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Magazin Apple News wird von Redakteuren betreut und Apple damit zum Nachrichten-Gatekeeper

Martin Wendel

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Allzu viel ist über die neue News-App, die im Herbst gemeinsam mit iOS 9 in den USA, Großbritannien und Australien starten wird, noch nicht bekannt. Immerhin ist sie auch noch nicht in der ersten Developer-Preview enthalten. Eine Stellenausschreibung auf der Webseite von Apple gibt nun aber weitere Hinweise über den Aufbau der App. Demnach sucht der Konzern nach Redakteuren, die den neuen Nachrichten-Aggregator betreuen sollen. Offenbar will sich Apple bei der Reihung und Präsentation von Nachrichten nicht gänzlich auf Algorithmen verlassen. Bereits in anderen Bereichen setzt Apple zunehmend auf menschliches Feingefühl bei der Aufbereitung von Content – im App Store und bei Apple Music.[prbreak][/prbreak]

In der Stellenbeschreibung werden die Aufgaben der Apple-News-Redakteure genauer beschrieben. Sie sollen "die besten nationalen, globalen und lokalen Eilmeldungen" erfassen und direkt mit den Publikationen zusammenarbeiten, damit "Eilmeldungen rasch erscheinen und professioneller Journalismus mit hoher Sichtbarkeit belohnt wird". Die Mitarbeiter sollen sich dabei nicht nur um die Nachrichten der großen Medienunternehmen kümmern, sondern auch Meldungen von kleinen Publishern berücksichtigen. Dazu sollen verschiedenste Social-Media-Kanäle überwacht werden. Diese Aufgaben könne Software nicht alleine erledigen, so Apple. Mit Algorithmen lasse sich "originäre, fesselnde Geschichten" nicht erkennen, sortieren und kategorisieren.

Die Betreuung der Nachrichten wirft natürlich auch zahlreiche Fragen auf. Immerhin wird die neue News-App auf hunderten Millionen an Geräten vorinstalliert sein und Apple wird als Gatekeeper entscheiden, welche Nachrichten wo platziert werden. Eine möglichst ausgewogene, faire und neutrale Nachrichten-Auswahl muss dabei nicht unbedingt im Interesse eines US-amerikanischen Technologie-Konzerns liegen. Bereits jetzt wird befürchtet, dass dies früher oder später zu einem Interessenkonflikt führen könnte.

apple-news.png​
Via 9to5Mac
 
Ich glaube nicht, dass sie sich mit dem Dienst einen Gefallen tun.
Selbst wenn (betont!) sie absolut ausgeglichen über sich selbst berichten lassen - sobald die erste Meldung a la "Apple-Mitarbeiter fressen Kinder!" nicht durchgelassen wird, ist der Shitstorm obligatorisch. Apple ist so ein emotionales Thema, da juckt es niemanden mehr, aus welchen Gründen der Artikel nicht durchging.
 
Bringt zumindest so etwas wie eine persönliche Note ins Geschehen, die es sicherlich woanders auch gibt. Gefällt mir grundsätzlich gut! Hauptsache, die Noten werden nicht allzu sehr persönlich....
 
Ich glaube nicht, dass sie sich mit dem Dienst einen Gefallen tun.
Selbst wenn (betont!) sie absolut ausgeglichen über sich selbst berichten lassen - sobald die erste Meldung a la "Apple-Mitarbeiter fressen Kinder!" nicht durchgelassen wird, ist der Shitstorm obligatorisch. Apple ist so ein emotionales Thema, da juckt es niemanden mehr, aus welchen Gründen der Artikel nicht durchging.
Als würde es noch einen Unterschied machen. Man braucht jetzt nicht so zu tun, als ob sich die Medien nicht eh schon permanent selber zensieren. Da ist eine Applemeldung die nicht durchkommt noch das aller kleinste Übel.

Zum Bleistift war dieses Wochenende mal wieder die Bilderbeger Konferenz. Keine einzige Nachrichtenagentur hat darüber berichtet.
 
SPON hat darüber berichtet. Also... geschrieben, dass sie nichts wissen, aber dass wahrscheinlich alles ganz harmlos und total überschätzt ist [emoji38]

Aber sagen wirs so: Je mehr Leute eine Meldung in der Hand haben, bevor sie veröffentlicht wird, desto schlechter [emoji6]
 
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Reaktionen: TipTob und MaxTrax
Ich weiß nicht, was daran schlechter als z.B. andere Zeitungen oder News Sender sein soll. Man kann einfach nicht über alles berichten (Gott sei dank). Also trifft man eine Auswahl. Und schon ist es zensiert.

Ich glaube, es wird sich von allein zeigen ob es wertvoll für einen ist es zu lesen oder nicht. Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn es die einzige Quelle sein sollte, dann ist es was anderes. Aber es ist nur eine Möglichkeit news zu konsumieren.
 
Mir wäre es lieber Apple würde sich wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren.

Stimmt. In diesem Fall: es wäre der Knaller, wenn sie eine Heuristik entwickeln würden, mit dem sich wirklich effizient und fehlerfrei komplette Artikel hinter Links aufbereiten ließen. Pocket kann das ganz gut, der Safari Reader auch, aber in Kombination mit einer Aggregatoranwendung habe ich das noch nicht gesehen (zumindest nicht besonders zuverlässig, die meisten greifen nur Teile von mehrseitigen Artikeln ab zB). Und wenn sie unbedingt redaktieren müssen: eigene Feeds (Twitter und RSS) sollte man trotzdem verwenden können. Ohne gezielte Individualisierung wird das sonst so ein großer Erfolg wie Apple Radio...
 
Was traust du ihnen nicht zu? Ein eigenes News-Netzwerk aufzubauen, so wie Google News? Ja das wird interessant, gerade jetzt wo sich Google aus Deutschland und Österreich zurückziehen will, was den Bereich angeht.
 
über den man ja schon viel sagen kann... :rolleyes:

Der nächste...
Leute was ist denn eigentlich los mit euren über-zynischen Kommentaren und gut gemeinten Zurechtweisungen? Apple Defense Force Syndrom oder was?
In den USA läuft Apple Radio schon seit iOS7 und aber jetzt nicht so berauschend im Vergleich zu Streaming-Diensten bei denen die Nutzer selbst aussuchen können, was sie hören wollen...
 
In den USA läuft iTunes Radio seit iOS7, Apple Radio (24/7 Radio) das mit Apple Music kommt, gibts auch in den Staaten noch nicht.
 
Darf ich auflösen?

Es handelt sich um ein Missverständnis; ausgelöst durch eine Begriffsverwechslung, die dazu geführt hat, dass Ironie nicht klar erkennbar war. Gewonnen!
 
Sie könnten ja einen Gegenpol zu der aktuellen Berichterstattung erzeugen in dem sie ausschließlich positive Nachrichten verbreiten. Die herkömmlichen Nachrichten bestehen ja zu 99,99% aus Kriegen, Verbrechen, Horrormeldungen aus der Wirtschaft, Hungersnöten, Naturkatastrophen und Skandalmeldungen aus der Politik. Ich kenne einige Menschen die Nachrichten inzwischen konsequent ignorieren weil sie nicht pausenlos daran erinnert werden wollen wie furchtbar schlecht und böse die Welt/Gesellschaft/Universum doch ist.

An die 50+ Generation: Waren die Nachrichten früher auch schon so negativ?
 
An die 50+ Generation: Waren die Nachrichten früher auch schon so negativ?

Kann Dir da die "Tagesschau vor 20 Jahren" auf tagesschau24 täglich (?) um 22:45 Uhr empfehlen. Interessant, wirklich besser war es allerdings nicht. ;)

Ansonsten sehe ich bzgl der redaktionellen Betreuung des Angebots in dieser Form eher weniger Probleme. Ein solches Angebot kann ja lediglich ergänzend zu anderen Formaten/Medien genutzt werden. Wer sich so einseitig informiert - und da spielt es aus meiner Sicht keine Rolle, aus welcher Quelle man seine Nachrichten unreflektiert konsumiert -, der darf sich dann eben im Zweifel nicht über möglicherweise einseitige Berichterstattungen beschweren.
 
An die 50+ Generation: Waren die Nachrichten früher auch schon so negativ?
{OT} Kurz gesagt: nein!
Genauer gesagt: vordergründig ja, aber in der Wirkung anders.
Zum einen waren da der Kalte Krieg, die Atomkriegsgefahr und der Stalinismus als offene (oder verdeckte - je nachdem: Ost oder West) Dauerthemen. Und das waren solche Totschlag-Themen, dass man einfach nicht mehr darüber nachdenken konnte, sonst wäre man verrückt geworden vor Angst/Verzweiflung/Resignation...
Auf der anderen Seite waren die Nachrichten-Inhalte relevanter und damit konstruktiver, selbst wenn sie inhaltlich negativ waren, ganz einfach weil sie weniger "globalisiert" waren.
Die Nachrichten-Inhalte korrespondieren heute noch weniger mit dem Entwicklungsstand der Einzelpersonen, die sie konsumieren.
Einfach gesagt: wir hören täglich Nachrichten aus dem Mittelalter (z.B. IS-Terror), aber wir leben im Heute. Wäre das Mittelalter hier bei uns, würden wir aktiver (intensiver/konstruktiver) darauf reagieren. So aber ist es weit weg, und der Nachrichten-Konsum wird passiver (depressiver).
Bitte nicht falsch verstehen: Ich sage nichts "gegen" den heutigen Zustand, sondern ich beschreibe ihn nur. Ich denke, wir müssen lernen, auf neue Art damit umzugehen. Immerhin sind nicht nur die Nachrichten-Inhalte globaler. Auch die Interessenkreise hinter dem Geschehen sind global. Griechenland ist z.B. nicht nur ein griechisches Problem in den Ursachen und Wirkungen, genauso wie eben auch die Nachrichten darüber nicht nur in Griechenland gelesen werden. Wenn wir jetzt auch noch dazu übergehen, das Problem grenzüberschreitend anzupacken (und nicht nur abzumildern, bis irgendwann die Griechen ihre Hausaufgaben machen), dann würden automatisch auch die Nachrichten darüber ihren passiv-kulinarischen Schrecken verlieren.
Mit einem Satz:
Ein Problem, das man anpackt, verliert seinen Schrecken.
Umkehrung:
Ein Problem, das man kennt, aber an dem man eh nichts ändern kann, gibt einem das GEFÜHL von OHNMACHT.
Und genau das ist imho der Grund, weshalb uns die Nachrichten heute schlimmer vorkommen als früher.
w.z.b.w.