Schlechte Arbeitsbedingungen bei Firmen in Fernost fallen erst immer genau dann auf, sobald auch Apple dort ein Gerät bauen läßt.
Ach, MacMark, kritisiert werden doch alle möglichen Firmen von allerhand verantwortungsvollen Kunden. Nur h i e r ist nunmal ein Apple-Forum mit Apple-Kunden. Und auch gemeinhin hinsichtlich allgemeiner Medien-Verarbeitung solcher Themen darf berücksichtigt werden, wenn Apple ins Fadenkreutz gerät: Apple ist nunmal der Klassenprimus und Kunden-Liebling – also erntet Apple zentral, was Apple säht.
Und mal ehrlich: die Kritik bleibt doch moderat! Sie könnte und müsste erheblich ernster und weitreichender wie hinsichtlich der Kundschaft, ethisch nicht verträglichen Aspekten nicht zuzuarbeiten, durchaus auffordernder ausfallen.
Apple ist von vielen Kunden auserkoren worden, weil die etwas besonderes versprechen. Die gesamte Werbekampagne ist von Seiten Apples eine hoch emotionalisierte. Viele Kunden sehen darum nicht nur das besonders gestylte Produkt und den vordergründigen Lifestyle, an den sie systemisch gebunden werden, sondern erkennen eben auch ihre ethische Verantwortung, die sie darob nicht drangeben wollen. Ihre Emotion, die gezielt von Apple geschürt wird, wollen sie so wenig korrumpieren lassen wie ihre natürliche Vernunft und weitreichende Verantwortlichkeit (aufgeklärt nach Rousseau, Kant oder Popper würde man von 'Brüderlichkeit' unter den Menschen sprechen, also wenn wir noch in zivilisatorischen Dimensionen denken). Entsprechend fällt dann die Kritik aus: Hey, Leute, lasst es nicht nur gut aussehen (also nach Zivilisation) – das genügt uns nicht, denn eure Versprechungen müssen mehr implizieren: was nach Zivilisation aussieht, sollte sie auch hinsichtlich ihres Zustandekommens durchweg aufweisen… Und, hey, manipuliert uns nicht mit schönen Gadgets dazu, uns zu Unmenschlichkeiten nebensächlich korrumpieren zu müssen, wenn wir eure Kunden sind…
Der Klassenprimus hat immer Vorbildfunktion. Es ist gut und richtig, wenn er in die Haftung genommen wird. Vor allem wenn ein Betrieb wie Apple mit den Emotionen und der ideellen Bindung seiner Kundschaft agiert. Das könnte man gegenüber Apple hinsichtlich seiner Auswirkungen sogar durchaus sogar richtig übel nehmen…
PS: Ich schätze wirklich außerordentlich Deinen Apple-Blog. Aber ich vermisse doch derzeit einiges zum Thema 'Sicherheit' und 'Kundenverrat' hinsichtlich des PRISM-Skandals… Ich mein, mit der Sicherheit scheint es gegenüber verbrecherisch agierenden Geheimdiensten genaus so wenig gut bestellt zu sein, wie es um die Loyalität Apples gegenüber Verfassungen wie der zahlenden Kundschaft bestellt ist. Apple, wohin biste gegangen? Und, MarkMark, angesichts so viel Mühen, sich dem Thema Apple zu widmen – keine Bedenken hinsichtlich aktueller Geschehnisse… Ich mein es ganz undespektierlich? Was rätst Du jetzt den Leuten, die verunsichert sind? Müssen wir womöglich auch Backdoors befürchten? Können wir weiter unsere Daten über Apple synchronisieren? Müssten wir Apple nicht in Haftung dafür nehmen, dass sie einem verbrecherisch agierenden Staat bzw. seinen Diensten Zugang zu unseren Daten, womöglich sogar zu unseren Macs gewährt?
Ich frag das in eigener Verunsicherung. Nicht Deine Arbeit herabwürdigend, sondern aufrichtig interessiert...