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Review: Wacom Intuos3 A4 Tablett

Dieses Thema im Forum "Hardware-Tutorials" wurde erstellt von raketenmann, 30.12.05.

  1. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    335
    Das Gerät ist schon eine Weile auf dem Markt. Da ich aber gern vor dem Kauf mal einen Bericht gelesen hätte, der sich nicht mit "super!" und "kaufen!" erschöpft, schreib ich hier für alle Interessierten mal meine Review.

    Genaue Angaben zur Technik sind im Internet unter www.wacom.de zu finden. Es geht hier um einen Erfahrungsbericht, weshalb ich sie auslasse. Ich habe eine Weile mit einem Graphire3 gearbeitet und war ganz zufrieden. Allein die Größe war mir irgendwann mit A5 zu klein. Die Arbeit in Photoshop, Painter u.ä. ist zudem sehr sportlich, wenn man sich andauernd strecken muss, um die Tastatur zu bedienen, wenn es um Shortcuts geht. Es mag ja gesund sein, sich ständig zu verbiegen, aber bequemes Arbeiten geht anders. Das waren erstmal gute Gründe, ein Intuos3 zu kaufen.

    Zur Größe: A5 sollte eigentlich ausreichen. Der geneigte Käufer sollte sich kurz auf die zur Verfügung stehene Schreibtischfläche besinnen. Mit knapp 28 mal 26 cm liegt da schon einiges auf dem Tisch, und so man es nicht andauernd braucht, lässt es sich fix wegräumen. Ich habs bei längerer Arbeit ganz gern, mich zurückzulehnen und das Tablett auf Schoß und Tischkante liegen zu haben. Das war bei dem A5 aber nur mit Unterlage drin.

    Und so kam das Intuos3 zu mir.
    Es ist kein Vergleich. Ich würde nie behaupten, ein Graphire (mittlerweile gibt’s die 4er Serie, mit der ich mich nicht auskenne) sei nur Spielzeug, aber neben dem Intuos3 kommt es einem so vor. Doch ich will hier keine Lobeshymnen singen; zu den Minuspunkten komme ich später.
    Das Tablett belegt 44x34 cm Schreibtischfläche. Die meisten dürften 40 cm vor dem Monitor frei haben, aber wenn die Tastatur noch Platz finden will, wird es doch eng im Haus. Die altbackene Kiste mit den Buchstaben und den Zahlen drauf wird in nächster Zeit wohl nicht vom Arbeitsplatz verschwinden.

    Im Lieferumfang ist neben dem Stift eine 5-Tasten-Maus, die ich gerne bei mir empfing, da ich mit Apples MightyMouse doch sehr unzufrieden bin (subjektiv!). Die Maus funktioniert nur auf dem Tablett, in der selben Weise wie der Stift. Dumm nur, dass ich Linkshänder bin. Entweder arbeite ich mit Stift und habe das Tablett links oder ich schiebe es nach rechts, um mit der Maus zu fuhrwerken. Der Stift ersetzt eigentlich eine Maus, ohne dass man auf Einschränkungen trifft. Aber Gewohnheit ist eben Gewohnheit.
    Der schnurlose Nager liegt gut in der Hand, hat ein angenehmes Gewicht und gleitet, an der Unterseite mit Stoff beklebt, wunderbar über die Tablettoberfläche. Der Mauszeiger reagiert wesentlich präziser als eine herkömmliche Maus, was zumindest mich anfangs schon fast gestört hat. Ich bin es gewohnt, die Maus zur Neupositionierung etwas anzuheben. Das geht sicher nicht nur mir so. Das Anheben will ebenfalls neu gelernt werden, da Tablett und Maus/Stift bis zu einem Abstand von 6 mm aufeinander reagieren. Beim Stift ist das gut, bei der Maus eher fraglich.

    Der Grip Pen. Zunächst ist wieder der Unterschied zum Graphire3-Stift auffällig. Ob es den noch gibt, nachdem die 3er Serie nun abgelöst wurde, kann ich nicht sagen. Jedenfalls degradiert der Intous3-Stift den Alten zum ollen Plastikgerümpel. Immernoch aus Kunststoff bestehend, steckt er zu drei Vierteln in einer Gummihülle, die sich gut mit der Hand versteht. Nach vorn verdickt sich der Griff etwas und ist somit auch bei hohem Druck noch locker zu halten. Der frei programmierbare Kippschalter lässt sich entfernen, und wen das enstehende Loch stört, der kann eine neue Gummihülse ohne Loch nachkaufen. Der Kippschalter ist so gut erreichbar, dass man ihn beizeiten unbeabsichtigt erreicht. Das mag aber Übungssache sein. So gut er sich anfühlt - das Klappern trübt ein wenig den Eindruck eines hochwertigen Geräts. Die Radier“spitze“ am hinteren Ende hat etwa einen Millimeter Spielraum und tickt ans Gehäuse. Das Klappern im Vorderteil kann ich nicht genau ausmachen. Nun ist es nicht so, dass das Gerät dadurch minderwertig erscheint, aber einzeln muss man bei Wacom noch knapp 100 Euro dafür hinblättern und da darf man auch mal an solche Details denken.
    Die Stiftspitzen sind wie Kippschalter und Gummigriff einfach auswechselbar. Auf die Oberfläche des Tabletts gehe ich nochmal ein, aber auch hier merkt man, dass man soeben knappe 500 Euro rausgetan hat. Im Lieferumfang sind vier Standard-Spitzen, eine Filzstift-Spitze und eine, die sich Stroke-Pen-Spitze nennt. Die Standard-Spitzen sind lediglich glatte Kunststoff-Pinne. Die Filzspitze kommt schon etwas besser daher. Wer Filzsifte mag: es quietscht sogar beim Kitzeln. Die Stroke-Pen-Spitze rockt allerdings das Haus. Diese Spitze ist mit einer Feder versehen, die mehr hält als sie verspricht. Man hat ein wirklich deutliches Gefühl für den ausgeübten Druck; selbst bei relativ hoher Stärke ist die Federkraft noch spürbar. Das auswechseln der Spitzen ist mit einer Pinzette binnen einiger Sekunden gemacht: rausziehen, reinstecken, das Übliche halt.
    Der Sift arbeitet mit 1024 Druckstufen, was unschöne Übergänge durch den Anwender nicht ausschließt, aber ein feinfühliges Arbeiten jenseits von den „kleineren“ Tabletts erlaubt. Die Stiftneigung wird ebenfalls berücksichtigt. Diese Funktion kommt schon in Photoshop ganz gut zur Geltung, aber wenn man mal den Airbrush in Painter bemüht, kann man ernsthaft staunen. Es gibt neben einem Airbrush-Stift noch weitere Stifte für das Intuos3, auf die ich hier aber nicht eingehen will.

    Das Tablett. Mein erster Gedanke: das Ding würde gnadenlos beim Büro-TÜV durchfallen. Hochglanz, wo man hinsieht - mit Ausnahme der Zeichenfläche und der Bedienelemente. Ob das nun edler aussieht als eine matte Ausführung, erschließt sich mir nicht. Was sich mir aber vor allen Dingen nicht erschließt, ist folgende Frage: Warum gibt man einem Gerät, dass ständig befummelt und bekratzt wird eine Hochglanzoberfäche? Es erschließt sich mir nicht.
    Links und rechts befinden sich neben dem oberen Teil der Zeichenfläche jeweils vier frei belegbare Tasten, sowie je ein frei programmierbarer Touch-Strip. Letzterer ist als Taste oder Strip benutzbar und sowohl mit dem Finger als auch mit dem Stift zu bedienen. Der Stift funktioniert dabei allerdings nur an der inneren Kante, was aber keinerlei Nachteil ist. Die Tasten und Strips sind für jede Anwendung einzeln konfigurierbar. So man nicht das A6-Modell kauft, das nur ein Tastenfeld besitzt, stehen inklusive des Schalters am Stift ganze 12 Tasten bereit. Spätestens bei dieser Erkenntnis könnte man die Maus in den Schrank räumen und die Tastatur wird ebenfalls weniger frequentiert. Schwippschwapp hat man die Funktionen für Safari belegt, wuselt durch den Finder oder bastelt sich eine Kiste Funktionen für Photoshop.
    Die Zeichenfläche ist mit einer grauen (matten) Folie versehen, die das Gefühl von Plastik auf Plastik des Graphire3 nicht aufkommen lässt. Jede der Stiftspitzen lässt sich gut darauf führen, ohne zu schnell zu sein oder gebremst zu werden. Leider ist die Folie auf meinem Modell nicht präzise ausgerichtet. Der Hochglanzrahmen hat eine leichte Vertiefung, in der die Folie liegt. Eine Ecke liegt nicht richtig innerhalb der Grenzen und kommt leicht hoch. Das fällt zwar nicht auf, aber ich weiß es und das genügt. Da sind wir wieder bei den Details. Die Tasten des Tabletts sind ebenfalls wieder von ausgeprägter Klapprigkeit, was ich spätestens beim Tablett nicht mehr nachvollziehen kann. Zwischen den Tasten lugt die Elektrik durch. Ebenfalls unschön kommt ein weiterer Fehler daher, der auch ganz sicher nicht als Designmerkmal auslegbar ist: der vordere Rand des Tabletts ist unsauber geschnitten. Fährt man mit dem Finger an der Kante entlang, könnte man glauben, da hätte ein Praktikant mit der Nagelfeile den letzten Schliff versaut.

    Fazit.
    Der Stift liegt sehr gut in der Hand, hat ein angenehmes Gewicht und die auswechselbaren Spitzen ermöglichen ein jeweils ganz anderes Feeling. 1024 Druckstufen und Neigungssensitivität erlauben ein präzises Arbeiten, an dass man sich erstmal gewöhnen muss.
    Die Maus ist halt eine Maus. Durchaus eine sehr gute, wobei Mäuse von jedem anders empfunden werden. Brauchen wird man das Gerät allerdings nicht mehr.
    Das Tablett sieht edel aus, wobei ich meine, dass ein bisschen weniger edel ein bisschen mehr Sinn ergeben hätte. Die Tasten und Touch-Strips sind bestens erreichbar und erleichtern die Arbeit enorm.
    Bei einem derart guten Arbeitsgerät von einem namhaften Hersteller sind mir die Mängel allerdings unerklärbar.

    Wer sich dafür interessiert, was mit einem Tablett unter Photoshop oder Painter möglich ist, dem sei http://www.cgsociety.org/ ans Herz gelegt.
    Es sollte allerdings erwähnt werden, dass auch ohne Kunst veranstalten zu wollen, die Arbeit mit einem Tablett wie diesem (und ich rate von allem ab, wo nicht Wacom draufsteht) sehr viel leichter von der Hand geht. Das erschöpft sich auch nicht mit Photoshop und Konsorten, denn auch in Vektorprogrammen wie Illustrator ist der Stift mit Aufgaben fertig, bevor die Maus das richtige Werkzeug geklickt hat. Dazu gab es hier im Forum aber auch schon Beiträge.

    Grüße.
     
  2. weebee

    weebee Gast

    Klasse, danke für dein Review. Dafür liebe ich Apfeltalk; solche Berichte wie deiner sind in der Tat tausend Mal aussagekräftiger als das Gechwafel des Magazine und die "super!"- und "kaufen!"-Aussagen in Foren.
     
  3. reel

    reel Grahams Jubiläumsapfel

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    AW: Review: Wacom Intuos3 A4 Tablett

    danke für deinen bericht. ich überlege auch schon ne ganze weile mir ein grafik tablett zu beschaffen. auf augensound.de wird mir davon auch immer vorgeschwärmt. dein review hat mich jetzt aber fast endgültig überzeugt, einzig die anschaffungskosten schrecken mich noch ab.

    da ich wenig platz auf dem schreibtisch habe wäre das A5er oder das A6er Modell ne überlegung wert, jedoch befürchte ich dass die fläche zu klein ist. hast du damit erfahrung?
     
  4. landplage

    landplage Admin
    AT Administration

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    AW: Review: Wacom Intuos3 A4 Tablett

    Danke für den tollen und sehr detaillierten Bericht!

    Ich habe ein Graphire-A6-Tablett, seitdem es die gibt (war mal ein Geschenk zum Hochzeitstag, eines der besten!).
    Ich benutze den Stift generell als Mausersatz und habe auch für die Arbeit privat so ein Ding angeschafft, weil es einfach total ergonomisch ist. Die Maus ist mir bei diesem Modell allerdings zu leicht, deshalb wird sie von mir nicht eingesetzt. Damals war Painter classic im Lieferumfang enthalten, das Programm ist immer noch grandios.

    Jetzt ist das ganze in die Jahre gekommen und ich bin schon länger am Überlegen, ein neues Tablett zu kaufen. Eine so große Ausführung wie Du brauche ich nicht (Bildbearbeitung auf Amateurniveau), bisher bin ich mit dem A6-Format gut zu recht gekommen. Haben die kleineren Tabletts auch diesen tollen Stift? Und hast Du das Tablett an einem Mac zu laufen, unter welchem Betriebssystem?

    Wann war doch gleich mein nächster Hochzeitstag??? :innocent:
     
  5. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    AW: Review: Wacom Intuos3 A4 Tablett

    Haben die kleineren Tabletts auch diesen tollen Stift? Und hast Du das Tablett an einem Mac zu laufen, unter welchem Betriebssystem?


    alle intuos3 haben den gleichen grip pen. a6 bis a4. siehe wacom.de
    betriebssystem? es gibt doch nur eins, oder?
    :-D
     
  6. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    Nachtrag: die unschön montierte Zeichenfolie lässt sich laut Wacom problemlos ablösen und neu aufbringen. Es gibt zu Durchpauszwecken auch transparente Folien, unter die man seine Vorlagen legen kann.
     
  7. Afekt

    Afekt Gast

    ich schwör auf mein Intuos3 A4 – sooo schön.. hab es nun ein Jahr und bereue es keinen Tag – hatte vorher ein Intuos 1 und ein Volito...
     
  8. gutes review. vielen dank.
    bin momentan noch zufriedener besitzer eines graphire3 A5, würde aber gerne in nächster zeit ein zufriedenerer besitzer eines intuos3 werden.
    dein bericht hat mich bestärkt, diesen wechsel nun für die nächste zeit anzustreben.
    wobei die frage ist, ob es schlau wäre:
    a.) das ding in A4 zu nehmen
    b.) im widescreenformat

    da ich an einem 20zoll widescreenmonitor arbeite.
    mit meinem A5er stört mich das momentan nicht. irgendwer direkte erfahrungen damit?

    achja, läuft das intuos besser mit flash oder hat es auch solche aussetzer wie das graphire? (flash mx2004 7.2)?
     
  9. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    335
    der logik nach wäre das wide tablett bei einem widescreen-moni vorzuziehen. so kannst du die gesamte fläche des tabletts nutzen. das lässt sich aber auch wunderbar einstellen. die intuos3 lassen sich aufteilen, sodass du einen teil der fläche für einen zweitmonitor nutzen kannst. ich vermute, dass das bei den wides auch so ist. siehe bild.



    wie es bei flash aussieht, weiß ich nicht.
     

    Anhänge:

    #9 raketenmann, 11.01.06
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.06
  10. Hallo
    Ich bin gerade dabei mich über Grafiktabletts zu informieren, da ich der Meinung bin dass es für meine Arbeiten genau das richtige wäre - allerdings habe ich garkeine Erfahrung wie man mit solch einem Gerät arbeitet.

    eine frage zu der ich bis jetzt noch auf keiner seite eine antwort gefunden habe - vieleicht ist sie wirklich zu offensichtlich, aber ich würde gerne wissen wie es funktioniert.
    Nehmen wir an ich will eine Zeichnung erstellen. Jetzt ist es doch so, dass ich den Stift öfters absetze - und ihn dann an einer anderen Stelle wieder ansetze - Nur sehe ich doch auf dem Tablett nicht wo ich aufgehört habe und wo ich anfangen muss. Ich sehe das Ergebnis ja nur auf dem monitor. Wie ist diese Problematik gelöst ?
    Ausserdem blicke ich während dem Zeichnen ja nicht auf meine Hand sondern auf den Monitor - rein gefühlsmäßig stelle ich mir das ziemlich anders vor und kann mir vorstellen das dies einiges an umgewöhnung mit sich zieht - wie sehen da die praktischen erfahrungen aus ?


    Ich zeichne bisher eigentlich nur mit bleistift, würde aber auch gerne colorieren und ausserdem bin ich verückt nach den vielen Funktionen, die am PC möglich sind, jedoch mit der Maus sehr schwer - wenn überhaupt umsetzbar sind.
    Hier mal eine Beispielskizze - ich würde gerne wissen ob soetwas mit einem guten Tablett möglich ist, bzw. wie groß die Umgewöhnung ist.
    [​IMG]

    Ich würde gerne etwas über die allgemeine praktische Handhabung erfahren.
    Eventuell auch über die Zeitinvestition - was benötigt im Schnitt mehr Zeit: Stift & Papier oder ein Grafiktablett ?

    Wäre super wenn meine Fragen geklärt werden könnten. Ich kenne nämlich niemanden wo ich dies mal ausprobieren könnte - Ich habe noch nie ein grafiktablett in natura gesehen und das erschwert den kauf natürlich um einiges :)

    Vielen Dank im Voraus - ich bin jetzt eine Woche weg (wen es interessiert) - hoffe wenn ich wieder zurück bin erfreuliches lesen zu können.
     
  11. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    1. Du schaust auf den Monitor, nicht aufs Blatt. Korrekt. Natürlich erfordert es Einarbeit. Alles erfordert Einarbeit. In diesem Fall etwa einen halben Tag.

    2. Der Stift reagiert wie erwähnt auch in 6 mm Entfernung vom Tablett. Das reicht lang. Am Monitor wird Dir auch Deine Werkzeugspitze angezeigt, wenn Du innerhalb der 6 mm bleibst. Aber erst wenn Du die Fläche berührst, wird ein Strich erscheinen.

    3. zu Deiner Zeichnung sag ich nichts, denn die Mühe, meinen obigen Link anzuklicken, kannst Du Dir durchaus machen.

    4. Die Zeit ist ein guter Punkt. An Stift und Papier ist man seit der Kindheit gewöhnt. Virtuell sieht das anders aus. Natürlich entfällt das Feeling eines Bleistifts, bei dem Du auch blind am Gefühl erkennen kannst, wie es auf dem Blatt aussieht. Gewöhnung halt. Niemals werde ich aufhören auf Papier zu arbeiten. Es ist echt, hat Haptik und man sieht auch einen Unterschied. Immer.
    Ich zeichne recht häufig für eine Tageszeitung und habe nie viel Zeit, um eine Illustration zu machen. Geht es um Farbe, ziehe ich immer das Tablett vor, denn was ich mit Aquarell versaue, ist versaut. Versuche gibt es nicht. Am Rechner ist es korrigierbar, also bares Geld. Aber ich beginne immer mit Bleistift und Papier, denn was die Hand an Feingefühl und Geschwindigkeit erreicht, wird der Rechner hoffentlich niemals einholen. Ich scanne dann die Entwürfe und bearbeite den Rest im Programm meiner Wahl.
    Wenn Du realistisch arbeiten willst, dann nimm das Tablett. Fotorealismus auf schönem Papier ist wunderbar, aber wenn es eh ein digitales Endprodukt wird, stellt sich die Frage nach dem Sinn. Obendrein dauert es meist länger. 90 % aller Illustratoren arbeiten mit Fotos und der Rest lügt, heißt es. Auf Papier ist das sehr schwierig.
    Glaub aber nicht, dass es am Ende aussehen wird als wäre es per Hand erschaffen worden. Und es gehört eine Menge Verständnis über Werkzeugspitzen (mal Photoshop genommen) dazu, es in eine nette Richtung zu bringen.

    Im zeichnerische Bereich fällt es nicht so auf, aber malerisch wirst Du an Grenzen stoßen, die nicht überwindbar sind. Das ist auch gut so.
     
  12. hdtvfreak

    hdtvfreak Pferdeapfel

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    Überlege mir zur Zeit auch ein Grafiktablett zuzulegen.
    Habe aber noch ein paar Fragen:

    Kann ich dieses dann auch als kompletten Mausersatz verwenden?
    Wenn ja: ist das Tablett besser bei allgemeiner Nutzung ( Surfen, iTunes, iPhoto... )als eine normale Maus ?
    Würde mir für das Macbook Pro 15" ein A6 Tablett reichen ?

    Eine Antwort würde mir sehr helfen.

    Vielen Dank im Voraus

    hdtvfreak
     
    #12 hdtvfreak, 27.08.06
    Zuletzt bearbeitet: 27.08.06
  13. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

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    Update!

    Nachdem ich feststellte, dass im Internet viele Besitzer des Intuos3 über Mauszittern, Cursorzittern etc. klagen und Wacom sich in den Antworten nicht die Blöße geben will, zuzugeben, dass es erwiesenermaßen am aktuellen Treiber liegt, will ich hier die simple Lösung geben:
    Vorweg: So ging es bei mir. Und es ist natürlich nicht bewiesen, dass der aktuelle Treiber Schund ist, sondern nur meine Meinung.

    Der neueste Treiber macht Unfug. Und zwar groben.
    Es liegt nicht daran, dass das Tablett zu nahe am Monitor liegt oder man heute schon ein Handy in der Hand hatte oder der Osterhase bald kommt.

    Nachdem mir klar wurde, dass der Fehler erst kürzlich auftrat, entfernte ich den aktuellen Treiber und installierte die Vorversion (Achtung: erst die Vorvorversion installieren – erst 493, dann 496). Fazit: Kein Zittern mehr. Alles Paletti. Nur sämtliche Einstellungen sind halt weg.

    Ich hoffe, dieser Beitrag lässt sich via Google finden. Der Thread ist ja viel zitiert worden.
     
    Bonobo gefällt das.
  14. ast48

    ast48 Gast

    Hallo raketenmann,
    dein Betrag ist sehr gut, habe ihn mit sehr großem interesse gelesen. Eine frage habe ich trotzdem: Wie ist das mit der Folie. Ich möchte mir das Intuos3 A4 zulegen. Ist da auch eine solche Folie zum pausen von Zeichnungen dabei und wie funktioniert das pausen? Möchte auch Digitale Bilder bearbeiten. Ist das Intuos3 richtig für meine zwecke?

    Danke für eine Antwort.

    Gruß ast48
     
  15. Bonobo

    Bonobo Nathusius Taubenapfel

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    Zum Abpausen: Ich hab das frueher auch so gemacht, dass ich Grafiken unter die Folie gelegt habe, dann bin ich aber schnell darauf gekommen, dass ich erheblich weniger Muehe habe, wenn ich etwas einscanne und das dann digital abpause, d.h. in einem Programm in den Hintergrund lege und dann nachzeichne oder -bearbeite.
     
  16. raketenmann

    raketenmann Becks Apfel (Emstaler Champagner)

    Dabei seit:
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    335
    Höret den Tom! So isses.

    Dennoch: Da ist ne graue Folie montiert. Die durchsichtige Variante musst Du extra kaufen. Ich täts erstmal nicht. Und ich tats bis heute nicht.
    Im "extra kaufen" sind die Wacoms auch ganz vorn dabei, die Abzieher.

    Digitale Bilder? Was sonst? Toasten kann es nicht. Kauf und Du wirst glücklich sein! :-D
     
  17. ast48

    ast48 Gast

    Hallo Ihr beiden,
    danke für die guten Tips. Werde mir wohl in den nächsten Tagen ein solches Teil zulegen.

    Gruß ast48
     
  18. Bonobo

    Bonobo Nathusius Taubenapfel

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    5.482
    Ich erinnere nochmal daran, dass ein Grafiktablett bei weitem nicht nur zu Grafiken taugt ... Menues bedienen, hier und da klicken und doppelklicken, sogar manche Spiele sind damit viel einfacher zu bedienen als mit der Maus. Und ich kann tippen mit dem Stift zwischen den Fingern, versuch das mal jemand mit einer Maus :D

    Und der Koerper freut sich, weniger RSI-Gefahr und weniger Karpaltunnelsyndrom und weniger Verspannungen weil weniger Zwangshaltung.
     

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