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Apple stoppt Einführung von KI-Technologie in der EU wegen regulatorischer Bedenken

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Apple Inc. hat angekündigt, eine Reihe neuer Technologien für Hunderte Millionen Verbraucher:innen in der Europäischen Union zurückzuhalten. Grund dafür sind Bedenken hinsichtlich der regulatorischen Bemühungen der EU, Big Tech einzudämmen.

Auswirkungen des Digital Markets Act

Apple gab bekannt, dass es die Veröffentlichung von Apple Intelligence, iPhone Mirroring und SharePlay Screen Sharing für Nutzer:innen in der EU in diesem Jahr blockieren wird. Der Digital Markets Act (DMA) der EU zwinge das Unternehmen angeblich dazu, die Sicherheit seiner Produkte und Dienstleistungen herabzusetzen.

„Wir sind besorgt, dass die Interoperabilitätsanforderungen des DMA uns zwingen könnten, die Integrität unserer Produkte zu kompromittieren und so die Privatsphäre und Datensicherheit unserer Nutzer:innen zu gefährden“, erklärte Apple in einer Stellungnahme.

Der DMA zwingt Big Tech-Plattformen, eine lange Liste von Geboten und Verboten einzuhalten. Technologiedienstleister dürfen ihre eigenen Dienste nicht bevorzugen, keine persönlichen Daten über verschiedene Dienste hinweg kombinieren und keine Daten von Drittanbietern nutzen, um gegen diese zu konkurrieren. Zudem müssen sie es Nutzer:innen ermöglichen, Apps von konkurrierenden Plattformen herunterzuladen.

Die Europäische Kommission antwortete auf Apples Pläne: „Gatekeeper sind willkommen, ihre Dienste in Europa anzubieten, vorausgesetzt, sie halten sich an unsere Regeln, die auf fairen Wettbewerb abzielen.“

Betroffene Technologien

Apple Intelligence war das jüngste Highlight der Präsentation auf der Worldwide Developers Conference des Unternehmens. Die Technologie soll dabei helfen, Texte zusammenzufassen, originelle Bilder zu erstellen und die relevantesten Daten zu liefern, wenn Nutzer:innen sie benötigen. Dazu gehört auch eine überarbeitete Version von Siri, dem digitalen Assistenten.

Durch Apples Entscheidung werden Verbraucher:innen in allen 27 EU-Ländern, darunter Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien, vorerst keinen Zugang zu den neuen KI-Technologien haben. Die Software soll diesen Herbst anderswo auf den Markt kommen und nur auf einer Untermenge von Apple-Geräten und ausschließlich in amerikanischem Englisch verfügbar sein.

Zu den anderen nicht eingeführten Funktionen gehören iPhone Mirroring und SharePlay Screen Sharing. iPhone Mirroring ermöglicht es, das Gerät virtuell auf dem Mac-Display zu nutzen und vollständig zu steuern. SharePlay Screen Sharing ermöglicht es, den Bildschirm von einem iPad oder iPhone auf ein anderes Gerät zu teilen und dieses aus der Ferne zu steuern.

Konflikt mit der EU

Apple steht bereits in einem Konflikt mit der EU wegen des neuesten Versuchs, Marktmissbräuche von Big Tech einzudämmen. Zusammen mit Alphabet Inc.’s Google und Meta Platforms Inc. wird Apple untersucht, weil es angeblich den anderen zentralen Pfeiler der EU-Technologieregulierung, den Digital Markets Act, ignoriert.

Im Rahmen dieser Untersuchung soll Apple bereits am Montag eine formale Warnung von den EU-Regulierungsbehörden erhalten. Dabei geht es darum, dass Apple angeblich Apps daran hindert, Nutzer:innen zu günstigeren Abonnementangeboten im Web zu leiten. Für diese Praxis wurde Apple bereits in diesem Jahr von den Brüsseler Regulierungsbehörden mit einer Geldstrafe von 1,8 Milliarden Euro belegt.

Quelle: Bloomberg

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Tags: Digital Markets Act, Interoperabilität, Big Tech, EU-Regulierung, iPhone Mirroring, Apple, SharePlay Screen Sharing, Marktmissbrauch, künstliche Intelligenz, Datenschutz

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