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Magazin Tim Cook bei Stephen Colbert: iPhone 6s, Outing, Steve Jobs & Apple Car

Martin Wendel

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Gestern Abend war Tim Cook in der "The Late Show with Stephen Colbert" zu Gast. Cook gab sich bei seinem Auftritt durchaus sympathisch, auch wenn er in der Umgebung eines großen Fernsehstudios etwas verloren wirkte. Er selbst scherzte, dass er sich ohne Presenter in der Hand etwas nackt vor dem Publikum fühle. Wirkliche Neuigkeiten wurden beim Interview nicht angesprochen – die Themen drehten sich vor allem um iPhone 6s und das Outing von Tim Cook im letzten Jahr.[prbreak][/prbreak]

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In Verlegenheit wurde der Apple-CEO gebracht, als er nach den angeblichen Plänen für ein selbstfahrendes Elektroauto befragt wurde. Travis Kalanick, Gründer von Uber, sei kürzlich in der Sendung zu Gast gewesen und habe verraten, dass Apple an einem solchen Fahrzeug arbeite, so Colbert. "Ihr legt ja nicht viel Wert auf Geheimniskrämerei, erzähl mir also davon", fordert der Moderator scherzhaft. Lachend antwortete Tim Cook nur, dass man auf dem Weg so einige Dinge prüfe. Colbert deutet das als Bestätigung.

Kurz vorgestellt wurde in der Sendung auch das iPhone 6s in Roségold. Tim Cook sprach über zwei der großen neuen Funktionen – 3D-Touch und Live-Photos. Colbert erkundigte sich, ob Apple weiterhin denselben Lightning-Anschluss verwendet. "Dasselbe Ladegerät", beruhigt ihn Cook. "OK. Ansonsten hätte ich dir hier und jetzt mit einer Fonduegabel ins Genick gestochen", scherzt der Moderator. "Wir haben ihn nur einmal in zehn Jahren geändert", verteidigt Cook den Wegfall des 30-Pin-Dock-Connectors.

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Ein weiteres Thema des Interviews drehte sich um das Outing von Tim Cook im letzten Jahr. Cook sieht einen Zusammenhang zwischen seinen Erfahrungen als Außenseiter und seinem Bedürfnis, Menschen die in Not oder Bedrängnis leben zu unterstützen. Tim Cook zitiert dabei, wie bei seinem Outing im Oktober letzten Jahres, erneut den Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King: "Die ständige und dringendste Frage des Leben lautet: Was machst du für andere?"

"Kinder werden in der Schule gemobbt, Kinder werden diskriminiert und Kinder werden sogar von ihren eigenen Eltern abgelehnt", so Cook. Ihm sei klar geworden, dass er seine eigene Privatsphäre zu sehr über das, was er für andere Menschen machen könnte, gestellt hat. "Ich wollte jedem meine Wahrheit erzählen." Für viele sei sein Outing dabei keine Überraschung gewesen. "Es war keine Offenbarung. Es war als würde man etwas an seinem iPhone entdecken, das es eigentlich immer schon gemacht hat, nur man wusste nicht davon."

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Auch Steve Jobs wurde in der Sendung kurz angesprochen. Colbert fragt bei Tim Cook nach, was er von den vielen Filmen und Dokumentationen über den Apple-Gründer halte, die Jobs teilweise in kein gutes Licht rücken. Cook erklärt, dass er sie nicht gesehen habe. Es vermisse Jobs jeden Tag und es sei eine Freude gewesen, mit ihm zusammenzuarbeiten. Jobs habe die unheimliche Fähigkeit gehabt, um die nächste Ecke zu blicken und eine revolutionäre und nicht nur evolutionäre Zukunft zu beschreiben.

Abgesehen von inoffiziellen Mitschnitten wurde auf YouTube bisher nur ein Clip aus dem Interview auf dem Kanal der "Late Show" veröffentlicht, in dem Cook über sein Outing spricht:

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Via The Late Show with Steven Colbert
 
Ich stehe dazu; ich mag den Tim. Er hat was von einem Normalo und wirkt so gar nicht wie der CEO eines Technikriesen. Natürlich ist er kein zweiter Steve Jobs und das ist auch gut so. Er macht sein eigenes Ding...ob das gut oder schlecht ist...wer weiß das schon. Nobody is perfect und das Rad kann halt eben nicht neu erfunden werden...:-)
 
Cook sieht einen Zusammenhang zwischen seinen Erfahrungen als Außenseiter und seinem Bedürfnis, Menschen die in Not oder Bedrängnis leben zu unterstützen. Tim Cook zitiert dabei, wie bei seinem Outing im Oktober letzten Jahres, erneut den Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King: "Die ständige und dringendste Frage des Leben lautet: Was machst du für andere?"
Was würde wohl der 10jährige Junge, der im Kongo unter unmenschlichsten und verabscheuungswürdigsten Bedingungen Coltan fürs iPhone aus der Erde befördern muss, von solch einer Aussage halten? Oder der chinesische Fabrikarbeiter?

Solch eine Aussage von einem CEO eines miliardenschweren Unternehmens ist blanker Hohn gegenüber diesen Menschen.

Bevor Cook mit Zitaten eines des bekanntesten Bürgerrechtlers um sich wirft sollte er sich diese Frage vielleicht einmal selbst stellen.

Und bevor die Zyniker kommen: ja ich habe auch ein iPhone und ja, Apple ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, ich weiss.
 
Dann bist du ein Heuchler :)
..leider sind wir das wohl alle irgendwie. Gab doch mal eine beindruckende Doku eines britischen (?) Journalisten über den Abbau dieses Erzes in den Mienen. Da ist mir wirklich übel geworden. Man kann es schon so sagen... an einem Smartphone klebt förmlich Blut....

Und wie der Mensch ist, hat mich das ein zwei Tage beschäftigt ... und dann habe ich es verdrängt. Seitdem habe ich mir wahrscheinlich 3-4x ein anderes neues Smartphone gekauft.

Ist irgendwie eine zwiespältige Sache...
 
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Nach den Beiträgen von @Haddock und @ImpCaligula scrollte ich nach oben und sah dann das Bild von Cook und dem Moderator, mit diesem Hintergrund und irgendwie erinnerte es mich an Szene aus den Filmen "Tribute von Panem" bei dem arme Menschen für den Luxus der gehobenen Gesellschaft sehr sehr hart arbeiten. Natürlich ist der Film eine sehr übertriebene Darstellung davon aber geht in diese Richtung.

Aber ja ich finde ImpCaligula hat recht. Sehr sehr zwiespältige Sache.
 
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Reaktionen: Haddock
Ist irgendwie eine zwiespältige Sache...

Aber ist es das nicht "fast" immer? - Ich finde gerade die Sichtweisen, in der oftmals nur eine Seite der Medaille betrachtet wird, als eine sehr schwierige Darstellungsform.

Wir neigen dazu, unsere vermeintliche Hochkultur und der daraus enstehende Anspruch, auf andere Situationen zu übertragen. Misstände gibt es in jedem Land! Das Ausmaß ist meist nur ein anderer.

Ob es nun der Abbau von Erzen oder auch die Gewinnung von Coltan ist - der Antrieb des Abbaus kommt nicht ausschließlich von den vermeintlichen Endverarbeitern.

Leider sind es Punkt wie ein fehlendes einheitliches Bildungssystem, Infrastruktur und natürlich die Legislative, die dazu führen, dass Landsleute ihre eigenen Mitmenschen ausbeuten. Indien ist ein sehr starkes Beispiel hierfür. Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte. Aber es ist in der Realität so, dass Inder die Inder ausbeuten.

Ob man durch Auflagen der Käufer, wie Apple, an den Produzenten, dauerhaft etwas ändert, mag ich zu bezweifeln. Generell ist es eine unheimlich komplizierte Konstellation. Die Lösung ist nicht weg zu sehen, die Lösung ist aber auch nicht von Heute auf Morgen westliche Standards zu erwarten und bei nicht Erfüllung die Segel zu streichen.

Das hätte zufolge, dass ganze Industriezweige zusammenfallen würden und die Armut größere Ausmaße annehmen würde.

Beruhig diese Erkenntnis das Gewissen? - Nein tut es nicht! Aber soweit zu gehen und zu sagen, dass an einem iPhone Blut klebt, halte ich für sehr polemisch.
 
Entgegen früherer (Jobs)Zeiten hängt der Erfolg von Apple nicht mehr von einer Person ab sondern vom iPhone...