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Feature Apples Einsatz für Homosexuelle in Arizona

vcr80

Gestreifter Böhmischer Borsdorfer
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Apple beschäftigt sich in letzter Zeit viel mit dem US-Bundesstaat Arizona. Durch die Saphirglas-Fabrik, die Apple dort aufzog hat man natürlich auch einen gewissen Einfluss in die Politik, denn Arizona würde einen Steuerzahler und Arbeitgeber in der Größe von Apple Inc. wohl nur ungern verlieren. Letztens drang ein sogenanntes "Senate Bill" mit der Nummer 1062 an die Oberfläche. Ein Senate Bill ist an und für sich keine große Sache, es gibt viele davon. Solche Papiere fordern eine Änderung oder Anpassung eines Gesetzes. Dieses Senate Bill 1062 (SB1062) hatte es aber in sich.[prbreak][/prbreak]

Das SB1062 betrifft die Religionsausübung (siehe auch). Vereinfacht gesagt wäre es durch das SB1062 möglich, aus religiösen Gründen, homosexuellen Kunden jegliche Dienstleistung zu verweigern. Das stößt vielen Sauer auf. Nicht nur Apple, sondern auch vielen Republikanern und andern Firmen und Organisationen wie American Airlines und der NFL. Also haben sich Privatpersonen, Politiker und Firmen an die Gouverneurin des Staates Arizona gewandt um sie zu bitten, ein Veto gegen das SB1062 einzulegen.

[fl]BhcRcMZCIAA1K94.jpg-large.jpeg [/fl]Die Rufe wurden erhört und Jan Brewer (Gouverneurin von Arizona) legte Veto ein. Diese Entscheidung wurde bejubelt. Apple hat sich schon früher für die Rechte von Schwulen und Lesben eingesetzt. Das liegt sicher auch an der Nähe zu San Francisco. Amerikaner haben mehrere Abstufungen für "liberal". Zum einen gibt es Menschen mit konservativer oder liberaler Einstellung und zum anderen gibt es noch den Ausdruck "San-Francisco-Liberal" was als besonders liberal angesehen wird. Auch als Mitte letzen Jahres vom Supreme Court die Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien als gesetzeswidrig entlarvt wurde, jubelte Apple besonders laut (siehe auch).

via AppleInsider.com
 
Da sich sogar Republikaner wie John McCaine und Mitt Romney gegen diese (von Republikanern initiierte) SB1062 wenden, ist es glaube ich nicht ganz so einfach zu beantworten. Natürlich ist es den Politikern (auf Staats- und Bundesstaats-Ebene) wichtig, große Firmen im Land zu halten, aber ich denke, dass es mittlerweile auch konservative "Mavericks" wie sich John McCaine selbst damals im Wahlkampf glorifizierte (wobei ich bis heute nicht sehe, wo der rebellisch sein soll) einsehen, dass es schlicht Schwachsinnig ist, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Einstellung zu diskriminieren.

Bis wirklich Schluss mit der Disikriminierung von Schwulen und Lesben ist, wird es wohl noch dauern. Schließlich klappt das mit den Afro-Amerikanern ja auch noch nicht so ganz. "Schwarzer" Präsident hin oder her.
 
An anderer Stelle wurde ja bereits diskutiert, ob Apple die Macht hätte, sich aus PRISM zu verabschieden. Snowden sagt: ja. Und hier sieht man ganz gut, wie das ginge: Macht über den Markt, Macht über die Stellung bei den Menschen!

Aber leider zeigt sich auch, wie eng verzahnt Apple anscheinend eigentlich so rein gar nichts auf grundsätzliche Bürgerrechte hält. Denn bei PRISM machen sie ja mit, obwohl sie gar nicht müsssten. Sie könnten sich wehren. Der Einsatz für die Rechte von Homosexuellen erscheint dagegen doch wie ein billiger Ablass, ein Sturm im Wasserglas, während die grundsätzlichen Probleme (mit denen für die Rechte der Homosexuellen gleich mitgesorgt wäre) liegen bleiben. Schade. Aber irgendwie auch typisch amerikanisch: an den grundlegenden Problemen hauptschuld sein, an ihnen mitverdienen - und woanders eine Art Charity-Aktion, um gut dazustehen... Ekelhaft heuchlerisch.

Bis wirklich Schluss mit der Disikriminierung von Schwulen und Lesben ist, wird es wohl noch dauern. Schließlich klappt das mit den Afro-Amerikanern ja auch noch nicht so ganz. "Schwarzer" Präsident hin oder her.

Noch nicht 'so ganz'?!? Ich empfehle die ARTE-Dokumentation: Amerikas längster Krieg!

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Dort wird ganz gut zusammengefasst, wie das gesamte US-Justizsystem seit Jahren systematisch darauf ausgerichtet ist, Schwarz-Amerikaner, Mexikaner und weitere vermeintliche 'Minderheiten' (absurd in diesem Einwanderungsland, diese Menschen so überhaupt zu definieren) gezielt zu kriminalsieren, zu inhaftieren und letztlich darüber sogar kapitalmäßig zu verwerten. Zynischer kann Politik kaum ausfallen; besonders angesichts eines 'Schwarzen' Präsidenten im Jahre 2014 - eine Rolle Rückwärts, lächelnd.).

***

Ganz nebenbei: das Gesetz, um das es hier geht, kann auch aus einer anderen Perspektive betrachtet werden: nämlich um die Freiheit wiederum anderer, nur das Recht auszuüben, indem man im 'eigenen Laden' einfach mal selber bestimmt, welche Kundschaft man bedienen will und welche nicht (egal, ob mit religiösem Hintergrund oder nur auf Meinung/Ansicht basieren...). Und vergessen wir nicht: Homosexualität galt bis vor wenigen Jahren als Straftat und als unmoralisch. Das mag sich geändert haben in einigen Ländern. Aber die Freiheit der Religionsausübung oder der gelebten Ansicht (und die Betrachtung, wie man Homosexualität bewertet, gehört eben auch zum 'Glauben', ist trotz Genderismus und Sexual- wie Gen-Forschung nach wie vor 'Meinungssache', egal ob pro oder contra) ist noch einmal eine ganz andere Angelegenheit... Wie absurd der vermeintliche Erfolg indes ausfällt und welche Doppelgleisigkeit in der ganzen Angelegenheit grade steckt, wird im Telepolis-Artikel gut deutlich...
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41109/1.html
 
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Reaktionen: SeptimusFlyte
Die NFL hat diese Woche mit dem Abzug des Superbowls gedroht, was natürlich ein riesiger wirtschaftlicher Schaden gewesen wäre.
 
Kurz und Knapp und in richtiger Obelixmanier: Die spinn' doch die Amis!
 
Apple muss sich ja fast einsetzen. Tim Cook is ja auch schwul.
Find ich auch gut so.
 
Es gibt wirklich wichtigere Themen und viel zerredet wird heutzutage ja auch...