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Europas Paypal-Alternative Wero: Stark in Frankreich, schwach in Deutschland

“Käuferschutz” ist ein gutes Beispiel, weshalb es Wero so schwer hat. Paypals Käuferschutz mag Schwächen haben, Wero hat aber gar keinen. Wer mit Paypal konkurrieren will, muss mindestens genauso gut sein, eigentlich sogar besser. Oder ein paar Alleinstellungsmerkmale haben, die so gut sind, das man andere Nachteile eine zeitlang tolerieren kann. Wero hat genau einen Vorteil: “Europäisch”, sonst nur Nachteile.

Und weil Wero hinterherhinkt, müssten sie das eigentlich so konzipieren, das sie es sehr schnell, eigentlich schneller als Paypal, weiterentwickeln können. Das gibt aber das ganze Konzept, bei dem jede Bank das selbsr implementiert, nicht her.

So gerne ich eine europäische Alternative zu Paypal hätte, so wenig glaube ich, das Wero das schafft.
 
Ich höre auch immer wieder „Ich würde ja Fahrrad fahren wenn es mehr Radwege gäbe“. Die Idee bzw. Notwendigkeit das Nachfrage und Bedarf den Prozess vorantreiben bleibt da aussen vor. Dieser Thread zeigt vor allem warum es mit europäischen Alternativen nicht vorwärtsgehen kann.
 
Wo soll denn eine Nachfrage herrschen, wenn es schon einen Anbieter gibt, der es so macht, wie der Neue es machen müsste, damit da Nachfrage kommt. Ich kenne keinen, der so sehr den Drang hat, von Paypal weg zu gehen, nur um eine europäische Alternative zu nutzen.
 
Ich werde Wero auf jeden Fall eine Chance geben und hoffe, dass die Lösung sich etabliert.
Allerdings muss man klar sagen, dass da noch wahnsinnig viel Luft nach oben ist und es stand heute schwierig wird PayPal Marktanteile abzunehmen. Gut gemeint ist halt leider noch nicht gut gemacht, aber vielleicht überrascht uns die Lösung ja noch.
 
Ich frage mich woher diese große Abhängigkeit von Paypal kommt. Ich nutze das seit vielen Jahren nicht mehr und hatte noch nie das Problem, etwas nicht bezahlen zu können.
 
Es ist einfach praktisch. Wie gesagt, ich weiß den Käuferschutz zu schätzen (neulich hatte ich bei einem Fakeshop bestellt, sah täuschend echt aus. Bezahlt mit Paypal und nach Meldung habe ich das ganze Geld zurück bekommen. Zum Glück).

Wir schicken uns Geld unter Freunden hin und her, wenn Jemand was bezahlt hat, usw.
 
Wero ist wirklich ein Trauerspiel - in mehrfacher Hinsicht. Dabei bräuchte es tatsächlich gute Alternativen zu amerikanischen Zahlungssystemen. Und dabei ist das Ziel PayPal zu ersetzen am Ende viel viel zu kurz gegriffen - es braucht genauso eine europäische Alternative zu MasterCard, Visa und American Express. Das muss natürlich nicht alles in Wero verwirklicht werden, aber unterm Strich ist Wero in meiner Sicht nicht mal eine halbwegs sinnvolle PayPal-Alternative.

Der erste Faktor - der eben auch unvermeidbar ist - es fehlt Marktdurchdringung. Die kann ein neuer Dienst zu Anfang natürlich nicht haben. Das ist ein wenig so, wie mit WhatsApp und anderen Messenger-Diensten. Warum soll ich mir Wero anlachen, wenn ich bei PayPal praktisch fast jeden weltweit bezahlen kann und bei Wero eben nur ein paar Europäer bei handverlesenen teilnehmenden Banken? Und aktuell eben auch nur ein paar Online-Shops in homöopathischer Anzahl. Und da wo Wero funktionieren würde, komme ich praktisch auch mit PayPal ans Ziel. Und das habe ich schon. Auch wenn PayPal genug Haken und Ösen hat (wie WhatsApp), es ist halt verbreitet.

Der zweite Faktor: Die zwanghafte Bindung an ein Girokonto mit IBAN einer teilnehmenden Bank. Selbst wenn ich wollte, könnte ich Wero im Moment nicht wirklich nutzen, meine Bank spielt einfach (noch) nicht mit. Bei PayPal kann ich fast jede Kredit- oder Debitkarte hinterlegen, ein Girokonto, ich kann Guthaben dahin überweisen. Damit kann fast jeder mitspielen, solange er sich nicht auf Bargeld only versteift. Mit dem EU-Girokonto-Zwang hat Wero nicht mal das Potenzial ggf. mal eine internationale Alternative zu werden. Möchte ich auch weiterhin ab und an mal außerhalb Europas etwas abonnieren, kaufen oder buchen, braucht es damit PayPal.

Der dritte Faktor: Wero soll ja irgendwann auch mal an der Ladenkasse vor gehen. Am sogenannten Point of Sale. Auch hier macht man es sich einfach. Es sollen irgendwelche QR-Codes abgescannt werden. Egal wie herum (mein Handy auf dem Kassen-Display oder der Kassen-Scanner auf meinem Handy) erfordert es eigentlich immer, dass man das Handy hervorkramen muss, entsperren muss und eine App öffnen muss. Im Vergleich zu Apple Pay viel zu aufwändig: Zwei Mal die Taste an der Watch drücken, Handgelenk an das Lesegerät halten - bezahlt. Das gleiche Problem wie die Girocard-NFC-App der Volksbanken: Ja das geht auf dem iPhone danke EU, aber eben nicht auf der Watch.

Die Banken hinter Wero denken das Ganze zu sehr aus ihrer Perspektive und nicht aus Sicht des Kunden, der es nutzen soll und ohne Blick auf das was der gewählte "Feind" PayPal alles schon kann. Könnte Wero wenigstens innerhalb der EU PayPal wirklich mit allen Features wirklich ersetzen und könnte fast alles auch mindestens genau so gut, würde ich ja sogar sagen: Dann reicht mir europäisch sein als USP sogar eigentlich. Da man aber viel weniger kann und eingeschränkter ist: Danke, aber nein danke.

Was Wero also braucht: Loslösung vom Konto, damit man eben auch ohne passende Bank teilnehmen kann. Und eben wie bei PayPal wählen kann zwischen Kredit- bzw. Debitkarte, Lastschrift, Überweisung von Guthaben. Im Online-Handel braucht es eben auch den Käuferschutz. Am POS muss es per NFC und Apple Pay funktionieren. Dann sind schon mal viele Meter gemacht.

Was es zu Wero zusätzlich braucht: Einen europäischen Ersatz für MasterCard, Visa, Amex und Co. Auch hier muss man das Rad nicht zwingend erfinden. Es gibt in Europa ja durchaus eigene Kartensysteme, die man ausbauen können. Das kann die Girocard sein oder eben auch eine Karte aus einem anderem Land. Wenn man unbedingt will auch ein ganz neues System (Werocard), aber man müsste sich mindestens europaweit einigen, damit dies eine Alternative sein kann. Aktuell ist noch nicht jeder bereit mit dem Handy zu bezahlen. Ein europaweites System für Geldautomaten, Online- und Offline-Handel. Mit Kredit- und Debitkarten. Denn Wero hängt letztlich auch von der Gnade der US-Techkonzerne ab - denn Apple oder Google könnten der Wero-App oder Bank-Apps die das integrieren einfach den Stecker ziehen und dann war es das mit der europäischen Alternative. Deswegen braucht es eben auch die alternative europäische Karte!

Wirklich konsequent zu Ende gedacht braucht es dann eigentlich noch ein eigenes europäisches IT-Ökosystem. Aber das sehe ich Stand heute als absolut illusorisch an.

Wero ist letztlich wieder ein neuer Aufguss von Paydirekt, Girogo, Giropay und wie sie alle hießen. Eben der typische Kernschrott, den deutsche bzw. europäische Banken seit Jahren immer wieder versuchen.
 
Wenn ich all die Probleme bei Wero so lese,
wird sich AppelPay wohl nie etablieren.
Zumindest wenn die Apple Jünger all die Bedingungen die sie bei Wero verlangen, bei ApplePay stellen würden.
Erst wenn es zu 100% ihr Nutzungsverhalten erfüllen kann, wird es genutzt :innocent:
 
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Reaktionen: whn und kelevra
[...]

Die Banken hinter Wero denken das Ganze zu sehr aus ihrer Perspektive und nicht aus Sicht des Kunden, [...]
Na was meinst du warum die ganzen lustigen Bezahldienste der deutschen Banken (giropay, sofortüberweisung, paydirekt, kwitt) auch alle so ein großer Erfolg waren.
 
Das ist mitnichten kostenfrei
genau, abgesehen davon, dass fürs kassa zählen gleich mal 15-30 Minuten , je nach Aufwand, an Arbeitszeit drauf gehen, muss das GEld noch zur Bank gebracht werden (Was auch AZ ist), oder von einem Sicherheitsdienst abgeholt werden (die machen das auch nicht kostenfrei). Für den Erhalt von Wechselgeld (Rollen) zahlt man ordentlich, ......
 
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Reaktionen: Ithoth und kelevra
@Ealdorman Natürlich zahlen alle Kunde den Aufwand / das Risiko bei Bargeldzahlungen mit.

Wie Voyager schon schrieb: Es muss gezählt werden, transportiert/eingezahlt werden, Wechselgeld muss bereit stehen.
Außerdem kann sich immer mal ein Mitarbeiter beim Herausgeben verzählen oder gar selber mal in die Kasse greifen.
Ganz davon ab, dass eine Bargeldzahlung an der Kasse deutlich länger dauert -> Der Laden braucht mehr Personal an den Kassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oder selber mal in die Kasse greift.
Bei uns (Österr) ist ein freiwilliges Mankogeld im Handel KV drin (ca 15 Euro im Monat ), dass der MA für eventuelle Fehlbeträge steuerfrei bekommt. Dafür ist er für jeden Fehlbetrag selbst voll haftbar, und der AG ist fein raus. Lässt sich darüber über den AV vereinbaren. Sowas gibts auch in DE.

Also ist da "in die Kassa greifen" meist nutzlos.
 
Bei uns (Österr) ist ein freiwilliges Mankogeld im Handel KV drin (ca 15 Euro im Monat ), dass der MA für eventuelle Fehlbeträge steuerfrei bekommt. Dafür ist er für jeden Fehlbetrag selbst voll haftbar, und der AG ist fein raus. Lässt sich darüber über den AV vereinbaren. Sowas gibts auch in DE.

Also ist da "in die Kassa greifen" meist nutzlos.
Ok, ich habe keine Ahnung wie das rechtlich ist, aber auf jeden Fall macht es unnötigen Aufwand. Und auch diese 15€/Monat/Mitarbeiter muss ja irgendwer bezahlen. Also wahrscheinlich der Kunde.