• Fertigung des neuen iMac offenbar auch in den USA

    Designed by Apple in California. Assembled in China. Diese Angabe dürfte wohl jeder Nutzer eines Apple-Produkts schon einmal auf einem seiner Geräte gesehen haben. Ein Hinweis, dass die Entwicklung der Produkte in Cupertino, deren Produktion jedoch in China durch den Zulieferer Foxconn erfolgt. Die engagierten Bastler von iFixit haben erst kürzlich den seit vergangener Woche erhältlichen neuen iMac auseinandergenommen. Über die Erkenntnis, dass der neue Desktop-Rechner des Herstellers von iPhone und iPad diesmal besonders schwer zu reparieren bzw. aufzurüsten ist, förderten die Techniker alerdings noch eine weitere Information zu Tage: Der neue iMac soll anteilig offenbar auch in den USA selbst produziert werden. Darauf lässt eine entsprechende Kennzeichnung des Geräts schließen, ähnlich wie sie bereits bei allen anderen Produktion des Unternehmens üblich ist.

    Dass Apple einige seiner Produkte auch in den USA fertigt, käme überraschend. Zwar hatte das Unternehmen noch bis 2004 eigens in Amerika am Standort Elk Grove produziert. Zur Senkung der Lohnkosten hatte der heutige Apple-Chef Tim Cook jedoch die komplette Produktion nach Fernost verlagert. Ferner wirft das nun bekanntgewordene Etikett die Frage auf, ob Apple nicht doch einzelne Produkte direkt in den USA produziert. Das Unternehmen verfügt zwar nach wie vor über eigene Werke, diese seien jedoch nicht mehr in Betrieb, schreibt der US-Blog 9to5mac. Selbst wenn Apple anteilig in den Staaten produzieren würde, stellt sich die Frage, inwieweit eine solche Kennzeichnung angesichts der Definition hinter dieser Bezeichnung überhaupt gerechtferigt ist. Laut US-Handelsbehörde können Produkte mit Einzelteilen aus dem Ausland mit diesem Kennzeichen versehen werden. Die vollständige Montage der Geräte muss allerdings vollständig in den USA erfolgen. Möglicherweise spielt jedoch auch Foxconn selbst eine wichtigere Rolle in dieser Sache. So könnte der Zulieferer mittlerweile Teile seiner Produktion in den USA durchführen. Über entsprechende Fabriken verfügt der taiwanesische Konzern. Ob dort jedoch auch der iMac gefertigt wird, ist ebenfalls unklar.

    Kommentare
    1. Avatar von Applicator
      Applicator -
      DoppelpunktGroßOh
      Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, obwohl bei den Preisen durchaus die Lohnkosten von Amis trotz dickem Gewinn gedeckt würden.
    1. Avatar von cascade
      cascade -
      Wahrscheinlich wird Der Standfuß erst in den USA ans Display geschraubt.
    1. Avatar von lauritzh
      lauritzh -
      Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein solcher Schritt vollzogen würde, ohne es an die große Glocke à la "APPLE PRODUZIERT WIEDER IN AMERIKA" zu hängen. Hierzu hätte es zumindest eine Pressemitteilung gegeben schätze ich.

      Wenn schon, dann ist dies vielleicht eine Charge die unter Zeitdruck und im Hinblick auf nicht vorhandene Kapazitäten in Fernost entstanden ist. Ein spontanes "umswitchen" zwischen verschiedenen Produktionsstandorten stelle ich mir allerdings kosten- und zeitaufwendig vor.
      Nun ja im Endeffekt sind das alles nur Spekulationen meinerseits
    1. Avatar von Marcel Bresink
      Marcel Bresink -
      Auch ich halte diese Meldung für eine ziemliche Fehlinterpretation der Tatsachen.

      Aus der ebenso in der Abbildung zu sehenden Seriennummer kann man erkennen, dass es sich bei diesem Modell um ein wiederaufgearbeitetes Gebrauchtgerät ("refurbished") handelt. Die Wiederaufarbeitung wird für Amerika in den USA und für Europa üblicherweise in den Niederlanden durchgeführt. Dass Apple hierbei nicht nur eine neue Seriennummer in das Gehäuse brennt (was sie schon länger machen), sondern nun sogar das "zweite" Fertigungsland bei den Produktionsangaben aufführt, ist ein netter Gag. Ich denke aber nicht, dass man daraus auf eine Serienproduktion in den USA schließen kann.

      Worüber man hier tatsächlich spekulieren kann, ist, ob der neue iMac in China so erhebliche Produktionsprobleme hat, dass Apple den ganzen Ausschuss in die USA liefern lässt, dort repariert, und dann als Neuware verkauft.
    1. Avatar von uffzvd
      uffzvd -
      Ach es ist immer dasselbe - die Frage ist rein juristisch betrachtet nach dem Ausdruck "Made in" oder "Assembled in" auch einfach nur, wo ein großteil der Wertschöpfung stattfindet. Ist insgesamt ja sehr schwammig der Begriff, es reicht wohl wie bei einigen "Made in Germany"-Produkten wenn der Artikel in Deutschland verpackt wird und man kann rein rechtlich garnichts dagegen tun. Obs draufsteht oder nicht ist mir inzwischen schon ziemlich egal Abgesehen davon ist auch zu bedenken, dass die Qualität aus jedem Land bei der Herstellung eines Produktes mal gut oder mal ganz mies sein kann. Und "Assembled with pride in USA" ist für micht nicht sonderlich vertrauenserweckend, da fehlen doch bestimmt hier und da ein paar Teile so locker wie die mit dem Qualitätsbegriff in den USA umgehen - Meisterbrief lässt grüßen
    1. Avatar von jamnibus
      jamnibus -
      Naja, also ich erinnere mich daran, dass vor einigen Monaten ganz gross im Gespräch war, dass Apple wieder in den USA produzieren wird. Haben sie glaube ich bei einem earnings call verlauten lassen.

      Kann allerdings auch so sein, wie ihr alle behauptet - der Schein ist schliesslich wichtiger als das Sein...
    1. Avatar von MacbookPro@Olli
      MacbookPro@Olli -
      Zitat Zitat von uffzvd Beitrag anzeigen
      Ach es ist immer dasselbe - die Frage ist rein juristisch betrachtet nach dem Ausdruck "Made in" oder "Assembled in" auch einfach nur, wo ein großteil der Wertschöpfung stattfindet. Ist insgesamt ja sehr schwammig der Begriff, es reicht wohl wie bei einigen "Made in Germany"-Produkten wenn der Artikel in Deutschland verpackt wird und man kann rein rechtlich garnichts dagegen tun.
      Blödsinn. Was Made in Germany bedeutet haben deutsche Gerichte vor Jahrzehnten abschließend geklärt und eindeutige Richtlinien eingeführt. Das Verpacken innerhalb der BRD reicht dafür nicht aus.
    1. Avatar von MaxTrax
      MaxTrax -
      Habt ihr euch nicht auch schon immer gefragt, warum iFixit, cnet, ... immer als erste die neuesten Applegeräte haben, während wir unter umständen Wochen darauf warten? Kann doch sein das solche "Demo"-geräte in geringen Stückzahlen in den USA gefertigt werden.
    1. Avatar von obermuh
      obermuh -
      Hab heute in Hamburg im Store mal auf die 21er geschaut und die sind "Assembled in Ireland". Die Powerbooks und ersten Macbooks für Europa kamen ja auch aus Irland, scheint also als würde man wieder etwas Abstand von Foxcon nehmen...
    1. Avatar von xees
      xees -
      Das kann ich mir schon vorstellen, weil das soziale Image von Apple steigen würde. Muss ja nicht gleich alles in den USA produziert werden. Bei den Lohnkosten in den Staaten ist der Kostenvorteil nicht mehr so immens gegenüber Fernost.
    1. Avatar von marius4724
      marius4724 -
      Kann mir gut vorstellen das es so ist, Tim Cook selbst hat im Interview mit All Things D gesagt er hofft in den nächsten Jahren ein iPhone mit der Kennzeichnung: Designed by Apple in California, Assembled in the US herausbringen zu können. Beim iPad mini ging der Fertigungsauftrag auch nicht an Foxconn sonder ich glaube an Pegatron in Brasilien?! Ab dem iPhone 4 werden allerdings schon einige Teile wie z.b. der Metallrahmen in den Usa hergestellt.
    1. Avatar von Bierhefe
      Bierhefe -
      Ob das mit dem Versagen von Foxconn beim iPhone 5 zusammenhängt? Man weiß es nicht.
    1. Avatar von uffzvd
      uffzvd -
      Zitat Zitat von MacbookPro@Olli Beitrag anzeigen
      Blödsinn. Was Made in Germany bedeutet haben deutsche Gerichte vor Jahrzehnten abschließend geklärt und eindeutige Richtlinien eingeführt. Das Verpacken innerhalb der BRD reicht dafür nicht aus.
      Das ist zwar richtig, Blödsinn ist meine Mitteilung dennoch nicht wie man z.B. auch bei Wikipedia nachlesen kann. Kürzlich gab es Gerichtsurteile die die Verwendung "made in germany" erlaubten auch ohne dass ein "maßgeblicher Anteil der Wertschöpfung" in Deutschland erfolgte, ausreichend war hingegen die "Veredelung" des Produktes was durchaus in dem Verpacken einer Ware bestehen kann. Beispiele gibts genug (Elektrofahrräder-Hersteller, Fahrradreifen von deutschen "Herstellern" - sind eben nur noch Vertriebe und Markeninhaber und keine Hersteller in der eigentlichen Bedeutung). Sinn der Aussage von mir war außerdem nur, dass ein meist zu geringer Wertschöpfungsteil und auch nur in wenigen Fällen ein Großteil der Produktion in dem Land erfolgt dass beispielsweise unter "Made in Germany" vertrieben wird. Mit dem Vermerk auf dem iMac verhält es sich meiner Meinung nach ebenso.
    1. Avatar von FuAn
      FuAn -
      Ich habe das Thema China ja schon mehrfach kommentiert hier und ich wiederhole mich. Ich bin CEO einer foreign invested company in China und Board-Mitglied mehrerer joint ventures mit chinesischen Firmen.

      Der Rueckzug vieler Unternehmen nicht nur Apples aus China zeichnet sich schon lange ab, dies ist nichts neues und nachvollziehbar.
      Bei allen grossen Schlagzeilen ueber schlechte Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung chinesischer Arbeiter muss man auch sehen, dass in China jaehrliche Gehaltserhoehungen von 10-20% die Regel sind! Bonuszahlungen von 100% sind sind gesetzt, wenn man unter 150% vergibt, rastet der chinesische Mitarbeiter im Buro des Chefs aus schreit rum und schlaegt um sich. Das hat zur Folge, dass Chinesen immer teurer werden, bei nur kaum steigender Qualitaet und Produktivitaet.
      Chinesisches Management ist heute schon auf Gehaltsniveaus wie in Europa, gutes Senior Management verdient gar bedeutent mehr!
      Als Beispiel, ich habe in unserem Engineering bereits heute hoehere Tagessaetze als unsere amerikanische Kollegen!!! Wir suchen haenderingend europäische/amerikanische Ingenieure und Manager die bereit sind fuer sehr gute Angebote nach China zu gehen, da mich ein Deutscher in China unterm Strich kaum mehr kostet aber deutlich mehr leistet als ein Chinese.
      Und selbst deutsche Roboter sind mittlerweile in China billiger als Chinesische Mitarbeiter, die von ihrer Arbeitszeit ca. die Haelfte schlafen, essen und rauchen.
      Ich weiss wenn man die Spiegel und Apfeltalk Schlagzeilen ueber China kennt, klingt das alles ganz furchtbar unglaubwuerdig, ist aber so!

      All das hat zur Folge, dass die Globalisierungsheuschrecke sich auf macht weiter zu ziehen, viel einfaches Produkt Manufacturing wandert gerade in Richtung Vietnam, Cambodia, Indonesien ab...

      Ich halte es daher fuer ueberhaupt nicht unwahrscheinlich, dass bei den guenstigen Mindestloehnen wieder Arbeiten zurueck in die USA wandern.

      Gruss aus China

      FuAn