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[TUTORIAL] Terminal - Teil 2

Dieses Thema im Forum "Software-Tutorials" wurde erstellt von Hobbes_, 09.04.07.

  1. Hobbes_

    Hobbes_ Gast

    Dies ist Teil 2 eines Tutorials zu Terminal

    Inhalt
    Teil 1
    (0) Einleitung
    (1) Das Programm
    (2) Unix als System
    (3) man
    (4) Einige Befehle

    Teil 2
    (5) I/O-Redirection / Pipes und Wildcards / Regular Expressions
    (6) Editoren vi/vim, Emacs und nano
    (7) "Pimp my Terminal"

    Teil 3
    (7) "Pimp my Terminal" (Fortsetzung)
    (8) User / Admin / Superuser

    Teil 4
    (8) User / Admin / Superuser (Fortsetzung)
    (9) Wie komme ich zu UNIX-Programmen?

    Teil 5
    (9) Wie komme ich zu UNIX-Programmen? (Fortsetzung)

    Teil 6
    (10) Einige Unterschiede zwischen Darwin und anderen UNICES
    (11) Weitere Informationen / Referenzen / Links
    Dank

    -------------

    (5) I/O-Redirection / Pipes und Wildcards / Regular Expressions

    Info: Diese beiden Dinge schaut man sich besser mit frischem Kopf an :)

    (5.1) I/O-Redirection und Pipes
    Generell verarbeiten Computerprogramme Daten. Dazu werden Eingaben benutzt und das Resultat ausgegeben. Ein Programm hat grundsätzlich folgende Eingabemöglichkeiten:
    • eine Datei (Dateiname typischerweise in den Parametern angegeben)
    • Benutzereingaben vom Terminal

    Daneben bestehen foldende Ausgabemöglichkeiten:
    • eine Datei (Dateiname typischerweise in den Parametern angegeben)
    • Ausgabe am Terminal
    • Fehlerausgabe am Terminal / Log-Datei

    (5.1.1) I/O Redirection
    Die standardmässig im Programm angewandten Ein- und Ausgabekanäle (stdIn, stdOut, stdError) sind zwar meist auf das Terminal gerichtet, können jedoch gelegentlich auch auf Dateien gerichtet sein. Diese Standard-Kanäle können einfach umgeleitet werden.

    Beispiel: Schauen wir uns nochmals das aktuelle Verzeichnis an:
    $ ls -l

    Wir können diese lange Liste auch in eine Datei umleiten, so dass wir später noch damit arbeiten können. Wir benutzen dazu
    $ ls -l >~/dummy_test_liste.txt

    > leitet die Standardausgabe in die direkt dahinter angegebene Datei um.
    Wichtig: Mit dieser Methode wird eine neue Datei begonnen. Wenn vorher schon eine Datei mit gleichem Namen bestand, so wird sie damit einfach überschrieben! Dies geschieht ohne Nachfrage bei Dir, ob Dir das recht ist (nur so als Info...).

    Alternativ kann das Symbol >> anstelle von > verwendet werden. Dann wird die Datei nicht gelöscht, sondern der neue Inhalt an den alten Inhalt hinten angefügt. Dies eignet sich insbesondere zur Ergänzung einer Protokolldatei.

    Wir können nun mit dieser Datei arbeiten. Am einfachsten schauen wir sie uns einfach mal an.:
    $ less ~/dummy_test_liste.txt

    Wir können auch die Anzahl der Zeilen ansehen (siehe man wc, wie immer :) ):
    $ wc -l ~/dummy_test_liste.txt

    Das umgekehrte zur Umleitung der Ausgabe (>) ist die Umleitung der Eingabe mittels <. Als Beispiel zeigen wir, dass less nicht nur eine Datei benutzerfreundlich anzeigen kann, sondern auch Daten aus der Standardeingabe. Dies macht im Moment nicht sehr viel Sinn. Später werden wir den Sinn dahinter dann begreifen.
    $ less <~/dummy_test_liste.txt

    (5.1.2) Pipes
    Wie bereits erwähnt, beruht eines der Konzepte in UNIX darin, Probleme nicht mit grossen Programmen zu lösen, sondern kleine, jedoch stabile und an Optionen mächtige Mini-Programme zB. in Scripts zusammenzufassen. Ein Teil dieses Konzepts sind Verbindungskanäle (Pipes), die es erlauben, die Ausgabe eines Programms direkt als Eingabe für ein anderes zu verwenden. Du kannst Dir dabei vorstellen, dass die Umleitung in eine Datei mittels > und das Einlesen dieser Information mittels < in einem Schritt zusammengefasst wird. Man benutzt dazu das Symbol |. Das coole an diesem Konzept ist, dass man sich diese Zwischendatei sogar sparen kann, wenn man sie später nicht sonst noch für eine Aufgabe benötigt.

    Benutzen wir als Beispiel nochmals
    $ ls -l

    Wir sehen eine lange Liste an Dateien. Auf unserem modernen Terminal können wir bequem hunderte Zeilen nach oben scrollen. Dies war auf alten Konsolen mit fixierter Zeilenzahl nicht möglich, so dass man oft darauf angewiesen war, die Informationen auf Seiten aufteilen zu lassen (die verwendeten Programme nannte man Pager: more, less). less haben wir ja bereits mehrfach benutzt. Unter anderem wird es ja auch von man benutzt. Lassen wir uns also die lange Dateiliste seitenweise darstellen:
    $ ls -l | less

    Dabei können wir in less auf alle Funktionen zurückgreifen. Wir können neben dem Blättern auch die Suchfunktion benutzen, wie wir das in Teil 1 bereits gesehen haben.

    Wir können uns so einfach auch die Anzahl der Zeilen ausgeben lassen (wie bereits oben mit dem Umweg über die Datei):
    $ ls -l | wc -l

    Achtung: Da ls -l als erste Zeile eine Informationszeile ausgibt, erhalten wir so zwar die Anzahl der Zeilen, jedoch nicht die Anzahl der Dateien. Tja, in UNIX nimmt man's genau :)

    Deshalb eignet sich folgender Befehl zur Eruierung der Anzahl der Dateien:
    $ ls -1 | wc -l (Als Option bei ls eine 1 [eins] anstelle von l [kleines L], die Option für wc bleibt ein kleines L)

    ls -1 (eins) gibt ganz brav eine Datei pro Zeile aus. Dabei werden keine zusätzlichen Informationen wie bei ls -l (kleines L) ausgegeben. Diese brauchen wir nur zum zählen auch nicht. Ausserdem werden weniger Rechenressourcen verbraucht. (Nebenbei: Im Kontext von Pipes kann man sich den Parameter -1 [eins] bei ls auch sparen, da er dann standardmässig benutzt wird: Man kann also anstelle von ls -1 | wc -l auch kurz ls | wc -l verwenden.)


    Für unser nächstes Beispiel benutzen wir eine weiteres Programm grep. Dies ist ein sehr mächtiges Programm, mit dem sich innerhalb einer Datei Zeilen suchen lassen, die einem bestimmten Muster entsprechen (siehe regular expressions unten) in Dateien auswerten kann (Vorschlag: man grep :) ). Es bietet sich also sehr zur Verwendung innerhalb von Pipes an. Anbei nur ein simples Beispiel:

    Beispiel: Wir suchen alle Kalendereinträge mit der Buchstaben-Kombination "LOTR" und sehen auf dem Bildschirm die zeitliche Abfolge einer berühmten "Kurzgeschichte".

    $ grep "LOTR" /usr/share/calendar/calendar.history | less

    (Jetzt bleibt nur noch das Problem, dass das Abenteuer im Dezember und nicht im Januar beginnt - doch das soll uns in unserer aktuellen technischen Betrachtung nicht stören)

    Diese Umleitungen können noch weiter kombiniert werden. Auch kann die Fehlerausgabe ebenso umgeleitet werden: Einige Beispiele (Englisch)

    Unser letztes Beispiel können wir nutzen, um die Dateien nach deren Grösse sortiert auszugeben (wir benutzen ls wieder mit der Option -l [kleines L]):
    $ ls -l | sort -n +4 (kleinste Datei zuerst)
    $ ls -l | sort -nr +4 (grösste Datei zuerst, reversed)

    Wir können auch mal schauen, welches so die grössten Dateien unseres gesammten Benutzerverzeichnisses sind. Wir benutzen dabei eine Option -R (rekursiv) für ls. Dabei wird jedes passende Verzeichnis (mit der aktuellen Angabe alle) gleich nochmals zum durchsuchen verwendet.
    Dieses Beispiel hier nur einmal zur Verdeutlichung, was so mittels pipes gemacht werden kann. Auch wissen wir dann, welches so unsere grossen Dateien sind:
    $ ls -lR ~ | sort -nr +4 | less

    Erklärung: ls generiert von unserem Benutzerverzeichnis ~ eine ausführliche Liste. Dabei wird es rekursiv auch auf Unterverzeichnisse angewandt. sort sortiert uns das ganze rückwärts nach der Dateigrösse (Spalte 5). less präsentiert uns das ganze geordnet auf dem Bildschirm.


    (5.2) Wildcards und Regular Expressions

    (5.2.1) Wildcards
    Manchmal wünscht man einen Befehl nicht nur auf eine ganz genau definierte Datei anzuwenden, sondern auf alle Dateien, deren Namen gewissen Vorgaben enspricht. Dazu kann man in der Shell die Platzhalter * und ? (Wildcards genannt) einsetzen.

    ? bedeutet dabei genau ein Zeichen (1)
    * bedeutet dabei keines, eines oder mehrere Zeichen (0 - n)

    Beispiele:
    *.jpg --> alle Dateien, die mit .jpg aufhören
    *.doc --> alle Word-Dateien
    * --> alle nicht-versteckten Dateien

    So zeigt uns folgender Befehl alle JPG-Dateien des aktuellen Verzeichnisses an
    $ ls *.jpg

    Wichtig: Gerade die Anwendung von Wildcards kann teilweise unbeabsichtigte Effekte haben, wenn nicht peinlich auf die korrekte Schreibweise geachet wird. So darf beispielsweise kein Leerzeichen zwischen * und dem Rest sein, da sonst beide Elemente als separate Parameter interpretiert werden mit entsprechenden Konsequenzen. Bei ls kann dies mal zu einer komischen Ansicht führen. Bei rm, mv oder cp können die Folgen rasch verheerend sein!!!

    Weiteres Beispiel: Zur Suche von bestimmten Dateien auch innerhalb der Unterverzeichnisse bietet sich das Programm find an (man find, wie immer :) ). Wir suchen nun alle Dateien mit .jpg unseres Verzeichnisses (inklusive Unterverzeichnisse).
    $ find ~ -name "*.jpg" | less

    Dieser Befehll istet uns in gewohnter auf die Seitengrösse zugeschnittener Art alle Dateien mit der Endung .jpg auf. Es gibt jedoch auch JPEG-Dateien, welche die Endung jpeg haben.
    Wenn wir gleichzeitig nach .jpg und .jpeg suchen wollen, so erreichen wir dies mit einer Verknüpfung zweier Suchparameter mittels logischem ODER (Parameter –or bzw. –o):
    $ find ~ -name "*.jpg" -or -name "*.jpeg" | less

    Et voilà! So einfach ist das :)


    (5.2.2) Regular Expressions
    Neben den Wildcards bieten einige Programme noch die Möglichkeit an, reguläre Ausdrücke (regular expressions, regex) zur Definition eines Suchausdruckes zu verwenden. Wir haben von diese Programmen bereits grep, less und man kennengelernt. Auch bash unterstützt regex in Scripts, jedoch nicht allgemein für alle Programme im interaktiven Modus.

    Es ist wichtig, regex von Grund auf zu lernen, so dass sich nicht unnötige Fehler einschleichen. Einen Start in die Welt der regex bieten die Links des Wikipedia-Artikels (deutsch, oder noch besser englisch). Anbei nur ganz kurz wichtige Unterschiede einiger in Wildcards und regex verwendeter Zeichen:
    In regex beschreiben ? und * wieder die Anzahl der Elemente. Jedoch bezieht sich diese Quantität auf das Element, welches direkt davor steht. Auch kann ? der Quantität 0 entsprechen. Daneben ist vor allem wichtig, dass der Punkt eine funktionelle Bedeutung hat (irgend ein Zeichen). Wenn wir also verlangen, dass ein Punkt im Text vorkommen muss, so muss der Punkt speziell markiert (escape) werden: Ein Punkt wird als \. Geschrieben. Genauso müsen auch zahlreiche andere zeichen (zB. runde, eckige und geschweifte Klammern) escaped werden, wenn man nach ihnen als Zeichen suchen lassen will. So können die von der Shell bekannte Wildcard * folgendermassen in einer regex angegeben werden: .*

    Beispiel: Selbstverständlich bietet auch find die Möglichkeit regex zu verwenden. Die oben angegebene Suche nach .jpg und .jpeg können wir beispielsweise wie folgt auch so formulieren:
    $ find -E ~ -regex "^.*\.jp[e]?g" | less

    Erklärung: Wir benutzen find mit der Option –E (erweiterte regex) für unser Verzeichnis ~. Den regulären Ausdruck platzieren wir hinter –regex. ^ verweist auf den Zeilenanfang. .* erlaubt eine beliebige Anzahl Zeichen vor dem Punkt \. (escaped!). Dann kommt unser Suffix: Es soll genau .jpg oder .jpeg lauten. Das Fragezeichen erlaubt wie oben erwähnt im Gegensatz zur Wildcard auch die Möglichkeit der Quantität 0 des definierten Zeichens e.

    Alternativ kann man auch einen Suchausdruck verwenden, der das ganze vom Zeilenende ($) her definiert:
    $ find -E ~ -regex ".*\.jp[e]?g$" | less

    Wir sehen schon: Regex sind ausserordentlich hilfreich, insbesondere sie auch in verschiedenen Programmiersprachen verwendet werden können – obwohl es teilweise halt gewisse Unterschiede in den Details gibt.

    Vorsicht: Auch regex bringen ein riesiges Fehlerpotential mit sich. So ist eine gute Dokumentation der Funktion unerlässlich. Oftmals ist diese deutlich länger als eine oft kryptisch aussehender regulärer Ausdruck.


    (6) Editoren vi/vim, Emacs und nano
    Editoren sind der Schlüssel zur Konfiguration von Unix. Alle Konfigurationsdateien sind in lesbarem Text gespeichert. Formal handelt es sich bei dem, was wir im Alltag als Editor bezichnen um "interaktive Text-Editoren", also um Programme, mit deren Hilfe wir selbst Texte interaktiv ändern können. Daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer nicht-interaktiver Editoren, auf die wir hier nicht eingehen (Bsp: awk, sed, groff).

    vi ist ein ausserordentlich mächtiges Werkzeug, er erschlägt den Neuling jedoch aufgrund der Vielzahl an Optionen. Er hat jedoch klar seine Bedeutung, da er standardmässig wohl auf jedem UNIX-System installiert ist und auch andere Programme darauf standardmässig zugreifen (zB. visudo). Selbstverständlich erlaubt die Suchfunktion ebenso reguläre Ausdrücke.

    Darwin bringt die Weiterentwicklung vim mit. Die Dokumentation ist sehr umfangreich (Kurzanleitung).
    Hier nur die wichtigste Kommandofolge: Wie komme ich aus dem Programm raus, ohne die Datei zu verändern: Link (die Tropfen, die Du nun auf dem Bildschirm siehst, sind meine Schweisstropfen, die sich mal bildeten, als ich eine Systemdatei als root mal mit vim anschauen wollte...).

    Nun: Es geht auch frei von Angstschweiss: Für vi bietet Darwin ein eigenes interaktives Tutorial (Dauer ca. 30 Minuten). Viel Vergnügen:
    $ vimtutor de (sogar in deutsch)


    Ähnlich ist auch der Emacs eine Welt für sich. Man kann ihn sogar für Spiele benutzen.

    Für den Einstig wesentlich praktischer ist ein kompakter Editor nano (siehe auch man nano). Wir schauen ihn kurz an, da wir ihn ihn der Folge benutzen werden
    $ nano ~/irgendeine_datei.txt

    --> Bildschirm mit Editierfähigkeit wie wir das von üblichen Editoren des Mac OS kennen. Er bietet den Vorteil, dass er seine wichtigen Befehle unten anzeigt, so dass er wirklich einfach zu benutzen ist.

    Geben wir mal irgend einen Text ein.

    Wir beenden ihn mit ctrl-x. Dabei fragt er automatisch, ob wir die Datei speichern wollen. y (yes) zum Speichern, n (no) zum Verwerfen des Textes. Nachdem wir yes gewählt haben, fragt er nochmals nach dem Dateinamen, den wir einfach mit der Return-Taste bestätigen können. Ganz einfach, ohne Schweisstropfen auf der Stirn :)

    nano ist wirklich nur ein simpler Editor (für den raschen Start). Wer sich länger mit UNIX beschäftigt, lernt besser vi zu benutzen. Neben seinem Funktionsumfang gehört seine praktisch uneingeschränkte Verfügbarkeit auf praktisch jedem UNIX/Linux zu seinen Stärken. Ich erinnere nochmals an:
    $ vimtutor de


    (7) "Pimp my Terminal"

    (7.1) Programm Terminal.app
    Aufmerksame Leser haben es mittlerweile sicher bereits realisiert. Terminal selbst ist "nur" ein Programm, das die Eingabe und Ausgabe von Text ermöglicht. Damit wird eine Konsole (Bildschirm und Tastatur) simuliert. Diese Daten werden dann einer Shell nach eigener Wahl zur Verfügung gestellt. Wir erinnern uns: Zu Zeiten der Grossrechner hatte der Benutzer nur ein "dummes" Text-Eingabe-Gerät (Konsole, Terminal), welches über eine direkte Kabelverbindung oder prinzipiell unabhängig davon über eine längere geschützte Datenleitung mit dem Zentralrechner verbunden war. Auf diesem Rechner lief dann das Programm sh oder ein späteres Derivat.

    So sehen wir, dass Terminal.app neben dem Standard 'neues Shell-Fenster' auf dem eigenen Computer auch die Möglichkeit bietet, sich auf einem anderen Server einzuloggen (Telnet uncodiert [davon ist abzuraten] oder SSH codiert; ein cooles Tutorial dazu gibt es von Cyrics). Abgesehen davon, dass das Ganze wegen der Datenkommunikation langsamer läuft, ist die Bedienung identisch. Auch muss man dieselbe Vorsicht walten lassen: Man kann auch auf Distanz einen Computer auseinander nehmen...

    Das Terminal-Programm kann im Aussehen angepasst werden. Standardmässig hat es in der aktuellen Version in Tiger schwarze Zeichen (Font Monaco) vor einem weissen Hintergrund. Dazu dienen folgende Menüs:

    Terminal --> Einstellungen (Auswahl der Shell möglich; ich würde daran nur etwas ändern, wenn ich genau weiss, was zu tun ist).

    Terminal --> Fenstereinstellungen
    • Shell: Einstellungen, ob das Fenster nach Prozessende offen bleiben soll
    • Prozesse: Wie soll bei bestimmten laufenden Prozessen vorgegangen werden (für Fortgeschrittene)
    • Emulation: Da kann man sich das Leben härter (praktisch originale Emulation zu früheren Terminals) oder einfacher machen (praktische Zusatzfunktionen aktivieren, beispielsweise auch copy & paste)
    • Puffer: Ist ebenso selbsterklärend. Wir profitieren jedoch schon davon, dass unsere Computer mehr als die früher standardmässigen 80x24 Zeichen darstellen und sich merken können (siehe Scroll-Funktion im Terminal-Fenster). Früher musste man viel öfter von Pipes und Programmen wie more oder less Gebrauch machen (and by the way: less is more :) ).
    • Darstellung: Scheint auch selbsterklärend. Bei Zeichensatz-Einstellung empfehle ich UTF-8 (darauf kommen wir noch bei der Shell zu sprechen). Wichtig: Als Schriftart soll nur eine nicht-proportionale Schriftart (Monaco, Courier, Courier New, Andale Mono, American Typewriter) verwendet werden. Terminals können nichts mit modernen proportionalen Schriftarten anfangen (falsche Darstellung!). Text glätten (Anti-Aliasing) ist erst bei grösseren Schriftarten praktikabel.
    • Farbe: Hier kann man vom modernen Schwarz auf Weiss auf ein traditionelleres Weiss/Grau auf Schwarz oder noch besser Grün/Schwarz oder Bernsteinfarben/Schwarz wechseln. Da kommt noch "echteres" Konsolen-Feeling auf... Selbstverständlich kann man so auch Terminals mit bestimmten Funktionen definierten Farben zuordnen.
    • Fenster: Hier kann man die Fenstergrösse anpassen und eigene Startbefehle definieren. Klassisch ist jedoch die Grösse 80x24
    • Tastatur: Auch hier kann man mehr einstellen, als früher möglich war

    (7.2) Shells
    Die Benutzereingaben werden durch einen Kommandozeileninterpreter, eine sogenannte Shell verarbeitet und dann die entsprechenden Programme ausgeführt. Die Thompson-Shell (osh) war die erste UNIX-Standard-Shell. Die später entwickelte Bourne Shell sh ist sozusagen der Vorfahre der meisten heute gebräuchlichen Shells. Diese später entstandene Derivate boten besseren Bedienkomfort oder zusätzliche Funktionen. Kurz die wichtigsten vorgestellt:
    • bash: Bourn Again Shell (Wortspiel zur Bourne Shell). Häufigste in Linux-Systemen verwendete Shell. Standardshell für Mac OS ab Panther. Sie ist abwärts-kompatibel zu sh.
    • csh: Hauptsächlicher Unterschied der Scriptsprache, die eigentlich auf der Programmiersprache C beruht. Deshalb ist sie nicht kompatibel zu sh oder eben bash. Kaum editierfähig.
    • tcsh: Erweiterte csh. Sehr komfortabel in der Bedienung. War bis 10.2 die Standardshell von Mac OS X.
    • ksh: Korn Shell. War in vielen kommerziellen UNICES. Ist ebenso in Mac OS dabei.
    • zsh: Ausserordentlich leistungsfähige Shell, praktisch vollständig kompatibel zu bash, tcsh und ksh. Auch in Mac OS enthalten. Lohnt sich wohl etwas genauer anzusehen (für Fortgeschrittene).
    Ich empfehle, mal mit der Standard-Shell Erfahrung zu sammeln. Ein Wechsel lohnt sich nur in speziellen Fällen. Da OS jedoch viele Shells mitliefert, sind alle Optionen sind gegeben.


    Link: Fortsetzung Teil 3
     
    #1 Hobbes_, 09.04.07
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.11.09
  2. Tengu

    Tengu Apfel der Erkenntnis

    Dabei seit:
    05.02.07
    Beiträge:
    721
    Joahr...

    Das nimmt schon ziemlich gut Form und Farbe an. Man lernt doch immer was dazu. Ich will einfach mal einen ganz kurzen, hoffentlich nicht zu aufdringlichen Input geben und auf die Benutzbarkeit des Terminals eingehen. Denn viele sehen da nur ein Eingabefenster und wissen nicht weiter.

    Kurzer Hinweis: http://www.allocinit.net/apps/controltower/. Sehr nettes Tool, kaum bekannt. Damit kann das Terminal nicht nur Fasching feiern. Man kann parallel einfach mal verschiedenfarbige Terminals gelcihzeitig haben. Eine z-shell, eine BaSh... wunderbar. Find ich.

    Kurzer Hinweis 2: http://docs.blacktree.com/visor/visor. Kennt ihr noch die guten alten Spiele wie Doom? Da gabs ein Terminal, das man mit nem Hotkey aufrufen konnte. Nun, das gibts in MacOS auch. Nur, dass die Cheats andere sind.

    Wo einfach einfach einfach ist:

    1. Also nehmen wir mal an in unserem persönlichen Ordner geistern einige blöde *.rar files rum und sie sollen weg. Die jetzt einfach allesamt einzelnd zu markieren, dann per Rechtsklick in den Papierkorb zu packen, dann den Papierkorb zu leeren... umständliche Arbeit, Sucharbeit.

    Ganz suce: rm -r *.tmp
    Weg...


    2. Absturz eines Programms... irgittipfui. Schon wieder hängt dieses blöde Parallels. Naja, kein Wunder. Windows läuft.

    Ganz suce: ps -j | grep Parallels
    kill "angezeigte PID"

    Bei Windows dachte ich lange, dass mir dafür der Griff zum Wegwerfen fehlt... das ist er nun.


    3. Ein Film, wir wollen ihn ausnahmsweise mal nicht mit Quicktime öffnen. Also hin... ins Verzeichnis.

    Ganz suche: open -a vlc film.mov

    Das wär sonst ne Menge Rumgeklicke.


    4. Wir sind nicht Admin, weil wir als normaler User auf unserem System unterwegs sind. Also ganz freudig wollen wir aber mal trotzdem Ein Verzeichnis bauen. Wir gehen an die Root:
    cd /
    sudo mkdir foowietoll

    Wunsch... das isses. Nach Passworteingabe, sofern wir auf der Sudoers sind, ist das Teil da.

    So viel noch mal von mir... das soll kein aufdringliches "Ich weiß aber noch was sein", sondern mal ne kleine kreative Anregung, warum man denn das Terminal brauchen könnte.

    Gruß,
    Mark
     
  3. ZENcom

    ZENcom Goldener Apfel der Eris

    Dabei seit:
    30.03.06
    Beiträge:
    2.650
    :D ich bin be13geistert
     
  4. Tengu

    Tengu Apfel der Erkenntnis

    Dabei seit:
    05.02.07
    Beiträge:
    721
    Ah... was ich noch vergessen hab... ich hätte noch nen Tut für Init Systeme, was ich noch umschreiben müsste... Besteht da Interesse?
    Also Stichwort launchd, cinit und solche Scherze. Partielles Rebooten, Daemons verwalten... Zwar rätsle ich grad noch an den Runlevels rum (die sind bei Mac OS irgendwie eigen), aber demnnächst hab ich das rausgefunden ;)
     
  5. Hobbes_

    Hobbes_ Gast

    Hallo Mark,

    Vielen Dank für Deine Inputs! Ich denke, dass wir am Schluss sicher noch ein paar Links setzen können, um so praktisch auf hilfreiche Programme hinzuweisen. So kannte ich die von Dir angegebenen Programme controltower und visor auch noch nicht.

    Auch helfen Beispiele immer zur Verdeutlichung. Es ist wie Du sagst: Man sollte letztlich auch erkennen können, wozu das ganze überhaupt gut sein könnte. Ich mein, der Mac hat sonst so eine wunderbare Benutzeroberfläche. Wieso überhaupt in einer shell coden?

    Mit rekursiven rm bin ich immer etwas vorsichtig - doch es hilft garantiert immer: schnell und definitiv... :) Ich bin noch recht Fan der Option -i.

    Gruss
    psc
     
  6. pepi

    pepi Cellini

    Dabei seit:
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    8.741
    Das kann nicht funktionieren! :) Non-Admins dürfen kein sudo verwenden! (Korrektur in Posting #12) Außerdem sollte man in / keine eigenen Ordner anlegen! (Das sind Mac OS 9 UnsittenRelikte)
    Gruß Pepi
     
    #6 pepi, 14.04.07
    Zuletzt bearbeitet: 18.01.08
  7. macline

    macline Tokyo Rose

    Dabei seit:
    27.04.07
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    66
    Aber ja doch, wo wir schon mal beim Lernen sind :)
     
  8. Pii

    Pii Rheinischer Krummstiel

    Dabei seit:
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    383
    Das geht aber einfacher mit:
    Code:
    killall Parallels
    Das beendet auch gleich noch die Zombieprozesse.
     
  9. pepi

    pepi Cellini

    Dabei seit:
    03.09.05
    Beiträge:
    8.741
    Zombieprozesse können nicht beendet werden. Der einzige mir bekannte Weg diese loszuwerden ist in der Tat ein Neustart.
    Gruß Pepi
     
  10. Mac Andy

    Mac Andy Carola

    Dabei seit:
    25.04.07
    Beiträge:
    115

    Einem Zombie fehlt der parent Prozess. Also er kann nach "oben" nichts zurück melden und kann somit nicht beendet werden.

    Ähnlich wie wenn das übergeordnete Verzeichnis, von dem in dem ich stehe, gelöscht wir. Ich sehe dann zwar noch ".." bei einem ls(1), aber ich kann nicht mehr dahin wechseln mit "cd .."
     
  11. Mac Andy

    Mac Andy Carola

    Dabei seit:
    25.04.07
    Beiträge:
    115

    das ist richtig, Du hast aber die Möglichkeit, mit visudo(1) als Admin einem Nicht-Admin die Rechte zum Ausführen wieder geben.
     
  12. pepi

    pepi Cellini

    Dabei seit:
    03.09.05
    Beiträge:
    8.741
    Da muß ich mich einmal selbst korrigieren. Jeder kann sudo verwenden, vorausgesetzt dieser User ist in der /etc/sudoers Datei mit seinem User erfaßt oder fällt unter einen ALL Eintrag.
    Ich bitte meine Ungenauigkeit zu vergeben.
    Gruß Pepi
     
  13. Bier

    Bier Pomme au Mors

    Dabei seit:
    24.08.07
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    867
    Mal ein etwas kleinerer Tipp für Poweruser:

    http://freshmeat.net/projects/dvtm/?branch_id=73270&release_id=271349

    dvtm

    Dabei handelt es sich um einen Tilling WM auf ncurses Basis fürs Terminal; und nur dafür. Funktioniert via ssh auf x11-losen/GUI losen Remote Sessions, funktioniert natürlich auch lokal. Für das gleichzeitige Darstellen mehrerer Screen Sessions, oder dtach Sessions in einem Terminal Tab.
    Also im Grunde ist das einerseits eine lightweight Alternative zu screen, andererseits eine window-management Ergänzung mit netten Features fürs Terminal.
    dvtm basiert auf dwm, was der eine odere andere evtl. von x11 her kennt.

    Aussehen: http://www.brain-dump.org/projects/dvtm/screenshot2.png

    Mir gefällts derzeit, wobei ich dieses madtty grad umschreibe... ;) Dank MITx Lizenz kein Problem ;)
     
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