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Heute starten wir eine neue Artikelserie, in denen zwei Apfeltalk-Redakteure je einen konträren Kommentar zu einem kontroversen, aktuellen Thema abgeben. Diese Woche: Die Werbekampagnen der Tech-Giganten. Amazon und Microsoft vergleichen zur Zeit in den Werbespots ihre Produkte mit den iDevices und versuchen so, sie über den Preis und über den größeren Funktionsumfang gegenüber iPad & Co. abzuheben.[PRBREAK][/PRBREAK]
Apple hingegen verfolgt in den letzten Jahren einen anderen Ansatz, die letzten beiden Spots entfernen sich gar fast komplett von der Bewerbung von Funktionen der Geräte und vermitteln eher Emotion und Lebensgefühl. Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob ein Unternehmen seine eigenen Produkte durch Vergleiche mit der Konkurrenz bewerben sollte oder ob man in Werbespots den Fokus nicht besser auf seine eigenen Geräte legen sollte.
Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und über Euer Feedback zu dieser Artikelserie. Solltet ihr Themenvorschläge haben, schreibt uns einfach!
Get a Mac, get a Windows Phone, get a Kindle… Wenn gut gemacht, warum nicht?
Martin Wendel
Bevor man als Apple-Fan lauthals schreit, dass es eine Frechheit sei, wie Microsoft nun das iPad in den Werbespots niedermache, sollte man ein paar Jahre zurückblicken. Als die Macs (zumindest umsatzmäßig) noch das Kerngeschäft von Apple darstellten, machte man noch Werbung, um Windows-Nutzer zum Switchen zu bewegen. Von 2006 bis 2009 lief die sogenannte Get a Mac-Werbekampagne, in denen die Eigenschaften und Funktionen eines Windows-PCs mit denen eines Macs verglichen wurden. Und ja, die Werbungen waren gut gemacht – sie waren kurzweilig, witzig und haben durch ihren seriellen Charakter in den Zuschauern ein Bewusstsein für die Marke geweckt.
Macht Microsoft mit der aktuellen Werbekampagne nun dasselbe? Ja und nein. In den letzten beiden Spots hat sich Microsoft darauf fokussiert, die Produkte anhand des Preises und (teilweise langweiliger) technischer Funktionen und Spezifikationen zu vergleichen. Das fesselt niemanden vor den TV-Bildschirm und wird die Absatzzahlen nicht in die Höhe treiben. Wie der Konzern aber vor einigen Wochen bewiesen hat, kann man auch anders. In einem flott erzählten Werbespot wird der Krieg zwischen iOS und Android dargestellt und mit den typischen Argumenten für oder gegen das jeweilige System gespielt. Das passiert jedoch in einer so sympathischen Art und Weise, dass man sogar als hartgesottener Android- und iOS-Nutzer darüber schmunzeln können sollte. Bitte mehr davon!
Konkurrenz als Werbepony für das eigene Produkt
– einmal Kahlrasur, bitte!
Till Eckert
Die Sache mit der Konkurrenz. Apple hat sie, Microsoft hat sie – ja, sogar Amazon hat sich mit den beiden erstgenannten eine verschafft. Sie belebt unsere Wirtschaft, zwingt die anderen sich durch Fortschritt zu profilieren und neue Ideen in ansprechende Konzepte zu verflechten. Das gilt freilich auch für die Werbung. Mehr und mehr scheint es allerdings, als läge gerade hier das große Missverständnis. Während Apple sich auf die Stärken seines Produkts besinnt und nach ein paar beherzten Griffen in das Toilettenrohr nun wieder wundervoll atmosphärische Spots schaltet, sind die Rivalen offenbar nicht in der Lage ebenfalls die Qualitäten ihres Produktes hervorzuheben. Nein, aufgehangen wird sich an mehr oder minder langweiligen, technischen Spielereien.
Besonders schlimm ist aber nicht immer einzig das Vergleichs-Debakel. Nur allzu häufig werden mit aufgedrehten, kitschigen 30-Sekündern die Seh- und Hörnerven der TV-Seherschaft geradezu malträtiert. Wäre es neben all dem Aufwand, der für einen solchen Werbeblock betrieben wird, nicht geradezu gemütlich, einmal eine wirkliche Innovation hervorzuheben? Diese sind doch in der Tat vorhanden und zeigen denen, die sich abends um kurz nach halb Neun vor dem Fernseher von einem Arbeits- oder Schultag entspannen möchten, wirkliche Gründe für einen möglichen Kauf. Also weg mit den Get a Mac-Spots, den reißerischen "Meins-ist-besser"-Tiraden. Jedes Produkt hat seine Daseinsberechtigung – wegen den kleinen, aber feinen Details, die es von anderen unterscheidet. Das sollten die Herren der hiesigen Marketingabteilungen sich zu Herzen nehmen und genau diese hervorheben. Denn eben dieses Understatement macht gute Werbung aus – und es ist sicher nichts damit verloren, aufzuhören, gegnerische Produkte durch das ständige Gegenüberstellen gleich mitzubewerben.
Apple hingegen verfolgt in den letzten Jahren einen anderen Ansatz, die letzten beiden Spots entfernen sich gar fast komplett von der Bewerbung von Funktionen der Geräte und vermitteln eher Emotion und Lebensgefühl. Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob ein Unternehmen seine eigenen Produkte durch Vergleiche mit der Konkurrenz bewerben sollte oder ob man in Werbespots den Fokus nicht besser auf seine eigenen Geräte legen sollte.Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und über Euer Feedback zu dieser Artikelserie. Solltet ihr Themenvorschläge haben, schreibt uns einfach!
Get a Mac, get a Windows Phone, get a Kindle… Wenn gut gemacht, warum nicht?
Martin Wendel
Bevor man als Apple-Fan lauthals schreit, dass es eine Frechheit sei, wie Microsoft nun das iPad in den Werbespots niedermache, sollte man ein paar Jahre zurückblicken. Als die Macs (zumindest umsatzmäßig) noch das Kerngeschäft von Apple darstellten, machte man noch Werbung, um Windows-Nutzer zum Switchen zu bewegen. Von 2006 bis 2009 lief die sogenannte Get a Mac-Werbekampagne, in denen die Eigenschaften und Funktionen eines Windows-PCs mit denen eines Macs verglichen wurden. Und ja, die Werbungen waren gut gemacht – sie waren kurzweilig, witzig und haben durch ihren seriellen Charakter in den Zuschauern ein Bewusstsein für die Marke geweckt.
Macht Microsoft mit der aktuellen Werbekampagne nun dasselbe? Ja und nein. In den letzten beiden Spots hat sich Microsoft darauf fokussiert, die Produkte anhand des Preises und (teilweise langweiliger) technischer Funktionen und Spezifikationen zu vergleichen. Das fesselt niemanden vor den TV-Bildschirm und wird die Absatzzahlen nicht in die Höhe treiben. Wie der Konzern aber vor einigen Wochen bewiesen hat, kann man auch anders. In einem flott erzählten Werbespot wird der Krieg zwischen iOS und Android dargestellt und mit den typischen Argumenten für oder gegen das jeweilige System gespielt. Das passiert jedoch in einer so sympathischen Art und Weise, dass man sogar als hartgesottener Android- und iOS-Nutzer darüber schmunzeln können sollte. Bitte mehr davon!
Konkurrenz als Werbepony für das eigene Produkt
– einmal Kahlrasur, bitte!
Till Eckert
Die Sache mit der Konkurrenz. Apple hat sie, Microsoft hat sie – ja, sogar Amazon hat sich mit den beiden erstgenannten eine verschafft. Sie belebt unsere Wirtschaft, zwingt die anderen sich durch Fortschritt zu profilieren und neue Ideen in ansprechende Konzepte zu verflechten. Das gilt freilich auch für die Werbung. Mehr und mehr scheint es allerdings, als läge gerade hier das große Missverständnis. Während Apple sich auf die Stärken seines Produkts besinnt und nach ein paar beherzten Griffen in das Toilettenrohr nun wieder wundervoll atmosphärische Spots schaltet, sind die Rivalen offenbar nicht in der Lage ebenfalls die Qualitäten ihres Produktes hervorzuheben. Nein, aufgehangen wird sich an mehr oder minder langweiligen, technischen Spielereien.
Besonders schlimm ist aber nicht immer einzig das Vergleichs-Debakel. Nur allzu häufig werden mit aufgedrehten, kitschigen 30-Sekündern die Seh- und Hörnerven der TV-Seherschaft geradezu malträtiert. Wäre es neben all dem Aufwand, der für einen solchen Werbeblock betrieben wird, nicht geradezu gemütlich, einmal eine wirkliche Innovation hervorzuheben? Diese sind doch in der Tat vorhanden und zeigen denen, die sich abends um kurz nach halb Neun vor dem Fernseher von einem Arbeits- oder Schultag entspannen möchten, wirkliche Gründe für einen möglichen Kauf. Also weg mit den Get a Mac-Spots, den reißerischen "Meins-ist-besser"-Tiraden. Jedes Produkt hat seine Daseinsberechtigung – wegen den kleinen, aber feinen Details, die es von anderen unterscheidet. Das sollten die Herren der hiesigen Marketingabteilungen sich zu Herzen nehmen und genau diese hervorheben. Denn eben dieses Understatement macht gute Werbung aus – und es ist sicher nichts damit verloren, aufzuhören, gegnerische Produkte durch das ständige Gegenüberstellen gleich mitzubewerben.
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