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  1. #1
    Kaiser Wilhelm
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    Ist Weihnachten noch das, was es mal war?

    Einen schönen guten Abend, liebe AT-Gemeinde,

    Gerade bin ich über "Have Yourself A Merry Little Christmas" von Luther Vandross gestoßen. Ein, meiner Meinung nach, wunderschönes, ruhiges Weihnachtslied.
    Und wenn um die Uhrzeit alleine in seiner Wohnung sitzt (nein, bitte kein Mitleid ) und erst zu Weihnachten seine Familie wieder sieht (bin Student), fängt man ein wenig das grübeln/philosophieren an.

    Neben mir steht ein ca. 40 cm. großer Plastikchristbaum, geschmückt mit kleinen Kugeln und bunten Lichtern. Seit ich den mit 9 Jahren bekommen habe, stand er bis vor ein paar Jahren immer zu Hause in meinem Zimmer, bis ich ihn jetzt wieder ausgegraben und in meine Wohnung mitgenommen habe.
    Draußen liegen ein paar Zentimeter Schnee, mittlerweile fliegen auch wieder ein, zwei Flöckchen am Fenster vorbei. Eigentlich ganz idyllisch, nicht wahr?
    In der Tat, ich kann mich auch nicht beklagen.

    Allerdings ist das einzige, was darauf schließen lässt dass in ein paar Tagen Weihnachten ist mein kleiner bunter Plastikbaum und Luther Vandross, der mir aus den Lautsprechern meines Macbooks heraus Frohe Weihnachten wünscht.

    Vor ein paar Jahren hätte ich um diese Zeit schon Hummeln im Hintern gehabt, hätte nicht mehr schlafen können und so weiter und so fort. Jetzt sitze ich hier und denke mir "...ja, und?"

    Seit Wochen wird man von allen Seiten mit Weihnachtsstimmungs-machern bombadiert - Lebkuchen, Plätzchen, Christkindlesmärkte, geschmückte Geschäfte und so weiter. Kommt deshalb Weihnachtsstimmung auf? Bei mir zumindest nicht.
    Stumpfe ich ab? Tötet die Dauerbefeuerung mit Weihnachtswahnsinn, sei es im Fernsehen, im Radio oder in den Geschäften, die letzten übriggebliebenen Zellen in meinem Hirn, die dafür verantwortlich sind, dass ich mich auf Weihnachten freue, ab?

    Geschenke sind für mich schon lange nebensächlich geworden, ich könnte auch darauf verzichten. Ich weiß mittlerweile wie schön es ist, wenn die ganze Familie mal wieder zusammenkommt. So etwas lernt man zu schätzen wenn man wegzieht und die ganze Bande nicht jeden Tag zu sehen bekommt! Aber was erzähle ich, dass wissen bestimmt einige von euch noch besser als ich.
    Ist das also die weihnachtliche Vorfreude? Jein. Freude darauf die Familie zu sehen, ja. Wirkliche Freude auf Weihnachten, eher nicht.

    Aber wieso? Hat Weihnachten mit dem Erwachsenwerden seinen "magischen Reiz" verloren? Das Stimmungsbombardement der Medien? Lebt der Weihnachtsmann überhaupt noch? Wo ist Rudolf?

    Fragen über Fragen...ihr seid herzlich eingeladen, sie zu beantworten!

    Seht den Thread einfach als "Vorweihnachtlichen-Philosophie-Thread" an (oder so etwas ähnliches), lasst euch darüber aus, erzählt wies euch ergeht - vielleicht habt ihr ja etwas auf dem Herzen.

    Mit besten Grüßen und der Hoffnung, dass die Weihnachtsstimmung mich doch noch packt - denn ganz ehrlich, ich vermisse das Gefühl - ,

    Ziggla

  2. #2
    Clairgeau Avatar von darkCarpet
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    Ist Weihnachten noch das, was es mal war?
    Das kommt darauf an, was für dich "Weihnachten" bedeutet. Es gibt da durchaus sehr konträre Vorstellungen.

    Für die einen ist es die Ankunft des Coca-Cola-Weihnachtstrucks, für die anderen ist es die Geburt Jesus Christus', für andere ist es ein Fest der Familie und der Geschenke.

    Dieses Jahr denke ich aus diversen Gründen noch einmal etwas intensiver über den geschichtlich religiösen Hintergrund nach ... und bin um jedes Weihnachtsfest froh, dass ich (lebend) erleben darf.
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  3. #3
    Ingrid Marie Avatar von Dietmar
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    Nee, leider nicht ...

    Ich erinnere mich immer noch gerne an frühere Weihnachten.

    Die Vorfreude begann schon mit dem ersten Advent mit dem Anzünden der ersten Kerze.
    Dazu gehörte natürlich auch richtige Adventsmusik und nicht das, was einem heutzutage quer durch alle Sender zugemutet wird. In der Schule wurden im Musikunterricht auch Advents- und Weihnachtslieder gesungen.
    Und die Tage/Wochen vor dem Heiligen Abend waren auch immer mehr oder weniger mit einer gewissen Spannung angereichert (was bekomme ich, was schenke ich wem).
    Gerne erinnere ich mich auch noch an die Nachmittage in der Adventszeit. Wenn ich vom Spielen oder Rodeln nach Hause kam, roch es oft nach selbstgebackenen Plätzchen, Kuchen und natürlich auch Christstollen.
    Das gehörte natürlich auch in die Adventszeit: Am Abend vor dem 6. Dezember wurden die Schuhe geputzt. Meistens hat sich das auch gelohnt, aber es gab auch mal die ein oder andere Rute im Schuh ...
    Der Heilige Abend begann immer schon mittags mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes. Das hieß: Wohnzimmer ist Tabuzone und durfte von uns Kindern nicht betreten werden.
    Am späten Nachmittag ging es erst mal in die Kirche. Danach gab es noch unerträglich lange Minuten. Während dieser Zeit zündete mein Vater die Kerzen am Weihnachtsbaum an und im Hintergrund erklang Weihnachtsmusik. Erst jetzt wurde die Wohnzimmertür geöffnet und wir durften eintreten. Als Kind sagte man erst ein Gedicht auf und danach durfte man endlich die Päckchen öffnen ...
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  4. #4
    Kaiserapfel Avatar von Irreversibel
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    Mit dem Älter- oder auch "Erwachsen"-werden bringt Weihnachten mehr Verpflichtungen und Stress mit sich. Darum empfindet man es später nicht mehr so idyllisch wie als Kind. Bleiben noch die Weihnachtsmärkte, wo man Weihnachtssentimentalität flüssig tanken kann.

    Advent, Advent, der Konsument trinkt Glühwein, bis die Lampe brennt.
    Feo, fuerte y formal.
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    „They told me that the classics never go out of style. But they do. They do. Somehow, baby, I never thought that we'd do, too.“

  5. #5
    Doppelter Prinzenapfel Avatar von AnGer
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    Nein. Zu viel Konsum, zu viel Stress, zu viel Hektik.

    Wir schenken uns zu Weihnachten eigentlich nur Kleinigkeiten und da weiß eigentlich jeder vorher, was er bekommt…

    Es gibt ja auch schon Kinder, die nicht mehr um die Ursrprünge des Weihnachtsfeste wissen, sondern die Festivität nur mehr mit dem "Weihnachtsmann" assoziieren, bzw. mit dessen Aufgabe, "brave Kinder zu belohnen". Ich bin beim besten Wissen kein christlicher Hardliner, aber diese Fixierung auf amerikanisierten Konsumrausch kann ich nicht begrüßen.

    Ich habe nichts gegen Christkindlmärkte, die sind bei uns im Raum Tradition, und sind ganz nett, um mal sich mit Leuten zu treffen und einfach rumzustreunen. Nur hat inzwischen jedes verdammte Kuhkaff einen…
    Geändert von AnGer (19.12.2009 um 10:16 Uhr)
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  6. #6
    Zwiebelapfel Avatar von Ephourita
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    Ich bin serbisch orthodox und bei uns feiert man Weihnachten "erst" am 7. Januar.

    Wir bereiten uns mit einer Fastenzeit auf Weihnachten vor - es wird auf Fleisch-, Milch- und Eierprodukte verzichtet und demnach gibt es bei uns erst am 1. Weihnachtstag Süßigkeiten. Das erhält für uns schon Weihnachten ein wenig - denn ich habe hier in Deutschland oft festgestellt, dass es schon Mitte September Weihnachtssüßigkeiten gab. Empfinde ich schon als sehr störend und einen fatalen Fehler - denn so vermittelt man Weihnachten (imho) eben nicht.

    Bei uns schmückt man auch erst bei uns wenige Tage vor Weihnachten und wir haben ja auch keinen Tannenbaum als Weihnachtsbaum, sondern eine Eiche. Wir haben sehr viele Traditionen, die eingehalten werden und das macht Weihnachten für mich erst zu Weihnachten.

    Ich bin erst seit wenigen Tagen in Weihnachtsstimmung - höre auch die klassische Weihnachtsmusik (Frankie goes to Hollywood, etc., siehe letzten Beitrag ).

    Weihnachtsgeschenke? Tja, die gibt es bei uns natürlich auch. ABER: Bei uns wird eigentlich grundsätzlich nur eins verschenkt: Etwas zum Anziehen. Warum? Das ist auch eine Tradition: Denn wer Weihnachten etwas neues anzieht, "erneuert" sich fürs neue kommende Jahr und startet gepflegt und gutaussehend in die neue Zeit.
    Natürlich schenken wir uns auch gegenseitig Sachen, die der andere sich wünscht - aber das ist nicht das wichtigste.

    Für mich bedeutet Weihnachten, dass ich mit denen zusammen bin, die ich liebe und eine schöne Zeit verbringe. Die Fastenzeit ist vorbei, man kocht und backt gemeinsam und hat Spaß.

    Ich war auch schon auf Weihnachtsfeiern hier in Deutschland dabei. Bei Freunden, Bekannten, etc., doch was ich dort gesehen habe, kannte ich auch nicht wirklich. Dort wurde diskutiert, gestritten und gezankt - bis auf einige Ausnahmen war dann Weihnachten für alle der einzige Horror.

    Bei uns gibt es so etwas nicht - denn wir lernen von klein auf: Wie man sich an Weihnachten benimmt und was man dann macht, das wird man das ganze Jahr über erleben. So heißt es in einer Sage bei uns. Bei uns ist Weihnachten ein entspanntes und fröhliches Fest, an dem wir froh sind, gesund und munter zu sein - Diskussionen über irgendwelche Dinge, die absolut nichts mit uns oder dem Fest zu tun haben, verschiebt man auf einen passenderen Zeitpunkt.

    Ich fliege am 2. Januar zu meiner Familie und freue mich schon auf den Schnee und auf alles drumherum - Euch wünsche ich aber auch eine besinnliche Weihnachtszeit und schöne, angenehme Tage!

  7. #7
    inaktiv
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    Warum feierst man eigentlich Weihnachten?
    Ist doch nicht das erste mal, dass jemand geboren wird der sich für Gott hält.

  8. #8
    Zwiebelapfel Avatar von Ephourita
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    Wenn du damit (Religion, Geburt Christi, etc.) nix anfangen kannst, musst du es ja nicht feiern.

  9. #9
    inaktiv
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    ähm? Den Witz in meinem Post nicht verstanden?

  10. #10
    Zwiebelapfel Avatar von Ephourita
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    Zitat Zitat von mcxreflex Beitrag anzeigen
    ähm? Den Witz in meinem Post nicht verstanden?
    Doch schon, aber ich find den nicht lustig. Back to Topic!

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