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Fotografische Grundlagen #4

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Syncron, 12.04.07.

  1. Syncron

    Syncron Gast

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    Der Fotografie sind in einigen Bereichen bzw. Situation bestimmte Grenzen gesetzt. Enttarnt werden diese meist als Folge von trüben Bildern, kontrastarmen Abbildungen, Verzeichnungen am Randgebiet einer Fotografie und mit unter einigen seltsam anmutenden Erscheinungen auf Fotos.
    Jeder kennt das ein oder andere Bild in seinem Fotoalbum, welches durch scheinbar in der Luft schwirrenden Lichtern oder teils ungewöhnlich Farbfetzen besticht. Ärgerlich sind auch Farbsäume, welche bei Konturen ausbrechen und quasi eine zweite andersfarbig, unschärfere Kontur bilden. Alles das gehört in die Kategorie der „Abbildungsfehler“, die jeden bestimmt schon heimsuchten, letztlich auch Fotografen des gehobenen Anspruch noch immer ein Ärgernis sein können.
    Leider sind einige Fehler baubedingt und somit eine Geisel der Fotografie. Nehmen wir das Rauschen als Beispiel. Aufgrund der Bauweise des Chips und dem immer größer werdenden Auflösungsvermögen der Sensoren, wird das Rauschen aufdringlicher und begegnet den heutigen Digitalfotografen häufiger. Erhöht man bei einer gewöhnlichen Kompaktkamera zudem den ISO-Wert eines Chip, also die Empfindlichkeit mehr Licht aufzunehmen, so wird das Rauschen zu einem ernsten Problem. Dieser Problematik stellen sich aktuelle Chip-Hersteller (in den meisten Kompaktkameras kommt der CCD-Chip zum Einsatz) nicht wirklich.
    Keine Angst!… das Problem ufert nicht aus, man hat auch einige Techniken im Einsatz, welches das Rauschen besser vermindern, doch grundsätzlich wird die Qualität des Bildes, im Bezug mit dem Rauschen, nicht zwangsläufig besser bzw. ist bis zu diesem Zeitpunkt für anspruchsvolle Fotografen nicht unbedingt zufriedenstellend gelöst.

    Genug dieser Problematik, zurück zu dem heutigen Thema des Artikels:

    Heute: Das Objektiv #4

    Abbildungsfehler wie Verzeichnungen, Farbsäume oder Lichtblitze sind im wesentlichen ein alleiniges Problem des Objektives. Aber "eigentlich" ist auch dies schon falsch gesagt, denn ein elementares Bestandteil im Objektiv ist hier entscheidend: Die Linse.
    Fototechnisch gesehen besteht ein Objektiv aus einer bestimmten Kombination verschiedener Linsen, die je nach Art, Licht divergent oder konvergent richten. Eine Linse richtet das Licht so aus, wie sie beschaffen (konvex und konkav) ist.

    Wie oder besser wo kommt es zu Abbildungsfehler? Dazu sehen wir uns die einzelnen Fehler etwas genauer an:
    Farbsäume (chromatische Aberration):
    Durch diesen Fehler erscheinen Konturen und Kanten umzogen von farbigen (teils unscharfen) Rändern. Dieser Fehler trifft ziemlich oft auf und kann am Besten beobachtet werden, wenn man Bilder auf 200% oder mehr zoomt. Leider lässt sich diese Art von Fehler nicht durch abblenden beheben. Es ist schlichtweg ein Qualitätsmerkmal wie stark die chromatische Aberration bei Objektiven hervortritt. Zur Behebung müsste man theoretisch eine Linsenkombination in folgender Reihenfolge wählen: bi-konvex und plan-konkav. Zu beachten ist, dass die bi-konvexe Linse aus dem Material "Kronglas" und die plan-konkave Linse aus dem Material "Flintglas" bestehen muss. Beide Materialien haben die Eigenschaft Licht zu brechen, doch zwischen beiden besteht ein unterschiedlicher Brechungsgrad des Lichts. Dieser Brechungsgrad richtet das Licht korrigiert auf dem Sensor/Film. Somit werden die Farbsäume abgeschwächt, in seltenen Fällen sogar elemeniert. Diese Art der Linsenkombination nennt man Achromat. Dieser Abbildungsfehler lässt sich auch wie folgt unterteilen:

    - Fehler mit achsfernen Strahlen:
    Beschreibt das Auftreten des Farbsaum am Randgebiet des Bildkreis und lässt sich durch den einfachen Achromat beseitigen. Man spricht auch vom Fehler im Bereich des primären Spektrum.
    -Fehler mit achsnahen Strahlen: Leider ist diese Variante der chromatischen Aberration nicht mit einem normalen Achromat zu berichtigen. Diese nennt man „Apochromat“ und ist um einiges teurer als nicht apochromatische korrigierte Objektive. Spricht man von dieser chromatischen Aberration, so kann man auch diese als Fehler im Bereich des sekundären Spektrum bezeichnen.
    Koma: Durch diesen Fehler erscheinen Lichter deformiert. Wenn man sich die Lichter genauer ansieht, so erkennt man einen Schweif. Mit der Linsenkombination eines "Aplanat" wird dieser Fehler behoben. Hat man ein solches Objektiv, mit dieser Kombination nicht zur Hand, so hilft in vielen Fällen das Abblenden, sprich eine kleinere Blende vermeidet den Fehler. Der Aplanat ist eine Linsenkombination aus 2 Achromate, welche in in symmetrischer Anordnung hinter und vor der Blende sitzen.

    Astigmatismus: Ein komplizierter Fehler, der immer dann auftritt, wenn schrägeinfallende Lichstrahlen auf das Objektiv treffen. Die Strahlen können in diesem Fall keinen scharfen "Punkt" abbilden, verlieren sich und erscheinen als unscharfe Elemente (Linien, größere Punkte, eckige Fläche etc.). Auch hier schafft der Einsatz einer kleineren Blende Besserung.

    Öffnungsfehler (sphärische Aberration): Betrachten wir diesen Abbildungsfehler fototechnisch, so ist er ziemlich einfach zu erklären: Verschiedene Lichtstrahlen am Randbereich der Linse brechen mehr und konvergieren eher, als die anderen eintreffenden Lichtstrahlen. So entsteht kein eindeutiger Punkt. Insgesamt wirkt die Fotografie, wie ein mit einem selektiven Weichzeichner überzogenes Bild mit scharfen Konturen. Da dies ein Problem des Randbereiches ist, hilft auch hier die Benutzung einer kleinen Blendenöffnung.

    Bildfeldwölbung: Dieser Fehler bewirkt eine bereichsbehaftete Unschärfe im Bild. Beispiel: Der Rand ist von Unschärfe geprägt, aber die Mitte ist so abgebildet wie erwartet. Um diesen Fehler abzuschwächen, empfiehlt es sich abzublenden.

    Verzeichnung (Distorsion): Einer der häufigsten Ärgernisse ist die Verzeichnung der Abbildungen. So erscheint das Bild verzerrt und kann zwei Formen annehmen: tonnenförmig (eine Verzerrung zum Rand hin) und kissenförmig (eine Verzerrung in die Mitte). Hier gibt es keine Korrektur und ist konstruktionsbedingt eine Begleiterscheinung. Ein Kriterium der Qualität des Objektiv ist die Stärke der Verzeichnung.

    Für die meisten Fotoanfänger wird dies ziemlich verwirrend und sicherlich nicht gleich verständlich gewesen sein. Aber in der Foto-Knipser-Wildnis trifft man vor allem bei den Objektiven in dem Kompakt-Kamera-Segment auf diese Abbildungsfehler. Die meisten Amateure werden diese hinnehmen, doch mit dem Abblenden und der Hilfe von Photoshop und Co. lassen sich "verpfuschte" Bilder wieder ins "gerade" Licht rücken.

    In dem nächsten Artikel werde ich näher auf Aplanat, Achromat und Co. eingehen. Und für alle, die es nicht abwarten können andere Bauteile der Kamera kennen zulernen, denen sei gesagt: Der nächste Artikel ist der letzte mit dem Themengebiet Objektiv.
     
    #1 Syncron, 12.04.07
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.04.07
  2. Stiffler

    Stiffler Gast

    Vielen Dank. Wieder mal sehr hübsch geraten..
    *karma geb*
     
  3. gloob

    gloob Wilstedter Apfel

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    31.01.05
    Beiträge:
    1.915
    Ich lese deine Beiträge sehr gerne, weil sie auch einem Einsteiger wie mir einen sehr guten Einblick in die Materien liefern und man jedes mal eine Menge aus deinen Texten lernt. Nur weiter so. Machst das echt klasse.
     
  4. floeschen

    floeschen Horneburger Pfannkuchenapfel

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    13.08.06
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    Das unterschreibe ich so voll und ganz. ;)
     

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