fließband ihre Zeit verschwenden und ihre Gesundheit ruinieren sollen studieren und dann mehr aus sich machen. Von Fließbandsklaven hat die Gesellschaft langfristig nichts.
 
Wie? Roboter sind billiger als chinesische Arbeitskräfte? Wer soll denn das glauben? Dann bräuchte man ja auch nicht mehr in China zu produzieren. Klingt alles sehr unglaubwürdig...
 
Wie? Roboter sind billiger als chinesische Arbeitskräfte? Wer soll denn das glauben? Dann bräuchte man ja auch nicht mehr in China zu produzieren. Klingt alles sehr unglaubwürdig...

Lesen was ich geschrieben habe, das ist mit sicherheit noch nicht per se so aber die Chinesen verdienen mittlerweile eben deutlich mehr als noch vor einigen Jahren der Kostenvorteil ist nicht mehr grundsaetzlich gegeben.
 
Die ganze Industrialisierung und die Verwendung von Maschinen und in weiterer Konsequenz die Verwendung von Robotern ist ein einziges großes Missverständnis.

Seit Maschinen, ganz gleich welcher Art, entwickelt werden, ist deren erklärtes Ziel, dass sie den Menschen ersetzen sollen.
Weil sie Dinge schneller tun können als ein Mensch. Oder besser. Oder Dinge die gefährlich sind. Oder weil sie einfach billiger sind.

Das ist der Anfangsgedanke. Und dann ist die Gesellschaft falsch abgebogen. Die ersetzten Menschen waren plötzlich arbeitslos.
Hätte man den guten Gedanken konsequent weiterverfolgt, wären die Segnungen, die Maschinen im Produktionsprozess sind, an die Menschen weitergegeben worden.
Wurden sie aber nicht. Sie flossen in Form von Geld in die Taschen von wenigen Privilegierten. Kapitalismus nennt man das.

Und es ist die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen gewollt oder zumindest billigend in Kauf genommen wird.

Am Ende bedeutet das eben auch, dass Foxconn x Roboter kauft und dafür abertausende Arbeiter rausschmeißt. Die Eigentümer der Firma interessiert es nicht die Bohne, was mit den Leuten passiert. Alles andere würde dem goldenen Kalb "Kapitalismus" nicht gefallen.


Und das ist jetzt keine linke Spinnerei oder sonstwas - es sind einfach Tatsachen. Die Befüllung der eigenen Taschen ist den Menschen wichtiger als ihre Mitmenschen es sind.
 
Roboter bedeuten immer Fortschritt. Und den wollen wir doch alle.
Die Arbeitskräfte, die nun scheinbar auf der Straße sitzen, werden benötigt, um am Fortschritt von morgen zu arbeiten. So ist das eben. Finde das nicht schlimm.

Ich würde gerne sehen wenn ein Robi plötzlich für dich da steht ob deine aussage die selbe wäre
(Jetzt kann ich aber am Fortschritt von morgen Arbeiten)

Das Robis vieles für Arbeitgeber erleichtern kann im ersten moment der eindruck sein aber wenn er Mist baut dann aber richtig und wer kommt dann der Mensch.

Man kann nicht alles Automatisieren
 
automatisierbar sind nahzu alle reproduzierbaren Arbeitsvorgänge, kommt nur auf deren Häufigkeit an und das daraus resultierende Kosten/Nutzen Verhältnis
 
Ich würde gerne sehen wenn ein Robi plötzlich für dich da steht ob deine aussage die selbe wäre
(Jetzt kann ich aber am Fortschritt von morgen Arbeiten)

Das Robis vieles für Arbeitgeber erleichtern kann im ersten moment der eindruck sein aber wenn er Mist baut dann aber richtig und wer kommt dann der Mensch.

Man kann nicht alles Automatisieren


Das der Einzug der Automatisierung nicht aufzuhalten ist, ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Und aus rein wirtschaftlicher Sicht ist das, meiner Meinung nach, auch erstrebenswert. Es ist eben auch die Frage wie sich der Mensch diesem Wandel anpasst. Und ich denke da ist einfach das Problem. Der Roboter ist optimal für routinierte (oft auch anspruchslose) Arbeiten z. B. in der Fertigung. Er wird die 100.000ste Frontblende des iPhones auf 0,1 mm genau so einsetzen wie die erste. Das schafft der Arbeiter einfach nicht.
 
Am Ende bedeutet das eben auch, dass Foxconn x Roboter kauft und dafür abertausende Arbeiter rausschmeißt. Die Eigentümer der Firma interessiert es nicht die Bohne, was mit den Leuten passiert. Alles andere würde dem goldenen Kalb "Kapitalismus" nicht gefallen.
[\QUOTE]

Kapitalismus ist, einen Ameisenhaufen von schlecht ausgebildeten Arbeitern sklavenähnlich bei miesen Arbeitsbedingungen und kaum existenzsichernder Bezahlung auszubeuten.

Sozial wird das Ganze erst, wenn man dem "Humankapital" die Möglichkeit verschafft, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten.

Dazu, das haben auch wir in Europa erst teilweise verstanden, sind erst Investitionen in Bildung und die Schaffung konstruktiver Lebensbedingungen notwendig. Die Automatisierung monotoner Arbeitsvorgänge, die einen Menschen völlig abseits seiner immanenten intellektuellen Fähigkeiten einsetzt, ist ein Baustein von vielen dazu.

ulli
 
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Reaktionen: paul.mbp
Richtig, denn China ist heute da wo Europa anfang der 80er war, btw ...

Gruss aus China

/signed

So war mein Eindruck schon, als ich zuletzt in China war (1997). Allerdings hast Du sicherlich noch einen deutlich tieferen Einblick, als ich ihn jemals hatte.

Gruß ins Reich der Mitte! Müsste unbedingt mal wieder hin. Ein faszinierendes Land.

ulli
 
@ FuAn:

Danke für die Einblicke - bei der chronischen Desinformation hierzulande. Mehr davon bitte!
 
...wer sich hier über die Modernisierung/Automatisierung in Produktionsstätten aufregt bei der Personal abgebaut wird, der sollte mal überlegen, wie sich die Post über so nette Funktionen wie EMail und SMS gefreut hat - die sicherlich bedenkenlos von jedem hier genutzt werden.
Fortschritt war noch nie gerecht, da sich nur profitabler Fortschritt durchsetzt. Die Chinesen werden das mittelfristig zu spüren bekommen, wie es seinerzeit die Belegschaft der europäischen Industrie zu spüren bekommen hat.