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düsteres kino - trend

Dieses Thema im Forum "Filmcafé" wurde erstellt von groove-i.d, 21.10.08.

  1. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    in einem der letzten beiden oktober-spiegelausgaben las ich einen artikel über den neuen bond. teil der thematik - wie bereits in casino royale angeklungen - ist die schattenseite des heroen; sind seine schwächen und seine menschliche fehlbarkeit. im neuen bond wird dies offenbar noch mehr herausgestellt.
    ein trend aktueller kinofilme, welcher sich zunehmend durchzusetzen scheint. da stellt sich doch die frage:
    zeitgeist? zeichen der zeit? vor-apocalyptische stimmung einer generation, die sich zunehmend mit terror, krieg, anschlägen, wirtschaftlichen fisaken, sozialer armut und korruption konfrontiert sieht?

    bereits in spiderman (spätestens im dritten teil) kämpft parker gegen sein dunkles inneres, herr der ringe - ein zeitloses epos - erscheint in einer von schwarzem terror geplagten zeit und auch filme wie "brügge sehen und sterben" vermitteln ein düsteres endzeitähnliches bild.

    so sehr sich die filme in thematik, plot und umsetzung unterscheiden, verspüren wir beim ansehen doch parellelen in stimmung, atmo und emotionaler absicht:
    helden werden in frage gestellt, stark gebeutelt und die filmische welt überschattet mit einer schier düstren stimmung.

    auch der neue "batman" konfrontierte sich mit seiner rolle als held der stadt und hatte seine existentiellen schäferstündchen.

    es ist auffällig, daß die tiefe beschäftigung mit der eigenen (film-) psyche zunehmend an stärke und gewicht im film zunimmt und die umwelt unserer protagonisten auffallend feindlicher und unwirtlicher, ja gar perfider wird.

    ich denke, so findet auch im kino eine klare nennung unserer aktuellen wirklichkeit seinen platz. offenbar nichts revolutionäres, aber einen gedanken wert.
     
  2. Ian Liam

    Ian Liam Ribston Pepping

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    Da stimme ich dir voll und ganz zu, finde die ganze Entwicklung aber irgendwie auch schade, weil ich wenn ich ins Kino gehe nicht unbedingt wieder mit der Wirklichkeit konfrontiert werden möchte, sondern einfach der mal entfliehen will, das wird so, so meine ich jedenfalls, immer schwerer.
    Trotzdem sind die Filme immer noch sehr geil gemacht.
     
  3. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    nicht falsch verstehen. mir ging es nicht um eine kritik an dieser beobachtung, sondern um ein schlichtes mitteilen. es ist ein zeichen der zeit und das kino reagiert darauf.

    sieh im gegensatz dazu das deutsche kino der 50er und 60er jahre: verklärend, ulikig und klamottig. die menschen wollten leben, lachen und den krieg vergessen.
     
  4. Smooky

    Smooky Pommerscher Krummstiel

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    Leuts dann schauts halt Wall-E an, da könnt ihr eure Lachmuskeln strapazieren. Zwar hat der Film auch gewisse Anspielungen auf unsere Realität, aber über die kann man sich auch am nächsten Tag gedanken machen (mit einem Lächeln im Gesicht). Und denn neuen James Bond werd ich mir definitiv NICHT anschauen. Ich mag den neuen Bond nicht!
     
  5. Montrak

    Montrak Uelzener Rambour

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    Deine Beobachtung stimmt nicht. Bei den Superhelden ist das düstere quasi notwendig, da man leider nicht so satirische Filme macht, wie die Superman-Filme von Richard Lester. Bei den Bond-Filmen liegt es einfach daran, dass die Filme immer auf den jeweiligen Hauptdarsteller zugeschnitten. Und mit Craig muss man andere Akzente setzen als mit Brosnan. Schau Dir mal die ganzen Teenie-Filme an oder Paar findet sich nach mehr oder wenig komödiantischen Verwicklungen. Ende des Monats startet Baby Mama, und irgendwann kommt die neue Verfilmung von Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, usw.

    Und nicht vergessen: Es gibt nicht nur amerikanische Filme
     
    #5 Montrak, 22.10.08
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.08
  6. Ikezu Sennin

    Ikezu Sennin Schöner von Bath

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    Kommt da noch was? :p
     
  7. Montrak

    Montrak Uelzener Rambour

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    Aus versehen auf die falsche Taste gedrückt. s.o.
     
  8. XeroX

    XeroX Süssreinette (Aargauer Herrenapfel)

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    Hi groove!

    Tatsächlich ein interessanter Gedanke, den du da hegst. Die Welt des Films beschäftigt sich mit den Problemen der Neuzeit. Ironischerweise sind jedoch die Leute, die große Hollywoodblockbuster produzieren, völlig weltfremd und sozial inkompetent (meiner Einschätzung nach) aufgrund chronischen Geldüberschusses. Ich denke hier an einen ganz anderen Grund:

    Schon in Shakespears Schriften gab es sogenannte "runde" Charaktere. Man unterscheidet hier zwischen "flachen" und "runden" Charakteren. Runde Charaktere, Also Helden oder Antihelden die während des Stücks (oder hier Films) eine Wendung erfahren, sei das die Einstellung zu irgendetwas oder auf Handlungen bezogen stehen in krassem Gegenteil zu den flachen Figuren, die die gesamte zeit des Stücks eine Linie verfolgen. Gerade zu der Zeit, als Shakespears Stücke revolutionär neu waren, war auch das der Grund für Shakespears Erfolg. Er brach die Regeln, dass ein Stück aus möglichst einen Realtag bestehen solle, möglichst wenig Charaktere beinhalten solle und eben auch dass der Protagonist durch und durch seine Meinung vertritt.
    Gerade jetzt wird es aber auch modern auf klassische Idealvorstellungen eines Helden zu verzichten, da die Regisseure langsam aber sicher dramatische Stilelemente der alten Schule für sich entdecken.
    Zum einen macht es das dem Zuschauer einfacher, sich auf das Stück einzulassen und sich mit den Charakteren zu identifizieren, was sehr wichtig ist, zum anderen entsteht so zusätzliche Spannung wenn sich Bond z.B. mal eine Kugel fängt statt sie mit den Zähnen festzuhalten.
    Also wie gesagt stelle ich hier fest, dass das was im Moment der Trend ist, nämlich den Protagonisten reales Leben einzuhauchen, eigentlich ein alter Hut ist und nur grad neu aufgegriffen wird.

    cheers,
    Grischa
     
  9. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    an smooky:
    hast Du meine ersten beiden beiträge überlesen oder nur halb mitbekommen? ich sagte bereits und wiederhole es gern, daß ich es gar nicht kritisch sehe, sondern es mir auffällt.

    an montrak:
    der aspekt mit den superhelden - besonders die aus comicverfilmungen - stimmt sicherlich. sie mußten immer leiden und standen irgendwann mal ihrer eigenen psyche gegenüber. das gab es also schon immer. in ordnung. soweit!
    die darstellung dieser emotionen mit samt jedweder stimmungserzeugung udgl. erscheint mir zunehmend dramatischer und düsterer. kann auch sein, daß es daran liegt, daß es eben immer noch tiefer greifen muß. mag aber auch sein, daß der film als spiegel der zeit stimmungen und gesellschaftliche veränderungen aufgreift und diese überspitzt widerspiegelt. das ist auffällig oft in den vergengenen filmen, die ich im kino sah passiert.


    an xerox:
    das ist ein interessanter aspekt. Du meinst also, die filmemacher sind auf der suche nach neuen darstellungsweisen von charakterprofilen und kommen so alte techniken und kniffs aus der drama- und theaterzeit zurück? kannst Du einen markpunkt setzen, an welchem dies auffällig wurd eim kino?
    mir fällt spontan woody allen ein. aber der is doch komplett veränderungs- und erfahrungsresistent als protagonist seiner filme ;)
     
  10. Smooky

    Smooky Pommerscher Krummstiel

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    @groove: Ich sah deinen Beitrag auch nie als Kritik ;)
     
  11. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    ich bin nur über diesen satz gestolpert. aber vermutlich habe ich den nicht verstanden.
     
  12. Smooky

    Smooky Pommerscher Krummstiel

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    War ja nur als Gegensatz ;)
     
  13. abstarter

    abstarter Spätblühender Taffetapfe

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    warum nicht, wie bei allem gab es bei filmen auch immer trends die kamen und auch wieder verschwanden
     
  14. XeroX

    XeroX Süssreinette (Aargauer Herrenapfel)

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    ahhhhh ich hab nen 2 seitigen Text geschrieben und weg isser... ich hasse es! Na gut, vielelicht kann ich mich nachert nochmal dazu durchringen das nochmal zu schreiben o_O

    cheers,
    Grischa
     
  15. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    sehr gern, wenn Du magst!
     
  16. Montrak

    Montrak Uelzener Rambour

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    groove-i.d,

    ich glaube, Du hast mich da etwas misverstanden. In den Comics waren die Superhelden geradlinige ernste simple Charaktere, die gegen die wirtschaftliche Depression, Nazis, Kommunisten kämpften. Es ergibt sich aber ein Problem in der Umsetzung von Comics. Was in den Zeichnungen in einem Bild zusammengefasst ist, muss "gedehnt" werden. Das wird bei Superhelden sehr schnell langweilig. So haben sich schon die ersten Zeichentrickfilme, aber auch die Serials nicht besonders ernst genommen. Verschärft taucht das Problem bei 90 Minuten und länger auf. Auch hier hat man zunächst auf Unernst gesetzt. Der Batman-Film aus den sechzigern ist eine surrealistische Mischung diverser Stile und Bestandteile. Richard Lester hat aus Superman eben Satiren gemacht. Eine Verdppelung dieses Ansatzes hätte auch ökonomisch keinen Sinn gemacht. Deshalb die eher psychologische, in Abgründe gehende Wendung, nachdem realisiert wurde, dass digitale Spezialeffekte nicht ausreichen. Mal abgesehen davon, dass Christopher Nolan (der letzte Batman-Film) auch vorher schon "düstere" Filme gemacht hat. Da hat man aber eher den passenden Regisseur geholt. Deine Beobachtung trifft höchstens auf diesen Kreis der Filme zu. Von einem generellen Trend könnte man höchstens sprechen, wenn dies auch auf die Beziehungsfilme etc zutrifft. Was nicht heisst, dass sich politische und soziale Entwicklungen dort nicht irgendwie abbilden.
     

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