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Magazin Kommentar: Datenroaming in der EU – Es ist noch ein weiter Weg

Mehrwert zu schaffen hält die Bereitschaft der Kunden die Preise zu zahlen. Der Versuch Mehrwert zu vergolden treibt die Kunden zu den günstigeren Anbietern.
In einer Branche in der die Kunden ein auf den ersten Blick gleichwertiges Angebot im Discounter sehen muss man eben mehr bieten oder die Preisspirale mitmachen bis einige untergehen.
 
Nur bekommst Du die ganzen Mehrwerte doch auch bei den günstigeren Anbietern kostenlos. Warum also ein Telekom-Vertrag, wenn Whatsapp, iCloud und Co. genausogut mit Aldi-Talk nutzbar sind?
 
Wieviel Mehrwert haben denn die bedeutend teureren Telekomtarife? Ich nutze tatsächlich einen für mich unschlagbar günstigen prepaidtarif. Wenn ich mal einen Monat mobiles Internet haben will (benötige ich keineswegs jeden Monat) kostet das 9 €.
Telefonate ins gleiche Netz kosten nichts, Telefonate ins Festnetz und sonstige Handynetze soweit ich mich erinnere 7 Cent pro Minute.

[edit]moment... Ich glaub ich hab zu flüchtig gelesen...
 
Ich nutze tatsächlich einen für mich unschlagbar günstigen prepaidtarif.....
Genau darum geht es.
Wir haben heute fantastisch ausgebaute Infrastruktur um die uns manch ein europäischer Nachbar beneidet, wir haben erstaunliche Datengeschwindigkeiten die selbst Videostreaming ermöglichen oder das Mobilfunknetz für manch einen zur Festnetz-Alternative werden lassen.

Ist dies nicht Mehrwert gegenüber der Situation vor 10 Jahren genug? Und was zahlt denn der durchschnittliche Mobilfunkkunde im Vergleich zu 10 Jahren zuvor? Das ein solches Netz enormen Planungsaufwand, technischen Unterbau, ständige juristische Streitereien wegen jedem Mast und gewaltigen Servicebedarf mit sich bringt will ja keiner wissen.

Aber dafür bezahlen will auch niemand.
 
Genau das ist es. Würden alle nur 5ct-Prepaidtarife nutzen, hätten wir heute noch GRPS.

Ich persönlich bin ja bereit, für guten Service Geld zu bezahlen. Bei der Telekom habe ich überall T-Punkte, an die ich mich wenden kann, bekomme prima Service am Telefon oder per Mail und Dinge wie HotSpot-Flat (Züge, Hotels...) sind auch noch drin.

Unter dem Strich und mal die subventionierten Geräte berücksichtigt, sind die Tarife jetzt nicht so wirklich teuer. Mit Prepaid-Anbietern käme ich da kaum günstiger weg.
 
@Farafan, ich habe den Thread nicht mehr weiter verfolgt, dafür interessieren mich die Details zu wenig. Ich hatte nur schlicht beim ersten durchlesen Bananenbiegers letzten Beitrag falsch verstanden, deshalb ja auch meine Editierung am Schluss. Ich wollte nur den Beitrag nicht mehr löschen, da dadurch ja der Sinn entstellt wird wenn inzwischen wer darauf antwortet.

Ich für meinen Teil sehe nicht was ich mit einem teureren Vertrag sollte. Ich telefoniere vor allem übers Festnetz (da habe ich einen Telekom-Vertrag), habe wie gesagt nicht monatlich mobiles Internet und ich will nicht alle zwei Jahre ein neues Handy.

Dafür wäre ein Vertrag für 40 Euro oder mehr komplett überzogen.

Aber wie gesagt die Antwort war schon langst wieder hinfällig.
 
Generell ist diese ganze Diskussion nur die konsequente Fortsetzung dieser unerträglichen Flatrate-Mentalität.
Flatrate-Saufen, Flatrate-Fressen, Flatrate-Urlaub, Flatrate-Bordellbesuche, Flatrate-Versorgungsverlangen durch den Staat und die Sozialversicherung.

Über 10 oder 20 Euro Roaming wird sich stundenlang ereifert, über ein lächerliches Fußball-WM-Trikot das man einmal im Leben anzieht für 80 Euro regt sich aber kein Mensch auf.
 
Nur bekommst Du die ganzen Mehrwerte doch auch bei den günstigeren Anbietern kostenlos. Warum also ein Telekom-Vertrag, wenn Whatsapp, iCloud und Co. genausogut mit Aldi-Talk nutzbar sind?
Genau das ist ja der von mir angesprochene Punkt, genau das ist das Problem der Anbieter. Man hatte mobiles Messanging fest in der Hand, SMS war der Standard. Rechtzeitig in Zusammenarbeit ein bezahlbares Paket wie zb Joyn zum neuen Standard zu pushen hätte vielleicht die große WhatsApp-Depression verhindert.
Stattdessen gab es die MMS für 1,29eur. Setzen, 6! Einfach alles falsch gemacht an der Stelle.

Jahre später ist das Kind jetzt halt in den Brunnen gefallen und man spielt eine immer geringere Rolle im Messaging und andere verdienen damit das Geld. Und genau das ist der Punkt: Andere verdienen jetzt damit das Geld. Es geht nicht darum, dass die Kunden für die selbe Leistung nicht mehr bereit sind zu zahlen, es geht darum, dass andere nun die Ansprüche der Kunden versorgen und daher natürlich den alten Anbietern weniger Zahlungsbereitschaft entgegen gebracht wird. Die bezahlbare SMS-Flat kam zu spät, ist jetzt nichts mehr wert weil dieses Bedürfnis nun von anderen befriedigt wird, und natürlich führt der Wegfall von Mehrwert zu weniger Zahlungsbereitschaft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie hoch ist denn die Zahlungbereitschaft für Messaging? iMessage ist kostenlos. Facebook ist kostenlos. Und Whatsapp kostet rund einen Euro pro Jahr. Da stecken keine relevanten Umsatzpotentiale mehr dahinter - Dagegen hätten die Netzbetreiber auch nichts mehr machen können.

Und um einen Bereich, in dem man kein Geld mehr verdienen kann, braucht man sich nicht zu kümmern. Von daher wundert es mich, dass man überhaupt noch Joyn ins Rennen geschickt hat.
 
Betrachten wir es doch einfach mal historisch. Früher gab es ein paar wenige Anbieter die mobilen Netzzugang, gekoppelt mit Telefonie und später mit Textnachrichten geboten haben. Mobile Telefonie und Textnachrichten waren stark nachgefragt, daher zu hohen Preisen zu verkaufen.
Dann kamen die Discounter. Nachdem die keine eigenen Netze hatten mussten sie ihren Mehrwert Telefonie und SMS bei den alten Anbietern einkaufen. Soweit hat das noch für die Anbieter funktioniert.

Dann kam der Fortschritt. Mobile Textnachrichten und Telefonie waren kein exklusiver Mehrwert der Anbieter mehr. WhatsApp, Facebook, Google, Apple und Co bieten das nun jedem mit Netzzugang an ohne es bei den alten Anbietern einzukaufen. Der ehemalige exklusive Mehrwert der Anbieter ist verschwunden. Man hat es versäumt rechtzeitig neue Mehrwerte zu schaffen die die alten ersetzen.

Ob das möglich gewesen wäre ist im Nachhinein schwer zu sagen. Aber wie immer wenn der Wert des Angebotenem sinkt, sinken auch die Preise dafür. Das ist nicht die Schuld der bösen Kunden, so funktioniert nunmal Marktwirtschaft.
 
Erstens sind Kernfunktionen kein Mehrwert und zweitens wurde durch das Internet eben die Leistungserbringung vielfach entflechtet.

Zumal das von Dir vorgetragene völlig irrelevant ist. Der mobile Internetzugang ist mittlerweile eine ziemlich wichtige Basistechnologie, ohne die Whatsapp, Instagram, DriveNow und viele andere Apps und Geschäftsmodelle gar nicht realisierbar wären. Und da immer noch die Netzkapazität die möglichen Anwendungen beschränkt, muss halt ausgebaut und modernisiert werden. Das kostet nun mal Geld, was aber der "böse Kunde" nicht bezahlen möchte, weil Geiz ja bekanntlich geil ist.
Andersherum ist das Problem aber auch nicht dadurch zu lösen, dass Anwendungen und Infrastruktur miteinander verflochten werden. Gerade die kleinen Start-Ups, aber auch die meisten Softwareschmieden sind ziemlich agile Unternehmen, die nun mal nicht so gut mit einen von Natur aus langsamen Infrastrukturanbieter kooperieren können. Die Infrastruktur würde also die Innovation mehr bremsen als nötig.

Genau ist die Cloud ja auch aus Diensten verschiedener Schichten aufgebaut, die von verschiedenen, spezialisierten Unternehmen erbracht werden, die ziemlich heterogen sind.
 
Klar, aber du bietest eben aus Kundensicht "nur" noch die Basistechnologie an, und kein Paket aus Basistechnologie plus state-of-the-art Kommunikationsdienst mehr wie früher. Damit bist du eben für den Kunden weniger wert. Nicht gar nichts wert, aber weniger. Du hast eben deinen Mehrwert an neuartige Dienste verloren.
 
Ich habe mir über einen Internetanbieter mal eine italienische SIM-Karte zuschicken lassen. Das lief reibungslos.


Das ist allerdings schon Jahre her, so habe ich keinen Namen und keine Adresse mehr davon. Vielleicht findest Du ja über Google was.

Bis 2010 klappte in NL, die Karte vor Ort bei Albert Hijn kaufen. Funktionierte sofort ohne Registrierung. Mit Registrierung erhielt man so viel Guthaben, dass die Karte praktisch kostenlos war. Es wurde nach Registrierung per Post einCode zugesandt

Die Sendung an die Adresse des Campings (Vorname, Nachname, Str, Ort) klappte drei Jahre hintereinander mit allen Namen unserer Familie.


Gesendet von meinem iPad mit Apfeltalk
 
Klar, aber du bietest eben aus Kundensicht "nur" noch die Basistechnologie an, und kein Paket aus Basistechnologie plus state-of-the-art Kommunikationsdienst mehr wie früher.
Früher war das Bündel lediglich Telefonie + SMS. Mehr nicht. Datenübertragung hat damals keine große Rolle gespient. So viel hat sich also da nicht verändert, denn jetzt bestehen die Bündel primär aus Telefonie + Daten. Kommunikationsweg und Kommunikationsdienste zu bündeln, hat übrigens nie wirklich funktioniert. BTX, CompuServe, AOL - Solche proprietäre Dienste sind recht schnell wieder von der Bildfläche verschwunden und wurden zuletzt praktisch zu ganz normalen ISPs.

Auch der Kunde wünscht diese Bündel nicht. Früher gab es ja alles im Bündel, aber genau dagegen haben sich die Kunden aufgelehnt. Jetzt gibt es die freie Wahl, aber es wird gegen jegliche Bündelung protestiert (z.B. Telekom+Spotify, Vertrag plus Endgerät usw.) . Man muss also in Kauf nehmen, dass eben die Basistechnologie höher bepreist werden muss, weil sie sich komplett selbst tragen muss. Wobei die Basistechnologie bereits ein State-of-the-Art-Kommunikationsdienst ist.

Ich persönlich finde das Unbundling besser, weil so Skaleneffekte gut zu tragen kommen, ohne dass es zu einer zu großen Marktkonzetration auf Anbieterseite kommt. Zumal auch Innovation dadurch gefördert wird, dass kleine Unternehmen Kommunikationsdienste anbieten können.