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Tim O’Brien, Leiter der Plattform-Strategie bei Microsoft und damit unter anderem dafür verantwortlich, externe Entwickler für die eigene Plattform zu begeistern, ist unterwegs durch Europa und hat verschiedene Pressetermine wahrgenommen. Halt gemacht hat er auch in München, wo Microsoft Deutschland und er zu einem Round-Table-Gespräch eingeladen haben, um von externen Leuten Feedback und Input zu den derzeitigen Entwicklungen bei Microsoft zu erhalten und auch zurück zu geben. In einer eher kleinen Runde war neben einer Handvoll Entwicklern und einigen Microsoft-Mitarbeitern auch Apfeltalk vor Ort.[prbreak][/prbreak]
Microsoft Deutschland (Foto: Apfeltalk)
[h2]Rückblick auf die vergangenen Monate[/h2]
Mit den Worten „das Unternehmen befindet sich im Wandel“ startet O’Brien seine kurze Einführungsrede beim Round-Table-Gespräch im Microsoft Campus Deutschland in Unterschleißheim, unweit von München. Vor rund eineinhalb Jahren hat Microsoft einen Strategiewechsel angekündigt. Weg vom reinen Softwareentwickler führt der Weg hin zu einem Unternehmen, das Geräte und Dienste aus einer Hand anbietet – nicht ganz unähnlich zu Apples Strategie. Einige Leute hätten damals geglaubt, dass sich Microsoft damit weg von der Softwareentwicklung bewege, so O’Brien. Tatsächlich gehe es aber darum, den Wert von Software durch mobile Geräte und die Cloud auszudrücken.
Die Surface-Tablets, von denen im letzten Jahr die zweite Generation veröffentlicht wurde, stellen dabei nicht erst den Anfang – und mit Sicherheit auch nicht das Ende – dieser Bemühungen dar. Bereits im Jahr 2001 ist Microsoft in das Hardware-Business eingestiegen und hat mit der Marke Xbox mittlerweile festen Fuß im Konsolengeschäft gefasst. Fünf Jahre danach erschien mit dem Zune ein weitgehend erfolgloser iPod-Konkurrent, von dem es zumindest manche Elemente des Softwaredesigns in das heutige Windows Phone geschafft haben. Bald dürfte es dann soweit sein, und neben Tablets wird es auch Smartphones aus dem Hause Microsoft geben. Bereits vor Monaten wurde bekannt, dass die Handysparte von Nokia übernommen wird. Angeblich soll der Milliarden-Deal noch im ersten Quartal über die Bühne gehen, wie die Pläne mit der eigenen Mobilfunksparte dann aber genau aussehen, wird derzeit noch geheim gehalten.
[h2]Ausblick[/h2]
[fl]
[/fl]Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Satya Nadella den nach dem Weggang von Steve Ballmer frei gewordenen Posten als CEO des Unternehmens übernehmen wird. Er setzt den von Ballmer begonnenen Weg, das Unternehmen umzustrukturieren, fort und spricht von einer „mobile first, cloud first“ Strategie. Microsoft stelle dies vor viele Herausforderungen, so O’Brien (Foto: Microsoft). Die bestehenden Entwickler müssten zum Umdenken mobilisiert werden, da der neue Fokus eine neue Denkart darstelle. Selbst in Spiele, die eine der großen Bastionen darstellen, in denen lokale Rechenleistung benötigt wird, werden immer mehr Cloud-Funktionen, wie etwa Matchmaking, implementiert.
Der Vorteil, auf den Microsoft aufbauen könne, sei die große Installationsbasis von Windows auf PCs. Die Zukunft ist jedoch an einem anderen Ort. Laut O’Brien liege das Wachstum und die Bewegung bei den mobilen Geräten – also unter anderem bei Windows Phone und der Modern-UI von Windows 8. Windows Phone hätte sich mittlerweile als drittes Ökosystem etabliert und weise zweistellige Marktanteile auf. In manchen Märkten habe man bei den Verkaufszahlen bereits das iPhone überholt und die Top-20-Apps im App Store und in Google Play seien im Prinzip auch für Windows Phone erhältlich – zuletzt etwa mit den Neuzugängen Instagram und Vine.
In Zukunft möchte Microsoft weiter daran arbeiten, seine Plattformen zu vereinheitlichen. Beim Design sei das bereits gelungen, wie O’Brien feststellt. „Es ist in das erste mal in der Geschichte [des Unternehmens], dass wir eine gemeinsame Designsprache haben.“ Selbst das Xbox-Team, das sich vom Rest von Microsoft etwas abgrenzt, hat für das Interface der Xbox 360 und der Xbox One die Kacheloberfläche übernommen. Aber auch die Systeme dahinter sollen weiter vereinheitlicht werden. Es gibt derzeit noch keine 100-prozentige Kompatibilität der APIs (Programmierschnittstellen) zwischen Windows-PC, -Tablet und -Smartphone. Es gäbe einen Plan, hier für mehr Konformität zu sorgen, genaueres konnte O’Brien aber noch nicht erzählen.
[boxm]Veranstaltungshinweis
Wer sich einen (nicht tieftechnischen) Überblick über die Möglichkeiten der Software- und App-Entwicklung auf der Microsoft-Plattform verschaffen möchte, kann sich näher über die Platform Info Days informieren. Diese kostenlosen Veranstaltungen finden von März bis Mai an verschiedenen Terminen deutschlandweit statt und richten sich an Neueinsteiger, Entwickler mit eher wenig Erfahrung, Projektleiter und Geschäftsführer.[/boxm]
[h2]Das Problem mit den Apps[/h2]
Sozusagen als Vertreter der Apple-Gemeinde wurde ich danach gefragt, warum man denn von iOS auf Windows Phone wechseln sollte. Meine – ich bin selbst Windows Phone- und iOS-Nutzer – unverblümte Antwort: Nicht wegen den Apps. Für einen kurzen Moment war es dann sehr still, als die Stimmung mit einem „Windows Phone – das Smartphone ohne Apps“ wieder aufgelockert wurde. Zwar gibt es auch für Windows Phone immer mehr sehr gute Programme, einige davon – wie etwa die Facebook-App – hinken ihren iOS oder auch Android-Pendants aber deutlich hinterher.
Kritik gab es auch für den Store selbst. Während Apple seine weltweiten App Stores redaktionell betreut und so für Qualität, Ordnung und eine Auswahl an sehenswerten Apps sorgt, herrscht im Windows Phone Store etwas Chaos und Unübersichtlichkeit. So ist am Windows-Smartphone in der Kategorie „Neu + angesagt“ zur Zeit etwa eine Walkthrough-App zu Temple Run 2 oder eine App, die Videos zu Flappy Bird beinhaltet, prominent platziert.
Ebenfalls an prominenter Stelle gibt Microsoft seinen Hardware-Herstellern Raum im digitalen Store. Diese Maßnahme sorgte für Unverständnis bei einem der anwesenden Entwickler. Auf der einen Seite biete man einen zentralen Store mit Microsoft als Ansprechpartner an, auf der anderen Seite müsse man sich trotzdem mit den einzelnen Herstellern einigen, um mit einer App etwa in die Auswahl der „Nokia Collection“ zu kommen. Und dafür lassen sich die Hersteller auch fürstlich entlohnen. Rund 40 bis 50.000 Euro koste es, seine App dort platzieren zu dürfen – bei jedem einzelnen Hersteller. Die anwesenden Microsoft-Mitarbeiter waren eher überrascht von dieser Handhabe und wollen sich das näher ansehen.
[h2]Fokus auf Touch-Bedienung auch am PC[/h2]
Anders als Apple, sieht Microsoft Touchscreens auch auf Desktop-Geräten als wichtige Bedienungsmöglichkeit an. Windows 8 habe man für Touch-Geräte veröffentlicht. Das Problem sei beim Start aber gewesen, dass es noch keine entsprechenden Geräte der Hardware-Hersteller in den Geschäften gab, so O’Brien. Statistiken würden zeigen, dass Nutzer die Funktionen von Windows 8 – etwa das Snapping, also die parallele Anzeige von mehreren Apps in der Modern-UI, den Windows Store, das äquivalent zum Mac App Store, oder die Such-Funktion – auf Geräten mit Touch-Screen zwei- bis dreimal häufiger verwenden als auf Geräten ohne Touch-Bedienung.
Trotzdem zeigt sich bei vielen Nutzern – nicht nur aus dem Apple-Lager – eine gewisse Hemmung beim Kauf oder der Verwendung von PCs mit Touchscreen. Man müsse es einfach einmal ausprobieren, so O’Brien. Ein Problem dabei sei aber noch immer, dass bei vielen Händlern quasi Windows 7-Hardware mit Windows 8-Software – und damit ohne Touchscreen – verkauft werde.
[h2]Zufrieden mit den Verkäufen von Surface[/h2]
Im Herbst hat Microsoft die zweite Generation der hauseigenen Surface-Tablets veröffentlicht. O’Brien zeigt sich besonders mit den Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft zufrieden. Man habe nun verstanden, wie man das Gerät vermarkten müsse. Die Verbesserungen an der zweiten Generation – wie etwa die Leistung und die Akkulaufzeit – haben ihr übriges dazu beigetragen.
Ein Punkt, der für mich immer etwas unverständlich war, ist die Frage nach Desktop-Apps für das Surface RT bzw. Surface 2. Zwar können aufgrund der anderen Prozessor-Architektur keine normalen Windows-Anwendungen installiert werden, Microsoft könnte in seinem Store aber speziell für ARM-Prozessoren kompilierte Desktop-Apps anbieten. Immerhin gibt es ja einen Desktop auf dem Surface, der sich für die produktive Arbeit eigenen würde, abseits von Office, Internet Explorer und Windows Explorer aber im Prinzip keine Verwendung findet. O’Brien stimmt auf meine Nachfrage hin zu, dass das wohl prinzipiell möglich sei. Der Fokus liegt beim Surface und Windows 8 aber auf der Touch-Bedienung und der Modern-UI. Ausgeschlossen hat er die Möglichkeit von solchen Apps aber nicht. Generell möchte Microsoft in den kommenden Monaten Ankündigungen zur Zukunft der Tablets machen.
[h2]Image in der Open-Source-Community und Umgang mit Entwicklern[/h2]
In der Vergangenheit hat sich Micro$oft durch verschiedene Aussagen und Auftritte ein zweifelhaftes Image in der Linux- und Open-Source-Community verschafft. Heute zahle man nun den Preis dafür, so O’Brien. Dabei hat sich mittlerweile vieles verändert und Microsoft trägt einiges zur Open-Source-Community bei. Dem Unternehmen falle es jedoch sehr schwer, mit seinen Bemühungen die Linux-Community zu erreichen und dies zu vermitteln. Man will hier weiter versuchen, durch die Präsenz auf Events, die Betonung der Bedeutung der Open-Source-Projekte und ein Zugehen auf die Linux-Community für eine Verbesserung des Image und der Beziehung zu sorgen.
Generell kümmere sich Microsoft in der Öffentlichkeit zu wenig um seine Entwickler, so ein Kritikpunkt der anwesenden Entwickler. Als Positivbeispiel wurde Apple genannt, bei denen erfolgreiche App-Entwickler wie Helden behandelt werden würden – man gibt ihnen Publicity auf der Webseite, lässt sie auf Keynotes auftreten, etc. Microsoft habe das auch versucht, so O’Brien. Das Problem dabei sei aber, dass man damit nur die Leute erreichte, die sowieso schon im Microsoft-Camp „eingekauft“ waren. Auch die Presseberichterstattung wurde vor allem von Entwicklern gelesen, die bereits für Windows programmierten. „Die Leute zu erreichen, die wir erreichen möchten, ist das Problem“, so O’Brien.
Microsoft Deutschland (Foto: Apfeltalk)
[h2]Rückblick auf die vergangenen Monate[/h2]
Mit den Worten „das Unternehmen befindet sich im Wandel“ startet O’Brien seine kurze Einführungsrede beim Round-Table-Gespräch im Microsoft Campus Deutschland in Unterschleißheim, unweit von München. Vor rund eineinhalb Jahren hat Microsoft einen Strategiewechsel angekündigt. Weg vom reinen Softwareentwickler führt der Weg hin zu einem Unternehmen, das Geräte und Dienste aus einer Hand anbietet – nicht ganz unähnlich zu Apples Strategie. Einige Leute hätten damals geglaubt, dass sich Microsoft damit weg von der Softwareentwicklung bewege, so O’Brien. Tatsächlich gehe es aber darum, den Wert von Software durch mobile Geräte und die Cloud auszudrücken.
Die Surface-Tablets, von denen im letzten Jahr die zweite Generation veröffentlicht wurde, stellen dabei nicht erst den Anfang – und mit Sicherheit auch nicht das Ende – dieser Bemühungen dar. Bereits im Jahr 2001 ist Microsoft in das Hardware-Business eingestiegen und hat mit der Marke Xbox mittlerweile festen Fuß im Konsolengeschäft gefasst. Fünf Jahre danach erschien mit dem Zune ein weitgehend erfolgloser iPod-Konkurrent, von dem es zumindest manche Elemente des Softwaredesigns in das heutige Windows Phone geschafft haben. Bald dürfte es dann soweit sein, und neben Tablets wird es auch Smartphones aus dem Hause Microsoft geben. Bereits vor Monaten wurde bekannt, dass die Handysparte von Nokia übernommen wird. Angeblich soll der Milliarden-Deal noch im ersten Quartal über die Bühne gehen, wie die Pläne mit der eigenen Mobilfunksparte dann aber genau aussehen, wird derzeit noch geheim gehalten.
[h2]Ausblick[/h2]
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[/fl]Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Satya Nadella den nach dem Weggang von Steve Ballmer frei gewordenen Posten als CEO des Unternehmens übernehmen wird. Er setzt den von Ballmer begonnenen Weg, das Unternehmen umzustrukturieren, fort und spricht von einer „mobile first, cloud first“ Strategie. Microsoft stelle dies vor viele Herausforderungen, so O’Brien (Foto: Microsoft). Die bestehenden Entwickler müssten zum Umdenken mobilisiert werden, da der neue Fokus eine neue Denkart darstelle. Selbst in Spiele, die eine der großen Bastionen darstellen, in denen lokale Rechenleistung benötigt wird, werden immer mehr Cloud-Funktionen, wie etwa Matchmaking, implementiert.Der Vorteil, auf den Microsoft aufbauen könne, sei die große Installationsbasis von Windows auf PCs. Die Zukunft ist jedoch an einem anderen Ort. Laut O’Brien liege das Wachstum und die Bewegung bei den mobilen Geräten – also unter anderem bei Windows Phone und der Modern-UI von Windows 8. Windows Phone hätte sich mittlerweile als drittes Ökosystem etabliert und weise zweistellige Marktanteile auf. In manchen Märkten habe man bei den Verkaufszahlen bereits das iPhone überholt und die Top-20-Apps im App Store und in Google Play seien im Prinzip auch für Windows Phone erhältlich – zuletzt etwa mit den Neuzugängen Instagram und Vine.
In Zukunft möchte Microsoft weiter daran arbeiten, seine Plattformen zu vereinheitlichen. Beim Design sei das bereits gelungen, wie O’Brien feststellt. „Es ist in das erste mal in der Geschichte [des Unternehmens], dass wir eine gemeinsame Designsprache haben.“ Selbst das Xbox-Team, das sich vom Rest von Microsoft etwas abgrenzt, hat für das Interface der Xbox 360 und der Xbox One die Kacheloberfläche übernommen. Aber auch die Systeme dahinter sollen weiter vereinheitlicht werden. Es gibt derzeit noch keine 100-prozentige Kompatibilität der APIs (Programmierschnittstellen) zwischen Windows-PC, -Tablet und -Smartphone. Es gäbe einen Plan, hier für mehr Konformität zu sorgen, genaueres konnte O’Brien aber noch nicht erzählen.
[boxm]Veranstaltungshinweis
Wer sich einen (nicht tieftechnischen) Überblick über die Möglichkeiten der Software- und App-Entwicklung auf der Microsoft-Plattform verschaffen möchte, kann sich näher über die Platform Info Days informieren. Diese kostenlosen Veranstaltungen finden von März bis Mai an verschiedenen Terminen deutschlandweit statt und richten sich an Neueinsteiger, Entwickler mit eher wenig Erfahrung, Projektleiter und Geschäftsführer.[/boxm]
[h2]Das Problem mit den Apps[/h2]
Sozusagen als Vertreter der Apple-Gemeinde wurde ich danach gefragt, warum man denn von iOS auf Windows Phone wechseln sollte. Meine – ich bin selbst Windows Phone- und iOS-Nutzer – unverblümte Antwort: Nicht wegen den Apps. Für einen kurzen Moment war es dann sehr still, als die Stimmung mit einem „Windows Phone – das Smartphone ohne Apps“ wieder aufgelockert wurde. Zwar gibt es auch für Windows Phone immer mehr sehr gute Programme, einige davon – wie etwa die Facebook-App – hinken ihren iOS oder auch Android-Pendants aber deutlich hinterher.
Kritik gab es auch für den Store selbst. Während Apple seine weltweiten App Stores redaktionell betreut und so für Qualität, Ordnung und eine Auswahl an sehenswerten Apps sorgt, herrscht im Windows Phone Store etwas Chaos und Unübersichtlichkeit. So ist am Windows-Smartphone in der Kategorie „Neu + angesagt“ zur Zeit etwa eine Walkthrough-App zu Temple Run 2 oder eine App, die Videos zu Flappy Bird beinhaltet, prominent platziert.
Ebenfalls an prominenter Stelle gibt Microsoft seinen Hardware-Herstellern Raum im digitalen Store. Diese Maßnahme sorgte für Unverständnis bei einem der anwesenden Entwickler. Auf der einen Seite biete man einen zentralen Store mit Microsoft als Ansprechpartner an, auf der anderen Seite müsse man sich trotzdem mit den einzelnen Herstellern einigen, um mit einer App etwa in die Auswahl der „Nokia Collection“ zu kommen. Und dafür lassen sich die Hersteller auch fürstlich entlohnen. Rund 40 bis 50.000 Euro koste es, seine App dort platzieren zu dürfen – bei jedem einzelnen Hersteller. Die anwesenden Microsoft-Mitarbeiter waren eher überrascht von dieser Handhabe und wollen sich das näher ansehen.
[h2]Fokus auf Touch-Bedienung auch am PC[/h2]
Anders als Apple, sieht Microsoft Touchscreens auch auf Desktop-Geräten als wichtige Bedienungsmöglichkeit an. Windows 8 habe man für Touch-Geräte veröffentlicht. Das Problem sei beim Start aber gewesen, dass es noch keine entsprechenden Geräte der Hardware-Hersteller in den Geschäften gab, so O’Brien. Statistiken würden zeigen, dass Nutzer die Funktionen von Windows 8 – etwa das Snapping, also die parallele Anzeige von mehreren Apps in der Modern-UI, den Windows Store, das äquivalent zum Mac App Store, oder die Such-Funktion – auf Geräten mit Touch-Screen zwei- bis dreimal häufiger verwenden als auf Geräten ohne Touch-Bedienung.
Trotzdem zeigt sich bei vielen Nutzern – nicht nur aus dem Apple-Lager – eine gewisse Hemmung beim Kauf oder der Verwendung von PCs mit Touchscreen. Man müsse es einfach einmal ausprobieren, so O’Brien. Ein Problem dabei sei aber noch immer, dass bei vielen Händlern quasi Windows 7-Hardware mit Windows 8-Software – und damit ohne Touchscreen – verkauft werde.
[h2]Zufrieden mit den Verkäufen von Surface[/h2]
Im Herbst hat Microsoft die zweite Generation der hauseigenen Surface-Tablets veröffentlicht. O’Brien zeigt sich besonders mit den Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft zufrieden. Man habe nun verstanden, wie man das Gerät vermarkten müsse. Die Verbesserungen an der zweiten Generation – wie etwa die Leistung und die Akkulaufzeit – haben ihr übriges dazu beigetragen.
Ein Punkt, der für mich immer etwas unverständlich war, ist die Frage nach Desktop-Apps für das Surface RT bzw. Surface 2. Zwar können aufgrund der anderen Prozessor-Architektur keine normalen Windows-Anwendungen installiert werden, Microsoft könnte in seinem Store aber speziell für ARM-Prozessoren kompilierte Desktop-Apps anbieten. Immerhin gibt es ja einen Desktop auf dem Surface, der sich für die produktive Arbeit eigenen würde, abseits von Office, Internet Explorer und Windows Explorer aber im Prinzip keine Verwendung findet. O’Brien stimmt auf meine Nachfrage hin zu, dass das wohl prinzipiell möglich sei. Der Fokus liegt beim Surface und Windows 8 aber auf der Touch-Bedienung und der Modern-UI. Ausgeschlossen hat er die Möglichkeit von solchen Apps aber nicht. Generell möchte Microsoft in den kommenden Monaten Ankündigungen zur Zukunft der Tablets machen.
[h2]Image in der Open-Source-Community und Umgang mit Entwicklern[/h2]
In der Vergangenheit hat sich Micro$oft durch verschiedene Aussagen und Auftritte ein zweifelhaftes Image in der Linux- und Open-Source-Community verschafft. Heute zahle man nun den Preis dafür, so O’Brien. Dabei hat sich mittlerweile vieles verändert und Microsoft trägt einiges zur Open-Source-Community bei. Dem Unternehmen falle es jedoch sehr schwer, mit seinen Bemühungen die Linux-Community zu erreichen und dies zu vermitteln. Man will hier weiter versuchen, durch die Präsenz auf Events, die Betonung der Bedeutung der Open-Source-Projekte und ein Zugehen auf die Linux-Community für eine Verbesserung des Image und der Beziehung zu sorgen.
Generell kümmere sich Microsoft in der Öffentlichkeit zu wenig um seine Entwickler, so ein Kritikpunkt der anwesenden Entwickler. Als Positivbeispiel wurde Apple genannt, bei denen erfolgreiche App-Entwickler wie Helden behandelt werden würden – man gibt ihnen Publicity auf der Webseite, lässt sie auf Keynotes auftreten, etc. Microsoft habe das auch versucht, so O’Brien. Das Problem dabei sei aber, dass man damit nur die Leute erreichte, die sowieso schon im Microsoft-Camp „eingekauft“ waren. Auch die Presseberichterstattung wurde vor allem von Entwicklern gelesen, die bereits für Windows programmierten. „Die Leute zu erreichen, die wir erreichen möchten, ist das Problem“, so O’Brien.



PS: Lob für den prima