Elektroschrott: Rote Umweltkarte für Apple aus UK

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Der E-Waste Bericht des britischen Umweltausschusses bemängelt Apples Umweltengagement. Apple befördere die Zunahme von Elektroschrott. Das britische Unterhaus zeigt Apple die rote Umweltkarte.



Im Kampf gegen Elektroschrott wird namentlich Apple vorgeworfen, ihre Produkte hätten eine zunehmend kürzere Lebenszeit und seien immer schwerer reparierbar. Weiter schreibt der Umweltbericht des britischen Unterhauses verklebe und verlöte Apple seine Geräte derart, dass Reparatur und Recycling unnötig erschwert würden. Darüber hinaus verlange Apple hohe Reparaturpreise. Dies habe zur Folge, dass teils ein Neukauf attraktiver sei. Neben Apple wird Amazon namentlich kritisiert.
Schwache Verteidigung von Apple


Apple wurde von der Tageszeitung Guardian mit den "Vorwürfen" konfrontiert. Man sei über die Aussagen des Berichts überrascht und enttäuscht. Der Bericht gebe die Bemühungen Apples zum "Schutz des Planten" nicht wieder. Man biete den Kunden heute mehr Reparatur- und Recyclingmöglichkeiten denn je. Dabei verwies man beispielsweise auf das neue Programm, in dem erstmals freie Werkstätten Applegeräte reparieren "dürfen". Damit sei sichergestellt, dass nur Originalteile zum Einsatz kommen. Dies sei wichtig, da Apple seine Produkte auf Langlebigkeit auslege.
3,93 Millionen Tonnen CO2 Einsparpotential


In einer aktuellen Studie hat der Verbraucherzentrale Bundesverband zudem aufgezeigt, dass allein vier Produktgruppen ein CO2 Einsparpotential von 3,93 Millionen Tonnen CO2 haben. Das entspricht den Emissionen von 1,85 Millionen PKWs. Die vier Produktgruppen sind: Fernseher, Smartphones, Waschmaschinen und Notebooks. Laut der Untersuchung wünschen sich Verbraucher bei Smartphones, dass diese wesentlich länger halten, reparierbar und durch Software-Updates länger nutzbar sind. Hinsichtlich Haltbarkeit und Software-Updates können sich Apple Nutzer freuen, da iPhones und Co. hier gegenüber den Androiden und Dells der Welt im Vorteil sind. Die Achillesferse bleibt die Reparierbarkeit.
Umweltschutz ist mehr als Marketing


Schaut man sich die Teardowns von iFixit an, fällt auf, dass Apple verschwenderisch mit Klebstoff und Lötzinn umgeht. Apple Pencil, AirPods, der neue HomePod Mini, die Adapter und teils die Akku-Keyboardeinheiten von MacBooks sind offensichtlich unreparierbarer Elektroschrott. Die Akkus in den AirPods lassen sich zum Beispiel genauso wenig wechseln, wie fachgerecht und sortenrein recyceln. Ein deutlicher Hinweis hierauf sind auch die Reparaturpreise von Apple, die bei diesen Produkten zumeist nur wenige Euro günstiger sind als das Neuprodukt. Dies steht im krassen Gegensatz zur Kommunikation von Apple, die klingt als seien ihre Produkte kompostierbar. Hier liegt die Wahrheit nicht in der Mitte, sondern klar auf Seiten des Umweltberichts. Apples Mantra von immer dünneren und hochintegrierten Produkten befeuert den globalen Müllberg.

Wer Produkte nachhaltig gestalten will, macht Bauteile für jeden ausgebildeten Techniker austauschbar, verwendet Standardkomponenten und legt Reparaturanleitungen offen. Würde Apple all das tun, wäre es wahrscheinlich nicht das wertvollste Unternehmen des Planeten. Die Kosten dafür zahlt eben jener.

Via Guardian und Verbraucherzentrale

Den Artikel im Magazin lesen.
 
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iDesign

Spartan
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Nun ja, das scheint mir eine recht einseitige Betrachtungsweise zu sein.

Es ist natürlich bedauerlich, dass Produkte immer schwerer zu reparieren sind, weil sie stärker verklebt und verlötet wurden. Dies ist aber auch nicht zuletzt dem gewünschten Formfaktor geschuldet. Ein Formfaktor, der auch vom Konsumenten gewünscht ist. Ich erwarte von einem MacBook, dass nicht überall Schrauben und Wartungsklappen zu sehen sind. Ich entscheide mich für ein solches Design, wohlwissend, dass damit auch Einschränkungen verbunden sind.

Ansonsten kann ich von einer zunehmend kürzeren Lebensdauer der Geräte nicht berichten. Mein iMac leistete 9 Jahre treue Dienste, wurde zuletzt 2015 kostenfrei durch Apple repariert. Mein iPhone 6 leistet seit 6 Jahren treue Dienste, hat 2018 für eine geringfügige Selbstbeteiligung einen neuen Akku erhalten. Die für die Firma angeschafften iPhones werden seit vier Jahren eingesetzt. Fehlerhafte Akkus wurden durch Apple kostenfrei ausgetauscht.

Eine solche hohe Nutzungsdauer insbesondere in Verbindung mit dem langjährigen Support hinsichtlich Updates lassen mich Produkte aus dem Hause Apple noch immer als nachhaltig betrachten.
 

johnnytravels

Carola
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Toller Beitrag, kann mich dem Fazit anschließen.
Bei aller Liebe zu Apple (oder sagen wir, bei allem Behagen bei der Arbeit mit Macbook und iPad) finde ich das Niveau der Unreparierbarkeit der meisten Produkte mittlerweile grenzwertig. Irgendwie kann man das immer rechtfertigen, aber das ändert meiner Meinung nach nichts an dieser Einschätzung. Das Verkleben und Verlöten ist bei den meisten Geräten derart offensichtlich eine Profitstrategie, das kann man gar nicht wegdiskutieren.

Mein iPhone 6 leistet seit 6 Jahren treue Dienste, hat 2018 für eine geringfügige Selbstbeteiligung einen neuen Akku erhalten.
Gutes Beispiel: 2018 war das Jahr in dem Apples ‘planned obsolescence’-Politik bei den iPhone-Akkus im großen Stil aufflog.
 
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GunBound

Rote Sternrenette
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Der Kanal dürfte vielen bekannt sein – falls nicht, so ist er eine Betrachtung wert: https://www.youtube.com/user/rossmanngroup/videos

Das Stichwort "Right to Repair" muss auch zwangsläufig fallen in diesem Zusammenhang.
Beispiellink dazu: https://www.vox.com/the-goods/2019/7/3/18761691/right-to-repair-computers-phones-car-mechanics-apple

Im Prinzip kann man davon ausgehen, dass Apple die totale Kontrolle sowohl über Soft- als auch über Hardware will. Sämtliche Gerätschaften und Software werden proprietarisiert um auch aus dem allerletzten Fitzelchen noch Profit herauszuholen. Beispiel: Laptop-Display funktionierte nicht mehr. Apple's Vorschlag: Logic Board-Schaden; 800 Euro Kosten. Tatsächlicher Fehler: Pins in der Buchse auf dem Board verbogen; nach Rektifikation und zehn Minuten Zeitinvestition funktioniert alles wieder perfekt (genau so passiert).

Das hat natürlich auch Folgen für die Umwelt. Das Design der Geräte wird absichtlich immer schlechter, damit schneller ein Ersatz beschafft oder mehr Kohle für die Reparatur ausgegeben wird. Der Clou an der Sache ist, dass das Marketingteam aus allem Profit schlagen kann. Umweltbelastung durch verklebte Bauteile und absichtlich schlechte Reparaturmöglichkeiten? Egal, Aluminium ist ja rezyklierbar und damit umweltfreundlich (von wegen) und den EPEAT Gold haben wir ja auch für jedes unserer Geräte. Die Leute verlangen einen aufrüstbaren und damit zukunftssichereren Computer? Klar, machen wir – zum lächerlich überzogenen Preis mit nichtstandardisierter Peripherie und einem Satz Rollen für läppische 700 USD (und die Dinger haben nicht einmal eine Bremse). Etc.
Funktionieren tut's leider erstaunlich gut – denn dieser hunderte Milliarden schwere Konzern steht augenscheinlich als umweltfreundlich da.
 

doc_holleday

Kasseler Renette
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Ein Formfaktor, der auch vom Konsumenten gewünscht ist. Ich erwarte von einem MacBook, dass nicht überall Schrauben und Wartungsklappen zu sehen sind. Ich entscheide mich für ein solches Design, wohlwissend, dass damit auch Einschränkungen verbunden sind.
Zwei Kommentare hierzu.

Zum einen bin ich mir nicht so ganz sicher, ob man die Grundannahme "hochintegriert ist auch Kundenwunsch" so vereinfachen kann. Bei iMacs, Mac Pros und Mac minis spielt das meines Erachtens nach für die allermeisten Kunden keine Rolle, ob das Gerät ein paar Kubikzentimeter kleiner oder größer ist, so lange die Proportionen und das Gesamtbild passen. Hier die Reparierbarkeit auf Kosten der Gerätegröße zu verbessern, fällt wahrscheinlich den meisten nicht negativ auf. Wenn es überhaupt auffällt.

Sprich schlankes, hochintegriertes und "cleanes" Design spielt eher bei den Notebooks eine Rolle. Aber auch hier die Frage: spielt das Volumen des Geräts so eine entscheidende Rolle oder ist nicht viel mehr das Gewicht interessant(er)? Für das Erscheinungsbild sind meiner Meinung nach wierderrum die Proportionen erst mal wichtiger als die absoluten Maße. Ob ein Notebook 2-3 mm länger oder kürzer ist, fällt im Alltag weniger auf, als die Frage, ob ich einen "Backstein" mit mir herumtragen muss oder nicht. Dazu kommt, dass man ja das eine (aufgeräumtes Äußeres) nicht lassen muss, nur weil man das andere (bessere Reparierbarkeit) macht. Wenn man z.B. an die ersten MacBook Pros mit herausnehmbarem Akku zurückdenkt, fällt einem ja nicht unbedingt als erstes ein, dass die Unterseite ja furchtbar unaufgeräumt war wegen des Einrastmechanismus für den Akku. Das Gerät war bzw. ist trotzdem aufgeräumt und schick (und hatte noch das tolle puslierende Lämpchen vorne).

Bei den wirklich hochintegrierten Geräten wie iPhones und iPads, okay, da stößt man sicherlich an Grenzen bzgl. der Reparierbarkeit, wenn man die Optik, alle technischen Features und die Gebrauchstauglichkeit auf jetzigem Niveau halten will. Bei den Computern dürfte meiner Meinung nach gerne etwas mehr von "Form follows function" übrig bleiben.
 

ullistein

Sonnenwirtsapfel
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... Ich erwarte von einem MacBook, dass nicht überall Schrauben und Wartungsklappen zu sehen sind. Ich entscheide mich für ein solches Design, wohlwissend, dass damit auch Einschränkungen verbunden sind.
Ich liebe die diversen Wartungsklappen bei meinem Lenovo von 2011. Dadurch kann jeder Dummy innerhalb von Minuten viele relevante Teile selbst tauschen. An alles kommt man mit wenigen Handgriffen dran. Das hilft nicht nur bei der Reparatur, sondern auch bei der Aufrüstung.

Was nützt das tolle Design, wenn für ein simples Bauteil der Rechner wochenlang eingeschickt werden muss und bei der Reparatur zwangsläufig etliches im Müll landet, was noch nutzbar gewesen wäre?

Bzgl Handy-Hardware - ich kann mich da über die Haltbarkeit meines Androiden nicht beschweren, das würde sicherlich noch Jahre gut weiter funktionieren. Nur das Problem mit den Softwareupdates kann man nicht schönreden. Da ist Apple wirklich vorbildlich.
 

Cohni

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Ja, die meisten lieben das Design der Apple-Geräte, trotz der Folgen. So auch ich.

Man sollte sich aber selber mal die Frage stellen, was wichtiger ist. Ein Supi-Dupi-Design oder eine gesunde Umwelt, was mit einem etwas weniger Supi-Dupi-Design einhergeht. Oder geht gar beides?

Zumindest scheint logisch, dass der Leidensfaktor mit einem kaputten Planeten deutlich größer ist, als mit einem etwas weniger schönem Design.

Aber...sind wir nicht alle etwas mehr oder weniger heuchlerisch unterwegs, wenn wir diese hehren Worte in unsere Mac-Tastatur oder den Bildschirm tippen? Sind wir nicht ein großer und entscheidender Teil des Problems?

Wer kauft denn die Geräte der Firma? Kann man einem kapitalistischen Unternehmen vorwerfen, kapitalistisch zu denken?

Ich sehe zwei Punkte. Bisher fehlt der Druck des Gesetzgebers und der Druck der Straße, des Konsumenten. Wann z.B. werden die Konzerne in Europa adäquat besteuert? Die zusätzlichen Milliarden könnten z.B. in den Umweltschutz gesteckt werden.

Apple ist kein Heilsbringer. Das saubere Image ist Verkaufsstrategie. Es ist ein Konzern mit einem Ziel. Gewinn. So ist das System.

Die Daumenschrauben/Konsequenzen können aber nicht nur von außen erfolgen und getragen werden. Die Konsequenzen müsste eigentlich jeder von uns ziehen. Ich kann nicht Apple vorwerfen, sie wären die einzig Bösen und dann trotzdem deren Produkte kaufen. Das ist ambivalent.
 
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Reemo

Weißer Winterkalvill
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Das britische Unterhaus zeigt Apple die rote Umweltkarte.
Gut. Verdienen noch viel mehr Unternehmen.

Im Kampf gegen Elektroschrott wird namentlich Apple vorgeworfen, ihre Produkte hätten eine zunehmend kürzere Lebenszeit und seien immer schwerer reparierbar. Weiter schreibt der Umweltbericht des britischen Unterhauses verklebe und verlöte Apple seine Geräte derart, dass Reparatur und Recycling unnötig erschwert würden. Darüber hinaus verlange Apple hohe Reparaturpreise. Dies habe zur Folge, dass teils ein Neukauf attraktiver sei.
Wie Apple die letzten Geräte designt ist wirklich eine Frechheit. Es ist nichts mehr aufrüstbar, nichts mehr reparierbar und dies mit absolut fadenscheinigen Begründungen. Genauso wie das weglassen von notwendigem Zubehör im Namen der Umwelt.

Andere Hersteller schaffen es auch Akkus tauschbar zu machen, Ram aufrüstbar zu gestalten. Aber nein, Apple nicht. Bei Apple ist mittlerweile alles wegwerfware.

Welche Entscheidungen dann noch auf dem Reparaturmarkt getroffen werden sind ebenfalls alles andere als Lobenswert. Es werden Platinenpläne versteckt, IC's exklusiv produziert damit keine Reparaturen eben dieser durchgeführt werden können usw...

Hinsichtlich Haltbarkeit und Software-Updates können sich Apple Nutzer freuen, da iPhones und Co. hier gegenüber den Androiden und Dells der Welt im Vorteil sind. Die Achillesferse bleibt die Reparierbarkeit.
Da muss ich widersprechen. Gerade bei Laptops ist die Haltbarkeit von Apple unterirdisch. Softwareupdates werden sehr früh eingestellt während man 15 Jahre alte Windows-Laptops häufig noch mit SSD und Win10 ausrüsten kann. Für Officearbeiten reicht dies ohne Probleme.

Bei Apple wird hingegen ohne Not ein Softwareupdate rausghauen was 32 Bit verbietet oder aber gut ausgestattete und Leistungsmäßig mehr als ausreichende Geräte zum alten Eisen erklärt.
 

Cohni

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Da muss ich widersprechen. Gerade bei Laptops ist die Haltbarkeit von Apple unterirdisch.
Ist Deine Aussage so pauschal haltbar? Nicht, dass ich es umgekehrt behaupten könnte.

Ich habe nur eine persönliche Erfahrung und zwar die eines seit sieben Jahren gut funktionierenden MBP, welches ich dienstlich und das nicht wenig nutze.
Auch mein privater iMac, der nach sieben Jahren an den Junior gegangen ist, funktioniert noch ohne Probleme. Wermutstropfen ist, dass mit Catalina Schluss ist. Im Gegensatz zum MBP.

Ich will Dir gar nicht widersprechen, wäre aber an Deiner Stelle etwas vorsichtiger mit pauschalen Feststellungen aus privater Sicht. 😉
 

Reemo

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@Cohni
Ja kann ich. Treiber laufen unter WIndows in der Regel deutlich länger als unter Mac OS. Wenn Apple sich dazu entscheidet dass dein Mac nicht mehr unterstützt wird hast du Pech gehabt. Egal ob es dafür technische Gründe gibt oder nicht.

Bei Microsoft gibt es diesen Zwang nicht. Treiber laufen Betriebssystemübergreifend. D.h. wenn ich ein Laptop habe, dass unter Win7 läuft, läuft es mit ziemlicher Gewissheit auch unter Windows 10.

Der Softwaresupport ist damit deutlich länger gegeben als Apple dies bei aktuellen Geräten tut.
 
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Cohni

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Aber Du hast doch ausgesagt, dass gerade bei Laptops die Haltbarkeit unterirdisch ist?

Mein dienstliches MBP wird länger unterstützt, als mein privater iMac aus demselben Jahr.

Auch kann man nicht pauschal sagen, dass es sinnvoll wäre einen Windows-Rechner zehn Jahre zu betreiben. Es kommt auf das Anwendungsprofil an. Dienstlich mussten wir z.B. vier Windows-Kisten ersetzen, die zwar mit der 10er Version laufen, aber eben die Specs für andere Geschichten nicht mehr erbrachten.

Pauschal kann man das meiner Meinung nach weniger betrachten. Das ändert nichts an der grundsätzlichen Kritik, die ich durchaus teile.
 

Reemo

Weißer Winterkalvill
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Aber Du hast doch ausgesagt, dass gerade bei Laptops die Haltbarkeit unterirdisch ist?
Ja, bei Apple Laptops im Vergleich zu Windows kisten. Das sollte man auch meinem geschriebenen entnehmen können.
Mein dienstliches MBP wird länger unterstützt, als mein privater iMac aus demselben Jahr.
und das ist jetzt genau warum relevant?

Auch kann man nicht pauschal sagen, dass es sinnvoll wäre einen Windows-Rechner zehn Jahre zu betreiben. Es kommt auf das Anwendungsprofil an. Dienstlich mussten wir z.B. vier Windows-Kisten ersetzen, die zwar mit der 10er Version laufen, aber eben die Specs für andere Geschichten nicht mehr erbrachten.
Darum ging es auch nicht. Es geht um Haltbarkeit.

Nebenbei bemerkt sind Leistungsstarke, 10 Jahre alte Laptops für heutige Szenarien im office immer noch sehr gut einsetzbar, egal ob WIndows oder Apple. Nur das Apple halt keine Bettriebsysteme mehr rausgibt. Windows schon.

Pauschal kann man das meiner Meinung nach weniger betrachten. Das ändert nichts an der grundsätzlichen Kritik, die ich durchaus teile.
Wie du meinst...
 

hillepille

Melrose
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Ja kann ich. Treiber laufen unter WIndows in der Regel deutlich länger als unter Mac OS. Wenn Apple sich dazu entscheidet dass dein Mac nicht mehr unterstützt wird hast du Pech gehabt. Egal ob es dafür technische Gründe gibt oder nicht.

Bei Microsoft gibt es diesen Zwang nicht. Treiber laufen Betriebssystemübergreifend. D.h. wenn ich ein Laptop habe, dass unter Win7 läuft, läuft es mit ziemlicher Gewissheit auch unter Windows 10.
Sorry, ich sehe das etwas anders. Die Geschichte mit den Windowslaptops stimmt in meinen Augen nur bedingt. Da lässt sich nicht auf jedem älteren Gerät das neueste Windows installieren und der Wechsel von WIn7 auf Win10 ist das erste mal überhaupt, dass das bei Microsoft reibungslos funktioniert hat.

Außerdem steht und fällt die Möglichkeit Treiber zu nutzen mit der Bereitschaft der Hersteller Treiber zu entwickeln und das ist auf keinen Fall immer so gegeben. Drucker und Scanner sind gute Beispiel dafür.

Bei Apple wird hingegen ohne Not ein Softwareupdate rausghauen was 32 Bit verbietet oder aber gut ausgestattete und Leistungsmäßig mehr als ausreichende Geräte zum alten Eisen erklärt.
Niemand zwingt dich das entsprechende Update zu machen.
 
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Reemo

Weißer Winterkalvill
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@hillepille

Stimmt. Dann verliere ich aber Softwaresupport.

Und das schöne an den treiber bei MS ist, dass es fast immer so war, dass Treiber mind. eine Generation gut überstanden haben. Das nächste Sys-Update war meistens nie ein Problem.

Man darf dies halt nicht vom 300€ Acer erwarten.
 

Andreas Vogel

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Nun ja, das scheint mir eine recht einseitige Betrachtungsweise zu sein.

Es ist natürlich bedauerlich, dass Produkte immer schwerer zu reparieren sind, weil sie stärker verklebt und verlötet wurden. Dies ist aber auch nicht zuletzt dem gewünschten Formfaktor geschuldet. Ein Formfaktor, der auch vom Konsumenten gewünscht ist. Ich erwarte von einem MacBook, dass nicht überall Schrauben und Wartungsklappen zu sehen sind. Ich entscheide mich für ein solches Design, wohlwissend, dass damit auch Einschränkungen verbunden sind.

Mein iMac leistete 9 Jahre treue Dienste, wurde zuletzt 2015 kostenfrei durch Apple repariert. Mein iPhone 6 leistet seit 6 Jahren treue Dienste, hat 2018 für eine geringfügige Selbstbeteiligung einen neuen Akku erhalten. Die für die Firma angeschafften iPhones werden seit vier Jahren eingesetzt. Fehlerhafte Akkus wurden durch Apple kostenfrei ausgetauscht.
Drei Punkte:
1) Nutzerbefragungen widerlegen dein Argument, dass diese einen unreparierbaren Formfaktor wünschen.
2) "Einschränkungen" wird der Tatsache, dass es um produzieren von Elektroschrott geht nicht gerecht. Finde das ziemlich "verharmlosend".
3) Mac und iPhone waren ja nicht Kern des Themas.
 

MichaNbg

Adersleber Calvill
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Recht auf Reparatur inkl. Ersatzteilverfügbarkeit für freie Werkstätten einführen und alles ist gut.
Dabei aufpassen dass ein defekter Speicherchip für wenige Euro nicht zu einer Reparatur für paar hundert Euro wird, weil man das komplette Innenleben tauschen muss.

man stelle sich vor, man muss bei BMW den kompletten Motor neu kaufen, nur weil die Steuerkette getauscht werden muss...
 
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doc_holleday

Kasseler Renette
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Diese ganze "nicht reparierbar = unnötig viel Elektroschrott"-Grundannahme ließe sich meiner Meinung nach dadurch kippen, dass nachvollziehbar belegt wird, dass in Summe das Produzieren, Lagern, Verschicken, erneut Lagern und Einbauen von Ersatzteilen mehr Müll (oder wahlweise eine schlechtere Ökobilanz) erzeugt als einfach wegschmeißen und ein neues nehmen.

Ich gehe ja auch davon aus, dass reparierbare Geräte unter dem Ökobilanzstrich besser abschneiden (müssten) als Wegwerf-Artikel. Mit Zahlen belegen könnte ich es allerdings nicht.
 
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Cohni

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@Reemo
Ich hätte meine Antwort etwas mehr erklären müssen. Und bevor wieder gegenseitig böses Blut aufkommt, meine Kritik bezieht sich weder auf Deine Person, noch möchte ich Recht haben, sondern es geht mir hier um den Meinungsaustausch. Und Austausch bedeutet nicht, dass irgendwann einer gewinnt. Im besten Fall gewinnen beide an Erkenntnis oder auch nicht.
Man kann sich auf einen Nenner einigen, muss es aber nicht. Oft liegt die Wahrheit ohnehin fast unerreichbar in der Mitte. :)

Ich habe nur die Nase voll von diesen unsäglichen Streitigkeiten hier im Netz, wo es letztendlich nur noch um persönliche Befindlichkeiten statt sachlicher Kontroverse geht. Nannana...Du bist doof....nein Du bist doof...Fanboy...selber Fanboy...Du bist verblendet, ich der Sehende...Du hast keine Ahnung...siehst Du meine Wahrheit nicht...usw...das alles geht mir so unfassbar auf den Geist...
Oft ist es einfach nur Unfähigkeit, Widerspruch zur eigenen Meinung zu ertragen. Statt dies als Chance zu sehen, die eigene Sicht weiterentwickeln zu können. Ich schließe mich diesbezüglich nicht einen Deut aus, das ist ein Erkenntnisprozess und kein Blitzeinfall.

Wir sollten bitte die persönliche Ebene hier herauslassen. Da haben wir uns beide in der Vergangenheit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Man muss sich nicht gut riechen können, um trotzdem konstruktiv auf Sachebene diskutieren zu können.

Das war jetzt nicht als Standpauke für Dich zu verstehen, sondern eher als meine eigene öffentliche Selbstverpflichtung. ;)

Nun zum Thema.

Meine Kritik an Deinen Aussagen bezieht sich weniger an dem grundsätzlichen Inhalt, er scheint mir einerseits richtig, andererseits wieder nicht. Sondern meine Kritik ist, dass es so pauschal meines Erachtens nicht gesagt werden kann.

Ja, bei Apple Laptops im Vergleich zu Windows kisten. Das sollte man auch meinem geschriebenen entnehmen können.
Habe ich auch entnommen und dem widersprochen. Kann ich so pauschal nicht zustimmen. Mein reales Einzelbeispiel aus dem Büro gilt dabei als Nachweis. Nicht falsch verstehen, es bleibt Einzelbeispiel.

Zumal Du auch noch eine Wertung "unterirdisch" im Vergleich der Laptops beider Konkurrenten einbringst, quasi als Verstärkung der pauschalen Aussage.

Ich sage nicht, dass Deine Aussage falsch ist. Ich bezweifle nur, dass man im Umkehrschluß annehmen kann, sie wäre richtig.

Auf welcher Datengrundlage bewertest Du? Persönliche Erfahrung, Gefühl?

Kannst Du machen, aber das funktioniert bei grundsätzlichen Aussagen nicht, wenn man nicht die entsprechenden Fakten, welche konkret mess-und zählbar sein sollten, als Grundlage für eine Bewertung nehmen kann.
Erst eine solide Datengrundlage kann zu grundsätzlichen Aussagen/Bewertungen führen, welche dann für eine gewisse Zeit Allgemeingültigkeit haben können. Je konkreter die Fakten, desto genauer kann die Bewertung erfolgen.

"Gerade bei Laptops ist die Haltbarkeit von Apple unterirdisch."

Fakt oder persönliche Einschätzung? Wenn Fakt, welche Datengrundlage?

Was ich damit sagen mag ist, dass es Einsatzgebiete gibt, bei denen es völlig konträr zu Deiner Aussage einhergeht. Konkret in meiner Welt halten bisher Apple Laptops länger als die Windows-Konkurrenz, welche im übrigen einen ähnlichen Kostenfaktor hat und hatte. Zumindest auf dem Niveau, welches wir benötigen.

Kann ich aus dieser persönlichen Erfahrung ableiten, dass Windows-Laptops im Vergleich zu denen Apples unterirdisch kürzer halten? Nein!!! Natürlich nicht. Es ist kein Fakt auf dieser Meta-Ebene, sondern nur auf viel kleinerer, nämlich meiner Arbeitsebene. Mehr aber auch nicht.

Ich kann sagen, dass bei mir im Büro, dass bei unseren Anwendungs-Szenarien Apples Geräte länger einsetzbar sind. Ich lasse meinen persönlichen Kreis bewusst hier raus, denn auch da habe ich andere Erfahrungen als Du gemacht.
Allerdings auf sehr wackliger Datenbasis, da meine privaten Windows-Geräte in der Vergangenheit in einer tieferen Liga spielten. Also nicht vergleichbar im Grunde.

Dass es an anderer Stelle, als bei mir im Büro, völlig anders laufen kann und wird, ist doch logisch und klar.

Hier geht es weniger um den Kampf der Systeme, sondern vielmehr um die Frage der verschiedenen User-Cases, welche eine derart pauschale Aussage, wie Deine, nach meiner Meinung nach nicht haltbar dastehen lassen.
Nebenbei bemerkt sind Leistungsstarke, 10 Jahre alte Laptops für heutige Szenarien im office immer noch sehr gut einsetzbar, egal ob WIndows oder Apple. Nur das Apple halt keine Bettriebsysteme mehr rausgibt. Windows schon.
Nebenbei bemerkt...ja und nein, es kommt darauf an. Siehe mein Büro. Die Windows-Geräte mussten nach sieben Jahren gehen, weil abgerockt, der Mac bleibt, weil weniger abgerockt. Allgemein umlegbarer Fakt und Grundlage für eine pauschale Aussage? Nee, natürlich nicht. Begründung siehe oben.

Beim nächsten Wechsel ist es vielleicht umgekehrt.
 
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Reemo

Weißer Winterkalvill
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"Gerade bei Laptops ist die Haltbarkeit von Apple unterirdisch."

Fakt oder persönliche Einschätzung? Wenn Fakt, welche Datengrundlage?
Das habe ich bereits versucht zu erklären. Softwareseitig ist bei Windows Geräten eine deutlich längere Laufzeit unter aktuellen Betriebssystemen und Updates möglich als bei Apple. Apple stellt Geräte zum Schrott, auch wenn diese genug Leistung haben um aktuelle Software auszuführen. Belegt ist dies durch die diversen Patcher welche es häufig erlauben Geräte auch über Apples vorgesehenen Zeitraum hinaus zu betreiben (was man als Unternehmer oder auch in den allermeisten Fällen als Privatperson nicht tut).

Microsoft ist es komplett egal auf welcher Hardware das eigene OS läuft. Dadurch dass keine willkürlichen Ausschlusskriterien durchgesetzt werden, ist es möglich ein Windows 10 auf einem 15 Jahre alten Gerät zu betreiben. Wenn das Gerät Hardwareseitig noch vernünftig läuft und den Anforderungen entspricht, spricht also nichts dagegen ein aktuelles Betriebssystem mit allen Sicherheitsupdates auf diesem alten Gerät zu installieren.

Etwas vergleichbares ist unter Apple nicht möglich.

Wenn du so willst betrachte ich diesen Aspekt eher aus der Software perspektive. Warum? Weil meine letzten beiden Windows Laptops (ein Asus aus dem Jahre 2008, läuft bis heute einwandfrei und ein Dell XPS, 2 Monate alt) mich im Gegensatz zu Apple-Geräten (3 Macbooks in 10 Jahren) nicht im Stich gelassen haben. Die Hardware war bei den Windows Geräten auch nach langer Zeit immer noch tip-top in Schuss. Dies kann ich von meinen Apple Geräten nicht behaupten.

Ja, subjektiv. Aber zumindest die deutlich längere Softwareunterstützung ist durchaus objektiv bemessbar.
 

Cohni

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Okay, jetzt habe ich Deine Argumentation besser verstanden. Danke!

Dann gehen wir einfach von verschiedenen Standpunkten aus. In meiner Arbeitswelt ist es zumindest so, dass die Software nicht die Grenze darstellt, sondern eher die Hardware.

Dann bezieht sich mein Widerspruch also auf eine Pauschalisierung, die Du gar nicht gemeint hast. Na bestens, da habe ich also schön daneben geschossen... :D.

Bezüglich der Softwareunterstützung fehlt mir einfach die eigene Erfahrung, um da widersprechen zu können. Meine private Windows-Welt, die sicher nicht den Hardwarebeschränkungen des Büros unterliegen würde, ist nun schon 10 Jahre vorbei.

Insofern mag ich meine Kritik als nicht passend zurückziehen, da ich es eher aus Sicht der Hardware betrachtet habe.
 
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