2. Tipp: Blitze nachts fotografieren
Blitze in der Nacht zu fotografieren ist nicht schwer, solange man ungefähr weiss wie weit das Gewitter entfernt ist. Aus dem Blitz / Donner errechnet man die Entfernung und den daraus resultierenden Blendenwert wie folgt:
<10 Sekunden: <3 Km Entfernung = f/16
10-45 Sekunden: 3-10 Km Entfernung = f/8
>45 Sekunden: >10 Km Entfernung = f/5.6
Diese Werte gelten bei ISO 100 und einer Belichtungszeit von 30 Sekunden, bei anderen ISO-Werten muss entsprechend umgerechnet werden. Wenn die Blende korrekt eingestellt wurde, kann man bedenkenlos eine lange Belichtungszeit von 30 Sekunden wählen, sodass man mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Blitz ablichtet.
Ergebnis 1 bis 10 von 33
- 06.10.2009, 18:11 #1
Fototipps, kurz und knackig
Jedes Posting bitte 1 Tipp, kurz und prägnant formuliert. Die Umsetzung soll nichts oder zumindest nicht viel kosten, rel. einfach sein und im Vergleich zum Aufwand hohen Nutzen bringen.
1. Tipp: Hand-Bouncer
Indirektes Blitzlicht gewinnt eine wärmere Farbe, wenn man seine linke Hand (die rechte bedient natürlich den Auslöser) als Bouncer verwendet. Dadurch wird das reflektierte Licht leicht orange. Dabei sollte der Blitz mindestens um 45° nach oben (gegen die Decke oder eine Wand) gerichtet sein, die Flache Hand liegt dann wie ein Vordach auf dem Blitz, der Blitzweg selbst muss frei sein!
Wer nicht weiss, was ein Bouncer ist - so muss es aussehen (das Bild stellt ein Bouncerkärtchen dar, wie es häufig in neueren Blitzen eingebaut ist - die Hand dann einfach wie die Karte darüberhalten):
Feo, fuerte y formal.
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„They told me that the classics never go out of style. But they do. They do. Somehow, baby, I never thought that we'd do, too.“
- 07.10.2009, 12:32 #2Feo, fuerte y formal.
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- 07.10.2009, 12:48 #3
3. Tipp: Geistermeer
Wenn man die Kamera auf ein Stativ stellt und lange belichtet, ergibt sich von den Wellen ein Nebelbild. Am besten gelingen diese Fotos mit einem ND-Filter oder in der Dämmerung. Um die Belichtung möglichst lang zu kriegen, sollte die Blende so weit wie möglich geschlossen werden. Manche Kameras haben dazu ein Wahlrad an dem man A=Blendenvorwahl (Möglichst hohen Wert) und S=Zeitvorwahl (möglichst langen Wert) auswählen kann. Bei einfacheren Kameras gibt es einen Nachtmodus, der einen ähnlichen Effekt haben kann.
Auch Wasserfälle und Bäche ergeben schöne Effekte. Achtung, Kitschgefahr
- 08.10.2009, 01:28 #4
4. Tipp: Histogramm richtig nutzen / Belichtung optimieren:
(zugegebenermaßen sind das mehrere Tipps, daher ausnahmsweise ein längerer Beitrag)
Die meisten digitalen Spiegelreflexkameras (und auch viele Kompaktkameras) besitzen im Rahmen der Bildwiedergabe eine Histogrammfunktion, doch die wenigsten nutzen diese äusserst praktische Funktion überhaupt. Gleich zu Anfang sei gesagt, dass man diese Funktion keinesfalls überbewerten sollte - ein schönes Histogramm macht noch lange kein schönes Bild. Teilweise ist es sogar erwünscht ein Bild mit starker Gewichtung von Schatten oder Spitzlichtern (Low-/Highkey-Aufnahmen) zu produzieren.
Ich werde nun nicht damit anfangen, diese Funktion zu erklären sondern gleich ein paar Tipps zur Beurteilung der Histogramme geben. Wir gehen hierbei vom Standardhistogramm aus, das die Leuchtkraft wiedergibt, nicht vom RGB-Histogramm.
Wie sollte das Histogramm "optimalerweise" aussehen:
Das Histogramm sollte idealerweise (als guter Ausgangspunkt für eine spätere digitale Nachbearbeitung, falls gewünscht) über die gesamte Skala, also von links nach rechts gehen und an beiden Seiten sanft auf den Nullwert abfallen. Das zeigt eine gute Zeichnung von den Schatten in die Spitzlichter. Man kann sowohl einen einzelnes großes "Gebirge" rel. in der Mitte dabei herausbekommen (gleichmäßige Belichgung) oder aber auch 2 "Berge" links und rechts, die ein "Tal" einschliessen (z.B. schattiges Motiv vor hellem Himmel).
Mein Histogramm sieht anders aus, was hat das zu bedeuten?
1) Das Histogramm "fällt" vom einem Höchstwert ganz links nach rechts ab.
Das Bild ist zu hell, man spricht von "Spitzlichtern" bzw. von "ausgefressenen" Stellen.
2) Das Histogramm "steigt" von links auf einen Höchstwert ganz rechts.
Das Bild ist zu dunkel, die Schatten sind "abgesoffen" d.h. die Detailzeichnung in den dunklen Bildteilen ist nicht bzw. nicht ausreichend vorhanden.
3) Man sieht einen einzelnen "Berg" in der Mitte, der weit von linker und rechter Seite entfernt ist. Man sieht ein sehr kontrastarmes Bild das relativ "flach" aussieht.
Was kann ich anders machen?
a) Neutralgrau-Verlaufsfilter nutzen. Benutze einen NG-Verlaufsfilter (kein gewöhnlicher Neutralgrau-Filter!), diese Filter sind nur gut zur Hälfte grau gefärbt (verlängern die notw. Belichtungszeit in einer Hälfte), die andere Hälfte lässt das Licht normal durch. Meist sind diese Filter drehbar, man kann also den Verlauf anpassen. Damit kann man z.B. einen hellen Himmel abdunkeln um eine gleichmäßigere Belichtung zu erreichen.
b) Füllblitz nutzen. Benutze einen Füllblitz um Schatten zu beleuchten und eine gleichmäßigere Lichtstimmung zu erzeugen. Denke daran dass Blitzlicht eine andere Temperatur als Tages- oder Glühlampenlicht hat. Man braucht auch nur sehr wenig, einen Füllblitz sollte man sehr gut (besser sparsam) dosieren (siehe nächster Abschnitt 4.).
Sonst noch ein paar kleine Tipps?
1) Graukarte nutzen: Kauf dir eine, pack sie ein, benutze sie! Manche Fotolehrbücher widmen der Belichtungsmessung per Graukarte ein eigenes Kapitel, da muss was dran sein... (mehr dazu evtl. in einem Extratipp später).
2) Spotmessung nutzen: Bei schwierigen Lichtverhältnissen und kleinen Messflächen kann absolut NICHTS die Spotmessung ersetzen. Sie ist sehr nützlich und dank des AE-L Buttons (falls vorhanden) äusserst vielseitig.
3) Weiss bleibt weiss: Du fotografierst Motive die eine große, weisse Fläche beinhalten? Führe eine Spotmessung auf diese Fläche durch und belichte um 2-2,5 Lichtwerte (EV) über, sonst graut sie ein.
4) Spitzlichter messen, ruhig Schatten vergessen: Die meisten Kameras können noch ein bisschen Dynamik aus den Schatten holen, Spitzlichter bleiben meist weiss. Die Belichtungsmessung sollte man daher lieber auf oder nahe der Spitzlichter durchführen, beim Sonnenuntergang z.B. rechts oder links direkt neben der Sonne.
5) Hintergrund beachten: Der Hintergrund kann entscheidende Auswirkungen auf die Belichtungsmessung haben, diesen bei der Belichtungsmessung keinesfalls vergessen!
6) Kreativ werden: Es geht nicht immer um die "perfekte Belichtung". Experimentiere mit Extremen.Feo, fuerte y formal.
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- 08.10.2009, 10:09 #5
5. Tipp: Improvisierte Graukarte
Du brauchst dringend eine Graukarte, hast aber gerade keine zur Hand? Mit folgenden Methoden kann man schnell eine improvisieren.
1. Handkarte:
Da ein Belichtungsmesser nur Grauwerte unterscheiden kann, kann man die Belichtungsmessung (Spotmessung!) auch an einer Handinnenfläche durchführen, die am besten schräg von der Hauptlichtquelle bestrahlt und nicht scharfgestellt wird. Nun zieht man genau einen Blendenwert ab und man erhält eine weitgehend exakte Belichtungsmessung.
2. Tempokarte:
Man kann auch ein sauberes Papiertaschentuch faltenfrei über die Frontlinse des Objektivs ziehen. Dann misst man die Belichtung in Richtung der Hauptlichtquelle. Dabei muss darauf geachtet werden dass, wie im 1. Beispiel, möglichst stark fehlfokussiert wird (wenn z.B. die Sonne die Hauptlichtquelle ist, einfach möglichst nah manuell fokussieren). Diese diffus belichtete Fläche ist ein guter Ausgangspunkt zur Belichtungsmessung. Manche Firmen bieten diese Lösung als Objektivdeckel mit eingebautem Diffusor an, das Prinzip ist gleich aber warum Geld für eine Notlösung zahlen?
Optimal ist in jedem Fall die "normale" 18% Graukarte wie sie schon von Ansel Adams gefordert und von Kodak produziert wurde. Digitalfotografen können damit auch die Lichttemperatur messen, aber das ist ein anderes Thema.Feo, fuerte y formal.
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- 13.10.2009, 20:35 #6
6. Tipp: "Da Grip"
Ich übernehme diesen Tipp 1:1 von Joe McNally, der diesen Tipp u.A. in seinen Workshops gibt wo er häufig nach der besten Art die Kamera zu halten gefragt wird.
Es ist wichtig, die Kamera bei längeren Belichtungszeiten (etwa 1/Brennweite in mm) an etwas großem, trägem abzustützen, z.B. eine Säule, eine stabile Absperrung o.Ä. - sollte das nicht möglich sein und das Dreibeinstativ sinnvollerweise zuhause herumliegen oder nicht erlaubt sein (und das Einbeinstativ ist mal wieder im Auto geblieben) kann die richtige Handhabung der Kamera für verwacklungsfreie Aufnahmen (im gewissen Rahmen) sorgen. Für Fotografen, die das linke Auge bevorzugen ist diese Technik einfacher anzuwenden als für Leute wie mich, die mit dem rechten Auge durch den Sucher schauen. Es klappt aber auch.
Zuerst greift man die Kamera normal im Querformat. Die rechte Hand umschliesst den Kameragriff und der rechte Zeigefinger liegt am Auslöser. Um einen möglichst sicheren Stand zu gewährleisten stellt man sich in der "Boxerstellung" auf, das linke Bein vorne, das rechte Bein hinten. Die linke Schulter nimmt man nach vorne, das heisst man dreht sich etwas seitlich. Der Kopf ist in Richtung linke Schulter gerichtet. An diese Schulter drückt man nun die linke Kameraseite hinein, damit sie dort abgestützt ist. Die linke Hand hält nun die rechte Hand am Handgelenk während der linke Ellenbogen an die Brust gedrückt wird und man schaut mit dem linken Auge durch den Sucher (Benutzer des rechten Auges müssen ihren Kopf ziemlich weit nach links drehen).
Bei langen Brennweiten kann man die Kamera mit dem kompletten linken Arm umschliessen und zudrücken, das Teleobjektiv liegt dann in der linken Armbeuge.
Das sieht ein wenig prollig aus, ich bekomme (nach Übung) damit aber 2-3 zusätzliche Blendenstufen "Verwacklungsreserve" hin (1/8 Sek. statt 1/60 Sek.), ähnlich wie ein Bildstabilisator. Und es kostet absolut nichts.
Dark (K)night hat im folgenden Posting das passende Bild dazu!Geändert von Irreversibel (14.10.2009 um 12:28 Uhr)
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- 13.10.2009, 20:39 #7
- 14.10.2009, 09:05 #8
- 19.10.2009, 09:30 #9
7. Tip: "Null-Bein-Stativ"
Wer auf die schnelle ein Stativ braucht, aber auch wenig Platz bzw. wenig Geld hat, bekommt für ca. einen Euro die Zutaten für ein halbwegs brauchbares "Null-Bein-Stativ":
Man braucht nur eine Schraube (10mm glaub ich), eine Unterlegscheibe und ein dünnes, aber haltbares Seil (nichts elastisches!), so 2m lang.
Die Unterlegscheibe kommt an die Schraube das Seil wird ebenfalls an der Schraube über der Unterlegscheibe festgeknotet.
Die Schraube kann man dann bei Gelegenheit in die Kamera unten schrauben (das Seil wird durch die Unterlegscheibe ja an der Schraube gehalten), dann stellt man sich auf das andere Seilende, wobei das Seil dazu stramm sein sollte. Voila, die Kamera ist plötzlich sehr verwackelungsfrei!
AndreasHeureka, ich habe endlich meine Zeitmaschine fertiggestellt und werde sie gleich testen! Falls ich Erfolg habe, wird der Dienstag VOR dem Mittwoch sein und Kutschen werden ohne Pferde fahren können!
iPad (3. Gen, 32GB, WiFi) -:|:- MacBook (late 2009, white unibody, 4GB) -:|:- Besucht mich auf www.mikrolisk.de!
- 01.11.2009, 00:47 #10
Auch sehr praktisch können diese kleinen Bohnensäckchen sein welche man sich auch sehr einfach und billig selber bauen kann. Vom Prinzip her tut es eine mit Sand, Reis oder ähnlichem gefüllte und zugeknotete, kleine Plastiktüte auf der man dann für eine lange Belichtungszeit die Kamera ablegen kann.
Wer begabt mit dem Umgang mit Nähmaschinen ist, kann sich auch ein kleines schickes Säckchen selbst nähen.
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