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Bildungsstandort Deutschland

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von ametzelchen, 22.07.07.

  1. ametzelchen

    ametzelchen Rheinischer Bohnapfel

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    Eben lese ich bei n-tv, dass Herr Köhler mehr Anerkennung für die Lehrer fordert.
    Kann ich so unterschreiben - bloss fehlt mir mal wieder der Hinweis, dass Bildungmassnahmen ( auch die der Bildung sozialer Kompetenzen, die mit einem Notenbewertungssystem schwer zu erfassen sind, darum aber nicht unwichtiger!) viel früher anfangen, als in der Grundschule.
    Wieder einmal werden die Erzieher und Erzieherinnen im Elementarbereich und in den vorschulischen Einrichtungen nicht mit einem Wort erwähnt.
    Meiner Meinung nach legen die jedoch einen wichtigen Grundstein, auf dem die Schule dann aufbauen kann.
    Wenn schon nach mehr Anerkennung (z.B. durch bessere Bezahlung) gerufen wird, dann bitte auch für die Sozialpädagogen in den Krippen, Kitas , Vorschulen und in Hortbereichen.
    Wie seht ihr das?
     
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  2. mzet01

    mzet01 Gast

    klar warum sollten die arbeitskräfte in den krippen,kitas etc nicht ebenso bessere verdienstmöglichkeiten erhalten.auch dieser job ist elemtar wichtig.
     
  3. Tengu

    Tengu Apfel der Erkenntnis

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    Naja.... also ein Lehrer an ner Hauptschule ist abolut in einer "Scheiß"-Situation. Da hast Du 20 potenzielle Kriminelle, die Du unterrichten sollst, 2, die lernen wollen, und 10, die stören: der Bildungsstandart Deutschland ist ein hartes Pflaster.
     
  4. ametzelchen

    ametzelchen Rheinischer Bohnapfel

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    Sehe ich "teilweise" auch so. Aber ich sehe auch die Probleme der Leute, die in so genannten Brennpunkten schon im Elementarbereich mit einer Realität konfrontiert sind, wo im wahrsten Sinne des Wortes Kulturen aufeinander prallen. Die bereiten dort erst mal den Acker (Lernkompetenzen) vor, auf dem später überhaupt erst etwas ( schulische Lerninhalte) wachsen kann.
     
  5. KayHH

    KayHH Gast

    Aus der Politik kommen nur Lippenbekenntnisse. Einerseits wird vom Bildungsstandort gesprochen, andererseits gibt es keine Kita-Plätze, statt dessen Studiengebühren und die Industrie will nicht anständig bezahlen. Dann die dämliche Vereinheitlichung was die Abschlüsse angeht. Als ob ein Dipl.-Ing. nichts wert wäre. Totaler Unfug! Weil das Bachelor oder so heißt, ist das kein Stück besser, nur das ich heute gar nicht mehr weiß, wie viel so ein Bachelor wirklich wert ist. Das passt alles nicht zusammen.


    KayHH
     
  6. Tengu

    Tengu Apfel der Erkenntnis

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    Das große Problem ist der Blickwinkel:

    Bildung wird als Ausgabe aufgefasst. Wir müssen mehr ausgeben. Wir müssen mehr tun.
    Im Ausland begreift man Bildung als Investition. Als Zukunft. Hier nicht. Und da liegt die Wurzel des Problems: wenn wir nur widerwillig die Hand ausstrecken, wird sie nur widerwillig angenommen. Das merken die Schüler doch, dass selbst Gymnasien verrotten.

    Nein, in Deutschland hat Bildung keine Zukunft. Meine Kinder werden hier nicht zur Schule gehen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ich zur fast letzten Generation mit "umsonster", umfassender Schulbildung gehöre.
     
  7. Messerjokke79

    Messerjokke79 Eifeler Rambour

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    Ich kann euch nur zustimmen. Lehrer sollten bessere Bezahlung und mehr Stressausgleich erhalten. Politiker sollten das auch einsehen, denn aus deren Sicht «produzieren» Lehrer etwas sehr wichtiges: Renteneinzahler. Und ein Produkt kann nur gut sein, wenn man ausreichend Ressourcen in seine Entwicklung steckt.
    Ich muss euch aber korrigieren, denn «bildung» wird spätestens seit Kohl nicht mehr groß geschrieben.
     
  8. m00gy

    m00gy Gast

    ametzelchen, vielen Dank für diesen Thread. Wär schön, wenn er nicht zum "Lehrer-Hasser-Thread" verkäme.

    Ein vernünftiger Bildungsweg sieht so aus:

    (1)
    Eltern, die sich auf ihre Kinder freuen und es als Herzens- und Lebensaufgabe ansehen, ihren Kindern das Rüstzeug für ein soziales und vernünftiges Leben in dieser Gesellschaft mitzugeben.

    (2)
    Kita- und Kindergartenangestellte, die gut genug bezahlt werden, dass sie sich mit Freude und Liebe um die Kinder kümmern und die genügend Zeit haben, sich ständig fortzubilden.

    (3)
    GrundschullehrerInnen, die nicht überfodert sind, die Zeit und Möglichkeit bekommen, sich fortzubilden und die in kleinen Klassen wirklich jedes Kind im Blick halten können.

    (4)
    Lehrer an weiterführenden Schulen, die sich nicht um 36 Jugendliche auf einmal kümmern müssen, die nicht 600 Klassenarbeiten pro Halbjahr korrigieren müssen, denen sinnlose Verwaltungsaufgaben von Menschen abgenommen werden, die für Verwaltung ausgebildet worden sind, während sie sich um Unterricht und Erziehung kümmern.

    (Beispiel: Ich hab im letzten Schuljahr über 350 Schüler der Klassen 5-11 unterrichtet. Kann mir jemand sagen, wie ich da _ernsthaft_ jeden einzelnen als Individuum fordern und fördern soll?)

    Diese Listen sind leider endlos zu erweitern. Und die beiden Hauptprobleme sind:
    - Es hapert meist schon bei Station (1), womit es für alle anderen Stationen zunehmend schwerer wird.
    - Stationen (3) bis (4) brauchen Geld, um all das zu verwirklichen.

    Mir ist klar, dass es auch unter uns Paukern faule Säcke und Arschgesichter gibt, die tatsächlich mittags ab 13.00 Uhr auf dem Tennisplatz sind und denen die Kids völlig schnuppe sind. Solche Leute gehören aussortiert, wie in jedem anderen Beruf auch. Aber es gibt zum Glück viel mehr Pauker, die gerne was bewegen möchten und all zu oft an Vorgaben und fehlendem Geld scheitern. Trotzdem kämpfen wir weiter. Und es wäre schön, wenn Bildung in Deutschland endlich, wie ametzelchen schon andeutet, als Gesamtphänomen gesehen würde. Wenn ein Schüler mit 10 oder 11 Jahren zu uns zum Gymnasium kommt, können wir Pauker nicht mehr das rausreißen, was ggf. schon 10 oder 11 Jahre zuvor versaut worden ist. Dafür braucht's eben kompetente Leute auf den Stufen (1), (2) und (3).
     
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  9. theiming

    theiming Gast

    stop.
    sofort.

    ich danke euch ganz arg für die loyalität und fühle mich wirklich geehrt. das ist schön, dass nach der faule-säcke-mentalität endlich mal über den tellerrand geschaut wird.

    und: aber natürlich sollte viel mehr augenmerk auf den elementarbereich gelegt werden; weiterhin sollte die ausbildungssituation hier dringend verbessert werden - vor allem im musischen bereich finden hier stellenweise katastrophale dinge statt und: wenn im elementarbereich gemurkst wird, haben es die kollegen in der GS schwer ... die umkehrung ist besser: wenn im elementarbereich vernünftig und gut gearbeitet wird, ist's in der GS um einiges leichter.

    nur, die aussage, dass in der HS potentielle kriminelle sitzen ist so überhaupt nicht haltbar. ich arbeite seit über 15 jahren in sozialen brennpunkten mit schülern der härteren gangart.

    keiner ist böse, keiner will böse sein, keiner will nicht geliebt werden und keiner will keinen abschluss haben.

    kein kind kann was dafür, wenn die mutter säuft, der vater prügelt und abends über die kinder herfällt.
    kein kind kann was dafür, wenn es mit ansehen muss, wenn ein elternteil den anderen krankenhausreif schlägt.
    kein kind kann was dafür, wenn es vorgelebt bekommt, dass man im supermarkt nur holen muss, was man will und dass das die kinder besser tun, weil sie ja nicht straffähig sind.
    kein kind will im 5. schuljahr weiterhin hören, dass es nichts ist, nichts kann, weil ja auch schon die familie nichts ist und nichts kann.
    kein kind will im 5. schuljahr weiterhin erfahren, dass es nie lesen, schreiben, rechnen lernen wird und
    kein kind will wirklich mit gewalt vorgehen.

    jedoch:
    sehr viele kinder kennen und können es nicht anders, aber sie können es lernen. das darf ich jahr für jahr erleben - es funktioniert.

    und auch die härtesten jungs kriegt man mit wenigen, eindeutigen konsequenten regeln und vor allem mit dem aufzeigen, dass gerade "das verhalten" scheiße ist - nicht der mensch.

    liebe grüße
    thei, brennpunktler aus leidenschaft ;)
     
  10. T-lo

    T-lo Weißer Winterglockenapfel

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    Oh mein Gott... :oops:


    Prinzipiell würde ich das sofort unterschreiben, aber irgendwas sträubt sich da in mir!
    Natürlich hast Du in gewisser Weise recht, aber auf der anderen Seite sage ich mal: diese Aufteilung hast Du wohl in jeder Schule, bzw Schulart.

    Wir dürfen doch nicht vergessen: die Schulform wählen noch immer die Eltern für ihre Kinder. Selbst wenn ich damals meinen Eltern gesagt hätte "ich will Maurer werden", hätten die mich auf nem Gymnasium angemeldet - Resultat: ich störe!
    Ich musste mit Latein anfangen - meine Eltern wollten das so. Ich persönlich weniger bis gar nicht - Resultat: ich habe gestört!
    Klassenfahrten arteten in einer Form in Besäufnisse aus, dass der ein oder andere Mitschüler sich das ein oder andere Mal übergab. Geklaut wurde bei uns in der Schule auch, und Pausen-Kloppe gab es ebenfalls...
    Wohl gemerkt: an einem der "ehrwürdigsten" Gymnasien in Essen...


    Ich glaube, wir machen es uns zu leicht, wenn wir in dieser Hinsicht anfangen zu Kategorisieren. Die soziale Kompetenz der Kinder wird nicht erst in der Schule geprägt, und auch nicht in der KiTa, sondern sie wird es von Geburt an. Daher machen Überlegungen zum sozialen Umfeld und zu "Problem-Bezirken" zwar durchaus Sinn, aber es auf der anderen Seite auch zu einfach.
    Ein Lehrer kann ein "vermurkstes" Kind nicht "gerade biegen". Auch ein Erzieher kann das nicht. Sie können es versuchen, aber die meiste Zeit mit den Kindern verbringen noch immer die Eltern.

    Ich denke, man sollte Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten besser mit den Familien vernetzen. Eben eher nach dem Prinzip "die 'Profis' beobachten das Kind in diesen Einrichtungen, und geben dann Tipps an die Eltern". Elternabende und -Sprechtage sollten häufiger stattfinden, und die "Vernetzung" zwischen Schule und Elternhaus sollte damit verbessert werden.
    Denn letztlich ist es doch recht häufig so:
    selbst "dumme", oder besser: "einfache" Eltern wollen, dass ihr Kind in der Schule gut ist - nur leider vergessen sie eben all zu oft, dass die Schule keine Erziehungs-Anstalt ist, die von alleine funktioniert...


    An dem Punkt, an dem man Haupt- oder Sonderschulen, zB für "Lernbehinderte" besonders betrachtet, an dem Punkt provoziert man eine gewisse Selbstaufgabe der Kinder auf diesen Schulen - und da kann man dann nur noch schwer wieder zurück...


    Weiteres Problem unseres Bildungssystems: das Abi ist zu einfach geworden, und hat damit schon fast die mittlere Reife als "Standart-Abschluss" abgelöst. Dadurch wird jedoch wieder forciert, das ein Hauptschüler schon per se seine Chancen als gering akzeptiert, wenn er um die Maler und Lackierer-Ausbildung mit einem Abiturienten "kämpfen" muss - Frustration ist vorprogrammiert, und wie die Yale-Studie so schön sagte: aus Frustration wird Aggression, wenn die Frustration nicht abgebaut wird...
     
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  11. Macgyver

    Macgyver Oberösterreichischer Brünerling

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    Also es gibt Lehrer wo ich meinen Hut ziehe, und wo es keine besseren gibt also diese wenigen Lehrer. Aber der Großteil hat seinen Job einfach verfehlt. Es herrscht eher krieg zwischen Schüler und Lehrer. Ich mein das ist Kinderkacke und geht mit bis heute so auf den geist. Ich setz mich doch nicht in einen Unterricht um mich von Lehrern fertig zu machen oder als dumm zu bezeichnen. Mit allem Respekt aber diese "Leute" sollte man sofort suspendieren. Naja, ich muss wohl noch ein Jahr bluten. Aber natürlich sollte man denjenigen mehr respekt gebühren als anderen. Schüler sind auch kein kinderspiel.
     
  12. m00gy

    m00gy Gast

    An meiner Schule herrscht kein Krieg zwischen Schülern und Lehrern. Definitiv nicht.
     
  13. Messerjokke79

    Messerjokke79 Eifeler Rambour

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    Ich bin ja froh, dass ich noch ein Diplom mache. So ein Bachelor ist nicht viel mehr als ein Vordiplom. Ein Master hingegen ist theoretisch mehr als ein Diplom. Aber das kommt wohl auf das Lehrinstitut an. Ich höre immer wieder, dass ein deutsches Diplom einen ausgezeichneten Ruf im Ausland genießt, daher kann ich nicht nachvollziehen, warum wir uns an angelsächsischen Bildungsstandards ausrichten müssen.

    Lehrer: Ich kenne, glaub ich, ein halbes Dutzend, die gerade Lehrer werden. Darunter ist keiner der das aus Berufung macht, sondern als Begründung nur den (noch) sicheren Arbeitsplatz oder die viele Freizeit aufführen.
     
  14. m00gy

    m00gy Gast

    Bestell Ihnen einen schönen Gruß von mir - sie können gerne mal vorbei schauen und sich ein Bild davon zu machen, was es heisst, von 8-14 Uhr vor Riesenklassen mit 36 Pubertätsmonstern ( ;) )zu stehen, um 15 Uhr zu Hause zu sein und von 16 bis 22 Uhr den Unterricht für den nächsten Tag vorzubereiten.
     
  15. Messerjokke79

    Messerjokke79 Eifeler Rambour

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    Ja, die sollten vor dem Studium ein entsprechendes Praktikum machen.
     
  16. m00gy

    m00gy Gast

    Korrekt. Für gewöhnlich werden solche Pappnasen aber spätestens im Referendariat rausgekegelt, weil sie dann plötzlich an der Belastung kaputt gehen. Und wenn sie wirklich mit einer solchen Einstellung an das Studium gehen, kann ich auch nur sagen: Zu Recht. Lehramtsstudium, Erstes Staatsexamen und dann auf der Straße - SOLCHE Leute haben's nicht anders verdient.

    (Für alle anderen, die aus anderen Gründen rausfliegen, tut's mir Leid und der Ruf nach ausgedehnten Praktika VOR dem Studium ist absolut sinnvoll.)
     
  17. theiming

    theiming Gast

    das mit den praktika entwicklet sich ja glücklicher weise langsam. das lehramtsstudium wird in den meisten ländern als B-M-Studiengang eingerichtet, gestützt von zahlreichen praktika, die sogar soweit gehen, dass die gymnasialstudenten auch in die GS müssen und umgekehrt. endlich.

    zu den "unberufenen"

    ich arbeite in sowohl in der 1. als auch in der 2. lehrerausbildungsphase und glaubt mir: die unberufenen fallen so schnell hin - man kann ihnen dabei zuschauen. hinterher ist die heulerei groß und nicht selten sind dann 6 jahre umsonst gearbeitet worden ...

    in den praktika sagt man das den leuten dann direkt ins gesicht mit dem resultat, dass geheult, der psychotherapeut ange- und der personalrat einberufen wird ... aber so ist das halt. nur die wenigsten sind wirklich kritikfähig ...

    die wirklich berufenen machen nur in den seltensten fällten ein einserexamen, meist sogar unter zwei, aber das interessiert hinterher keine sau: das sind einfach die leute, die enorm viel spaß haben und enorm viel rüberbrigen.
     
  18. T-lo

    T-lo Weißer Winterglockenapfel

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    Prinzipiell stimmt die Überlegung, aber an einer anderen Stelle hinkt sie auch wieder:

    Der Bachelor ist eben ein Abschluss, und nicht nur das Vordiplom. Hörst Du nach dem Vordiplom auf, bist Du "Abbrecher", nach dem Bachelor eben nicht...

    Sinnig finde ich das in so fern, dass es leichter ist, sich zu spezialisieren. Ich studiere eben nicht mehr 9 Semester, sondern nur noch 6 - das sind anderthalb Jahre, immerhin.
    Während ich also nach dem alten System zB allein 9 Semester studiert habe, um einen Abschluss Theaterwissenschaften zu bekommen, schaffe ich das heute in 6. Dann kann ich mir überlegen "Was will ich denn überhaupt machen?" Dramaturg, Regisseur, Journalist, etc...
    Je nachdem, was davon ich machen möchte, kann ich ein weiteres Studium machen, ebenfalls "nur" 6 Semester, und mich spezialisieren - als Dramaturg eben mit dem Studiengang "Szenisches Schreiben", als Regisseur mit nem Master, oder vielleicht doch mit "Audio-Visuelle Kommunikation", oder als Journalist mit Journalismus oder Germanistik.
    Alles in allem habe ich dann eine Regelstudienzeit von 12 Semestern. Wohl gemerkt: ich habe dann zwei abgeschlossene Studien, und bin "spezialisiert". Im Vergleich zum Diplom habe ich drei Jahre Vorteil - und jetzt rechne mal hoch, was man in diesen drei Jahren schon verdienen kann...


    Außerdem solltest Du bedenken, bei Deiner Freude über das Diplom:
    Die Stufung "Bachelor, Diplom, Master" stimmt - schon allein wegen der Studienzeit. Allerdings gilt der Bachelor als ebenso qualifizierend wie das Diplom.
    Am Beispiel Soz-Päd:
    Eine Beratungsstelle für Suchtkranke wird die Posten der "Sozialarbeiter" lieber mit Bachelor-Absolventen besetzen - Grund: sie "ersetzen" das Diplom, zumindest offiziell sind sie gleich qualifiziert, aber sie haben kürzer studiert, bekommen demnach auch weniger Lohn.
    Den Posten über den Sozialarbeitern, nämlich den Posten des Bereichsleiters, den werden sie mit einem Master besetzen - Grund: er hat die höchste Qualifikation...
    Du siehst: in der Wirtschaft werden die Diplomanden wohl über kurz oder lang eher den Kürzeren ziehen, denn wahrscheinlich zählt wie immer nur "der Billigste", und "der Beste".

    Also: nicht zu früh übers Diplom freuen, denn so sicher ist es nicht, ob man damit in Zukunft noch nen Vorteil hat...
     
  19. Crunshinut

    Crunshinut Dithmarscher Paradiesapfel

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    Ich mache auch noch ein Diplom. Der Bachelor ist in der Tat nicht mehr wert als ein Vordiplom. Der Master ist aber auch keinesfalls gleichwertig zu einem Diplom. Einziger Vorteil ist: Eiun Master ist ein internationalerer Titel als das Diplom. Daher wird die Anerkennung im Ausland auch leichter sein (ich hab meinen Posten in NY auch mit der Angabe bekommen, ich würde ein Diplom machen).
     
  20. P.S. für die beiden die hier die Schubladenstudenienklassifizierungstheorie diskutieren. Ich finds schlecht ein zweites Thema im gleichen Thread zu diskutieren, so kommt man durcheinander, macht doch bitte einen extra Thread auf. Bin ich froh das es Menschen gibt die weder ein Diplom, noch ein Vordiplom, noch ein Bachelor haben und trotzdem leben, und sich autodidaktisch weitergebildet haben und mehr auf dem Kasten haben wie ein Bachelor oder oder oder. Ich bin zum Beispiel Geschäftsführer, hab grad mal einen staatl. gepr. Wirtschafsassi gemacht, weiß garnicht ob es den heute noch gibt, was mich berechtigt eine gehobene Beamtenlaufbahn einzuschlagen trotzdem bin ich Geschäftsführer eines Kleinunternehmens mit 8 Beschäftigten. Dazu braucht man keine Zertifikate. Die kann man sowieso erschleichen. (will nicht heißen das alle ihre Zertifikate erschleichen, es gibt auch superfähige Leute darunter, nur zu klassifizieren halte ich für das größte Problem. Es gab mal ein Buch der Titel träfe hier auch, Ihr da oben wir da unten. So fühlen sich diejenigen die keine Chance haben die höhere Schule zu besuchen, die ausgegrenzt werden, die man dann als "potenzielle Kriminelle" bezeichnet. Da bekomm ich ehrlich gesagt einen Würgereiz. Bitte bleibt sachlich und pauschalisiert nicht.

    Ich möchte nur mal anmerken zu der Diskussion Schule Kindergärten etc.: Es ist immer einfach zu sagen würden die anderen vorher besser arbeiten dann könnten wir unseren Job richtig. Das Gleiche könnten die Pädagogen in den KITAs sagen über die Eltern. Ich habe eine Situation, die gilt es zu verbessern, das eine ist gesamtgesellschaftlich, da nehme ich niemanden aus, die Zeiten der Großfamilie sind vorbei in denen die Kinder abgefangen wurden, jetzt haben wir den Turbokapitalismus, es wird flexibilität verlangt, die Scheidungszahlen nehmen zu, die Arbeitsbedingungen werden schlechter, da Gewerkschaften angeblich so Wirtschaftsfeindlich sind. Am besten wieder 80 Stunden die Woche arbeiten ohne Lohnausgleich, die Kinder erzieht man im vorbegehen. Das ist die Ursache, wir lassen uns einlullen von der Industrie, die ja so toll ist.

    Unsere Gesellschaft muß sich verändern, ich bin der Meinung das Erzieher die zu wenig verdienen sich organisieren sollen und halt mal streiken damit Sie mehr bekommen. Wer stellt den die Erzieher überwiegend ein, das sind doch meistens die ach so sozialen Kirchen. Die sind so sozial das Weihnachtsgeld gekürzt wird, der Lohn nicht so bezahlt wird wie im Tarifvertrag steht, sondern darunter, da Sie ja Tendenz betrieb sind. Heya, ich soll für soziale Kirchen Spenden die dann un(a)sozial gegenüber ihren beschäftigten sind? Wie paradox ist das den.

    OK, das reicht vorerst mal, sonst wirds zu kompliziert, aber die Schulprobleme sind gesellschaftlich gemacht und die Industrie fördert nur ihre besten, die anderen werden aussortiert und interessieren keinen.
     

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