ATEP587 Intel und Apple - Brothers against ARM

Jan Gruber

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Jan Gruber
Die Vorstellung des MacBook Pro 13 hat selbst Hardware-Enthusiasten vor einige Fragen gestellt. Der dort eingesetzte Prozessor war bis dahin nicht bekannt. Apple und Intel haben hier eine Sonderlösung gefunden.

Wir haben das Thema bereits in unserem letzten SE-Podcast thematisiert. Als Apple das MacBook Pro 13 ankündigte, gab es einige Fragezeichen. Das lag nicht nur an einigen interessanten Entscheidung bezüglich der Abgrenzung, auch die verwendete Technik ließ einige Fragen offen.
Die Prozessoren im Detail


Seit der Vorstellung ist ein Monat vergangen, langsam gibt es die ersten Details. Apple setzt auf den Core i7-1068NG7 und den Core i5-1038NG7. Beide Prozessoren waren vorher nicht bekannt, das N bezeichnet die Sonderanfertigung für Apple.

Es handelt sich um aktuelle Ice Lake U Prozessoren der zehnten Generation. Bisherige Lösungen bieten eine Leistungsaufnahme von 15 Watt, die Lösung von Apple bekommt aber maximal 28 Watt zur Seite. So gibt es deutlich mehr Leistung – und Stromverbrauch.
Apple und Intel: eine lange Geschichte der Kooperation – mit Ende?


Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, das Intel Sonderlösungen für Apple baut. Unter anderem aufgrund solcher Lösungen wurde überhaupt das erste MacBook Air möglich. Die enge Kooperation entwickelte sich über Jahre.

Im Mac Mini setzte Apple lange einen Core i7 mit Intel Iris Pro Grafik ein, im aktuellen MacBook Air arbeitet ein Core i7 NG der zehn statt neun Watt Leistung erhält und in einem kleineren Footprint daher kommt.

Apple benötigt immer wieder Sonderanfertigungen und dennoch soll die Kooperation den Gerüchten zufolge enden. Am Ende bieten eigene ARM-Prozessoren dann doch mehr Potenzial für eigene Entwicklungen und Abstand zur Konkurrenz.

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Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

johnnytravels

Cox Orange
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Danke für den Podcast.
Gerüchte zum ARM-Umstieg häufen sich ja, könnte mir auch vorstellen, dass es kommt. Würde jedenfalls zur derzeitigen Strategie Apples passen, die eigenen Geräte nach einer abklingenden Phase der Öffnung wieder zu schließen.

Ich denke, Apple will vor allem den einstigen nur moderat preissensitiven aber höchst anspruchsvollen Einzeluser loswerden (gewissermaßen der klassische User-Nerd, der seit Jahren oder Jahrzehnten Wissen über die Möglichkeiten des Systems aufbaut), der die Komplexität eines herkömmlichen Multitaskingsystems wie macOS in großem Umfang zur Individualisierung der eigenen Arbeitsumgebung ausschöpft und neben einigen typischen Anwendungen auch auf viele kleinere Tools setzt, die nicht unbedingt über die offiziellen Kanäle kommen (damit meine ich nicht illegale Beschaffung, aber z.B. Unsigniertes von Github) und auch nicht davor zurückschreckt, andere Betriebssysteme parallel für die eigenen Bedürfnisse einzusetzen.
Mir scheint, dass diese Zielgruppe die anspruchsvollste ist, was Support und Unterstützung angeht, dabei aber trotzdem auf größere Neukaufzyklen setzt.
Liquide Firmenkunden hingegen können natürlich bleiben (aus Prestigegründen, und weil die einfach nachkaufen, wenn was nicht mehr passt), anspruchslosere Einzelkunden ebenso, weil die einfach machen, was ihnen unmittelbar als zugänglich präsentiert wird (finde das keinesfalls eine illegitime Haltung dem Computer gegenüber, und bei Apple läuft das auch, zumindest noch). Gerade letztere dürften auch sehr offen für das iPad als Computer sein.
Merke das an vielen meiner jungen Studierenden, die kommen alle mit iPads ins Seminar (denn damit können sie lesen und schreiben, stimmt ja auch erstmal) und haben gar keinen Computer (oder wenn dann den des Papas), sind dadurch aber auch von vornherein abgeschnitten von den meisten Softwareangeboten meiner Universität (MS Office geht noch), können während des Studiums aber niemals eine Literaturverwaltung erlernen und selbst das Überblicken von mehreren Dokumenten gleichzeitig fällt ihnen schwer. Tatsächlich merkt man das sogar bis in den Stil der Hausarbeiten. Die Zahl derjenigen, die Zitate verknüpfen und unterschiedliche Positionen in einen Paragraphen aufnehmen können, ist gesunken. Stattdessen wird Position für Position abgehandelt und nur dürftig verknüpft. Diese mangelnde Umsicht hat natürlich viele Gründe und sicherlich erstmal auch andere Ursachen - und wir arbeiten natürlich in den Korrekturen dagegen. Die Interfaces der derzeitigen iPads aber nähren mindestens diese Herangehensweise allein durch das UI und erhöhen dadurch auch den Aufwand, sich zu verbessern.

So, das war jetzt eine gekonnte Überführung ins off topic ;)
Wollte damit sagen: Hoffe, der Mac in seiner gegenwärtigen Form bleibt uns noch lange erhalten und das reducedOS übernimmt den Markt nicht völlig.
 

Bananenbieger

Golden Noble
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Ich denke, Apple will vor allem den einstigen nur moderat preissensitiven aber höchst anspruchsvollen Einzeluser loswerden (gewissermaßen der klassische User-Nerd, der seit Jahren oder Jahrzehnten Wissen über die Möglichkeiten des Systems aufbaut), der die Komplexität eines herkömmlichen Multitaskingsystems wie macOS in großem Umfang zur Individualisierung der eigenen Arbeitsumgebung ausschöpft
Dieser User-Typ ist doch eher bei Windows und Linux zu finden. Macs gibt es nur von der Stange. RGB-Beleuchtung und Seitenfenster sucht man in der Mac-Welt vergeblich.

Mir scheint, dass diese Zielgruppe die anspruchsvollste ist, was Support und Unterstützung angeht,
Diese Zielgruppe hat kaum Bedarf an Support und Unterstützung. RTFM und StackOverflow reicht denen, sofern es kein zu reparierendes Hardwareproblem oder ein OS-Bug ist.

Andere Nutzergruppen brauchen da deutlich mehr Unterstützung.


Merke das an vielen meiner jungen Studierenden, die kommen alle mit iPads ins Seminar [...]
Ich hatte damals im Studium ein iBook mit 12". Dessen Bildschirmgröße ist sogar noch unter dem des größten iPads.
Und die ersten Computer waren zu groß und zu schwer für den Hörsaal - und hatten auch nur sehr kleine Bildschirme. Die Hardware an sich ist da nicht das Problem. Vielleicht ist es eher die Software, die noch nicht so weit ist...
 
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Wertungen: Macbeatnik

johnnytravels

Cox Orange
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Dieser User-Typ ist doch eher bei Windows und Linux zu finden. Macs gibt es nur von der Stange. RGB-Beleuchtung und Seitenfenster sucht man in der Mac-Welt vergeblich.
Polemische Übertreibung...

Diese Zielgruppe hat kaum Bedarf an Support und Unterstützung. RTFM und StackOverflow reicht denen, sofern es kein zu reparierendes Hardwareproblem oder ein OS-Bug ist.
...und daraus die falsche Zielgruppe abgeleitet. Andere Zielgruppen brauchen zwar mehr, aber machen auch mehr Kohle (und überschaubarere Probleme). Es geht zunächst schlicht darum, dass Leute mit mehr Erfahrung mit den Geräten komplexere Probleme produzieren, das erfordert mehr Support.
[Gerade erst wieder: Versucht (erst per Chat, weil Website abgeschaltet) Apple Care für iPad aus dem Geschäft abzuschließen, Support wusste erst nichtmal was das ist, ging durch etliche Abteilungen bis ich schließlich, nach Rückruf, bei der richtigen rauskam.]

Ich hatte damals im Studium ein iBook mit 12". Dessen Bildschirmgröße ist sogar noch unter dem des größten iPads.
Und die ersten Computer waren zu groß und zu schwer für den Hörsaal - und hatten auch nur sehr kleine Bildschirme. Die Hardware an sich ist da nicht das Problem. Vielleicht ist es eher die Software, die noch nicht so weit ist...
Genau das schreibe ich: Software ist das Problem, inklusive der UI von iPadOS. Bildschirmgröße ist da erst mal zweitrangig [hatte auch ein 12inch Powerbook während des Studiums].
 

tjp

Kaiser Alexander
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Dieser User-Typ ist doch eher bei Windows und Linux zu finden. Macs gibt es nur von der Stange. RGB-Beleuchtung und Seitenfenster sucht man in der Mac-Welt vergeblich.
Dem Nerd ist das LED Bling-Bling ziemlich egal, da zählt nur die Hardware und Software, und in beiden Fällen schneidet Apple nicht sehr gut ab.
 

Bananenbieger

Golden Noble
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Polemische Übertreibung...
Das ist nicht doch nicht polemisch. Macs gibt es halt nur mit wenigen Konfigurationen ab Werk. Austausch von Kernkomponenten ist schwierig bis und unmöglich, während man im PC-Bereich so ziemlich jede erdenkliche Hardwarekonfiguration nach seinem Gusto bekommt. Allerdings gibt es kaum noch qualitativ hochwertige Leergehäuse ohne RGB-Blingbling oder Seitenfenster.

...und daraus die falsche Zielgruppe abgeleitet.
Welche Zielgruppe meintest Du denn genau?

Es geht zunächst schlicht darum, dass Leute mit mehr Erfahrung mit den Geräten komplexere Probleme produzieren, das erfordert mehr Support.
Also das kann ich aus allen Unternehmen, bei denen ich bislang gearbeitet habe, nicht bestätigen. Den meisten Supportaufwand erzeugen eher die gewöhnlichen Endnutzer und weniger die Power-User.


Dem Nerd ist das LED Bling-Bling ziemlich egal, da zählt nur die Hardware und Software, und in beiden Fällen schneidet Apple nicht sehr gut ab.
Kommt halt drauf an. Meine Machine-Learning-Workstation it auch eine Windowskiste (Dell Precision T, sehr schönes Design, aber sehr laut unter Volllast). Da hätte ich bei Apple wohl einige tausend Euro mehr für die gleiche Leistung zahlen müssen - Und nVidia-Karten gibt es bei Apple ebenfalls nicht mehr, womit ML auf Macs nur wenig Spaß macht.

Persönlich finde ich aber, dass die Mobil-Macs immer noch das Nonplusultra sind. Stabile Gehäuse, leicht, kompakt und die beworbene Akkulaufzeit ist in der Praxis auch wirklich erreichbar.
Apple hatte in letzter Zeit leider etwas nachgelassen, aber z.B. beim MacBook Pro 16" wurde die Tastatur deutlich verbessert. Mit den ARM-CPUs könnte das Hitzeproblem in den Notebooks auch entschärft werden.
 

Zug96

Oberdiecks Taubenapfel
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Persönlich finde ich aber, dass die Mobil-Macs immer noch das Nonplusultra sind. Stabile Gehäuse, leicht, kompakt und die beworbene Akkulaufzeit ist in der Praxis auch wirklich erreichbar.
Apple hatte in letzter Zeit leider etwas nachgelassen, aber z.B. beim MacBook Pro 16" wurde die Tastatur deutlich verbessert. Mit den ARM-CPUs könnte das Hitzeproblem in den Notebooks auch entschärft werden.
Früher ja, in den letzten Jahren gab es hier aber viel zu viele Probleme bei den Preisen. Akkulauzeit war bei gewissen Modellen um 2017 rum bei den 15" Modellen, ne reine Katastrophe @leonwste . Daneben Tastaturprobleme ab ca 2016, 2012 GPU Probleme, 2012 -2015 Bildschirmprobleme (Staingate), Touchbar Probleme bei der ersten Charge usw. Da hat Apple in den letzten 8 Jahren extrem viel Kredit verspielt. Die Modelle ab 2019 sollen ja wirklich gut sein und ich hoffe das bleibt auch so in den nächsten Jahren. Während Apple davor im Notebook Bereich die klare Nummer 1 war, wäre es allerdings unfair dies heute noch zu behaupten. Da sind sie allerhöchstens noch in der Spitzengruppe mitdabei.

Früher hatten sie die beste Akkulaufzeit, die besten Displays, das mit Abstand beste Trackpad, die beste Verarbeitung, das stabilste OS usw. Heute haben sie einzig noch beim Trackpad Vorteile mMn im Vergleich zu Dell, Microsoft und co.
Dem Nerd ist das LED Bling-Bling ziemlich egal, da zählt nur die Hardware und Software, und in beiden Fällen schneidet Apple nicht sehr gut ab.
Sehe ich anders. Vielleicht beim Nerd der 90er. Heute steht halt RGB auch für Ästhetik und es gibt genauso viele Nerds die RGBs anbeten, wie solche die es verteufeln. Schau dir mal an was für krasse Dinge Nerds mit RGBs und custom Wasserkühlungen machen.
 
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