Ausprobiert: KEF LSX – Aktivlautsprecher mit AirPlay 2

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Jan Gruber, 11.08.19.

  1. Jan Gruber

    Jan Gruber Redakteur
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    Ausprobiert: KEF LSX – Aktivlautsprecher mit AirPlay 2
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    Mit AirPlay 2 hat Apple sich Boxenherstellern weitgehend geöffnet, immer mehr Hersteller integrieren den drahtlosen Standard von Apple in ihre Lautsprecher. Mit den LSX bietet jetzt auch KEF, bekannt aus dem High-End-Segment, eine entsprechende Lösung für den Heimgebrauch an.

    Der Lautsprecherhersteller KEF stammt aus Großbritannien und ist bereits seit Anfang der 1960er im Markt. Der Hersteller ist vor allem für die Ausstattung professioneller Produktionen wie jenen von BBC bekannt. Die neue LS-Reihe orientiert sich an den bekannten Monitorboxen LS3/5A, damit soll auch der High-End-Heimbereich erobert werden.

    Mit den KEF LSX gibt es jetzt die dritte Iteration der LS-Reihe, sie sind günstiger und kleiner als die bisher erfolgreichen LS50. Zusätzlich ist jetzt auch AirPlay 2 an Bord, was die Boxen vor allem in Apple-Ökosystemen sehr interessant macht.
    Design und Verarbeitung


    Wie zu erwarten war – perfekte Qualität wohin man sieht. Die Lautsprecher sind deutlich kleiner als die LS50. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, an der Front finden wir eine große Öffnung. Dort ist ein 10-mm-Aluminium-Hochtöner und ein 10-cm-Tieftöner angebracht.

    Alle notwendige Technik ist im Gehäuse verbaut. Die Lautsprecher sind aktiv, der entsprechende Verstärker, D/A Wandler und Streamer sind direkt im Gehäuse integriert. Insofern müsst ihr die beiden nur auspacken, mit dem beiliegenden Kabel miteinander verbinden, an den Strom stecken und los geht's.

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    Die Lautsprecher werden in fünf Farbvarianten angeboten: Schwarz, Hochglanz-Weiß, Olivgrün, Rot und Blau – wie in meinem Testfall.
    Handhabung


    Die erste Einrichtung erfolgt über die App des Herstellers. Die Lautsprecher verbinden sich entweder über Dualband-WIFI oder Ethernet mit eurem Netzwerk. So wird auch die AirPlay 2 Funktion im Netzwerk angeboten.

    Zusätzlich könnt ihr noch über viele andere Wege Musikquellen zuschalten. Bluetooth, 3,5-mm-Klinke – ja, selbst einen optischen Eingang gibt es. Ebenso gibt es einen USB-Anschluss, dieser kann Geräte sogar mit 5 V laden. Zusätzlich gibt es einen Sub-Out-Anschluss, mit dem ihr einen aktiven Subwoofer verbinden könnt.

    Die Wiedergabe kann via App oder der beiliegenden Fernbedienung gesteuert werden.
    App


    Ein kleiner Schwachpunkt des Systems ist zweifelsohne die App. Zwar werden alle notwendigen Funktionen angeboten, die Anwendung ist aber sehr unstrukturiert und auch nicht wirklich performant oder schön anzusehen. Für die Auswahl der Wiedergabe wird eine zweite Anwendung benötigt – ein unnötiger Schritt meinem Empfinden nach. Dort könnt ihr direkt auf UPnP Freigaben in eurem Netzwerk zugreifen oder aber auf den Streamingdienst Tidal.

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    In der Praxis ist die – meiner Meinung nach mangelhafte – App aber überhaupt kein Problem, da sie nur zur Einrichtung genutzt werden muss und dieser Part auch ohne Probleme funktioniert. Dank AirPlay 2 streame ich meine Wiedergabe ohnedies so. Die Zuspielung von meinem Mac erfolgt über ein klassisches Kabel. So kann ich die Boxen einerseits zum Musikhören, andererseits aber auch als Studioboxen ohne Probleme einsetzen.
    Klang


    Kommen wir zur wichtigsten Disziplin, dem Klang. All die Technik nützt nichts, wenn die Boxen keinen guten Sound liefern. Wie ich es von KEF erwartet hatte – ich kenne bereits die BBC-Lautsprecher –, liefert der Hersteller hier ein wahres Meisterwerk ab!

    Der Klang wirkt sehr losgelöst, plastisch und neutral. Stimmen sind bis in die höchsten Lagen klirrarm und klar vom Hintergrund zu unterscheiden, Instrumente klingen äußerst druckvoll und warm. Die Lautsprecher spannen ein fast perfektes Panorama auf. Kleine Schwächen gibt es nur bei ganz tiefen Tönen, hier empfiehlt sich im Zweifel der Anschluss eines aktiven Subwoofers. Das sieht KEF offenbar ähnlich, sonst gäbe es nicht auch den passenden Anschluss.

    Ich kenne auch das größere Modell, die KEF LS50. Diese sind in Sachen Raumklang und Tiefen etwas besser, bei besonders großen Räumen würde ich im Zweifel zu diesen Lautsprechern greifen. So oder so, was KEF aus diesem kleinen Gehäuse holt, ist nicht weniger als genial.
    Technische Daten


    • Leistung: 200 Watt
    • Treiber: 0,75" Class D Hochtöner, 4,5" Class D Tieftöner
    • Anschlüsse: Toslink, 3,5 AUX, Ethernet, WLAN, Bluetooth
    • Abmessungen: 17,8 x 15,2 x 24,1 cm
    • Gewicht: 7 kg

    Fazit – KEF LSX


    Es ist immer sehr schwer, guten Klang in Worte zu fassen und so dann sogar eine Relation zum Preis herzustellen. Die KEF LSX richten sich eindeutig an audiophile Nutzer, die gerne dazu bereit sind, Geld für ihren Hörgenuss auszugeben. Hochwertige Lautsprecher haben oft erhebliche Defizite was moderne Schnittstellen betrifft – Bluetooth ist hier meist das höchste der Gefühle. Mit den LSX liefert KEF ein Beispiel ab, an dem sich gerne auch andere Hersteller ein Vorbild nehmen können. WLAN, Bluetooth, AirPlay 2 – alles an Board, lediglich bei der App würde ich mir eine Neuentwicklung wünschen. Die Boxen sind damit nicht nur als Studiomonitore einsetzbar, auch im heimischen Wohnzimmer sorgen sie für nahezu perfekten Klang.

    All das hat natürlich seinen Preis, den die Boxen aber ohne Frage wert sind. Die UVP liegt bei 1.199 Euro, die Lautsprecher werden aber je nach Farbe auch schon für unter 1.000 Euro bei Amazon gehandelt.

    Ihr wollt die KEF LSX auch ausprobieren? Dann behaltet unsere Startseite im Auge. Wir arbeiten hier mit KEF an einer kleinen Aktion. Mehr dazu in Kürze.
    Die LSX wurden uns von KEF für diesen Test ausgeliehen. Vielen Dank an den Hersteller.


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  2. nachdenker

    nachdenker Jerseymac

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    der Preis is doch ok bzw. angemessen/günstig. Hier beschwert sich niemand, dass Apple Produkte 800-3000€ kosten, dann sind doch 1000€ für Boxen, die länger halten, als man idR ein iPhone nutzt fast schon ein Schnäppchen...
    Empfehlung in diesem Preissegment sind natürlich die Teufel Streaming Stereo M, etwas größer, dafür noch besserer Sound und aktuell für rd 850€ zu haben ;)
     
    #2 nachdenker, 11.08.19
    Zuletzt bearbeitet: 11.08.19
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  3. Jan Gruber

    Jan Gruber Redakteur
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    Die hatte ich neulich auch da. Gefallen mir sehr gut; ich persönlich würde die KEF bevorzugen. Die sind neutraler und als Monitorboxen auch geeignet. Die Teufel mMn nicht ganz so (etwas basslastig)
     
  4. nachdenker

    nachdenker Jerseymac

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    Kann ich ganz gut nachvollziehen. Ist auch mein Grund warum ich auf klassische Stereoboxen von Bowers&Wilkins an einem airplaytauglichen Verstärker und nen Zeppelin setze.

    Aber was anderes Jan: Warum übergehst du hier bei AT die SonosIKEA Regalboxen? 99€ bzw. 198€ für n Stereopaar finde ich für 95% der "normalen" Nutzer ein phantastisches Angebot, das Streaming endlich für viele erst attraktiv macht. Die solltet ihr mal featuren.
     
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  5. Greenie77

    Greenie77 Gelbe Schleswiger Reinette

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    Ein Problem ist immer wenn ein Bassreflexrohr hinten liegt. So sollte immer recht viel Platz zwischen der Rückwand sein, sonst neigt es dazu leicht zu dröhnen. Aber das haben heute leider viele kleine Boxen so. Wenn man das weiß und beachtet beim aufstellen alles ok! Am besten wäre technisch eh gar kein Bassreflex, dann stimmen auch die Bassimpulse bis ganz unten ohne Phasenversatz. Dazu muss man aber das Bassreflexsystem verstehen warum das so ist. Nur wird dann halt der Lautsprecher extrem groß. Also hier eh indiskutabel.
     
  6. doc_holleday

    doc_holleday Orleans Reinette

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    Optisch sind die KEF ja schon eher ... speziell, wenn man vor hat, die ins Wohnzimmer zu stellen.

    Da sind die Teufel schon netter und die Master-Slave-Combo sowie der klassische Cinch-Input für ein weiteres Gerät wie CD-Player wirkt auf den ersten Blick auch nicht so blöd.

    Was ich aber auf Anhieb nicht gefunden habe: können die Teufel auf Airplay?
     
  7. Jan Gruber

    Jan Gruber Redakteur
    AT Redaktion

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    Wenn wir was nicht schreiben heißt das nicht das wir was umgehen ;) Ich hatte leider keine Zeit zum Presse Event und war letzte Woche im Ausland auf Urlaub. Mein symfonisk kommt am Freitag, dann wird er getestet und ich schreib was dazu ;)

    B&W war auch lange meine Lösung hier - im „Studio“ und im Wohnzimmer.
     
    #7 Jan Gruber, 12.08.19
    Zuletzt bearbeitet: 12.08.19
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  8. MichaNbg

    MichaNbg Clairgeau

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    B&W sind immer noch meine Lösung fürs Wohnzimmer :) Aber eben große Standlautsprecher.

    Naja, sind die kleinen Dinger wirklich was fürs Wohnzimmer? Sowas würde ich mir ins Büro stellen.
     
  9. nachdenker

    nachdenker Jerseymac

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    Der Urlaub sei dir mehr als gegönnt! Vlt. klang das „umgehen“ zu hart, war so nicht gemeint!
    Gleichwohl fällt mir bei vielen Applepages /-mags auf (hier weniger bis gar nicht), dass die „günstigen“ Lösungen für „Lieschen Müller“ selten/ nie vorgestellt werden. Finde ich schade! Ne Maclife zB ist mE nichts anderes als n Werbeblättchen der Premiumgadgetindustrie, Mac&I ist recht breit aufgestellt, aber (fast) die ganzen Blogs promoten nur, was sie in den Flur gekarrt bekommen... China& Aliexpress copycatware findet fast nicht statt u ist häufiger nur um Nuancen schlechter als das Appleoriginal (zB das iPhoneXs Leathercase a €5) ...
     
  10. doc_holleday

    doc_holleday Orleans Reinette

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    Verstehe deinen Punkt und stimme dir auch grundsätzlich zu, aber ich wohne in einer kleinen ziemlich hellhörigen Mietwohnung mit 4 angrenzenden Nachbarn. Da ist mit vernünftig laut Musikhören eh Essig.

    Daher wären kleine Allrounder mit vernünftigem Klang schon interessant für mich. V.a. weil ich bei gegebener AirPlay-Kompatibilität auch noch meine uralte Airport Express außer Betrieb nehmen könnte. Ggf. sogar auch meinen alten Receiver.

    Mehr Platz im Regal und weniger Gekabel sind bei den Wohnverhältnissen halt nette Bonusfeatures.