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AirDrop im Detail: Technik, Standards und Entwicklungen

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Geschrieben von: Michael Reimann
AirDrop Technik

AirDrop gehört seit Jahren zu den beliebtesten Funktionen im Apple-Ökosystem. Der Dienst erlaubt es, Dateien einfach und schnell zwischen Macs, iPhones und iPads auszutauschen. Dabei läuft im Hintergrund eine ausgeklügelte Kombination aus drahtlosen Technologien. Doch auf welchen Standards basiert AirDrop genau – und wie hat Apple diese modifiziert? Ein Überblick.

Wie AirDrop funktioniert​


AirDrop wurde erstmals 2011 mit Mac OS X Lion eingeführt. Mit iOS 7 kam die Funktion 2013 auf iPhone und iPad. Seit OS X Yosemite und iOS 8 ist AirDrop plattformübergreifend nutzbar.

Technisch setzt Apple auf eine Kombination mehrerer Protokolle:


  • Bluetooth LE dient dazu, in der Nähe befindliche Geräte zu erkennen.


  • Peer-to-Peer-WLAN auf Basis von IEEE 802.11 ermöglicht schnelle Datenübertragung ohne Umweg über einen Router.


  • Übertragen werden die Dateien in einer TLS-verschlüsselten Verbindung.


  • Metadaten und Steuerinformationen tauscht AirDrop über ein proprietäres Protokoll im Apple Property List (plist)-Format aus.

Modifikationen der Standards​


Apple verwendet bei AirDrop keine fertige Standardlösung wie Wi-Fi Direct oder das Bluetooth File Transfer Profile. Stattdessen werden die Basis-Technologien gezielt angepasst:


  • Bluetooth LE sendet zusätzliche Metadaten, etwa Hashes von Apple-IDs oder Kontakten, um die AirDrop-Auswahl im Interface zu steuern.


  • Die Peer-to-Peer-WLAN-Verbindung wird hardwareseitig direkt gesteuert. Im Gegensatz zu Standard-Wi-Fi Direct ist sie stärker in das Apple-Ökosystem integriert.


  • Für Sicherheit und Authentifizierung nutzt Apple eigene TLS-Zertifikate und Schlüssel.



Das Ergebnis: hohe Übertragungsraten, zuverlässige Verbindungen und eine nahtlose Integration in macOS, iOS und iPadOS.

Neueste Entwicklungen: AirDrop über Internet​


Mit iOS 17.1 und macOS Sonoma hat Apple AirDrop weiterentwickelt. Begonnene Übertragungen lassen sich nun auch fortsetzen, wenn sich die Geräte aus der Bluetooth- und WLAN-Reichweite entfernen. Voraussetzung: Beide Geräte sind in der iCloud angemeldet. In diesem Fall wird die Übertragung über eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Verbindung über das Internet fortgesetzt.

Damit macht Apple AirDrop noch flexibler und hebt es funktional auf eine neue Stufe. Im Vergleich zu Android Nearby Share bleibt AirDrop allerdings weiterhin eine plattformexklusive Lösung. Das will die EU aber ändern.

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