Frustration und Aggression gehen Hand in Hand. Gerade der Straßenverkehr ist aufgrund seiner (scheinbaren) Anonymität eine "beliebte Plattform" für verbale und manchmal auch handgreifliche Ausbrüche von Aggressionen.
Dabei meine ich beobachten zu können, dass die Aggression in Gegenden mit schlechten Perspektiven spürbar höher ist, als in Regionen mit Vollbeschäftigung (das ist aber nur mein persönliches Empfinden).
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- 03.05.2007, 00:37 #1
Höhere Gewaltbereitschaft?
Guten Morgen meine Damen und Herren Pazifisten!
Mit erschrecken musste ich feststellen, dass meine Umwelt anscheinend immer aggressiver wird. Die ehemals beschauliche Kleinstadt in der ich nun schon knapp 21 Jahre wohne gerät immer mehr in die Schlagzeilen.
Angefangen hat es damit: http://www.presseportal.de/polizeipr...lizei_dortmund
Bei diesem Vorfall war ich selber Zeuge.. Die 'Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft' haben durch ihre sinnlose Aktion eine Kreuzung blockiert und ich musste nen derben Umweg fahren.
Dann habe ich gerade im Teletext davon erfahren: http://www.presseportal.de/polizeipr...lizei_dortmund
Das ist ebenfalls nicht sehr weit von mir entfernt, auf einer Strecke die ich eigentlich täglich befahre und wäre ich nicht heute zuhause geblieben wäre ich GENAU um diese Uhrzeit auf dieser Straße unterwegs gewesen!
Jetzt mal ehrlich: Bin ich einfach nur blauäugig im Glauben an eine sichere Umwelt durch die Gegend gewandelt oder steigt die Aggressivität der Menschen (besonders im Straßenverkehr) genauso rapide wie die Arbeitslosenzahl abfällt?
(Einen Lichtblick gab es allerdings: http://www.presseportal.de/polizeipr...lizei_dortmund
)
Edith:
Die Formulierungen in den Polizeiberichten sind teilweise arg grotesk!
Es ist nicht was du
hast, sondern
was du bist.
- 03.05.2007, 00:45 #2
- 03.05.2007, 00:58 #3inaktiv
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Bei uns in der nähe ist das Passiert:
http://www.zisch.ch/navigation/top_m...tentOID=228430
http://www.zisch.ch/navigation/top_m...tentOID=228353
und das 2001:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zuger_Attentat
- 03.05.2007, 01:04 #4
Dass die Aggressivität im Strassenverkehr zunimmt liegt sicher auch daran, dass es auf den Strassen immer voller und damit stressiger wird (langes, stilles, eingeschlossenes Sitzen ist für manche Menschen schon in entspannter Umgebung eine Belastung; wenn dann noch Stau, Lärm, Zeitnot usw. dazu kommt wird's nicht besser).
Inwieweit das für den beschriebeben Fall so spät abends noch gilt, weiss ich natürlich nicht. Da könnte noch ganz anderer Stress im Spiel gewesen sein
Zitat von Polizeibericht
- 03.05.2007, 02:15 #5
Dir ist Gewaltbereitschaft in Deutschland etwas neues? Gib bei Youtube mal "Kölner Jugend" ein...
Gruß,
DeppiWenn du merkst dass du ein totes Pferd reitest, steig ab
Wenn du merkst dass du einen toten Thread eroeffnest, klick hier
- 03.05.2007, 09:31 #6
Moin,
meine Gewaltbereitschaft gegen den schnöseligen Audi-CabrioYuppieFahrer gestern abend stieg merklich, als er mir vor's Mopped zog. Ein knurriges "Das machst aber nicht sehr oft mit mir" aus dem Helm heraus, als ich an der nächsten Ampel neben ihn zog, ließ ihn aber danach um Abstand bemüht sein.
Mag ja sein, das Mopped vs. Auto den Kürzeren zeiht, aber wenn man den Fahrer zu packen kriegt, verschafft einem die Protektorenrüstung einem Vorteil im Nahkampf
. Den meisten Autofahrern, die vorher noch den dicken Max geben, reicht zum Glück die Aussicht darauf
.
Gruß StefanWenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt
auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke
von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!
- 03.05.2007, 09:39 #7
Da sind wir uns mal sowas von einig Stefan.
- 03.05.2007, 10:11 #8
Persönlich habe ich den Eindruck, daß die Gewalt in meiner direkten Umgebung nur bedingt zunimmt. Es gibt durch mehr Enge, z.B. auf Strassen und Autobahnen, auch mehr Ungeduld und Aggressionen. Respekt und Rücksicht im täglichen Umgang nehmen ab (ist zumindest mein subjektiver Eindruck). Trotzdem gibt es auch viele positive Erlebnisse, was nicht zuletzt auch von der eigenen Bereitschaft abhängt, Gutes zu tun und auszustrahlen. Das bewahrt mich zumindest derzeit noch vor der vollkommenen Misanthropie.
Einen grossen Teil unserer Welt erleben wir auch über die Medien (sozusagen "Fern-Wahrnehmung"). Dadurch unterliegen wir aber auch deren Subjektivität und Vorauswahl, es muß Quote gemacht werden und das funktioniert über Gewalt besonders gut.
10 Jahre hauptberuflicher Rettungsdienst haben mir gezeigt, wo Ursache und Übel vieler Gewalt liegt, aber das läßt sich kaum näher beschreiben, ohne dem Vorwurf politischer Unkorrektheit oder Rassismus ausgesetzt zu werden. Es gibt durchaus Probleme mit bestimmten Bevölkerungsgruppen (bei dem Ausdruck "große hochwertige Limousinen mit auswärtigen Kennzeichen" musste ich schmunzeln) mit erhöhter Gewaltbereitschaft.
Eine grosse Rolle spielt aber auch der Alkohol, in meinen Augen einer der schlimmsten Erscheinungsformen der Gegenwart. Es ist einfach unglaublich, was ein bisschen Äthanol mit den Leuten macht. Aber da er auch so viel Spaß macht, so schön betäubt und die Welt im Rausch so viel schöner aussieht, geht kaum einer dagegen an.
Die "I want it here, an I want it now"-Mentalität (perfekt vorangetrieben durch den schönen Schein unbegrenzten Konsums, den uns die Werbung vorgaukelt) trägt ihren Teil dazu bei, statt verdienen und kaufen wird vielleicht eher mal gerippt. Zumindest ist der Markendruck in Zwischenzeit beängstigend gewachsen, was zum ein oder anderen "kriminellen Akt" führt.
Fazit: In meinem persönlichen Umfeld hat Gewalt nur sehr bedingt zugenommen bzw. sich verändert. Ich fühle mich nicht bedroht. Trotzdem weiß ich um die dunklen Ecken (bildlich und räumlich), denen ich aus dem Weg gehen kann. Mit der Darstellung von Gewalt in Medien sollte man allerdings sehr differenziert und kritisch umgehen, um das dort vermittelte fremde Weltbild nicht vorbehaltlos zum eigenen zu machen.
Im Ernstfall kann es schon mal helfen, zu lächeln und ein Lächeln erwidert zu bekommen, dann sieht die Welt wieder gut aus. Damit komme ich in diesem Leben schon ganz gut klar.
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- 03.05.2007, 11:35 #9
Das wundert mich nicht!
Wenn man sich die Befindlichkeiten der Gesellschaft in den letzten 15 bis 20 Jahren ansieht, dann nimmt die Unsicherheit zu. Die Welt ist insbesondere seit 1989/90 unüberschaubarer geworden, die individuellen Risiken (Trennung, Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg, Einsamkeit, Ausgrenzung) nehmen zu. Eine Reihe von Studien hat dies nachgewiesen. Hinzu kommt eine Konkurrenzgesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Die, die noch was haben, haben immer mehr Angst, es zu verlieren und reagieren agressiv. Die, die nichts haben, haben nichts mehr zu verlieren und leben ihre Agressionen und ihren Frust ungehemmt aus.
Der Straßenverkehr ist da ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Die Fahrzeugdichte nimmt immer mehr zu. Der Platz wird eng. Absurderweise nehmen die PS-Zahlen der Fahrzeuge auch immer mehr zu (was nicht nur mit erhöhtem Gewicht und mehr Komfort zu tun hat). Während 1990, als ich den Führerschein machte, 100 PS völlig überdimensioniert erschienen, scheint heute ein VW-Polo ohne 100 PS eine lahme Krücke zu sein (glaubt man den Auto-Journalisten). Zugleich gibt es eine Boom von Sport Utility Vehicles, die wahre Dinosaurier auf unseren Straßen und ein Ausbund an Irrationalität sind. Anscheinend fühlt man sich in unsicheren Zeiten in Monstern mit mehreren Tonnen Gewicht besonders sicher.
Andererseits werden unsere Autos immer älter, das Durchschnittsalter liegt jetzt bei acht Jahren. Für mich ein Zeichen, dass sich immer mehr Leute keine neuen Autos leisten können, sondern ihren alten Wagen fahren, so lange es geht. Wenn man dann mit seinen 55 PS auf der Autobahn oder Landstraße unterwegs ist, dann kann man schon was erleben. Da wird man häufig von Autos mit der drei- oder vierfachen PS-Zahl als Verkehrshindernis wahrgenommen und entsprechend behandelt. Aggressionen und das Auto als Waffe - die Zeiten werden härter.
Allein die Fortschritte in der Sicherheitstechnik und verstärkte Alkoholkontrollen haben in den letzten Jahren die Zahl der Todesopfer verringert.
H.
- 03.05.2007, 11:41 #10inaktiv
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Also ich verkaufe mein auto. da es beim Tüv nicht mehr durchgekommen ist. Dafür kaufe ich mir ein Generalabonement. Das ist ein Abo wo man in der ganzen schweiz, alle Buse, Trame, Züge, Schiffe usw.. gratis benutzen kann. und wenn ich mal ein Aut brauche, habe ich ein Mobility Abo, sprich beim Bahnhof kann ich aus einer Auswahl autos, angefangen mit Smart bis zum kleinen lieferwagen ein Auto günstig mieten.
ich denke so bin ich viel entspannter.
Was halt auch noch das Problem ist, ist das Schulmeistern im Strassenverkehr. jeder will den anderen belehren...
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