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Die GEMA | Funktionsprinzip und Aufgabengebiet

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Zettt, 31.05.07.

  1. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Heute mal ein anderes Thema. Etwas das nicht so technisch angehaucht ist, wie die sonstigen Themen - die GEMA.

    DIE GEMA hat in unserem Land meist einen schlechten Ruf. Viele Leute diskutieren, wieviel Geld sie doch für unsinnige Sachen kassiert. Da steht beispielsweise ein Radio in einer Bäckerei rum, nur zur Hintergrundmusik. Doch hierfür muss der Betreiber des Einzelhandels einen gewissen Geldbetrag an die GEMA abführen. Begründung: Die Musik wird dargeboten.
    Warum überhaupt dieser Preisdschungel? Wer profitiert davon? Warum gibt es die GEMA überhaupt? Wer hat das verbrochen? Und und und...so lauten die meisten Fragen welche oft gestellt werden. Gehen wir das Thema einfach mal an.

    Wie entstand die GEMA?
    Das ist eigentlich eine lustige Geschichte.
    Ein Komponist namens "Ernest Bourget" war mit einem Kollegen unterwegs. Sie besuchten beide ein Pariser Café. Dort wurde Musik von einem kleinen Orchester gespielt. Sie aßen und tranken. Das Orchester spielte unter anderem auch Werke von Bourget selbst. Er hatte in dem Augenblick den Gedanken, dass das Café einen Grossteil seiner Beliebtheit seinen Kompositionen zu verdanken habe. Es würden nicht soviele Menschen dort hingehen und Essen, würden sie nicht auch Unterhaltung finden. Wieso wurde er nicht an den Einnahmen des Cafés beteiligt? Er fand das ungerecht. Und als es zur Zahlung kam, weigerte er sich sein Essen zu zahlen.
    Aus dieser Situation heraus entstand die GEMA.

    GEMA steht übrigens für "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte". Was heißt das? Die GEMA hat also gar nichts mit den Gebühren zu tun, die wir Bürger Monat für Monat zahlen müssen? Doch hat sie! Aber die "Gebühren einziehen", das macht jemand anderes. Die so genannte GEZ. Diese erhält von der GEMA den Auftrag, anfallende Gebühren für "musikalische Aufführung- und mechanische Vervielfältigung" einzunehmen.

    Die GEMA ist auch ein eingetragener Verein. Laut deutschem Recht darf ein Verein keinen wirtschaftlichen Gewinn erwirtschaften, und muss immer alles überstehende an dessen Mitglieder ausschütten. Wenn man das so hört, klingt das Ganze schon weitaus weniger böse, als wir uns das immer vorstellen oder?

    Was macht die GEMA dann?
    Wie oben schon geschrieben. Sie passt auf, dass für ein Werk eines Künstlers die Verwertungsrechte gewahrt werden - weiter nichts. Im Prinzip ist das ein Büroklotz vollgestopft mit Anwälten.

    Sehen wir uns dieses Verwertungsrecht mal genauer an. Wir nehmen ein Beispiel her und führen dies durch und tun so als würde es die GEMA nicht geben.
    1. Ein Künstler hat ein Lied komponiert. Dies wird zur Plattenfirma gegeben. Diese gibt es dem Presswerk weiter damit es verkauft wird.
    2. Das Presswerk liefert die CD/Platte/MP3 aus. Der Kunde kauft sich das Ding und möchte es sich zuhause anhören.
      1. Die einen Kunden spielen ihre CD privat. Auf der eigenen Anlage.
      2. Die anderen Kunden aber, sind meinetwegen Einzelhändler und finden das Ding so gut, dass sie es in ihren Räumlichkeiten spielen möchten.
    3. Andere kaufen die Scheibe, arbeiten aber beim Radio.
      Hier gilt es jetzt wieder zu unterscheiden.
      1. Die einen sind wirklich diejenigen, welche beim Radio arbeiten und diese Musik spielen
      2. aaaber irgendjemand ist davon ja wieder der Empfänger. Das selbe gilt genauso für das Fernsehen.

    Zu 1. Da geht's schon gut los finde ich. Künstler gibts der Plattenfirma. Kein Problem. Plattenfirma dem Presswerk...diese stellen zig tausende Exemplare her...Kopien, Vervielfältigungen. Damit hier alles mit rechten Dingen zu geht und die Verwertungsrechte gewahrt bleiben, muss das Presswerk erst die Genehmigung beim Künstler einfordern, damit dessen CD in Produktion gehen kann.

    Zu 2.1. Tja, hier sind wir schon in der Situation die Herr Bourget auch schon hatte. Theoretisch müsste man jetzt hergehen, den Künstler anrufen, und fragen
    Zu 2.2. Ähnliche Situation wie 2.1., mit einem Unterschied. Hier soll nicht eine einzelne Person beschallt werden, sondern mehrere. Ob das nun unterhaltenden Charakter, zum Beispiel in der Diskothek, oder nur "Hintergrundgedudel" ist, spielt in unserem Beispiel keine Rolle. Es müssten wiederum die Aufführungsrechte beim Künstler eingeholt werden.

    Zu 3.1. Einfache Sache, routinierte Kämpfer. Radiochef kauft Song von Künstler XY, ruft an. Erkundigt sich nach den Aufführungsrechten, zahlt die Gebühren, kann das Lied ins Programm aufnehmen und letztendlich spielen.

    Zu 3.2. Ohweih! Was ist da passiert? Wir haben also jetzt eine CD, die gespielt wird, und über ein Medium weiter gegeben wird. Man nennt das eine so genannte Drittauswertung. Wenn also vom Tonträger, von dem schon Geld eingezogen wurde, nochmal Geld reinkommt. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass auch hierfür wieder der Künstler gefragt werden müsste.

    Wisst ihr was? Mir wäre das echt zu stressig!
    Erstens habe ich als Konsument keinerlei Bock jedes Mal um die Rechte des jeweiligen Titels zu bemühen. Noch habe ich als Künstler irgendwelche Lust drauf, dass hier ständig das Telefon klingelt. Ich muss ja auch irgendwann mal was arbeiten.
    Und genau hierfür gibt es die GEMA! Die GEMA hat zum Beispiel mit den einzelnen Radiostationen so genannte Gesellschaftsverträge. Sie zahlen einen Pauschalbetrag an die GEMA, naja eigentlich GEZ, und dürfen sich aus dem Pool an Titeln, welchen die GEMA anbietet, bedienen.

    JETZT WIRD'S KLARER ODER? Der Pool der GEMA, den nennt man auch gerne mal "Repertoir". Jeder Künstler, welcher angemeldetes Mitglied ist, meldet sein Werk der GEMA. Und nur deshalb gehört dieser eine Song jetzt zum Pool und die GEMA kann die diversen Aufführungsrechte wahrnehmen. Denn im Anmeldebogen gibt der Urheber/Künstler die jeweiligen Rechte an die GEMA ab.

    Das selbe Spiel nochmal:
    1. Ein Künstler hat ein Lied komponiert. Dies wird zur Plattenfirma gegeben. Diese gibt es dem Presswerk weiter damit es verkauft wird. Gleichzeitig meldet er sein Werk der GEMA - somit kann diese die Verwertungs- und Vervielfältigungsrechte wahrnehmen.
    2. Das Presswerk liefert die CD/Platte/MP3 aus. Der Kunde kauft sich das Ding und möchte es sich zuhause anhören. Ja Moment! Was denn hier los? Einfach kaufen? Ja, einfach kaufen! Denn für den Datenträger wurden ja schon Gebühren entrichtet, deshalb ist die CD ja so "teuer". Die GEMA Gebühren sind darin bereits enthalten. Ihr könnt ja mal einen Blick auf die Hülle einer CD werfen.
      1. Die einen Kunden spielen ihre CD privat. Auf der eigenen Anlage. Mach doch, dafür hast du ja gezahlt.
      2. Die anderen Kunden aber, sind meinetwegen Einzelhändler und finden das Ding so gut, das sie es in ihren Räumlichkeiten spielen möchten.
    3. Andere kaufen die Scheibe, arbeiten aber beim Radio. Ich erinnere nochmal an den Gesellschaftsvertrag...also mach doch, dafür hast du ja gezahlt.
      Hier gilt es jetzt wieder zu unterscheiden.
      1. Die einen sind wirklich diejenigen, welche beim Radio arbeiten und diese Musik spielen
      2. aaaber irgendjemand ist davon ja wieder der Empfänger. Das selbe gilt genauso für das Fernsehen.

    Zu 2.2. Dieser Bereich ist jetzt durch den alleinigen Kauf der Musik nicht mehr abgesichert. Hierfür sind erneut Gebühren zu entrichten, da es sich ja um eine Drittverwertung handelt. Die jeweiligen Gebühren sind dem GEMA Katalog zu entnehmen. Diese variieren je nach Raumgrösse bzw. Veranstaltungsgrösse.
    Podcaster kommen übrigens relativ günstig davon. Ab 10 €uro Gebühr ist es ihnen gewährt sich dem GEMA Repertoir zu bedienen. Dies hängt natürlich von Art und Grösse des Podcasts ab. Nähere Informationen sind dem Link zu entnehmen.

    Zu 3. Die beiden Punkte möchte ich zusammenfassen. Einerseits haben wir es ganz normal mit dem Erwerb, beziehungsweise dem Erwerb des Rechtes zur Aufführung zu tun. Zum anderen der Drittauswertung. Auch hierfür sind wieder die Gebühren anhand des GEMA Kataloges zu ermitteln. Radio- und Fernsehsender haben darüber hinaus gesetzlich die Pflicht die gespielten Stücke zu melden. Tun sie das nicht machen sie sich strafbar.
    Kurzer Exkurs warum müssen sie das machen?
    Jeder Künstler der sich bei der GEMA anmeldet, wird an der jährlichen GEMA Ausschüttung beteiligt. Ich erwähnte dies oben bereits. (...die GEMA ist ein Verein...) Die Höhe des jeweiligen Betrages wird ermittelt anhand der Häufigkeit der Aufführungen und Sendungen im Radio, Fernsehen etc. Wer also oft gespielt wird, bekommt auch mehr von dieser Ausschüttung.
    Auch nachwirkend ist das für die Künstler eine recht feine Sache. Bohlen und Co. haben also gut lachen. Auch die guten alten "Hits der 80er", wie so manche Werbung es verlauten lässt. Zwingt den Künstlern ein lächeln auf die Lippen. Jede neue CD ist für sie bares Geld.

    Sooo...
    Dann gilt es jetzt nur noch ein Fazit zu ziehen, oder?
    Was haltet ihr jetzt von dieser ganzen Institution? Die GEMA versteht sich als Vermittler zwischen den ganzen Institutionen, welche mit Medien handhaben und sie hat den großen Vorteil eine zentrale Einheit zu sein, an welche sich jeder wenden kann.
    Künstler profitieren von der Einrichtung, genauso wie Konsumenten. So wird für sie letztendlich vieles vereinfacht.
     
    #1 Zettt, 31.05.07
    Zuletzt bearbeitet: 02.06.07
  2. leowatti

    leowatti Uelzener Rambour

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    schön geschrieben... :)

    jetzt zum Fazit:
    AN sich ist die GEMA ja ne gute EInrichtung... (Gründe hast du ja gut beschrieben), aber wofür jetzt schon GEZ gezahlt werden soll, ist doch ein bisschern unverschämt.
    (z. B. Gebühren für "internetfähigen Computer")

    leowatti
     
  3. jarett

    jarett Morgenduft

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    erstmal ein grosses lob von meiner seite... du hast das ganz nett und leicht verständlich rübergebracht!

    aus sicht der musikproduzenten ist die gema natürlich eine wichtige sache und unverzichtbar.
    ich finde es auch nur fair, dass wenn ich einen song schreibe und dieser in einem hollywoodstreifen als titelsong benutzt wird, ich beim gewinn beteiligt werde.
    natürlich ist es für den verbraucher nervig immer nachzudenken wann und wo man gebühren zahlen müsste (vorallem BEVOR man das ganze macht!) und diese auch einzuzahlen. auch wenn man ein kleines familienfilmchen dreht --> dies zusammenschneidet und mit eine neuen hit unterlegt ---> dies auf die eigene website hochläd, muss man eine gebühr an die gema bezahlen.... auch wenn dann im grossen und ganzen 3 verwandte und 2 freunde dieses filmchen auch ansehn! solche sachen nerven halt! aber ansonsten auf jeden fall OK

    lg jarett
     
  4. Tommi

    Tommi Kaiserapfel

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    Danke für den Beitrag Zettt. Im Prinzip ist die GEMA auch gut. Sie schützt die Künstler. Leider haben die einen Wirrwarr an Rechten bei denen man nicht durchblickt.


    Beispiel: Ich wollte mal ein Stück Filmmusik unter einen Film-Clip legen und hab mich mal auf deren Internet-Seite umgeschaut. Da gings schon los.

    "Wie lange wird das Stück gespielt?" Ok, sehe ich ja noch ein.
    "Wie ist die Szene aufgebaut, unter der das Stück liegt?"
    "Wird die Musik nur als Hintergrund verwendet, also indirekt, oder unterstützt sie die Szene direkt?"

    Da hab ich dann aufgehört weil es mir zu blöd wurde. Ich würde ja gerne die Künstler damit unterstützen, aber das ist mir zu undurchsichtig. Leider.

    Weiß jemand wie das mit Künstlern ist, die nicht der GEMA unterstellt sind, aber natürlich trotzdem die Rechte bei sich haben? Also keine Royality Free Music?
     
  5. pastizio

    pastizio Roter Delicious

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    Eigenartig ist aber das Verhältnis zwischen der Summe X die ich zum Beispiel als Veranstalter laut dem Gema-Katalog zu zahlen habe, also in Abhängigkeitr der Raumgröße, Eintrittsgeld etc. und der Rückzahlung der Gema an den Künstler, der bei einer Veranstaltung die sogenannte Gema-Liste ausfüllt und dem Veranstalter übergibt bzw. selbst an die Gema sendet. Dort bekommt er aber nur Pfennigbeträge pro angemeldeten Titel zurück, wobei ich als Veranstalter Beträge im drei- bzw. sogar vierstelligen Bereich zu zahlen habe.

    Wo bleibt denn dann die Differenz, in dem Arbeitsaufwand des Vereins?

    ich weiss aus eigener (schmerzlicher) Erfahrung, das in den einzelnen Gebieten bzw. Bezirksvertretungen Leute sitzen, die jeden Tag ganz genau jeden Zeitungsartikel lesen und dich dann solange löchern, bis sie die Rechnungsadresse haben bzw. man selbst gemeldet hat (was ich z.B. auch im Nachhinein tun kann - ist bei uns eine Verhandlungssache gewesen).

    Also etwas mehr Transparenz würde ich mir bei diesem Verein schon wünschen. Auf Anfragen, wieviele Mitarbeiter die Gema z.B. bei uns beschäftigt, bekommt man leider keine Auskunft, zumal es anscheinend auch freie MA zu geben scheint, die verdeckt Veranstaltungen besuchen (jedenfalls bekomme ich nach Veranstaltungen öfter Anrufe mit der Kontrollfrage nach der Besucherzahl! - auch ein Kriterium der Abrechnung)
     
  6. tmconnect

    tmconnect Meraner

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    Grundsätzlich ein schöner Beitrag. Doch hat die GEZ mit der GEMA überhaupt nichts zu tun. [Link]

    Die GEZ-Gebühren muss jeder zahlen, der ein Rundfunk- oder Fernsehgerät zum Empfang bereithält - und dies auch bei ausschließlicher privaten Nutzung.

    GEMA-Abgaben sind zu entrichten, wenn Werke durch Dritte öffentlich wiedergegeben werden.
     
  7. Head

    Head Freiherr von Berlepsch

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    Gut dass es noch Bereiche gibt in denen großteilig Gema-freie Musik gespielt wird bzw. werden kann. Gerade bei Hardtek und Hardcore wird einem bestimmt kein Gema-Typ auf die Pelle rücken, 1. erkennen die die Songs nicht, 2. liefert man einfach ne Liste mit ausschließlich "freien" Tracks ab.

    Wir haben noch nie Gema bezahlt (und haben locker schon 200 Parties veranstaltet) und werden es auch nicht - Popidioten können ruhig zahlen, die ganze Industrie zehrt ja dort davon. Wir kriegen nix von denen, die nix von uns. Punkt.
     
  8. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Da bleibt dir im Prinzip nichts andere uebrig als den Kuenstler/Urheber direkt anzuschreiben.
    Die Tatsache, dass er nicht bei der GEMA gemeldet ist heisst vor allem, dass er seine Verwertungsrechte nicht abgetreten hat. Das heisst du musst ihn selbst fragen.

    Es gibt Organisationen die es einem da relativ leicht machen. Ist zum Beispiel der jeweilige Kuenstler bei einem Label kann das schon einiges einfacher machen, weil das ja eine "Firma" ist die die Interessen ihrer Kuenstler vertritt und als zentrales Kommunikationsorgan dient.

    Oder ein anderes Beispiel ist das Podsafe Music Network.

    Ansonsten wie gesagt...den Kuenstler direkt fragen. Meistens sagen die natuerlich ja und freuen sich wenn du ihnen auf diesem Weg sagst das dir ihre Musik gefaellt. :)
    Gute Frage! Gut das du sie stellst.

    Nun du musst bedenken, welche Kosten VOR der Ausschuettung an die jeweiligen Teilnehmer abgezogen werden. Die GEMA ist zwar ein Verein beschaeftigt aber deutschlandweit doch einige 100 Leute. Die wollen gefuettert werden, Bueroraeume sind auch nicht umsonst und die ganzen anderen Kosten wie Telefon usw. Ihr Server muss bezahlt werden. Die ganzen Juristen haben sicher auch mal Hunger und und und ...
    Zum Schluss bleiben eben (vor allem/fast auschliesslich) fuer kleine Kuenstler eben nur ein paar Cent uebrig. o_O
     
  9. GEMA -> Geh Mal

    "Geh Mal" sollte man zu der GEMA sagen. Die Pauschalen Geühren auf CD-Rohlingen sind genauso schwachsinnig wie die diversen Pauschalabgaben an die "Wort & Bild" bei Scannern, Druckern etc.

    Wenn ich also eine Daten-CD brenne habe ich bereits durch den CD-Kauf an die GEMA gezahlt. Das ist totaler Unsinn und "Recht" ist das nicht.

    Ebenso die Abgaben auf Drucker. Ich habe noch NIE(!) ein Literarisches Werk ausgedruckt. Nur selbst geschriebenes.

    Umgekehrt erlangt man durch Zahlung der GEMA-Pauschale auf Rohlinge KEIN Recht, auf die Musik kopieren zu dürfen. Du zahlst also präventiv für den Fall, dass du mal (weiterhin illegal) Musik auf das Medium kopierst.

    Vorschlag 1: wir inhaftieren jeden Deutschen mal präventiv für ein Jahr, falls dieser mal Straffällig werden sollte, wird dieses Jahr dann angerechnet :eek:

    Vorschlag 2: Ich fordere jeden Bundesbürger auf mir 1 EUR zu überweisen. Schließlich hat ja jeder Augen und es könnte ja irgendwann mal sein, das jemand eins meiner publizierten Bilder sieht (ich bin Fotograf). Und wenn nicht, dann gibts das Geld auch nicht zurück.

    SCHWACHSINN hoch 1000 !!!
     
  10. stk

    stk Grünapfel

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    Moin,

    im Umkehrschluß bedeutet dies doch, das Musiker die nicht durch die GEMA vertreten werden (oder Teile ihres Repertoires nicht bei der GEMA melden?) auch im Geschäft gebührenfrei abgespielt werden können - ja?

    Gruß Stefan
     
  11. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Vollkommen richtig.
    Such hier mal auf AT nach "Musik kostenlos" und nach einem Posting vom Herrn Sin. Der hat da mal was ZIEMLICH DICKES gepostet. Wo man da was herbekommt.

    Zur anderen Frage. Musik haben nicht Moeglichkeit einige Titel der GEMA zu melden und andere nicht. Das funktioniert nach dem Prinzip einmal GEMA, immer GEMA. Alle Titel die du ab Anmeldung herstellst, muessen der GEMA gemeldet werden. :(
    Damit hab ich persoenlich meine groessten Probleme. Das Prinzip GEMA ist mir irgendwie nicht zeitgerecht genug. Zu unflexibel fuer mich als Hersteller von medialen Inhalten...
     
  12. streuobstwiese

    streuobstwiese Schafnase

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    Also wenn ich den Palast sehe, den sich die Gema mit den Geldern der Künstler hier in Berlin gebaut hat (obwohl es hunderttausende Quadratmeter freie Büroflächen gibt und die Preise dementsprechend im Keller sind), wird mir ganz anders. Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Herren verantwortungsvoll (eingetragener Verein/Stiftung?) mit den Geldern der Urheber umgehen.
     
  13. Die Mitteilung ein Verein dürfe keine Profite machen, sondern muß diese an die Mitglieder auszahlen ist inhaltlich falsch. Vereine können sich dick und rund bereichern.

    Anders ist das bei "gemeinnützigen" Vereinen, die deshalb auch steuerlich bevorzugt werden. Die "Gemeinnützigkeit" muß aber staatlich erst anerkannt werden. Das kann durch die Vereinssatzung oder ähnlichem geschehen.
     
  14. space

    space Neuer Berner Rosenapfel

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    Also erst mal zum schon geschriebenen. Da stimme ich zu.
    Bezüglich der Transparenz hatte die Gema ihren Mitgliedern mal die Zahl der Angestellten geschrieben … ist aber schon länger her und da waren es 1200.

    Genau genommen war das, als der "Palast" eingeweiht wurde.

    Wer noch den alten Bau kennt, der weiß, dass dort nicht nur die Arbeitsbedingungen auf Grund der Räumlichkeiten schlecht waren, sondern, dass der alles andere als "repräsentativ" war. Er war einfach total runtergekommen.
    Die Sanierung und Aufstockung war - so glaube ich- bestimmt billiger als ein Umzug und Neubau.
    Dass dabei allerdings nach dem Motto: >Klotzen und nicht kleckern< vorgegangen wurde, ist nicht nur dir, streuobstwiese, unangenehm aufgefallen.

    Gruss
     
  15. Das O

    Das O Stina Lohmann

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    Eben so sehe ich das auch habe selber einen gemeinnützigen Verein und weiß was das für ein Trara ist.
    Ansonsten noch ein großes Danke an den Zett für die Gema Übersicht und die Sache wie das funktioniert.
     
  16. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Hmm...du lieferst dir doch selbst in deiner eigenen Aussage schon wieder die Antwort.

    Es gibt einen Unterschied zwischen Verein und gemeinnuetzigem Verein. Den gemeinnuetzigen Verein wuerde man vielleicht von der Geschaeftsform her eher als Stiftung anlegen. Laut Gesetz darf eine Stiftung nicht nur keinen Gewinn erwirtschaften sondern MUSS einen gemeinnuetzigen Zweck erfuellen.

    Ein Verein DARF auch anders handeln und das tut die GEMA ja auch.
    Wenn sich die GEMA ein neues Gebaeude kaufen kann. Ist das voellig in Ordnung finde ich. Wenn das vorher voll das Hundsteil war umso besser. Im neuen Gebaeude arbeitet sichs sicher schoener.
     
  17. tinb

    tinb Gast

    Danke! Wieder ein interessanter Beitrag aus der Rubrik "was Sie schon immer mal wissen wollten" :)

    Was ich immer schon mal wissen wollte: wieviel kostet es einen Radiosender konkret, ein Lied zu spielen, sagen wir mal bei Radio Eins (Berlin/Brandenburg) mit 100.000 Hörern. Sind das Cent-Beträge oder liegt das doch eher im Euro-Bereich?
     
  18. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Da empfehle ich dir mal den GEMA Katalog zu waelzen.
    Code:
    1. Mindestbetrag 
    	Je Geraet und Monat
    		im Bereich	0  -      50.000	Geraete: € 0,01023 
    		im Bereich	50.001  -    500.000	Geraete: € 0,00511 
    		ueber		500.000			Geraete: € 0,00153
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    Danke das dir der Artikel gefaellt :)
     
  19. pastizio

    pastizio Roter Delicious

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    also 1200 MA bei der Gema kann nicht mehr stimmen, auch in Dresden gibts eine größere Außenstelle und sind mit Sicherheit über 100 beschäftigt, so wird das doch mit Sicherheit auch in anderen Regionen und Bundesländern gehandhabt.

    Den Palast in Berlin habe ich auch schon gesehen und ihr habt recht, fragen braucht man sich da wirklich nicht mehr, wo das Geld hingeflossen ist, ist ähnlich wie bei den Sparkassen, die auch mit gewonnenen Geldern Paläste bauen! habe selbst 2 davon in den letzten 3 Jahren eingeweiht und muss sagen, das Geld bei den Eröffnungen keine wirkliche Rolle gespielt hat und wir uns hinterher des öfteren anhören mussten, was da mit den Geld der meist Rentnern passiert!

    Ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck, genaue Zahlen erfährt man ja doch nie!
     
  20. pastizio

    pastizio Roter Delicious

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    aber auch von mir noch mal ein Dank, das dieses Thema mal angesprochen wurde!

    KLASSE! :)
     

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