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Apple in den Neunzigern, Microsoft-Deal etc.

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von freshy, 06.03.07.

  1. freshy

    freshy Macoun

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    Hey Leute,

    bin gerade bei Youtube auf das Video der Macworld Expo von 1997 gestoßen, als Steve Jobs wieder neu zu Apple gestoßen ist und vor hatte einiges zu verändern. Ich kenne zwar grob die Firmengeschichte von Apple, aber diesen Schachzug von Jobs finde ich doch mehr als erstaunlich und ich kannte ihn vorher nicht. Naja, mich interessiert jetzt irgendwie brennend der Rest der Geschichte:

    Wie kam es dazu? Was hat Apple falsch gemacht? Warum war denn Mac OS so "schlecht", wieso genau konnte es sich nicht durchsetzen? Ich hoffe hier sind ein paar User noch aus der Zeit (ich war damals 11 und wusste vielleicht gerade noch wie ein Computer ungefähr aussieht), die vielleicht einen kleinen Erfahrungsbericht abgeben könnten? Wie ging es danach weiter für Apple, was war der erneute Durchbruch? Wie habt ihr das "Zweckbündnis" mit Microsoft hingenommen und vor allem wie waren die Reaktionen der User? Sind alles Dinge die mich interessieren.

    Hat vielleicht jemand Links zu einer ausführlichen Firmengeschichte? Alles was ich bisher gefunden habe waren höchstens Abstriche. Wie gesagt, wäre super interessant wenn ihr ein paar Eindrücke von damals wiedergebt, einfach wie ihr es erlebt habt. Ein paar informative Links wären natürlich auch toll.

    Danke ;)
     
  2. apollux6

    apollux6 Ontario

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  3. Ulli

    Ulli Ontario

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  4. apollux6

    apollux6 Ontario

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  5. reimic

    reimic Stina Lohmann

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  6. MacBat

    MacBat Murer Reinette

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    Dieser spezielle Deal war ein beiderseitiges Zweckbündnis. Steve Jobs wusste, dass der Mac so gut wie am Ende gewesen wäre, wenn Microsoft aufgehört hätte, das Office-Paket für Macintosh anzubieten. Er musste also Gates dazu überreden, diesen Zweig seiner Software-Entwicklung nicht zu stoppen. (Das Gespräch muss sensationell gewesen sein, siehe dazu auch "The Second Coming of Steve Jobs" von Alan Deutschman. Laut Deutschman hat Job zu Gates gesagt, dass sie beide den Markt kontrollieren könnten. Sie beide! Zu diesem Zeitpunkt hatte Gates etwa 98 Prozent des Marktes, Jobs 2 Prozent.)

    Aber auch Microsoft war in gewisser Weise auf Apples Kooperation angewiesen. Und zwar wegen der stets im Raum stehenden Möglichkeit, dass Apple eine Klage aus den späten 80ern wieder aufrollen würde, in der es um "Intellectual Property" ging. Anders gesagt: Da Microsoft alles mögliche von Apple geklaut hatte, stand eventuell großer Ärger ins Haus. Vor allem dann, wenn Apple tatsächlich kurz vor der Pleite gestanden und einen letzten Strohhalm gebraucht hätte.

    (Die erste Klage wegen Patentsverletzungen war zwar abgewiesen worden, aber wie man in diesem interessanten Text von 1999 lesen kann, waren seitdem neue Beweise aufgetaucht.)
     
    #6 MacBat, 06.03.07
    Zuletzt bearbeitet: 06.03.07
  7. freshy

    freshy Macoun

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    Suuuper! Genau sowas habe ich gesucht! Hat mich jetzt gute 2 Stunden gekostet. :)

    Gäbe es heute nicht Champions-League wäre das mein Abendprogramm. Naja, morgen dann. :) Vielen Dank.
     
  8. freshy

    freshy Macoun

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    Noch ne Frage, gibts den Film irgendwo mit deutschem Untertitel?
     
  9. Pokoo

    Pokoo Ontario

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    Interessant.. ich werd mir mal die beiden Movies zu Gemüte führen :D (Schaut euch mal die Comments beim YouTube-Video an, ich finds lustig ;p) Ich werd dann später meinen Senf dazu geben..
     
  10. SirHenry

    SirHenry Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    Es gibt ihn soweit ich weiss sogar mit deutschem Ton, wenn man ihn kauft und nicht illegal (denke ich jedenfalls mal, korrigiert mich, wenn ich mich irre.) aus dem Netz zieht ;) Auf deutsch heisst er glaub' ich "Die Silicon Valley Story".
     
  11. dreistomat

    dreistomat Châtaigne du Léman

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    Du fragtest ja: Wie kam es dazu? Was hat Apple falsch gemacht? Warum war denn Mac OS so "schlecht", wieso genau konnte es sich nicht durchsetzen?
    Da steckt die halbe Antwort drin. Beim Versuch, Marktanteile zu gewinnen und unterschiedlichste Bedürfnisse abzudecken hatte man sich erst auf der Hardwareseite total verzettelt mit zig verschiedenen Modellen (und das bei damaligen Verkaufszahlen!) und dann hatte man es ewig nicht geschafft, das MacOS von Version 7.5 so weiterzuentwickeln, dass es a) der Zukunft gewachsen und b) kompatibel zur bisherigen Software und c) stabil wäre. Nach dem x-ten vergeblichen Versuch (wobei hier ja inzwischen auch die breite HW-Palette und die beiden Prozessorgenerationen 68k (auch im Amiga, Atari ...) sowie PowerPC ein fetter Klotz am beim war) und zugleich voranschreitender Entwicklungen (echtes Multitasking, Multimedia, Internet, Virenschutz ...) hatte man erkannt, dass nur ein gänzlich neues Betriebssystem helfen könnte. Am besten eins mit gutem Ruf. Am allerbesten eins, in das man ein altes MacOS einpflanzen könnte. Letzteres um die verbliebenen Entwickler nicht auch noch zu vergraulen und nach dem Prozessorumbruch und nun dem OS-Wechsel nicht ganz ohne Anwendungen dazustehen (zumindest nicht mit weniger Apps als Amiga OS ...). Hinzu kam sicher, dass es allmählich unmöglich wurde, einen "Dummen" zu finden, der als Boss von Apple den Konkursverwalter spielen würde.
    Da buhlten nun mehrere um die Gelegenheit ... J-L Gasse (ehem. Chefentwickler von Apple, inzwischen Inhaber des halbgescheiterten Unternehmens "BE", dessen modernes schnelles multimediataugliches Betriebssystem aber Anerkennung gesammelt hatte - aber nicht multiuserfähig und damit auch nicht besonders sicher war/ist). Dann mit wechselnden Engagement Scott McNealy (Boss von Sun, der eher Apple übernehmen wollte). Wahrscheinlich noch ein paar andere. Die Sache mit Be war fast in trockenen Tüchern (auf Macs lief es sowieso schon) so glaubten und hofften alle, da kam alles anders und Apple zahlte für Jobs Firma fast das Dreifache. Absolut gerechtfertigt aus meiner Sicht. Denn NeXT (so hieß der Laden) hatte zwar auch die Sache mit der Hardware vergeigt, dafür aber neben einen modernen Unixbasierten OS auch noch sehr geile Entwicklerwerkzeuge für Applikationen (das nennen wir heute Xcode) und Webanwendungen (das nennen wir noch immer Webobjects, ohne das weder der Apple Store, noch der iTunes Store funktionieren würde). Vielleicht hatte man schon Apple-intern eine Classic-Anwendungsentwicklungsumgebung unter Unix und konnte somit schnell MacOS9 in NeXTStep äh MacOS einpflanzen. Für Next sprach natürlich auch, dass das OS auf verschiedenen Prozessorplattformen lief - der Vorteil hat sich erst kürzlich bemerkbar gemacht ;)
     
  12. reimic

    reimic Stina Lohmann

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    Ja genau. Den gibt es aber leider nicht auf DVD sondern nur auf Kasette. Schau mal bei Amazon. Kostet eh nicht die Welt und ist absolut super finde ich.
    Ich habe ihn selber auf Deutsch und in Englisch.
     

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