• Schneller Opera Mini für das iPhone möglicherweise Präzedenzfall

    Als Opera auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine Version des eigenen Browsers für das iPhone vorstellte, waren die anwesenden Fachleute und Journalisten wirklich überrascht: Die Software lädt Webseiten ungewöhnlich schnell, die Darstellung der Seite der New York Times erfolgte unabhängig von der Verbindungsgeschwindigkeit rund fünf Mal schneller als mit dem vorinstallierten Mobile Safari. Ursache ist eine ausgeklügelte Technik: Die Seite wird nicht direkt auf das iPhone geladen, sondern zunächst von Opera-Servern geöffnet, um dann vollständig bearbeitet an das iPhone gesendet zu werden. Das Ergebnis: Die Seite ist nicht nur schneller geöffnet, sondern auch von Beginn an interaktiv, Bedienelemente können ab Sichtbarwerden genutzt werden. Leider durfte niemand der Anwesenden die Software fotografieren, selbst das Icon war unter Verschluss. Einen Grund konnte Opera nicht nennen, doch er liegt gewissermaßen auf der Hand: Der Opera-Browser könnte sich zu einem Präzendezfall für die Zulassungsmethoden Apples entwickeln.

    Anhang 59486

    Ein alternativer Browser für das iPhone ist laut Bestimmungen gewissermaßen doppelt verboten: Zum einen darf eine Applikation keine Funktion einer vorinstallierten Applikation nachahmen, zum anderen darf keine andere Darstellungsengine für Webseiten verwendet werden als die des mitgelieferten Mobile Safari. Dennoch will Opera sein entwickeltes Schätzchen definitiv in den App Store bekommen: Immerhin rund die Hälfte sämtlichen Traffics von mobile Geräten wird mit Mobile Safari erzeugt. Ein beachtlicher Marktanteil, von dem Opera verständlicherweise gerne was abhätte. Es handelt sich also nicht nur um einen reinen Marketing-Gag, um die auf anderen Plattformen ebenso verfügbare Software zu bewerben. Es gibt jedoch noch eine ganz andere Dimenson: Microsoft hat bereits am eigenen Leib erfahren, wie streng Wettbewerbsrichter im Bezug auf das mutwillige Aussperren von Konkurrenten auf der eigenen Plattform sind - insbesondere wenn es um Browser geht. Die gesamte Diskussion durfte man bereits am Internet Explorer miterleben - nach eine Beschwerde seitens Opera in Brüssel dürfen sich Anwender bei der Installation von Windows 7 für oder gegen den IE entscheiden.

    Anhang 59485

    Senior Product Manager Igor Netto versicherte, dass man nicht gezielt auf einen Rechtsstreit aus sei. Insgesamt hätte Opera zumindest bei der EU jedoch gute Karten: Während Microsoft seinen Nutzern zumindest erlaubte, nachträglich einen anderen Browser zu installieren, verwehrt Apple seinen Anwendern jegliche Wahl. Auch hier möchte ich wieder mokieren: Apple, deine Anwender sind emanzipiert. Sie können durchaus eigene Entscheidungen treffen.

    via Engadget, ComputerWorld, MicrosoftOnTheIssue
    Kommentare 69 Kommentare
    1. Avatar von cascade
      cascade -
      Zitat Zitat von eichyl Beitrag anzeigen
      Du redest ja mal absoluten Blödsinn. Das sind totale Äpfel/Birnen Vergleiche. Wenn Apple die Verbieten würde auf deinem Mac Photoshopelements zu installieren, weil es Aperture 3 gibt, Oder Apple sagt kein Firefox, Opera etc. Weil es Safari gibt oder du darfst kein OpenOffice installieren weil es iWork gibt...Da würden sich einige Nutzer aber ziemlich verar***t vorkommen. Zudem impliziert Apples Werbung/Information Apps aus dem größeten Appstore nicht, wir lassen nur Apps rein die wir wollen und du hast mal gar nix zu entscheiden was auf deinem Gerät passiert und was nicht...ergo als Käufer der nicht in einschlägigen Foren oder Seiten Unterwegs ist hat bis zum kauf keinen schimmer davon (Ich merke das an Bekannten immer wieder...Hä? wie ich kann mir jetzt gar nicht das und das drauf machen nur weil es das nicht im Appstore gibt??).
      Apple verbietet dir garnichts, sie verkaufen die entsprechenden Produkte einfach nur nicht in ihrem Shop.

      Dass das OS des iPhones nur bei Apple erstandene Software zulässt, kann man durchaus vor dem Kauf erfahren.
    1. Avatar von Aronnax
      Aronnax -
      Zitat Zitat von cascade Beitrag anzeigen
      Dass das OS des iPhones nur bei Apple erstandene Software zulässt, kann man durchaus vor dem Kauf erfahren.
      Genau, wie Recht du doch hast
      Wenn jemand so etwas kauft und vorher nicht alle bereits erhältlichen 140 000 Programme durchschaute, um zu merken, dass das Gewünschte nicht dabei ist, ist gefälligst selber Schuld.

      Immer diese dummen Kunden. Sind alle selber Schuld.
      Master Steve sollte sie alle beim scheißen mit einem Blitzschlag niederstrecken.
    1. Avatar von harden
      harden -
      Zitat Zitat von Aronnax Beitrag anzeigen
      Genau, wie Recht du doch hast
      Wenn jemand so etwas kauft und vorher nicht alle bereits erhältlichen 140 000 Programme durchschaute, um zu merken, dass das Gewünschte nicht dabei ist, ist gefälligst selber Schuld.

      Immer diese dummen Kunden. Sind alle selber Schuld.
      Master Steve sollte sie alle beim scheißen mit einem Blitzschlag niederstrecken.
      Sag mal bitte wie du eine Kaufentscheidung triffst.

      Kaufst du auch einen Smart weil der so schön knuffig ist und überall parken kann und beschwerst dich dann später, dass die Frau, drei Kinder und der Schäferhund nicht reinpassen, dass der Händler oder die Werbung nicht erwähnt haben?

      Meiner Meinung nach forderst du hier dauernd den Kunden von jeglicher Eigenverantwortung zu entbinden.
    1. Avatar von Aronnax
      Aronnax -
      Zitat Zitat von harden Beitrag anzeigen
      Meiner Meinung nach forderst du hier dauernd den Kunden von jeglicher Eigenverantwortung zu entbinden.
      Nööö .. es geht mir hier sogar nur um die Eigenverantwortung bzw. sie soll und darf eben nicht genommen werden.

      MfG
    1. Avatar von harden
      harden -
      Und zur Eigenverantwortung gehört nicht die Prüfung, ob ein Produkt den eigenen Ansprüchen genügt?

      Der Kunde will einen iPod Touch um Tetris zu spielen und dabei seine eigene Musik hören. Dann ist es zuviel verlangt, dass vor dem Kauf ein Blick in den Appstore geworfen wird, um zu prüfen, ob es so eine Version von Tetris gibt?

      Denn genau so deute ich deinen Satz
      Wenn jemand so etwas kauft und vorher nicht alle bereits erhältlichen 140 000 Programme durchschaute, um zu merken, dass das Gewünschte nicht dabei ist, ist gefälligst selber Schuld.
    1. Avatar von Aronnax
      Aronnax -
      Zitat Zitat von harden Beitrag anzeigen
      Und zur Eigenverantwortung gehört nicht die Prüfung, ob ein Produkt den eigenen Ansprüchen genügt?
      Wie du meinst.
      Aber bisher war es eben nicht üblich, dass ein Hersteller die absolute Macht hat und Konkurrenz gnadenlos ausgrenzt.
      Ist ja auch für mich neu, aber man lernt ja nie aus.

      Danke also für den Tipp.
    1. Avatar von Alexis
      Alexis -
      Zitat Zitat von DerCousin Beitrag anzeigen
      Ich dachte Opera wäre schon längst abgehängt worden... Ich kenn keinen einzigen der diesen Browser tatsächlich als Standard auf dem Mac oder PC nutzt
      Ich nutze Opera und Safari seit Jahren parallel. Insbesondere tabbed Browsing klappt bei Opera nach meinem Empfinden besser. Googles "Chrome" ist was schneller und zeigt mehr Seiten fehlerfrei an, letzten Endes stellt sich hier aber immer die gleiche Frage: zu welchem Preis stärkt man Googles Marktmacht?

      Für Opera spricht die Innovationsfreude seiner Programmierer, Neuerungen einzuführen, seien es Mausgesten, der Torrent-Client damals oder jetzt Opera-Unity. Ich kann Opera empfehlen und würde mich über eine entsprechende iPhone-App freuen. Wettbewerbsrechtlich wird Apple seine Sandkasten-Metalität kaum mehr lange aufrecht halten können.
    1. Avatar von harden
      harden -
      Endlich kommt Bewegung in die Sache.

      Dazu gibt es einen Couter um zu sehen, wie lange es her ist, dass Opera Mini eingereicht wurde.

      Mal sehen wie lange es dauert....
    1. Avatar von Verlon
      Verlon -
      das Video ist schon recht eindrucksvoll:

      http://www.youtube.com/watch?v=OpTCS3g-cBY

      eigentlich ätzend, dass man als Käufer hoffen muss, dass Apple es erlaubt, diesen Browser nutzen zu dürfen.