Gewährleistung ungleich Garantie

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von nomos, 01.06.06.

  1. Chissmann

    Chissmann Erdapfel

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    3
    Wo ich Gewährleistung bekomme? Überall?

    Ich wollte ja nur eine Bestätigung haben, dass es sehr schwer wird (oder auch nicht) in der Gewährleistungszeit von 2 Jahren von Apple eine kostenlose Reperatur zu bekommen.
    Ich meine wer Geld für 2 Jahre lang Garantie verlangt wird sicher nicht gerne ein Produkt eines Kunden kostenlos umtauschen etc., wenn dieser diese Garantie nicht erworben hat.

    Ich habe schon einige technische Geräte nach 1 Jahr, 1,5 Jahren... im 24 Monat umgetauscht und wurde nie aufgefordert zu Beweisen das es mein Fehler war.
    Z.b. Bei Medion oder Sonyprodukten wurden diese immer vom Händler an den Hersteller eingesendet und spätestens 1 Woche später hatte ich die Info das ich ein neues bzw. wieder funktionstüchtiges Gerät erhalte
     
  2. svaeni

    svaeni Reinette Coulon

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    947
    Weil der Thread es verdient hat mal wieder gelesen zu werden und weil eine Frage unbeantwortet blieb:

    Ist der Verkäufer ein Unternehmer, und der Käufer ist es auch (Unternehmer eine natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen beruflichen Tätigkeit handelt) dann gilt das Mängelgewährleistungsrecht natürlich trotzdem. Nur gelten die für den Verbrauchsgüterkauf normierten Regelungen in den §§ 474 ff. BGB nicht. Am relevantesten dürfte die fehlende Privilegierung des Käufers in § 476 BGB sein, die in den ersten 6 Monaten die Beweislast Umkehrt.

    Im Übrigen gilt dann wie immer, dass jeder die ihm günstigen Tatsachen darlegen und beweisen muss. Das kann bisweilen schwierig sein, wenn der Kläre bspw. gar keinen Einblick in die Produktionsprozesse des Herstellers hat. Die Gerichte haben deshalb verschiedene Ausprägungen der abgestuften Darlegungs- und Beweislast erfunden, die es genügen lässt, im Rahmen der eigenen Kenntnisse schlüssig darzulegen, weshalb ein Mängelgewährleistungsanspruch besteht. Der Beklagte kann sich dann nicht mehr einfach durch bestreiten der Tatsache wehren, sondern muss seinerseits darlegen und beweisen, warum der Anspruch nicht besteht.

    Am Ende ist das Mängelgewährleistungsrecht also eine Art Kompromiss für Fälle in denen der Händler mangelhafte Sachen verkauft, aber dem Käufer kein Schaden entsteht (von dem Mangel der Sache mal abgesehen). Einerseits hat der Käufer sich den Verkäufer frei ausgesucht und niemand hat ihm zum Vertragsschluss gezwungen. Andererseits soll natürlich auch dafür gesorgt werden, dass niemand ungestraft all zu schlechte Sachen verkaufen kann.


    Und noch was zur Abgrenzung: Die Mängelgewährleistungsrechte des Käufers erschöpfen sich in Minderung, Nacherfüllung und Rücktritt. Alle drei haben nichts zu tun mit der Anfechtung, deren Rechtsfolge Nichtigkeit des Vertrages ex tunc (also "von Anfang an") ist und für die Anfechtungsgründe vorliegen müssen, die mit dem Gewährleistungsrecht nichts zu tun haben (bspw. ein relevanter Irrtum, widerrechtliche Drohung, oder arglistige Täuschung). Das anfechten des Kaufvertrages kann ggf. sogar eine Schadensersatzpflicht beim Käufer auslösen.