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  1. #1
    Boskoop
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    Workflow fürs wissenschaftliche Arbeiten

    Hallo liebe Apfeltalker,

    ich werde demnächst mit meiner Doktorarbeit anfangen und verzweifle gerade an den Möglichkeiten bzw. Einschränkungen diverser Programme... Meine erste Diplomarbeit habe ich vor einigen Jahren in Word geschrieben (incl. schönem Karteikasten und so) meine zweite letztes Jahr in Pages´09 = total zufrieden, hat alles wunderbar funktioniert: (150S. Diagramme in Omnigraffle, Literatur in Papers, Notizen immer in Things, besonders toll über Quick Entry bei spontanen Einfällen)... Ich bin vermutlich nicht so der Latex-Typ, weil ich es schön finde, das Ergebnis sofort entsprechend zu "sehen". Bibliographie und Referenzen habe ich aber alles von Hand gemacht...

    Für eine größere Arbeit hätte ich gerne einen besseren Workflow... und nachdem ich hier alles zu diesem Thema gelesen habe, würde es mich total interessieren, wie Ihr das so macht (bzw. die üblichen "Verdächtigen" werden ja ständig weiterentwickelt, so dass die Beiträge im Forum nicht unbedingt aktuell sind...)
    Was ich gerne hätte:

    - Zur Recherche: Zugriff auf Datenbanken, am besten Uni und Google Scholar, automatischer Import aller notwendigen bibliographischen Angaben, Suche nach frei verfügbaren Pdfs, Zuordnung der PDFs zu einer selbst erstellten Ordnerstruktur / Sammlung. Evtl. mit der Möglichkeit von "Duplikaten" oder Aliasen falls der Artikel mehrere Sammlungen betrifft. (ich habe Endnote, Bookends, Sente und Papers ausprobiert...)

    - Zur Verwaltung: oben genannte Ordnerstruktur, Zuordnung von Schlagwörtern / Tags, durchsuchen der Texte und Notizen. Möglichkeit umfangeicher Notizen (in Papers kann man zwar endlos schreiben aber nur das Sichtfenster ausdrucken!!), allgemein zum Text und gezielt zu bestimmten Stellen. Optimalerweise Möglichkeit die Artikel zu markieren... Verwaltung von Dateien in einem anderen Format (.doc, .xls, .jpg?). Möglichkeiten Notizen zu machen, die keinem konkreten Paper zugeordnet sind, wie spontane Einfälle... (ich habe Devonthink, Yep, Yojimbo und Zotero ausprobiert... irgendwie hat jedes Vor- & Nachteile und ich würde es SEHR gerne vermeiden, am Ende zu viele Lizenzen zu besitzen )

    - Zusammenarbeit mit einem Wordprozessor: am liebsten Pages, evtl. Word 2008, Mellel?!: Erstellen einer Bibliographie (nach APA 6), automatisches Scannen und Ergänzen der Referenzen... (das kann Papers ja überhaupt nicht).

    Die Möglichkeit, Dateien einfach zu "droppen" bieten ja sowohl Devonthink als auch Yep und Yojimbo an, das ist total praktisch. Ich markiere manchmal was & ziehe es rüber zu DT = neue Notiz. Echt wichtig wäre mit ein Quick Entry wie bei Things oder Omnifocus, das sich aus jeder Applikation heraus öffnen lässt...

    Und angesichts der ganzen Anforderungen bitte nicht zu "überladen" sondern möglichst übersichtlich?!?! und dann noch am liebsten in einem Prog...
    ...o.k. so was gibt´s nicht, aber womit arbeitet Ihr, bzw. in welcher Kombination?! Anhand welcher Kriterien habt Ihr eine Entscheidung getroffen?
    ... vielleicht kann ich mich dann auch mal entscheiden...
    Danke für alle Tipps,

    waldfee

  2. #2
    Boskoop Avatar von alphapi
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    Hast Du schon mal einen Blick auf Citavi (http://www.citavi.com/) geworfen? Das ist ein sehr mächtiges und umfangreiches, dabei gut zu bedienendes und "hübsch anzusehendes" Programm zur Literaturverwaltung und Wissensorganisation. Zahlreiche Universitäten bieten kostenlose Hochschullizenzen an. Auf der Homepage kannst Du Dich informieren, ob auch Deine dabei ist.
    Ansonsten gibt es eine Testversion, die das Anlegen von 100 Datensätzen erlaubt - für eine Diplomarbeit wahrscheinlich nicht ausreichend, aber zum Rumprobieren prima.

    Gutes Gelingen!!!

  3. #3
    Boskoop
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    Hallo alphapi,
    ja, ich kenne Citavi und habe es schon unter Parallels ausprobiert. Citavi hat sicher Vieles von dem, was ich suche, vereint, und ich würde es auch kostenlos über die Uni bekommen, aber ich würde gerne beim Mac bleiben. Citavi ist bei mir leider eher lahm und lässt sich von der Bibliographie her kaum mit Pages oder Mellel integrieren... Ich hoffe, dass es doch einen "mac-eigenen" Workaround geben muss für das was ich suche, oder nicht?!

  4. #4
    Schöner von Nordhausen Avatar von 48259
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    Hallo Waldfee,
    ich habe hier einen Blogpost gefunden, der dich interessieren könnte:
    Tools For Thought: Managing Your Digital Academic Workflow.
    Ich hoffe, dass dir das ein bisschen weiter hilft.
    Viele Grüße
    48259
    Um an die Quelle zu kommen muss man gegen den Strom schwimmen.
    -Konfuzius-

  5. #5
    Boskoop
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    Hallo 48259,
    wow, das ist aber echt ein toller Blogpost! Danke! Das ist echt hilfreich zu erfahren, wie andere es machen...
    Was mich aber definitiv irritiert: Die Empfehlung für den optimalen Workflow heißt Papers + Bookends + Skim + Yojimbo + Devonthink + Scrivener + Pages = ???€ Selbst bei edu-Preisen dürfte doch wohl ein beträchtlicher Betrag zustande kommen, gemessen an Bafög / Stipendien o.ä...
    Theoretisch könnte man sich Papers sparen, wenn man ohnehin Bookends kaufen möchte. Tatsache ist aber, dass Bookends schwerfälliger wirkt im Umgang mit PDFs als Papers und manchmal auch anhand der DOI falsch zuordnet (Papers lässt einem da die Wahl aus mehreren Vorschlägen, außer es ist eindeutig). Dafür kann Bookends besser mit vielen Referenzen umgehen, Zitation nach APA klappt auch und die Kollaboration mit einem Wordprozessor wohl auch (habe ich aber noch nicht ausprobiert). Damit ist Bookends vermutlich sehr ähnlich zu Endnote... Bei Sente kann man dafür super in den PDFs markieren und Notizen konkreten Zitaten zuordnen (wobei das sowohl Textstellen als auch Formeln oder Diagramme sein können). In Devonthink kann man auch die Anmerkungen ins PDF schreiben und ebenso markieren, so dass der spezielle Vorteil von Skim aus dem obigen Blogpost für mich nicht deutlich wird.
    Bei Devonthink habe ich die, glaube ich, berechtigte Sorge, dass ich mir ein tolles aber teures Tool zulege, es mir dann aber zu mächtig wird, und ich den Überblick verliere. Die Oberfläche ist nun mal nicht so aufgeräumt wie bei Yojimbo und für die Funktionsvielfalt braucht man auch Zeit... Ich finde, das ist ein wenig so wie bei Things vs. Omnifocus...

    Auf jeden Fall schrecke ich davor zurück 7(!) unterschiedliche Tools zu verwenden, am Ende bin ich eher am Verwalten und Synchronisieren meines digitalisierten "Wissens" als am wissenschaftlich Arbeiten ...

  6. #6
    Langelandapfel Avatar von Scotch
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    Wie hab' ich nur jemals ohne solche Tools eine Diss hinbekommen

    SCNR,
    Dirk

  7. #7
    Boskoop
    Themenstarter

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    Nee klar, vor x-Jahren reichte auch noch eine Schreibmaschine

    Die wirklich sinnvollen Tools erleichtern schon die Arbeit (und sparen Suche auf dem Schreibtisch...), aber ich denke eben, dass man sich mit Vielem davon auch "selbst" beschäftigen bzw. verzetteln kann.

    Mir ist nur nicht klar, wie man das Eine von dem Anderen unterscheiden kann.

  8. #8
    awk
    awk ist offline
    Clairgeau
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    Zitat Zitat von waldfee Beitrag anzeigen
    Was mich aber definitiv irritiert: Die Empfehlung für den optimalen Workflow heißt Papers + Bookends + Skim + Yojimbo + Devonthink + Scrivener + Pages = ???€ Selbst bei edu-Preisen dürfte doch wohl ein beträchtlicher Betrag zustande kommen, gemessen an Bafög / Stipendien o.ä...
    Ich habe den Blog nicht gelesen, aber die Auflistung hört sich falsch verstanden an.
    Kurzform:

    1. Literatur beschaffen (testen ob das jeweilige Programm überhaupt sinnvoll mit den gewünschten Datenbanken zusammenarbeitet), grob verwalten, und vorallem Anbindung an den "Wordprozessor". Die letzten beiden bspw. durch Bookends. Sollte ein anderes Programm deine Quellen durchsuchen können, aber nicht die Anbindung bereitstellen, musst du dieses eben vor Bookends schalten, sofern du von diesem Feature Gebrauch machen möchtest.

    2. DevonThink, sieh dir die Tutorials an. DT hilft dir bspw Links herzustellen. (im Leistungsumfang eingeschränkte Alternativen wie Yojimbo oä ergeben im Zusammenspiel mit Bookends wenig Sinn)

    3. Outliner (bspw Omnioutliner)

    4. "Wordprozessor": Pages, LaTeX oder auch Programme wie Scrivener (3-teiliges Tutorial zur Erstellung einer wirtschaftlichen Arbeit mit Scrivener siehe hier)

    Mögliche Reihenfolge: Bookends - DT -Wordprozessor.

    Eventuell auch ein Outliner od. sogar Projektmanagementsoftware. Auch ein GTD Programm wie Omnifocus kann zwischengeschalten werden. (DT arbeitet mit Omnifocus auch zusammen, im Sinne von Ordner können zur Wiedervorlage an Omnifocus gesendet werden)

    Sorry für die kürze des Posts, würde mit meinem iPhone erstellt.

    PS: KISS-Prinzip beachten.
    Geändert von awk (12.06.2010 um 07:17 Uhr)

  9. #9
    Schafnase
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    Workflow fürs wissenschaftliche Arbeiten

    Google + Finder (Ordner + Spotlight)

  10. #10
    Boskoop
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    @awk
    (habe Deinen Post auf meinem iPhone gelesen, danke -> soll ich ihn reinkopieren?!)

    Also in dem Blogpost scheint der Verfasser sehr wohl alle Progs zu nutzen, trotzdem finde ich diesen eine nette Übersicht = wie verwenden andere was...

    ad 1) Ich habe es weder mit Papers, noch mit Bookends noch mit Sente geschafft mich in meiner Bib einzuloggen - stelle ich mich blöd an?! Die anderen mitgelieferten Suchmaschinen bringen nicht viel (evtl. noch PubMed und google scholar). Die Anbindung an einen Wordprozessor existiert ja in Papers nicht und in Sente / Bookends habe ich es noch nicht ausprobiert.
    ad 2) ich war zuerst von Yojimbo / Yep begeistert und von DT abgeschreckt: aber: habe mal heute den ganzen Tag PDFs gelesen, Notizen gemacht, Schnipsel hin und her kopiert = die "kleineren" Progs sind dann diejenigen, die schnell an ihre Grenzen stoßen und unübersichtlich werden trotz "cleaner" Oberfläche -> DT entfaltet dann aber seine Möglichkeiten...
    ad 3) So was wie Outliner habe ich noch nie verwendet = wofür ist das?! Habe meine Projekte mit Things sortiert (kann auch von DT aus Aufgaben zur Wiedervorlage schicken, das ist echt nett: habe für morgen eine Liste zum Lesen und eine Liste zum Recherchieren, schön übersichtlich.)
    ad 4) Mit Pages habe ich die Diplomarbeit und einige Beiträge für Zeitschriften geschrieben - incl. Austausch mit Word-Kollegen. Hatte keine Probleme, aber jetzt überlege ich schon ob Scrivener oder Mellel stabiler wären bzw. bessere Anbindung haben an Bookends / Sente (oder ist das egal und klappt mit Pages genauso gut?) An Latex traue ich mich nicht dran (trotz Deiner tollen Einführung ), weil ich eher der "visuelle" Typ bin und die Sachen von Anfang an formatiere.

    @Retrax: Sorry, aber das ist nicht wirklich hilfreich.
    Es lässt sich nun mal nicht mal ein kleiner Teil der Literatur bei Google finden. Außerdem finde es doch arg umständlich, in etwa 300-350 Referenzen von Hand einzugeben incl. x-stelliger DOI... Und dann bei jedem Zitat mal nachschauen, welche Referenz... und dann oops, Zitat gelöscht / umgeändert, Referenz aber noch drin, Mist. Und dann im Finder suchen, was war das noch mal?! Sorry, aber da mach ich in der Zeit lieber was Anderes...

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