Ich habe den film vor knapp 5 Wochen gesehen. Ich finde ihn genial.
Ich verrate nichts über die Geschichte... aber trotzdem ein paar Facts:
– Keine Musik
– Keine Kamerafahrten (fast keine.... sprich sehr ruhige)
– Lange Dialoge
– Grosszügige Bilder
– Keine Ruckelbilder
– rohe Gewalt
– Also das Reine Gegenteil von MTV Musicvideos
usw... Also wieder mal richtig gutes Kino. (trotzdem werden sich die Geister scheiden... )
Ergebnis 1 bis 10 von 37
- 10.03.2008, 08:38 #1
no country 4 old men - gesehen
sie sind und bleiben einzigartig, einmalig in ihrer erzähl- und darstellungsweise. einmal mehr erklären die coen-brüder das land der unbegrenzten möglichkeiten zu einer spielwiese der skurrilitäten und ungebügelten manier, dem zwischen- und miteinander der amerikanischen gesellschaft.
der einfach gestrickte llewelyn moss, bewohner eines trailers in einem dieser typischen trailerparks, ist auf der jagd, als er auf einen angeschossenen hund trifft, der ihn an eine stelle in der wüste führt, welche zweifellos ein schlachtfeld ist. mehrere pickups weisen einschußlöcher auf und rundherum liegen leichen. spanier. llewelyn sieht sich die situation an und stößt auf das unvermeintliche: ein haufen kohle und drogen. er greift sich das geld, ein paar kanrren und fährt zurück nach hause. zeitgleich tötet ein fremder einen alten mann mit einem bolzenschußgerät mitten auf der straße. diese beiden männer, llewelyn und anton werden sich noch kennenlernen.
eine treibjagd quer durch die wüste, motels an den highways bis nach el paso beginnt.
no country for old men erzählt die geschichte von männern, die sich für ein leben auf messers schneide entschieden haben oder eben auch nur ein stückchen vom kuchen wollen. wie erbahrmungslos diese gesellschaft mit outsindern ist, die zufällig in ihre quere geraten, erfahren wir durch den protagonisten llewelyn. er ist zwar hart im nehmen, aber eben keiner von ihnen.
der heimliche hauptdarsteller ist t.l. jones. er spielt den sheriff, der sich mit diesem fall mehr oder weniger betraut, unterschwellig aber fühlt, daß er nichts ausrichten kann, was die mordserie angeht, die sich entlang des highways zieht. sheriff bell ist alt, phlegmatisch und handlungsohnmächtig. bell und die geschichte um kohle und drogen zeigen uns, weshalb dieses land nichts für alte männer ist.
die coenbrüder haben es erneut geschafft, gesellschaftskritik mit groteskem humor zu paaren, ohne dabei in heillose gewalt und lächerlichem abkillen zu verfallen. der stil der beiden ist unverwechselbar.
interessant: das rollenprofil t.l. jones' (nebst message) ähnelt in diesem film sehr dem von "im tal von elah". übrigens spielt hier auch josh brolin mit.
der verlinkung halber:
http://www.apfeltalk.de/forum/insigh...w-t130446.html
zusätzlich einen link zu einer anderen besprechung:
http://www.filmstarts.de/produkt/716...Old%20Men.htmlGeändert von groove-i.d (11.03.2008 um 22:03 Uhr) Grund: ergänzung
- 10.03.2008, 08:42 #2inaktiv
- Registriert
- 10.2004
- Beiträge
- 5.430
- 10.03.2008, 08:46 #3
richtig, der film ist großzügig und langsam photographiert. auch die erzählweise hat ihr "tempo". damit beschreiben die beiden brüder land und leute.
die stille im film kommt uns blockbustergewohnten konsumenten eigenartig und befremdlich vor, tut aber oder gerade deshalb ihre wirkung.
- 10.03.2008, 15:15 #4
Ich habe ihn gestern Abend spontan mit meiner Freundin gesehen und wollte dazu schon einen Thread eröffnen weil er mich schlichtweg begeistert hat.
Es war auf alle Fälle etwas erfrischend neues, leider aber auch etwas verstörendes und verwirrendes (SPOILER: allein durch das abrupte Ende) aber allein die Macht der Bilder hat mich begeistert. Ich kann es schwer beschreiben aber die Abkehr von der üblichen Effekthascherei, den üblichen kurzen Dialogen und actiongeladenen und schnellen Szenenwechsel hat mich gefesselt. Wenn der Film eines nicht ist, dann schnell. Die Ruhe unterstützt aber die Bilder, ein hastiges „durcheilen“ würde der grandiosen Naturkulisse nicht gerecht werden.
Das Ende hat mich verwirrt aber da es mir bei SAW 4 genau so ging werde ich es nicht dem Film sondern mir als Negativpunkt anrechnen.
Es ist nicht was du
hast, sondern
was du bist.
- 10.03.2008, 15:19 #5
finde den Film absolute Klasse! schön erzählt und gut fotografiert... die Gewalt ist verglichen mit anderen "Blockbustern" bei weitem nicht so brutal wie oft erwähnt - sie wirkt jedoch umso grausamer, da der Film auf Musik verzichtet und somit die Brutalität unterstützt.
Hab leider den Fehler gemacht und ihn im Original angesehen... keine Freude, da der texanische Akzent dann doch nicht mehr allzuviel mit Englisch zu tun hat!
Aber: Sehenswert!mfg. diezweiundvierzig
MacBookPro6,2; 2,66GHz; 8GB Ram | MacPro4,1; 2x2,26GHz Quad-Core Intel Xeon, 16GB Ram| iMac8,1; 3,06GHz
iPhone4S; 64 GB; schwarz|iPod5G; 30GB; weiß | iPhone3G; 8 GB; schwarz
- 10.03.2008, 15:29 #6
Handwerklich und technisch ist das wirklich ein toller Film.
Die Bilder sind auch sehr schön anzusehen, trotz der rohen Gewalt.
Was mir nicht so ganz klar ist:
in wie fern soll der Film denn gesellschaftskritisch sein?
Für mich ist es einfach ein Werk, das durch seine groteske Schönheit besticht.
Am besten finde ich den Dialog über den Kampf zwischen Mensch und Ochse._____________________________________
Der Hausbewohner wurde gefangen, das Haus entkam durch das Fenster. (ZEN Koan)
- 10.03.2008, 16:18 #7
gesellschaftskritik
na ja, es ist das bereits in machnerlei filmen erwähnte alte lied vom schnellen leben und menschen, die nicht nachkommen. die coenbrüder haben es unterschwellig und wenig plakativ gemacht.
zur gewaltdarstellung:
die coenfilme sind keine gewalttätigen actionfilme im klassischen sinne, sondern bedienen sich auf ihre ganz spezielle und eigenartig ungeschliffene art&weise dem thema gewalt (siehe goodman in "o brother..." oder die morde in "fargo".)
der tod wird schonungslos und direkt geschildert. das ist es vielleicht, was uns auch "no country..." als gewalttätig betrachten läßt.
- 10.03.2008, 16:23 #8
im Endeffekt wird also der Tod also solcher so dargestellt, wie er halt ist: schonungslos und direkt.
v.a. Javier Bardem is einfach erschreckend kalt.mfg. diezweiundvierzig
MacBookPro6,2; 2,66GHz; 8GB Ram | MacPro4,1; 2x2,26GHz Quad-Core Intel Xeon, 16GB Ram| iMac8,1; 3,06GHz
iPhone4S; 64 GB; schwarz|iPod5G; 30GB; weiß | iPhone3G; 8 GB; schwarz
- 10.03.2008, 16:33 #9
- 10.03.2008, 16:44 #10
Für die Leute die "No Country for Old Men" mögen ist auch unbedingt der erste Coen-Brothers-Film "Blood Simple" zu empfehlen. Die beiden Filme sind sich sehr ähnlich.
Der Film ist zwar schon älter und hat eine typische 80er-Ästhetik, ist aber extrem gut.
Mir persönlich gefällt "Blood Simple" noch besser als "No Country for Old Men".
Gruß, MasterDomino
Ähnliche Themen
-
No Country for Old Men: Erster Mac-Film mit Oscar
Von Felix Rieseberg im Forum News-KommentareAntworten: 31Letzter Beitrag: 04.04.2008, 16:40 -
gesehen bei MacTV
Von die Zwei im Forum OS XAntworten: 3Letzter Beitrag: 13.10.2006, 10:50



Zitieren

