Natürlich muss das kritisiert werden, keine Frage.
Es stellt sich aber die Frage, ob ausgerechnet das Internet die richtige Drehscheibe hierfür ist.
Ehrlich gesagt muss ich breit grinsen, denn vor nicht allzu langer Zeit habe ich in einem vergleichbaren Forum gelesen, dass Druckmagazine zwar nachwievor abonniert, aber kaum noch gelesen werden. Sehe ich mir die Reaktionen auf einen Artikel ausgerechnet in der WELT hier durch, wird dieses Grinsen noch breiter.
Aus eigener Erfahrung würde ich persönlich niemals IT-Themen und Politik auch nur im Ansatz vergleichen. Es mag vielleicht nach Aussen so aussehen, als seien Vorgehensweise, Resultat und Reaktion darauf ähnlich, wenn nicht gleich, aber sie unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt:
IT hat im Zweifelsfalle eine Lobby. Politik kann per se keine Lobby haben.
Nochmal: Kritik - ja und auch gerne. Aber angemesssen, wohl platziert, durchdacht und vor allem da und dort, wo der Auslöser herkam.
Nicht dort, wo eine Gegenmeinung ohnehin von vornherein auf fruchtbaren Boden fällt.
J
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- 18.11.2006, 00:20 #41
Jens, die Seite hat die "Welt" offensichtlich gelöscht inzwischen - mit Recht. Zusätzlich sollte man der Autorin auch keine weiteren Artikel erlauben.
Meine Adjektive sind vollkommen zutreffend für den Artikel.
Es macht ja wohl einen Unterschied, ob man für ein bekanntes Magazin einen offiziellen Artikel schreibt, oder ob jemand in einem Forum etwas diskutiert. Ersteres sollte korrekt recherchiert sein - mindestens. Willst Du der Autorin erlauben, auf dem Niveau schlechter Forumsbeiträge Artikel zu verfassen?
- 18.11.2006, 00:28 #42Jens LiedtkeInaktiv
- 18.11.2006, 00:30 #43
Kay,
es mag ja sein, daß solche Leserbriefe herzlich folgenlos sind, weshalb ich normalerweise auch nichts schreibe. Gleichwohl habe ich mich in diesem Fall danach deutlich besser gefühlt. Über den iPod zu schreiben, er könne kein MP3 abspielen, ist in etwa so, als ob man über die neue Mercedes S-Klasse schriebe, sie könne nicht fahren.
Die Autorin mag ja sonst eine ordentliche Journalistin sein, ich kann es hier und heute ohnehin nicht abschließend beurteilen, jedenfalls ging meine DSL-Leitung ob der ganzen Bilderflut ihres Blogs heftig in die Knie. Zuviel Info zu zu später Stunde (stimmt das grammatikalisch? Egal). Morgen wieder.iPod Shuffle (2. Gen.) - Sennheiser PMX 70
- 18.11.2006, 00:31 #44Jens LiedtkeInaktiv
- 18.11.2006, 00:43 #45
In der Tat, die gibt es, reichlich.
Aber dies ist ein Forum in dem niemand ernsthaft behauptet einen qualifizierten Journalismus zu betreiben. AT ist keine der führenden deutschen Zeitungen, die von sich behaupten ein wichtiges Korrektiv der Gesellschaft zu sein.
Hier ist es nicht peinlich wenn jemand unwissendist, Unsinn schreibt.
In der "Welt" sieht es da ganz aners aus, weil ein anderer Anspruch erhoben wird. Wenn dieser Anspruch dann aber so grotesk verfehlt wird, dann ist jede Form der Häme und des Spottes berchtigt.
Und warum die Autorin anschreiben?
Ich werde ihr sicher Unrecht tun, aber meine Lebenserfahrung lehrt, dass Unkenntnis und Dummheit, Selbstbewusstsein und Arroganz durchaus zusammen pasen.
Oft halten sich solche Menschen für wesentlich informierter als sie es sind. Sie verwechseln "das wei0 man doch" mit Wissen und schreiben dann über Dinge von denen sie keine Ahnung haben, dabei demaskieren sie sich selbst. Wenn sie dies in aller Öffentlichkeit tun, und das zum wiederholten Male, es gibt da ja noch einen anderen Artikel der Dme, dann ist es gestattet sie der Lächerlichkeit preiszugeben, die ihr gebührt.
Sie kann ja über den iPod schreiben, über seinen Einfluss in der New Yorker In-Szene, über das Gefühl das mit ihm verkauft wird, eventuell auch warum er so "Hip" sein soll. Sie kann darüber schreiben was die Benutzer mit dem Gerät demonstrieren wollen, wenn sie es zeigen. Sie kann darüber schreiben wie die New Yorker Gesellschaft ihre Musikwahrnehmung durch den iPod verändert hat.
Ein Szenemädel kann über die Szene schreiben, wenn sie drin ist, wenn sie gut ist mit Abstand, aber sie sollte wissen wovon sie etwas versteht und wovon nicht, alles andere wird peinlich, wie wir ja gerade erleben. Mit Journalismus hat das nichts zu tun.Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur auf der Rückseite dieser Nachricht.
- 18.11.2006, 00:48 #46
Das sehe ich vollkommen anders. Wenn ich einen kritischen Leserrief schreibe, dann entscheiden die, die ich kritisiere darüber, ob der veröffentlicht wird.
Wenn ich die Kritik aber in ein Blog oder ein Forum schreibe, dann entscheide ich selbst.
Der Artikel ist (war) öffentlich und fehlerhaft, da sollte man als Autorin dann auch mit öffentlicher Kritik umgehen können.
Der Kommentar wäre sicherlich noch online, wenn all die Blogger (und Apfeltalker) nur Leserbriefe geschrieben hätten.
Aber such jetzt mal bei Google nach Anette Dowideit
.
- 18.11.2006, 00:55 #47Jens LiedtkeInaktiv
CWS,
Du hast meine volle Unterstützung, was die qualitativen Auswirkungen, die so eine Schreibe haben kann, betrifft.
Aber ich wende mich bewusst und mit aller meiner Kraft gegen das Prinzip, welches Du andeutest: wieso anschreiben, wenn Dummheit, Arroganz etc. so gut zueinander passen.
Selbst wenn Du in der Sache an sich aus meiner Sicht Recht haben solltest, so reduziere ich das Resultat dieses Gedankenganges auf ein einziges Ergebnis: Du bewegst absolut nichts damit.
Ja, es kostet Zeit, Mühe, Aufwand und letztlich auch Recherche, den Gegenbeweis anzutreten. Wenn aber niemand den Gegenbeweis antritt und vor allem jenen auch mal dort formuliert, wo es definitiv besser angebracht wäre, dann darf sich absolut niemand - somit auch Du - nicht darüber beschweren, wenn sich das Niveau nicht bessert. Meckern, cws, das kann jeder, jene Tante, ich, Du und jede andere Person hier, das dürfte erhaben über jeden Zweifel sein. Aber Qualität über jene - ich erspare mich die Wiedergabe der Klassifizierungen - , das ist mit einem Aufwand verbunden, den nur die wenigsten eingehen wollen.
Und das ist es, was mich juckt.
Ja, mich juckt das, was diese Person geschrieben hat. Aber es juckt mich noch viel mehr, dass man hier bei AT unter seines Gleichen den Schutzmantel nicht nur hat, sondern auch systematisch sucht.
Anstatt - wider jede vermeintliche Erfahrung und Vernunft - trotzdem ein drittes, zehntes oder tausendstes Mal einen Brief an die Welt, den Verfasser oder sonstewas zu schreiben. Sachlich fundiert, klar und nicht angreifend formuliert.
Bequemlichkeit.
J
- 18.11.2006, 00:57 #48
Um die Autorin diesbezüglich zu übertreffen bedarf es keinerlei Anstrengung. Sie hat weder erkannt, daß sie vollkommen unwissend ist, was den iPod angeht, noch hat sie überhaupt recherchiert. Anderenfalls kann es sich nur um eine böswillige Lüge handeln. Beide Varianten sollten ihr journalistisches Grab sein, das sie sich selbst geschaufelt hat.
- 18.11.2006, 00:58 #49Jens LiedtkeInaktiv
Ich möchte es mal anders ausdrücken: Firmen finanzieren durch ihre Werbung die Seiten, die gedruckt werden. Es erübrigt sich die Frage danach, was im Zweifelsfalle zu Gunsten einer Werbung weggestrichen wird.
Das ist mein Zynismus der schärfsten Form, den ich als Schreiberling den Publikationen entgegen schleudern möchte, für die ich schreibe. Anderen Publikationen möchte ich ganz andere Dinge entgegen schleudern, aber das wäre hier fehl platziert.
J
- 18.11.2006, 01:01 #50
Es ist genau diese Art Journalismus, die eine so deutlich unteschiedliche Reaktion bei den beiden Springers erzeugt.
Und es ist legitim einem Bereich den man selber einigermaßen kennt zu wählen, um die redaktionelle Arbeit eines Blattes zu beurteilen. Nur in dem Gebiet kann ich es auf Augenhöhe. Deshalb darf sich eine Zeitung mit Anspruch auch nicht solche Flachstellen leisten. Sie schädigen den Ruf der Zeitung und des Hauses nachhaltig ... wer einmal lügt dem glaubt man nicht ...
Das einzige Gegenargument, dass die Kompetenz der Zeitung eben im Politischen läge, klingt gut aber die Botschft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Man muss allerdings sagen, dass Frau Dowideit eher die Regel und nicht die Ausnahme ist, andere Zeitungen sind nicht besser. Wenn man etwas von einer Sache versteht und liest etwas dazu in den großen Blättern ist es meist traurig.Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur auf der Rückseite dieser Nachricht.





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