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EU: Digitale Einkäufe müssen weiterverkauft werden können

@Bananenbieger

...es ist nicht ganz klar, weshalb Aperture einen solchen Preisverfall hinter sich hat. Der DSLR-Boom der letzten Jahre macht aus ehemaligen Profiwerkzeugen Spielzeuge für Hobbyisten. Auch Lightroom war damals bei 399,- gestartet und ist heute für einen Bruchteil zu haben. Und Hobbynutzer lockt man eben nicht mit 300-€-Software von iPhoto weg.

Apple hat z.B. Snow Leopard zu Packungszeiten schon für 29,- € verkauft, ich verstehe das eher als Kampfansage an Windows denn als "Weitergabe von Ersparnissen an die Kunden" - die Hauptersparnis beim digitalen Vertrieb dürfte eh im Wegfall der Logistik und Packungen liegen.

Ich denke, wir alle schätzen die Lage gleich ein, dass zukünftig der digitale Vertrieb der Haupt-Absatzzweig für Software, Bücher, Musik, Games und Filme sein wird. Ich sehe das Urteil als Schritt auf dem Weg, digitale Güter endlich ernstzunehmen und so zu behandeln wie dingliche Güter. Wenn sich der Gedanke flächendeckend durchsetzt, dann werden die Konsumenten auch endlich anfangen, einen Wert in einer "nicht greifbaren Datei" zu sehen, der eben einem Wert gleichkommt, den man bei einem Buch, dass man anfassen kann, niemals anzweifeln würde.
 
@Bananenbieger

...es ist nicht ganz klar, weshalb Aperture einen solchen Preisverfall hinter sich hat. Der DSLR-Boom der letzten Jahre macht aus ehemaligen Profiwerkzeugen Spielzeuge für Hobbyisten. Auch Lightroom war damals bei 399,- gestartet und ist heute für einen Bruchteil zu haben. Und Hobbynutzer lockt man eben nicht mit 300-€-Software von iPhoto weg.
Ich habe nur ein paar Programme einfach so herausgepickt. Im App-Store finden sich noch viele andere Programme in vielen anderen Kategorien. OmniGraffle kostet bspw. jetzt rund 50€ weniger als zuvor. Dass sowohl Aperture als auch Lightroom natürlich auch von der Marktausweitung im DSLR-Bereich profitieren, steht natürlich außer Frage.

Adobe prescht übrigens mit der Creative Cloud auch in neues Terrain vor.
 
@moriarty:

Da hast Du was bzw. mich missverstanden. Na klar geht das auf diesem Weg von Adobe.

Die Frage ist nur, wenn es ein Unternehmen nicht so fördert. Dann wird es schwer, und daran ändert das Urteil nicht zwingend etwas.

Dass es geht, wenn man will, ist klar - wir unterscheiden uns in dem Punkt gar nicht ;-)
 
Finde ich gut, gerade für den Fall das ich eventuell mal vom iFön weg zu einem anderen Smartphone wechseln sollte, haben sich im Laufe der Zeit doch einige Apps angesammelt die nicht gerade nur 79cent gekostet haben, z.B. Navigon, welche ich aber dann ja nicht mehr nutzen kann bzw. ja auch neu kaufen muss. Ich vermute mal das dann die Updates für die Apps nicht mehr kostenlos sein werden auf Dauer, so das die "alten" Apps ähnlich wie gebrauchte Autos z.B. dann auch weniger wert wären. Würde ich mir für Serien/Filme auch wünschen, nicht nur das z.T. die Preise dafür im Store weit über den DVD Preisen liegen, den Datenträger kann ich nach Lust und Laune weiter verkaufen/verschenken. Mal schauen wie es sich entwickelt.
 
Würde ich mir für Serien/Filme auch wünschen, nicht nur das z.T. die Preise dafür im Store weit über den DVD Preisen liegen, den Datenträger kann ich nach Lust und Laune weiter verkaufen/verschenken. Mal schauen wie es sich entwickelt.

Dass die Preise manchmal höher sind, habe ich auch bemerkt. Meine Musik kaufe ich inzwischen nur noch im Laden bzw. online in anderen Stores. Teilweise tiefere Preise, dazu eine CD/DVD samt Hülle plus Booklet - was will man mehr?
 
Wobei man schon fair bleiben muss, die Preise sind zwar teilweise teurer, in der Regel aber schon günstiger als die CD.
 
Nochmal ein Aspekt des ganzen: man dämmt ja im Grunde auch den Gebrauchtverkauf von Hardware ein... Wenn ich jetzt einen Mac verkaufen will, auf dem ich Lion installiert habe, so gibt es keinen legalen Weg, die Lizenz des Betriebssystems mitzuverkaufen. Ich will dem Käufer ja nicht meinen AppStore-Account überlassen, muss also entweder das Gerät mit den uralten Restore-CDs mit z.B. Tiger verkaufen oder ganz ohne System.

Da bald schon nicht mehr alles mit der letzten "Box-Version" Snow Leopard möglich ist, werden Geräte, die älter als 4 Jahre sind, immer weniger nutzbar.

Geplante Obsoleszenz ist ja in den letzten Monaten wieder in aller Munde - der digitale Vertrieb trägt auch dazu bei. Wenn Kunde X eine Xeon-Workstation, die 5 Jahre alt ist, nur noch mit erheblichem Aufwand (Kauf der Box von Snow Leopard ausschliesslich über den Apple-Store, danach Updates über bald 2 Folgeversionen über den App-Store) auf den aktuellen Stand bringen kann, ist dies für viele abschreckend.

Wir reden hier jedoch von einem 4- oder 8-Kern-Rechner, der durchaus noch heutige Mittelklassegeräte aussticht. Ein weiterer Fall für afrikanische Müllkippen...?

Ich will dem App-Store nicht die Schuld an allem Übel geben, aber der Wechsel vom klassischen zum digitalen Vertrieb wurde rasant und zu Gunsten der Profiteure betrieben. Und die Speerspitze bildet mal wieder Apple. Dabei würde einem sympathischen, von Hippies gegründetem Konzern etwas Nachhaltigkeit und Verantwortung doch gut zu Gesicht stehen, aber ich schweife ab...
 
Einspruch: Apple war gerade im digitalen Vertrieb Vorreiter in Sachen Kundenfreundlichkeit.

Bei Preisen von €15 für ein Betriebssystem - Und das auch noch als Mehrfachlizenz! schränkt man nicht wirklich was ein. Überlege mal, was Du vorher an Lizenzkosten hättest zahlen müssen, wenn Du z.B. von 10.2 auf 10.4 aktualisiert hättest.

Durch den App Store sind die Lizenzmodelle der Software auch angeglichen worden, so dass man jetzt nur noch pro User und nicht mehr pro Mac zahlen muss (das gab es natürlich schon früher, aber eben nicht bei allen Apps).
 
naja, wenn man die nutzungsbedingungen etc. ein bisschen frisiert, dann wird man das sicher umgehen können.
 
Anbieter von Software gehen sowieso in die Richtung, dass man Software als Dienstleistung verkauft.
 
Anbieter von Software gehen sowieso in die Richtung, dass man Software als Dienstleistung verkauft.

Da aber eher im professionellen Einsatz ab einer gewissen Größenordnung - und das war auch schon immer so: SAP z.B. wird nicht einfach installiert, sondern inkl. Dienstleistung, Einweisung, Infrastruktur etc. "eingeführt"...
 
SAP z.B. wird nicht einfach installiert, sondern inkl. Dienstleistung, Einweisung, Infrastruktur etc. "eingeführt"...

Und das dann auch quasi sofort, ohne Schwierigkeiten, nahezu selbsterklärend und zur Freude aller Beteiligten für quasi umsonst.

(Entschuldigung)
 
Zuletzt bearbeitet:
Was wäre eigentlich, wenn Autohersteller sagen, "ok, wir verkaufen nicht mehr das Auto, sondern wir erteilen nur noch eine Nutzungserlaubnis"?
 
Was wäre eigentlich, wenn Autohersteller sagen, "ok, wir verkaufen nicht mehr das Auto, sondern wir erteilen nur noch eine Nutzungserlaubnis"?
Neumodisch: DriveNow. Car2go. Und Volkswagen versucht auch gerade, was in der Richtung aufzubauen.
Altmodisch: Leasing, Autovermietung

Da aber eher im professionellen Einsatz ab einer gewissen Größenordnung - und das war auch schon immer so: SAP z.B. wird nicht einfach installiert, sondern inkl. Dienstleistung, Einweisung, Infrastruktur etc. "eingeführt"...
Auch im privaten Bereich ist das mittlerweile verbreitet. Die Facebooks, Foursquares und flickrs dieser Welt sind per Definition SaaS. Internetmarke von der Post, Routenplanung via Google Maps, TomTom-Maps, Steuererklärung via Wiso Onlinesparbuch usw. sind nur wenige Beispiele für SaaS im Privatbereich.
 
Was wäre eigentlich, wenn Autohersteller sagen, "ok, wir verkaufen nicht mehr das Auto, sondern wir erteilen nur noch eine Nutzungserlaubnis"?

Ich fände das großartig und nutze begeistert DriveNow. Es würde mir gefallen, wenn man noch mehr Möglichkeit (Verfügbarkeit, unterschiedliche Preismodelle usw) hätte, automobile Mobilität zu kaufen, anstatt ein Auto. Ich "fahre" als Städter seit 10 Jahren gut und günstig mit Sixt und neuerdings immer öfter mit Drive Now (die Minis stehen hier in M langsam an jeder Ecke).
 
Noch sind aber die meisten Privatpersonen der Meinung, sie müssten Eigentum an Gebrauchsgegenständen habe statt nur die Nutzungsmöglichkeit einzukaufen (Ein Auto steht z.B. die meiste Zeit des Tages in der Garage).
 
Noch sind aber die meisten Privatpersonen der Meinung, sie müssten Eigentum an Gebrauchsgegenständen habe statt nur die Nutzungsmöglichkeit einzukaufen (Ein Auto steht z.B. die meiste Zeit des Tages in der Garage).

Dazu nur ein Gedanke: Anstatt (als Beispielgröße) 100 Autos im Besitz von 100 Leuten zu haben, sollen lieber 100 Autos im Besitz einer Person/Konzern sein, und diese verdient an der Nutzung der anderen Geld? Ist das wirklich durchdacht, das Konzept von Privateigentum in diese Richtung zu entwickeln...?
 
Carsharing ist toll für Gelegenheitsfahrer, die mal von A nach B müssen, aber auch nur für die...Ich kenne viele die haben und brauchen kein Auto, nur beim wöchentlichen Einkauf wäre es wünschenswert und dafür ist es einfach nicht rentabel...bzw. die Modelle wo es klappen würde, gibt es einfach nicht flächendeckend. Ich würde mich sehr über DriveNow freuen, aber leider gibt es da nur in 3 Städten...

Noch sind aber die meisten Privatpersonen der Meinung, sie müssten Eigentum an Gebrauchsgegenständen habe statt nur die Nutzungsmöglichkeit einzukaufen (Ein Auto steht z.B. die meiste Zeit des Tages in der Garage).

Leasing & Co rechnen sich für Privatpersonen nie, von daher kann uns der werte Herr Bananenbieger aber gerne mal einen Business Case vorechen, ab wann sich das mieten, leasen, etc. lohnt...ich bin gespannt.
CarSharing ist einfach nicht weit genug, von daher würde mich mal interessieren, was Deiner Meinung nach hier der richtige Weg ist, Du scheinst ja die Weisheit förmlich mit der Suppenkelle gefuttert zu haben, wie Du hier so schreibst.