Ich hatte keine Lust mehr, mich bei verschiedenen Browsern um verschiedene Adblocker-Plugins mit verschiedenen Listenformaten und so weiter zu kümmern.
Es geht auch viel, viel einfacher: Einfach alle Werbedomains systemweit unerreichbar machen.
Was braucht man?:
-Curl (Ist aber schon installiert.)
-Rootrechte.
Vorteile:
-Sehr schnelles Blocking. Egal, wie lang die Liste ist.
-Gilt für das ganze System. Kein Programm kann mehr Werbung von den eingetragenen Servern empfangen, wenn es die entsprechende Domain anfragt.
Nachteile:
-Wenn meine Lieblingsnewsseite www.news.de ist und dort Werbebanner von www.news.de/werbung eingeblendet werden, dann kann ich die Banner mit dieser Methode nicht getrennt vom Rest der Seite blockieren.
Diese Methode ist also nur gut, um NUR-Werbeserver, auf denen es sonst nichts interessantes gibt aus seiner persönlichen Surfwelt zu verbannen.
Wie funktioniert das hier beschriebene Prinzip allgemein?
Alle DNS-Anfragen an Werbehosts, die beispielsweise entstehen, wenn ein Werbebanner geladen werden soll, werden einfach zu einem Dead-End geleitet. Keine Werbung mehr anzeigbar.
Die Umleitung erfolgt geregelt von Einträgen der Serverdomains in der Datei /etc/hosts.
Wenn eine Domain im Browser eingegeben wird, dann holt sich jener erst einmal die IP-Adresse des Servers und übergibt dabei einem sogenannten Domain Name Server den Domainnamen, für den eine IP-Adresse hinterlegt ist.
Wenn allerdings die geforderte Domain bereits in der Datei /etc/hosts steht (Was unter allen möglichen UNIX-artigen Betriebssystemen so ist - d.h. dieses Tutorial ist auch ohne Änderungen für GNU/Linux und *BSD-Systeme nutzbar), dann wird keine DNS-Anfrage mehr aufgegeben und sofort die vorhandene Adresse genutzt. In unserem Fall: "localhost". Das ist der eigene Rechner, unter dem die Werbung schlichtweg nicht erreichbar ist.
Dazu holen wir uns eine Liste bekannter Werbeserver aus dem Internet.
Was muss getan werden?
Wir öffnen das Terminal. Nun geben wir ein:
Hierbei holt das Progrämmchen Curl uns nun eine Liste aus einem Werbeserververzeichnis im richtigen Format und die Bash leitet die Ausgabe so um, dass die Ergebnisse einfach an die Datei /etc/hosts angehängt werden.Code:curl "http://pgl.yoyo.org/adservers/serverlist.php?hostformat=hosts&showintro=1&startdate%5Bday%5D=&startdate%5Bmonth%5D=&startdate%5Byear%5D=&mimetype=plaintext" >> /etc/hosts
Die Originaldatei /etc/hosts geht dabei nicht kaputt, solange man ZWEI MAL das ">" Zeichen verwendet. Wie beschrieben. Wenn es nur einmal angegeben wird bei dem Terminalaufruf, dann ist der bisherige Inhalt verloren. Es kann mal passieren, dass man müde oder besoffen das Zeichen nur einmal angibt, daher lohnt sich vorher ein kurzes
immer.Code:cp /etc/hosts /etc/hosts.bak
Wenn alles richtig gemacht wurde, dann können Werbeserver, die in der Liste enthalten sind, jetzt schon nicht mehr erreicht werden. Einfach so, als gäbe es sie nicht.
Die Liste ist allerdings nicht von Deutschen Usern zusammengetragen worden, weswegen ein jetzt gerade erfundener, aber angenommenerweise typischer und bekannter Werbeserver von Wegen www.werbeserver.de nicht darin aufgelistet ist.
Das können wir einfach nachholen:
Und schon ist der auch nicht mehr zu erreichen.Code:echo "127.0.0.1 werbeserver.de www.werbeserver.de" >> /etc/hosts
Allerdings habe ich ihn hier in diesem Beispiel einmal mit "www." und einmal ohne angegeben, weil manche Anfragen mal mit "www." und manche ohne sein werden und das beides unterschiedlich gehandhabt wird.
Kann ich einfach wild alle möglichen Domains angeben?
Ja. Wenn man Pokémon hasst und einfach ganz frech allen Mitbenutzern des Computers verbieten will, www.pokemon.de anzusurfen, dann trägt man die Domain ein und gut ist. Wer die IP-Adresse der Domain kennt, kommt trotzdem drauf, aber das ist meistens nicht der Fall.
Die Liste muss in dem Format sein:
Und schon wird es richtig interpretiert.Code:127.0.0.1 www.domain.de domain.de a.domain.de b.domain.de c.domain.de was.man.will.de
Problemlösungen:
Curl ist nicht installiert! Einfach mal schauen, woher man das bekommt.Code:user@maschine ~ $ curl -bash: curl: command not found
Die Rootrechte fehlen. Vorher einfach mal eben "sudo su" eingeben und schon ist man Root.Code:user@maschine ~ $ echo blabla >> /etc/hosts -bash: /etc/hosts: Permission denied
+ Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
Thema: AdBlocking mal anders
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18.11.2007, 16:34 #1
AdBlocking mal anders
Geändert von tfc (06.12.2007 um 17:47 Uhr)
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18.11.2007, 20:49 #2
Vielen Dank für dein ausführliches Posting.
Eine ähnliche Methode ( DNS Blocking ) habe ich früher in Windows gemacht - bevor ich Firefox & Adblock Plus hatte. Aber auf meinem Mac gefällt mir der Safari immer mehr und besser als Firefox - deine Methode erschlägt ne ganze Menge mit einem Schlag
Vielen Dank dafür!
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27.11.2007, 02:23 #3inaktiv
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Ich bekomme da keine Liste... hört sich interessant an, nur ohne Liste ist nix.
So sieht meine Liste aus...Code:GIF89a^A^@^A^@<F0>^@1<FF><FF><FF>^@^@^@!<F9>^D^A^@^@^@^@,^@^@^@^@^A^@^A^@^@^B^BD^A^@;
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27.11.2007, 19:48 #4
Fehler beim Copy&Paste? Anführungszeichen gesetzt? Kodierung des Terminals?
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28.11.2007, 00:45 #5inaktiv
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Aeh, eben nicht.
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28.11.2007, 08:14 #6
Bekommst Du wenigstens sauberen Inhalt, wenn Du beispielsweise
eingibst?Code:curl "www.google.de"
Wenn ja, dann würde ich prüfen, ob die Adresse, die ich hier im Thread angegeben habe, fehlerfrei in die Konsole kopierbar ist, ohne dass komische Zeichen entstehen. Und wenn das der Fall ist, dann müsste wohl auch ne saubere Liste ankommen.
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28.11.2007, 08:49 #7
Moin,
nicht das ich in Safari noch großartig von Werbung heimgesucht würde, aber die bisher verwandte Methode des lokalen Stylesheets funktioniert leider nicht in meinem Newsreader Shrook, der - falls kein Volltext-RSS ausgeliefert wird, hilfsweise via WebKit auch komplette Seiten anzeigt. Blöderweise trotz der modifizierten /etc/hosts aber immer noch die Werbebilder
.
Gruß StefanWenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt
auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke
von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!
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29.11.2007, 10:28 #8
Bilder, die noch angezeigt werden, sind entweder noch im Cache oder die Domain steht nicht wirklich exakt in der /etc/hosts Datei. So meine Erfahrung.
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07.12.2007, 00:55 #9inaktiv
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curl "http://pgl.yoyo.org/as/serverlist.php?hostformat=hosts&showintro=1&startd ate%5Bday%5D=&startdate%5Bmonth%5D=&startdate%5Bye ar%5D=&mimetype=plaintext" >> /etc/hosts
Keine Ahnung... DAS geht
Ich will mal demnächst diesen ganzen Wann stirbst DU, etc. Schachsinnigkeiten eintragen... super Tipp!Geändert von Bier (07.12.2007 um 09:07 Uhr)
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09.12.2007, 04:30 #10Melrose
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Als Gefahr sehe ich hierbei nur, dass jemand die Liste so manipulieren könnte, dass z.B. deutschebank.de auf tollerhaxxorserverinnigeria umgeleitet wird.
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